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Die neue Welt · 1931-07-03 · Heft 198 (3.7.1931) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 198 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Bettt i ME nhh treu Nt. m EISSCHRANKE Mark« „FHaofor**, ««»sparend, elfjen« Erzeugung, ZaMungl- * erle!cht<rung ILPHORA" I. Domlnlkanarbaatel Nr. 2&. Telephon R.24-4-1B Bemerkungen Eine lustige Keren - Hajessod - Karte. Der Keren Hajessod hat kürzlich eine Palästina-Landkarte in 800.000 Exemplaren herausgegeben. Zu Propagandazwecken natürlich. Und da wir nun einmal Pech haben, hält anscheinend das Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem nicht viel von Tozereth Haarez. Es hat die Karte in der schönen Schweiz herstellen lassen, weil es nicht darüber informiert ist, daß es in Erez Israel erstklassige Kunstdruckereien und lithographische Anstalten gibt. Pech! Wenn man Pech hat, hat man es ganz. Es ist eine schöne Karte, man findet darauf grüne und graue und braune Flecke, allerlei Seen und Flüflchen und sogar einige Städte. Nur eine einzige nicht: die jüdische Stadt Tel-Awiw. Es ist eine Karte des Keren Hajessod. Pech! Und dos Pech ist nicht mehr aufzuhalten. Auf dieser Keren-Hajessod-Karte ist Palfistina zusammen mit r Syrien, Hedschas, Irak, Aegypten, Tunis, Marokko als „Länder arabischer Umgangssprache" von einem dicken, cTunkelgelben Streifen' umrandet. . Ja, was ist denn geschehen? Ist der heißersehnte panarabische Staatenbund schon da? Sitzt im Büro des Jerusalemer Keren Hajessod immer noch der jüdische Panaraber, Panislamit, Panasiate, Brith Schalom-Mensch und Binationalist aus der Prager Zionistenschule Hans Kohn? Oder ist nur sein Geist dort zurückgeblieben? Eine lustige Karte und eine lustige Propaganda. Sozialdemokratische Verlegenheit. „Die Neue Welt" hat in ihrer letzten Nummer festgestellt, daß sich auf einer Bankbeamtenversammlung der Sozialdemokrat Dr. Walitzer und der Ghristlichsoziale Dr. Drexel verbrüdert haben: gefunden im gemein-r samen Wunsch, die Creditanstaltskrise zum Abbau nur der jüdischen Angestellten zu benützen. Der „Arbeiter-Zeitung" „schreibt man" nun ein eine Erwiderung sein sollendes Gestammel, aus dem nur eine s zu ersehen ist, daß wir recht hatten. So wenig nämlich weiß die Erwiderung zu erwidern; . Peinlich ist ja die Angelegenheit. Aber di&i Herren der „Arbeiter-Zeitung" rechnen wieder einmal1 mit der Kurzsichtigkeit der jüdischen Bankbeamten, die sich zwar von ihnen aus der Creditanstalt hinauswerfen lassen, aber bei nächster Gelegenheit brav zur Wahl für die Herren Sozialdemokraten antreten werden. Die Lage m Polen Numerus clausus Warschau, 29. Juni. (J. T. A.) Der „riajnt" erklärt, daß trotz aller Behauptungen seitens der Regierung, daß es in Polen einen Numerus clausus nicht , gibt, in der Wirklichkeit der Numerus clausus, gegen Juden schon auf den Gymnasien in voller Wirksamkeit ist. Die Rektoren der städtischen Gymnasien in Warschau haben jüdischen Eltern ganz offen erklärt, sie seien niebi in der Lage, ihre Kinder in die Schule aufzunehmen oder sie auch nur zur Prüfung zuzulassen, da sie Weisung von der übergeordneten Behörde erhalten haben, nie mehr als vier jüdische Schüler, d. h. 10 Prozent der Gesamtschülersebaft, in eine-Klasse aufzunehmen,1 Die antijüdischen Exzesse in Zloczow Warschau, 29. Juni. