Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 196 (19.6.1931)
- Date
- 1931-06-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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ofß mm welt ' Seife 5 EISSCHRANKE Marke „FrlfOfO***, t!e«parend, eigene Erzeugung, Zahlungserleichterung „ELPNORA«' I. DomiHlfcaiiWttaatel Nr. 92, Telephon R44-4-16 den Charakter der Mauer als historisches Denkmal wird die Palästina Verwaltung mit ihrer Erhaltung betraut. . Kein jüdischer Einspruch Wj« d.ie Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, traten fladi der Veröffentlichung des Berichtes der IQagemauer-Kommissioin die Exekutive der Jewish Agency, die Leitung der Agudas Jisrael und das Raihbinei zu einer gern einsamen Sitzung zusammen. In der Sitzung wurde zunächst zum Ausdruck gebracht, daß die Vorschläge der Klagemauer-Kcmimission die jüdischen Ansprüche nicht ganz befriedigen und daß daher für die Juden kein Anlaß bestehe, sidi über den Bericht der Klagemauer-Kommission zu freuen. Insbesondere stellt das Verbot, Thorarollen an Sabbat zur Klagemauer au bringen, eine schwere Enttäuschung für die Juden dar. Des weiteren aiber wurde festiges teilt, daß ein Appell gegen das Verdikt der Klageanauer-Kommission nicht möglich sei. Von jüdischer Seite wird daher die Entscheidung der Klaigeanauer-Kommißsion akzeptiert. Blätterstimmen 1 Die Londoner „Times" sprechen die Meinung aus, daß die große Mehrheit der Völkerbundstaaten den Bericht endgültig annehmen wird. Es sei jedoch möglich, daß die persische Regierung ound die arabischem Staaten, welche in Kürze zur Mitgliedschaft des Völkerbundes zugelassen sein würden, den Spruch der Komimission zurückweisen werden. Die moslemischen Vertreter haben nämlich erklärt, sie könnten das Urteil einer niditmoslemdschen Körperschaft ütber ein moslemisches Heiligtum nicht anerkennen. In einem Leitartikel de* „Manchester Guard i a nM wird darauf hingewiesen, daß die Entscheidungen der Klagemaiuer-Kommission größtenteils zugunsten der Moslem« ausgefallen sind. Die Lage sei jedoch kaum ermutigend. Die Moslems halben schon ..vor dem Erscheinen des Berichts der Kommission sich geweigert, seine ReA'tevertbind'Hchkeit anzuerkennen. Der Genfer Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" meldet, daß die ganz überraschende Verfügung des Oberkommissärs für Palästina, der den Entscheid der Klagemauer-Kommission sofort in Kraft gesetzt habe, gerade am dem Augenblick, als in Genf die Mandatskonirnission des Völkerbund es zusammengetreten ist, vielfach mit einigem. Staunen aufgenommen worden i»t. Der Korrespomdemt meint, die englische, Regierung, habe sich beeilt, eine vollendete Tatsache zu schaffen, da sie wußte, daß der Entscheid beide Teile apehr oder weniger enttäuschen werde. Das schließe jedoch nich t a us, daß. trotzdem von der einen oder anderen Seite dagegen beim Volkerbuoid noch protestiert wird. Die Rechtslage der Juden in Italien. — Faschismus und Judenfrage, — Interview mit dem italienischen Justizminister Rom, 14. Juni. (J. T. A.) Der italienische Justiz- und Kultusminister Alfredo R o c c o,. der bekannte Theoretiker des Faschismus, hat in einem dem JTA-Vertreter in Rom Dr. Ed. D. Kleinlerer gewährten Interview die rechtliche Lage der Juden in Italien umrissen und bemerkenswerte Aeußerungen über die Stellung des Faschismus zur Judenfrage und sein Verhältnis 2U den das Rassenprinzip betonenden „faschistischen" Bewegungen des Auslandes gemacht. Im Verlauf des Gesprächs erklärte Minister Rocco, die moralische und allgemeine Lage des italienischen Judentums habe sich nach dem Abschluß des Konkordats mit dem Vatikan bedeutend