Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 198 (3.7.1931)
- Date
- 1931-07-03
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Hr. SB üdL CMC WstJE WELT Sefa M noi" wäl sichtSgfjch fe &r Praxis erbSrten. l&d es gibt Bünde und Taube selbst unter jenen, denen man seit drei Jahrzehnten die Jndennot als das Kardinalproblem der Lösung der Judenfrage eindringlichst vorgefahrt hat nnd die es plötzlich, gerade in den entscheidendsten Augenblicken, vergessen haben. Für unsere Zaonisten mh den „neuen Zielsetzungen** hat Theodor Herzl umswist gelebt Wie es ein NiduHb stiehl Der Dekan der jagetlonischen ÜniverstttU in Krakau, Prof. Dr. P. Atchutowski, gewährte einem Mitarbeiter des Jüdisches volksblatt** eine Aussprache über Palästina. Der Gelehrte, ein Bibelforscher, kennt Palästina aus eigener Anschauung, üeber die Ursachen des Pogroms im April 1929 befragt, erklärte er unter anderem: Ich war im April 1929 in Palästina. Schon damals teilte mir unser dortiger Generalkonsul Dr. Titus Zbyszewsky mit, daß die Stimmung im Lande gereizt, verhetzt sei und daß blutige Ausschreitungen, von nationalistisch-arabischer Seite geplant, unmittelbar bevorstehe. In Gesprächen mit Arabern und Juden konnte ich mich von der Richtigkeit der Vermutungen Dr. Zbysaewskys überzeugen. Alle drückten die Meinung aus, daß Unruhen in Vorbereitung seien und alle gaben der Meinung Ausdruck, daß die britische Landesregierung nicht nur teilnahmslos zusieht, sondern eine Haltung einnimmt, welche von den Unruhestiftern mit Recht als Ermutigung zu Ausschreitungen gedeutet wird. So wurde die lange vorher angekündigte Urlausreise des High-Commissioner Chancellor, welcher in der kitischesten Zeit das Land auch tatsächlich verlassen bat, als Signal zum Losschlagen betrachtet. Ieh konnte mich überzeugen, wie verlogen und gemein die Politik ist, welche die derzeitige britische Regierung MacDonald in Palästina betreibt. Sie ist nur darauf bedacht, das britische Tagesinteresse zu schützen. Sie ist bar jeder Moral. Alles, was man den Juden im Kriege versprochen hatte, um sich das Wohlwollen gewisser finanzieller und journalistischer Faktoren zu sichern, ist vergessen. Man denkt nicht an ehrliches Festhalten an der Balfour-Deklaration. Aber auch den Arabern gegenüber ist man hinterhältig, verlogen. Ich habe das .Land .gesejhen in seiner Schönheit. Ich bin tie? überzeugt, daß die Juden ihr Ziel erreichen, .„das Land besitzen werden. Nicht die Juden sind die Eindringlinge, eher die Araber. Jetzt kommt der Zionisteakongrefi. Es ist jetzt keine Zeit, prahlerisch von jüdischer Arbeit im Lande zu. sprechen, jeden gekauften Dunam Boden als Eroberung auszuschreien.1 Von der Kongreßtribüne herab, vor aller Welt, sollen die Zionismen gegen < das Verbrechen der derzeitigen britischen Regierung protestieren. Sie sollen aller WeH zeigen, wie gemein man mit dem Rechte des heimatlosen. Märtyrervolkes umspringt. Die jüdische Nation wird im. ihrem Rechte kommen! Der MuÖge August 1929 hat England, hat seine Regierung entehrt Nie hätten die verhetzten arabischen Horden den mörderischen Ausbrach gewagt, wenn die Haltung der Regierung sie nicht ermutigt hätte « 1756—1931 175 Jahre Voigllanderl Eine ganz große Seltenheit in der Pbotoindostrie