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit den anti judischen Exzessen in Zloczow am 4. Juni d. J., die den Charakter eines Pogroms getragen haben, indem die gesamte jüdische Bevölkerung von Huliganbanden terrorisiert, in fast allen von Juden bewohnten Häusern die Fensterscheiben ausgeschlagen wurden und zahlreiche jüdische Einwohner, auch Frauen und Kinder, blutig geschlagen wurden, fand soeben die erste Gerichtsverhandlung statt. Angeklagt waren aber nicht die Urheber oder die Teilnehmer an den Exzessen, sondern das jüdische Mitglied des Stadtrates Motel Markowiez, der behauptet hatte, daß der Volksschullehrer Järmicki es war, der die Schüsse auf die jüdische Frau: Normann abgegeben hat, durch' die die Frau schwer verletzt wurde. Der Angeklagte Markowicz forderte, daß der Prozeß bis nach der Verhandlung gegen die Teilnehmer an den Ex- Herzl-Gedenkfeier — Vereinigung der sfanfatisdi'demofegatfadien Jugend Samstag, den 4. Juli, findet um 8 Uhr abends im „Heizl- Saale" de« Verbandsheimes, II, Uni«e Augartenstraße 38, die diesjährige HERZL'GEDENKFEIER statt, Die Gedenkrede hält Dr. Nah um Saniousky. Weitere* Programm: Chor «na Rezitationen, mammmmmmm Regiebeitrag 50 droschen sssassssmKs Die tobsuditig gewordene Bürokratie Von Jerusalem über London bis Wien Die zionistische Exekutive schickt regelmäßig In* formationsberichte au«, die zum Teil auch Exzerpte aus der zionistischen Presse enthalten. Pressestimmen also. Sie ist zwar als offizielle Stelle zu kommentarloser Wiedergabe verpflichtet und zu einer Auswahl, die allen Meinungen innerhalb der Organisation gerecht wird. Und wenn sie bisweilen die der offiziellen Leitung nicht ab« träglichen, ja sogar stark entgegenkommenden Presse« äuBerungen vorzieht, so wollen wir ihr darob nicht gram sein. Menschliche Schwäche, nichts weiter. Aber manchmal erliegt sie1 geradezu dieser Schwäche. Sic hat jüngst unter ihren Pressestimmen den Artikel eitles Herrn J. Lufban aus dem palästinensischen „Hapoel Hazair , versendet, dem Orgark der verflossenen palästinerBischen Hitachduth, jtfhes einst' selbständigen Arbeiterflügels, der sein Kleinbourgeolsitum in einem bunten Gemisch von Geistesjüdeütum und Anarcho* Kommunismus zu ertränken versuchte. Herr Lufban, vielleicht sonst eine sanfte Taube, wird, da er auf die Oppo* sition gegen Weizntann zu sprechen kommt, zum Torea« dor, der sich selbst das rote Tuch vorhält. Er haut zu. „Da ist zunächst die niedrigst© Sorte von Markt« schreiertum und Heuchelei i die Opposition der Revisio» nisten und ihres Schlages . . . Erbschleicher und Testa« ment8fälscher . . . schimpflich.. und verleumderisch . . . leere Köpfe ... verächtliche Krittelei . . ." ■ Das sind die zahmen Ausdrücke dieses Gentleman, die die Exekutive für so wichtig und nachahmutlgswert hält, daß sie sie der zionistischen Oeffentlichkeit ins Deutsche übersetzt. Sie tut noch ein Uebriges. Sie soll zwar, wie ge» sagt, nicht kommentieren, aber, wie gesagt, menschliche Schwäche: Sie nennt diesen Sqhaum eines irrsinnigen Gekeifes einen —„geistreichen Artikel'-. Die Bulletins der-Exekutive werden aus zionistischem Geld kezahlt... Der beamtete Uebersetzer und Aussender hat in Wien einen sympathischen Kollegen. Der gute Mann heißt Jakob Singer, ist ebenfalls zionistischer Beamter, der zionistische Blätter mit Ware für Makulatur versieht. Jakob Singer heißt er in der Kärntner st raße.in den zionistischen Büros; in der Linken Wienzeile, in den Räumen der Wiener „Arbeiterzeitung" heißt er Jakob Sonntag. Man kennt zur Genüge die Haltung des sozial* demokratischen Blattes zum Zionismus. Man weiß, wie dort die Getauften und Halbgetauften über zionistische Dinge berichten — nämlich ganz im Sinne "unseres Singer« Sonntag, des zionistischen Beamten von der Kärntner« Straße. Der junge Mann schreibt unter dem Titel „Zionis stenkongreß und jüdische Arbeiterschaft'* höchst erbauliche Dinge. Er informiert die,nichtjüdische Oeffentlich« keit über die blutigen Ereignisse voti 1929 und meint: „Sie sind unmittelbar auf die sowohl Von arabischer Seite als auch vom f asciiist i-sc'h »klerikalen Flügel der jüdischen Bevölkerung stark aufgebauschte Klagemaueraffäre