verbessert. Die italienischen Juden hätten Rechte erhalten, die sie bis dahin nicht besaßen. Unter anderm wird nunmehr die Zivilrecht- Iiche Gültigkeit der vor dem Rabbiner geschlossenen Ehen anerkannt. Das von der faschistischen Regierung ausgearbeitete und vor einiger Zeit in Kraft gesetzte Statut, durch das Bestand und Tätigkeit der jüdischen Gemeinden Italiens geregelt wird, werde dazu beitragen, das italienische Judentum noch mehr zu konsolidieren. Dieses Statut habe denn auch die volle Anerkennung der jüdischen Kreise gefunden und sei von ihnen mit Dankbarkeit aufgenommen worden. Nach dem Abschluß des Konkordats wurde ein Spezialgesetz erlassen, durch das die volle Religionsfreiheit für die nichtkatholischen Bekenntnisse in 11 a 1 i en anerkannt wird. Alle diese Bekenntnisse besitzen das Recht freier und öffentlicher Religionsübung, ihre Anhänger werden zu allen administrativen und politischen Stellungen zugelassen. Mit besonderem Nachdruck betonte Minister Rocco, daß die Möglichkeit der Erlangung aller staatlichen Posten für die Angehörigen der nichtkatholischen Konfessionen in Italien nicht bloß auf dem Papier stehe, daß sie nicht nur theoretisch, sondern auch in Wirklichkeit vorhanden sei. Hohe richterliche Stellungen werden in Italien von Juden bekleidet, so z, B. sind der Generalstaatsanwalt der Provinz Bari, Leopoldi M u g g i a, und der erste Vorsitzende des höchsten Appellationsgerichtes in Ancona, Raffaelo D'Ancona, Juden. Audi viele Lehrstühle der Universitäten sind mit Juden besetzt. .., Weiters erwähnte Minister Rocco, der Professor für Handelsrecht an der Universität Rom ist, daß das Handelsrecht in Italien eine große Zahl wissenschaftlicher Vertreter besitzt, die Juden 6*nd. Einige von diesen gelten als die hervorragendsten Autoritäten auf diesem Gebiet. Auch die vor einiger Zeit, eingesetzte Regierungskommission zur Habilitierung .von Universitätsdozenten habe fast.ausschließlich aus jüdischen U n i v e r s i t ä t s p. r o f e s s o r e n verschiedener Universitäten bestanden. Einem der jüdischen Mitglieder dieser Kommission, Prof. Cesare Vivante, einem der bedeutendsten Theoretiker auf dem Gebiet des italienischen Handelsrechtes, seien vor kurzem anläßlich seines Scheidens aus dem Lehramt große .Ehrungen seitens der Universität Rom zuteil geworden. Bei der zu seinen Ehren veranstalteten Feier.war auch die italienische Regierun I; offiziell vertreten. *, ' :,. .; <. Symptomatisch sei der große Anteil der Juden 1 an der italienischen Armee, in der sie' die höchsten Stellungen erreicht haben. 'Die jüdischen Generäle Liuzzi, Segre und Fug liese seien hervorragende Theoretiker der Strategie und Taktik. Auf eine Frage des JTA-Vertreters bezüglich der Stellung des Faschismus zu analogen Bewegungen im Ausland und zu Bewegungen, die sich splbstj als faschistisch...bezeichnen und gleichzeitig das Rassenprinzip stark betonen, erklärte Minister Rocco, in Italien gebe es kein,..R,assenptoblem. Italien .sei von jeher ein Land gewesen, in dem sich verschiedene Völker und Rassen mischten. Kulturell sei die Vermischung der verschiedenen Rassen in''Italien vollständig durchgeführt. Der Faschismus stütze sich als nationale Bewegung nicht auf Rassenvorurteile. In dieser Beziehung unterscheide er sich vollkommen vom Hitlerismus. Zur Frage des Schulwesens in Italien übergehend, r*T. reo wies Minister Rocco darauf hin, daß die jüdischen Elementarschulen in Italien den anderen Schulen völlig gleichgestellt sind. Er selbst habe veranlaßt, daß den jüdischen Schulen das Recht zuerkannt wurde, eigene, den Bedürfnissen der jüdischen Schuljugend angepaßte Ausgaben der italienischen