ist so ein i7Sjahrig«s Jubiläum, denn die Photographie ist ja überhaupt erst vor hundert Jahren erfunden worden. Aber linsen und Objektive und all die Feinmechanik, die dazu gehört; die hat Voigtländer schon lange vorher fitr optische Zwecke gemacht. Und so kommt es, daß die Erfahrungen des Hauses Voigtländer für die Photographie tatsächlich viel älter sind, ab die Photographie selbst. k Interessant ist die Entwicktartg dieses Optiker» Geschlechtes kn Laufe der 17$ Jahre insofern, als sie ungefähr dem Werdegang einer photographischen Kamera entspricht. Der Urahne stellte feinmechanische Präzisionsinstrumente hex, der Großvater optische Lhv sen, der Vater haute das erste Voigtländerinoibfsk a sen, der Vater baute das erste Sur die Photographie be* rechnete Objektiv und die erste VoigtIänder*Kamera, und der Sohn, der Letzte derer von Voigtländer, entwickelte aas den großen, aohaadficben Berufsapparaten, die beute so selbstverständlichen, modernen Voigtländer- AmatemvKameras. Auf dieser planmäßigen. Fortentwicklung von Gene* rztfioa m Generation beruht ja der Erfolg deutscher Wertarbeit, und wenn heute m der ganzen Wek Voigt« lmder=>Kameras und »Objektive gekauft und geschätzt werden» so ist das ein gutes Zeichen für die Weltgeltung deutschen Konnens. Und anch für Sie ein Zeichen, daß Sie für noch so vieles Gek? nichts Besseres bekomme» kSrroen als eine Voigtf&nÖer. Kararzt De Haas Kaiser. Die aftöä^riksh immer wiedea&ehreikiten Gerüchte, wonach sich der in Bad Hall tSitige Kuraret Dr. Hans Kaiser habe taufen lassen, sind vollkommen unwahr und enxJ lediglich Ausdruck einer ff« dittjeneftme HeterraWitmfl fax hie öteten 3$ntaitferib« tteuett ©djtffntantt'Äunbett rntb aöe, M* miriiieb gut unb frilltg laufen wollen, bietet bet „Stamiwr^umuitg^rfairf'' ollct StoteiliMtgett mit enorm fcw&gefefctett greifen für äffe aftu«0en ©ommct=> luateft,fret €kn|on 1931. Znm Beispiel t Crtpe dwocain, pro Meter . . .nur 69 Groschen Wasch-Moussellne, pro Meter . nur 79 Groschen BömbarQ-Seidenröst* (3 bis 10 Meter) bisher S 8.40 bis S 3.90, jetzt.........nur S 1.98 Kunstselden-Cripe-Pointllle, 90 cm breit, mit kleinen Webfehlern, bisher pro Meter Ä a _ S O80, jetzt .............nur S 4.90 Panamau. Leinen-KlÖlder, weiß u. farbig 3 4.90 Plissee-Schoßen, weiß und farbig. . . . . S 6.90 Rote Seidenbrokat-Schlafröcke . . . 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K: ■■■■„■ - - SRobcuftoafet fcrttder H,$auor ffcafte 4S I üdifdie Sport* lind ilililllHllll Tu v nbewegung. Hakoah'Spiele Im Rahmen des internationalen Turniers Räpids trag Hakoah am 28. Juni das erste Spiel gegen den Ligaklub L e g j a (Warschau) aus und mußte sich mit einem 2:2-Ergebnis zufriedengeben. Von den neuverpflichteten Spielern wirkte G r ü n. f e 1 d mit. In guter Form befand sich Fischer, in schwächerer Donnen fei d. Gegen S1 a v i a ^Tschechoslowakei) spielte Hakoah 0 :2. Die Niederläge entsprach nicht dem Spielverlauf. Freitag, den 3. Juli, tritt Hakoah ihre Sommerreise nach Polen an, wo sie 19 Spiele absolvieren wird. Die ersten Spiele finden in Kattowitz und in Bielitz-Biala statt. Sensationeller Sieg tÜasmonens in der Meisterschaft Westmark 16 : 0 geschlagen. In der Meisterschaft der ersten Amateürklasse gelang es