zurückzuführen." Er erzählt, daß die jüdischen „Faschisten (und Klerikalen" in Palästina ein treues Bündnis geschlossen haben; um die Arbeiterschaft zu unterdrücken und niederzuhalten, daß sie zu diesem Zwecke „blutige Angriffe" provozieren. Und Aelmliches mehr, , Die „Arbeiterzeitung" druckt diese antizionistischen, ja nahezu antisemitischen Verleumdungen und Denun« ziationen mit Wohlbehagen ab. ]Und Herr Singer*Sonntag (der Leser wird, wenn. er Psychologe ist, jetzt vers stehen, warum unser Singer für die „Arbeiter«Zeitung" das Pseudonym „Sonntag" und ' nicht „Samstag" wählte) sitzt weiter in der Kärntnerstraße; bezahlt aus zionistischem Geld . . . Tobsüchtig gewordene zionistische, Bürokratie! zessen verschöben werde, ferner machte er 19 Zeugen namhaft, die bekunden sollten,1 daß Lehrer Jarmicki die Schüsse abgegeben hat. Das Gericht/ lehnte den Vertagungsantrag ab und schickte Polizeileute aus, um die namhaft gemachten Zeugen vor- Gericht zu bringen. Die Zeugen lehnten es aber ab, sich vorführen zu lassen, woraufhin das Gericht jeden mit einer Geldstrafe belegte. Markowicz beantragte nochmals Vertagung der Verhandlung, und als dieser Antrag abgelehnt wurde, verließ er den QeTicht?sa^l., Pas Gericht verurteilte ihn in seiner Abwesenheit zu vier Wochen Gefängnis. Die an der Wiener ■;« Im Zusammenhang mit den Unruhen der haken« kreuzlerijSchen Studenten an der Wiener Universität fand Samstag, den 27. Juni, im Hotel Post eine Massenver* Sammlung statt, die vom Jüdischen Hochschulausschuß einberufen worden war. Die imposante Protestkundgebung eröffnete der Präsident des Jüdischen Hoch* schulausschusses, Desider W e i ß, der seine Kollegen zur Reorganisation des studentischen Selbstschutzes anregte und insbesondere der unter der jüdischen Studenten* schaft herrschenden Entrüstung |geg;en das Verhalten der Universitätsbehörden und der jüdischen Universitäts« lehrer während des feigen Hakenkreuzlerüberfalles Aus* druck gab. Für die Studentenschaft sprach in würdiger Haltung Dr. Willy Perl, für das zionistische Landes* Komitee Dr. Oskar Grünbaum. Tiefen Eindruck machten die Ausführungen des Oberrabbiners Dr, David. Feucht w an g. Für die Alte*Herren*Verbände sprach Dr, Paul Stern, für die Israelitische Kultusgemeinde Vizepräsident Dr. Löwenherz. Die Versammlung, die mit der Absingung der „Hatjkwa" schloß, nahm folgende Resolutionen an: Gegen den Hakenkreu^lertcrror „Die versammelten jüdischen Bürger und jüdi* sehen Studenten Wiens protestieren energisch gegen die barbarischen Uüberfalle auf jüdische Studenten, die von den antisemitischen Banden blutiggeschlagen wurden. Die jüdische Studentenschaft und die Juden Wiens werden sich in Zukunft gegen In Heiratsangelegenheiteii wenden Sie sich mit Vertrauen an M. L Schlesinger, Wien, II., Gr. Mohrengasse 28/27 Seriös, diskret, Beziehungen zu den besten Kreisen. solche Ueberfälle zu wehren wissen. Einstimmiger Be* Schluß: Tretet einmütig für die Ehre der jüdischen Stu* dentenschaft ein, die ja die Ehre des ganzen jüdischen Volkes ist! Verlanget Genugtuung für die erlittenen moralischen Schäden! Die jüdischen Bürger Wiens stehen geschlossen hinter der jüdischen Studentenschaft." Für den Ausbau der hebräischen Universität „Die am 27. Juni 1931 im Hotel Post in Wien an* läßlich einer Protestversammlung gegen die antisemi« tischen Vorfälle an den Wiener Hochschulen an* wesenden jüdischen Bürger und jüdischen Studenten Wiens fordern die Umwandlung der Universität in Jerusalem in ein Lehrinstitut, das befähigt ist, die jüdischen Studenten wie an europäischen Hoch» schulen auszubilden und ihnen akademischen Grad _ zu verleihen. Ebenso verlangen sie die Erhaltung und Aus* gestaltung des Technikums in Haifa als Technische Hochschule, die