Elementarsollullehrbücher 2U veranstalten. Demonstrationen gegen ein Fußballmatch in Jerusalem am Sabbat — 12 Agudisten verhaftet Jerusalem, 12. Juni. (J. T. A.) Am Sonnabend, den 6. Juni, fanden auf dem Makkabi-Sportplatz in Jerusalem stürmische Demonstrationen orthodoxer Juden gegen die Veranstaltung eines Fußballmatches durch zwei jüdische Teams am Sabbat statt. Dös Wettspiel war von tausenden Personen, teils Anhängern der spielenden Mannschaften; teils orthodoxen Gegnern, besucht. Unmittelbar nach Beginn des Wettspiels setzten Protestrufegegen die von den Demonstranten als Entweihung des Sabbats empfundene Abhaltung des Spiels ein. Etwa 300 Demonstranten waren ins Spielfeld eingedrungen, wurden jedoch. von der Polizei entfernt. Als dann von einer Anzahl Demonstranten Steine in das Spielfeld geschleudert wurden und ein britischer Polizist durch einen Steinwurf verletzt worden war, ging die Polizei mit dem Gummiknüppel gegen die Demonstranten vor, von denen zwölf, alle Mitglieder der orthodoxen Organisation Ag<uda,s Jdsroel, verhaftet wurden. Das Wettspiel konnte schließlich zu Ende, geführt werden. Ein §dheIhammer;BiIasseiiIos gewinnt nun wieder den eisten Haupttreffer der IL Klasse Bei den am. 16. ,uod 17. Juni stattgefundenen Zie* hungert der IL Klasse der 25: Klassenlötterie entfiel sowohl der erste Haupttreffer'von S 60.000, welcher mit dem Los Nr; 36927,. als auch der dritte Haupttreffer von S lo.oooj der mit dem Los, Nr.. 29361 gewonnen wurde», auf Los«"* welche vom . Bankhause Sdielhammer & Sdiattera Wien, L, Stephansplatz Nr. 11, verkauft wurden, Auch bei ..der.. I. Klasse; im.-Vormonat-...$$#$1, der erste' und dritte Haupttreffer auf Schelhämmer* Lose. '', . '';' \Jl „■_ ',' E;!?-•«. •/ jvv .')-.;'••>'. . j •.•••••<> -:,:x-r'r. **a :J^-Wfc«hj. Das antisemitische. JCe^eltreajbe^ gegen, d,en deut- , sehen Tennismeister Daniel Prenn. Berlin, 14. Juni. 0. T. A.) Seit längerer Zeit befaßt sich die Tages« und die Sportpresse eingehend' mit. dem Fall des Deutschland*Meisters im Tennisspprt Daniel Prenn, der für das deutsche Sportansehen auch auf internationalem Gebiete hervorragend gewirkt hat, dem aber vor einigen Monaten der Deutsche Tennisbund das Auftreten in deutschen und internationalen Tournieren bis zur Erledigung seines Prozesses gegen die Tennis* Schlägerfabrik Ha mm er. untersagt hat. Das „Berliner Tageblatt" widmet dem Faß Prenn außerhalb des Sportteils einen längeren Aufsatz, der dio Üeberschrift „Totengräber des Tennissports" trägt und in welchem ausgeführt wird: Was hat Prenn getan? Nicht mehr und nicht we* niger, als die meisten der großen- Tennisa spieler — sich nach einer Verbindung mit der Sport* artikelindustrie umgesehen. Auch auslandische Industrielle ^tLWLX A mm amamimmmm ^MBM veranstaltet vom Jüdischen Hochschulausschuß, Donnerstag, den 25. Juni 1951, lh8 Uhr ^^^m B^™^^^^^^~ IllBkH ^L^^^L% abends, im CafeVRestaurant Türkensohanzpark, XVIII., Hasenauerstraße 52 (Endstation 40er- ■ M M ■ BBB ^^LH ■■■I H Wagen). Karten u S 3.50, Studentenkarten S 2.50 erhältlich im Jüdischen Hochschulaaissclraß, mjAA B^T ■ B^B ■ IX., Zimmermannplatz 8, Tel A-25-2-28, Bücherstube Prof. M. Rath, IL, Tahorstraße 20 a, und ^In^^BI^^ ■' H ■ H B^r ■ kei den Portiers der Hochschulen. Reinerträgnis zugunsten der Fürsorgeinstitutionen des w im^m^ mm -mm mm mmmam mmw mw ■ „ , ■ ......' ,■.....Jüdischen Hochschmlausschusse........