Hasmoaeai über den Exmeister Westmark einen Rekordsieg zu feiern. Die jüdische Mannschaft führte ein glänzendes, Spiel vor und wurde von den zahlreich erschienen Zuschauern mit großem Beifall aufgenommen. Die Tore erzielten Schacht (6), Posanner (5), Arm (2), Strohß (2) und Sternbach. Der Berliner Bar-Kochba darf nicht nach England Die Leistungen der jüdischen Sportvereine in allen Disziplinen sind den sogenannten objektiven Sportfunktionären ein Dorn im Äuge'. Ein Beispiel dafür bietet der Fäll des Berh*rier; Bar-Kochba. Die Leichtathleten dieses Vereines zählen zu den besten Deutschlands und ihre Staffelmannschaft hatte erst in letzter Zeit gewaltige Erfolge zu verzeichnen: Der Verein wollte seine Sprinter auf eigene Kosten zu 'den englischen Meisterschaften entsenden und für die 4 mal 100-Meter-Staffel melden. Der Berliner Verband erklärte sich zwar damit einverstanden, verlangte aber, daß Bar-Kochba neuerdings einen Nachweis über die Form'seiner Athleten erbringe. Die Bar- KoKochba-Athleten liefen bei dem K,lubkampf gegen den Berliner Sportklub in einer 4 mal 100-Meter-Staffel in einer Zeit von 42,7, eine Zeit, die von den deutschen Mannschaften nicht tiberboten wurde. Nun erklärte plötzlich der Deutsche Sportverband, daß die Expedition des Bar-Kochba wegen sportlicher Bedenken unmöglich sei Dieme merkwürdige Entscheidung hat in der deutschen Sportpreese Entrüstung hervorgerufen, da man es für eine große Ungerechtigkeit empfindet, die AtMctcflh sarf diese Art zu benachteiligen. Hasmonea—Metall um. Sonntag, den 5. Juri, k Uhr, auf dem Elektra-Sportplatz (Endstation A, Ak) Meisterschaftsspiel Hasmonea gegen Metallura. Hasmonea hat durch ihren 16:0-Sieg über Westmark ihre Spielstarke bewiesen. Hasmonea veranstaltet Samstag, den 4. d., ttm halb 9 Uhr abends am Konstantinhügel, Prater-Hauptallee, ein großes Gartenfest mit Akademie unter Mitwirkung erstklassiger K u n s tkräfte. Entree S 2.50. Programm des Gartenfestes der „Hasmonea". Samstag, den 4. Juli, Yi9 Uhr abends, am Konstantin* hügel, IL, Prater*Hauptallee. Mitwirkende: Helene Lion, Else Kaufmann, Igor C o r i n, Josef Horn. Confef en« cier: Friedrich Deutsch. Jazzmusik „Melody Players". Tanz im Freien bei feenhafter Beleuchtung. In der Wasserballmeisterschaft gelang es Hakoah, gegen Austria einen 5 : i-Sieg zu feiern. Die Tore erzielten Maier (2), Rosenblatt (2) und Beck. Das Reservespiel wurde nicht ausgetragen, da die Austria nur fünf Leute zur Stelle hatte, und der Sieg wurde daher der Hakoah mit 3 : 0 zugesprochen. Bei den Leichtathletik-Juniorenmeisterschaften konnte der Hakoah-Nachwuchs glänzend abschneiden. So besetzte M a y im Hochsprung den zweiten Platz, in der Staffel über 4 mal 1500 Meter blieb die Hakoah-Staffel ebenfalls Zweite. Die Staffel 800, 200, 400 Meter gewann Hakoah vor Rapid und W. A. C. Kerr, der ehemalige Hakoffh-Spieler, wurde als Trainer für den F. C. Mühlhausen verpflichtet. Die Hakoah-Hockeymannschaft siegte in einem Freundschaftsspiel gegen den. Budapester Hockeyklub 6:0. Die Tore erzielten Ullmann (3), Fluß (2) und Keßler. Makkabi XV. Am Donnerstag, den 25. Juni, fand eine außerordentliche Generalversammlung des Jüdischen Turnvereines Makkabi XV statt (mit der Tagesordnung der Zusammenlegung