geeignet ist, Ingenieure vollkommen auä* zubilden. Die verfolgte jüdische Studentenschaft des »Galuth muß in Erez Israel Hochschulen haben, wo sie frei und ungehindert auf Heimatboden studieren und die Grundlage für ihre Zukunft sich zu verschaffen in der Lage ist." Da§ Jugenddezernat de* Wizo Vor der 6. Bundestagung des Kontinentalbundes Zionistischer Mädchenvereinigungen. Wir erhalten folgenden Bericht: Wiederum ist ein Jahr vergangen, der Kontinental* bund Zionistischer Mädchenvereinigungen — Jugenddezernat der Wizo — steht vor dem diesjährigen, sechsten Bundestag. Der Kontinentalbund bildet seit dem Sommer 1930 das Jugenddezernat der Wizo und hat als solches eine besondere Aufgabe zu erfüllen. Denn es ist wichtig, die weibliche Jugend, die, ohne politische Bindungen einzugehen, für Erez Israel im Sinne jüdi* scher Wiedergeburt arbeiten will, zusammenzufassen und ihr die Wege der Arbeit zu weisen. Die Mädchengruppen, die im Kontinentalbund vereinigt sind und zionistische Erziehung genießen, sollen sich später mit vollem Be* wußtsein der Tragweite ihrer Tätigkeit, der Arbeit für Palästina widmen. Die Hachscharah*Bewegung, die bei den Mädchen des Bundes erst vor kurzer Zeit entstand,'' machte im abgelaufenen Jahre bedeutende Fortschritte,- wird aber durch die gegenwärtigen politischen Verhält« nisse in der zionistischen Bewegung unterbunden. Eine Anzahl von Mädchen, die Hachscharah gemacht habeni und denen Zertifikate zugesichert worden waren, haben durch die Zurückziehung der Zertifikate die Aussicht auf eine baldige Alijah verloren und warten, ohne zu wissen, -wie länge die Wartezeit dauern wird. < Der diesjährige Bundestag findet in der Hohen Tatra, in Strbske Plesö, statt Die Delegierte des Kon» tinentalbundes, Dr. Henny Lichtenstein*Rappa* pprt aus Wien, wird in der Wizo-Konferenz in einem eingehenden Referat über die geleistete Arbeit berichten und die Förderung der Mädchenarbeit durch die InstW tutionen der Frauenorganisation zur Behandlung bringen. Die sechste' Bundestagung, welche Sonntag, den 12. Juli, ihren Anfang nimmt, wird eine große Anzahl von Dele* gierten der Mädchenpruppen in der Tatra vereinigen. An der Mädchenarbeit interessierte Freundinnen und Freunde sind willkommene Gäste. 10.000 Unterschriften^ jüdischer Studenten Wie wir beredt* berichteten, hat der revisionistische Studentenlclub Oesterreichs mit der Organisierung einer Massenpetition an die zuständigen zionistischen Behörden um Umwandlung der h eh r ä i s ph cn Universität in eine Lehranstalt begonnen. Ununterbrochen treffen aus dem Ausland zahlreiche Sympathiekundgebungen und Ansuchen um Übermittlung von Unterschriftßbogen ein. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß . die Bogen zur Einholung der Unterschriften im Revisionistischen Studenteiiklub, Wien, II.; Obere Donaustraße 101/103, zu bestellen oder zu beheben sind. »iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiim 3 3 Ferlalkurse 3 . Hir | Externisten-Matura 1 3 an sämtlichen Mittelschulen im Herbst- 3 | termin 1931. Eröffnung am 7. Juli. Vor- § bereitung zi* Wiederholung*», 3 Nachtrags- und Aufnahmsprüfungen für 3 alle Klassen der Mittelschulen. Nach- 1 mlttagsbeschfiftlgiing für Mittel- 3 schüler. Geprüfte aktive Mittelschul- | Professoren mit großer Erfahrung. Be- s queme, den modernen Anforderungen 5 3 ' entsprechende Schulräume 3 | Mäßiges Honorar 3 3 Schulbehördlich genehmigtes Lehrinstitut „Universum", 3 3 IX, Freiheitsplatz H, Mezzanin. (Neben dem Votivpark). 5 Tel. B-49-2-63. Sprechstunden von 12-1 und 4-7 3 g oder jederzeit nach telephonischer Vereinbarung s ^lllDHIIIIIIIIIIIIPIIIIHIIIIIIIIUIfllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINIIII^

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