■■ n . ...... nist? Worüber spricht er mit dir? Ueber Rüben, Eier* legen, Blumen. Blumen gar. Ein Stübchen mit Löchern. Aus Brettern aufge* schlagen und mit Kannenblech geflickt, und auch das ist mit Blumen umpflanzt. Und auch die Kinder haben zu tun, mit Bäumchen und Blümchen. Jede Blume hat bei ihnen einen besonderen Namen. Und ich hab' gar nicht gewußt, daß jede Blume einen eigenen Namen hat. Blumen und Blumen. Und hier ist jedes Kind Fachmann in Blumen. Genau so, wie bei uns ein Mädchen sich klar auskennt in den Namen der Filmstars. Wirklich verrückt I Er ist im allgemeinen ein sonderbarer Mensch, der Kolonist hier. Kein höflicher und kein zarter Geselle. Kommt zu ihm einer von uns, ein Intelligenzler, so lädt er ihn statt in den Salon zwecks eines 'Gesprächs über Theater und Kino gar in den Stall. In einen gewöhnlichen Viehstall oder Pferdestall oder in die Hühnersteige. Das pflegte mich anfangs zu verdrießen. Was bin ich, ein Pferd oder ein Vieh, daß du mich deinen Pferden und Rindern vorstellst? Eine andere Gesellschaft hast du nicht für mich? Aber bald legst du den Verdruß ab, überzeugst dich, daß der Stall hier eine große Rolle spielt. Er ist ein sehr ehrbarer Ort, fast wichtiger als der Salon. Manche StIBe sind schöner «od besMr gebaut als ihre Wohnhäuser. Der Kolonist selbst kann in einer Baracke aus Brettern wohnen, der1 Stall aber ist aus Stein gebaut und die Kuh ist keine Kuh schlechtweg, sondern jede mit einem Namen, so daß du einfach hingehen müßtest, ihr den Namen einer Gnädigen beilegen. Keine Kuh, nein, eine perfekte Lady. Da könnt ihr hören, wie der Kolonist voll Sorge zu seiner Frau hingeht und sagt: „Chasche, unsere Kuh, die Awiwa, fühlt sich irgendwie nicht ganz wohl." Jiddischisten sind sie nicht, die Kühe. Man spricht zu ihnen Hebräisch, und dazu auch noch in sephardischer Aussprache. Und es verlautet, daß sie Hebräisch besser verstehen als manche Zionismen. Jede Kuh ist hier nicht etwa nur so eine Kuh, Sie besitzt einen, ganzen Adelsbrief und einen genealogischen Stammbaum. Diese Kuh da, wird erklärt, stammt von der alten holländischen Salpa-Schwester, die sich mit dem berühmten Stier von Beirut gekreuzt hat. Und diese Kuh da, Schoschana, soll ein Enkelkind der alten Beiruter Waschti sein, die längere Zeit in Damaskus wohnte und nach der Lehre der holländischen Viehzucht*Akademie er* zogen wurde. Es gibt hier Kühe, die es zu langen Korrespondenzen und Beschreibungen in hunderten Zeitungen gebracht haben, nicht weniger als ein Nobelpreisträger. Sie haben mehr als einmal vor der Filmkamera gespielt. Wenn ihr wollt, wird man euch eine Photographie dieser Kuh schenken, in Profil und en face, in allerlei Posen, wie sie ißt, wie sie trinkt und wie man sie melkt. Sie ist äußerst photographisch verlangt, die Kuh. Wenn sie kalbt, so gehen durch den ganzen Jischuw Bulletins über den Verlauf der Entbindung, und gemolken wird sie auch nicht von irgendwem. Der Melker ist größtenteils ein junger Mann, der tausend Blatt Gecnorah m den Finger* spitzen hat. Selbstverständlich ist das eine Sensation, eine Sehenswürdigkeit. Bei einer solchen Szene könnt ihr oft einen amerikanischen Mister mit seinen Misses und sei« nein handfesten Sprößling sehen — Touristen, wie sie da* stehen und dieses Bild bewundern: Es wird eine Kuh gemolken. .- Er mit dem Baedeker, sie mit dem Lorgnon, und der Kleine, der in New York erzogen ist, stellt die Frage: „Papa, wenn das Melken zu Ende ist, wo wird dann der Hahn zugedreht?" Und da die Kühe hier in so angesehener Stellung sind, haben sie ihre bestimmten Plätze im Stall, wie vor* nehme Bürger bei der MisraciwWand. Wenn sie vom Feld kommen, stellt sich jede von ihnen von selbst auf ihren Platz, gar nicht wie bei uns zum Beispiel im Theater; Da erinnerte ich mich an das Zeugnis, das Jehuds Halevy ausstellte: „Zion, bei dir ist jede« Tier khig uotf jede Kuh eine Weiser «