der Turnvereine Wiens), in welcher beschlossen wurde, diesem Vorschlag zuzustimmen. Zollgebühren in Palästina Die EinwanderungÄaibteihing der Zionistischen Exekutive in .Jerusalem macht in einem Rundschreiben an die Palästina-Aemter neuerdings darauf, aufmerksam, daß nur Palästtna-Einwia.ndc:rer (und nicht Touristen und Heimkehrer) von der Zollentrichtung für Gegenstände, die sie für ihren eigenen Bedarf mit sich führen, befreit sind; jedoch sind neue. Sachen, die zu Geschenkzwecken für Verwandte usw. ins Land gebracht werden, nach dem Gesetz zollpflichtig. . Viele Palästina-Fahrer unterlassen es, die für Verwandte n>itgebrachten Gegenstände bei den Zollbeamten anzumelden und werden deshalb mit einer Geldstrafe belegt; außerdem werden ihnen diese Gegenstände konfisziert. . •■■ ■ . Den. Palästina-Reisenden, insbesondere den Heimkehrern, wird daher dringend empfohlen, nach ihrem Eintreffen im Lande den Zollbeamten von den in ihrem Besitz befindlichen neuen Gegenständen Mitteilung zu machen, um der Strafe zu entgehen. * Für Fräulein Sara Frenke 1, Wien, 16 Jahre alt, deren Wobnuingsadrease nicht eruiert werden kann, ist eine Einreiseerlaubnis für Palästina eingelangt. Nähere Auskünfte beim Palästina-Amt, Wiien, U Kärntnerstraße 28. (Telephon R-27-4-86.) Neue moderne Maturaschule. Ferialkurse. Im Zentrum der Stadt, am Freiheitsplatz Nr. 14 (nächst der Universität), ist eine neue Ma t ura sdiu le eröffnet worden. Die Schule verfügt über modern ausgestattete Räume, der Unterricht wird ausschließlich von geprüften, tüchtigen, staatlich angestellten Professoren erteil! Für jene Externisten, die im Herbsttermin dieses Jahres sich der Reifeprüfung unterziehen, werden ab 7. JuM besondere Ferialküirse einrichtet. Wie wir erfahren, gehört der Direktion und dem Lehrkörper dieser Anstalt der bekannte klassische Philologe Gymnasialprofessoi Dr. H. Glaser an. Im übrigen verweisen wir auf den Inseratenteil unseres Blattes. Vereinsnadiriditen« Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend. Wochenprogramm: Samstag, 8 Uhr abendis: Herzl-Gedenkfeder im „Herzl-SaaT* des Ve>rbandsheims, IL, Untere Augartenstraße 38. Gedenkrede: Dr. N. Samonsky. Gäste willkommen! Regiebeitrag. — Sonntag, 8 Uhr früh: Wanderung. — Montag, halb 8 Uhr abends: Mandoilinenkws; 8 Uhr: Hebräische Sichah. — Dienstag, 8 Uhr abends: Sichoth der Kwuzoth: Dror, Hagibor. — Mittwoch, 7 Uhr: Sichah der Kwuzah „Dmai"; halb 8 Uhr: Sichah der Kwuzah Deborah, Mädchenkwuzah. Histadruth Iwrith, IL, Kleine Mohrengasse 3. Wegen den Sommerferien findet Samstag, den 4. Juli, halb 9 Uhr abends, die Schluß Versammlung dieses Jahres statt. Es werden sprechen die Chawerim, Prof. Jona G e- 1 e r n t e r, Sch. K a m i 1. Nach der Versammlung Ausschußsitzung. Talmud'Thora*Verein für den 4, und 5. Bezirk, Wiedner Hauptstraße 83. Am Sonntag, den 5. Juli 1. J., punkt 10 Uhr vormittags findet in unserem Lokale, Wied« ner Hauptstraße 130 (Eingang Ramperstorffergasse), die öffentliche Schlußprüfung statt. Vorher spricht der Lehrer unserer Schule, Herr Arie Frankel, über das Thema: „Die jüdische Schule einst und jetzt." Jedem wird Gelegenheit geboten, unsere Schule, ra der unserer Jugend unentgeltlich jüdisches Wissen vermittelt wird, kennenzulernen.