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Die neue Welt · 1931-06-05 · Heft 194 (5.6.1931) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 194 (5.6.1931)
Date
1931-06-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seife « m NIUE WELT **W^fcA"! ffr. m 1 Pmslon f Austrla' Klndcrhtlm Vftslaii (OLOA KADI9CH) Ji8«rnt«y«rafrtfft« t§ Tele|rtt«ii Ms 141 Für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht Im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. Päslag«IMh einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. - erstklassige Verköstfgung. Mütterliche Pflege. - MSftlgft Pr«l$* klärte er dein J. T. A.-Vertreter, er empfehle, an Stelle des bisherigen Einzelpräsidenten ein Kollegium mit der Leitung der Zionistischen Organisation zu betrauen. Der Plan, den Poeten eines Präsidenten aufzulassen, ist nicht neu und wurde bereits einmal, wenn auch nicht formell, so doch praktisch verwirklicht. Nach dein Rücktritte Wolfs oh ns figurierte Prof. Werburg tatsächlich nur als Vorsitzender der Exekutive, damals „Engeres A. C". Es werden eich auf dem Kongresse gewiß auch in anderen Gruppen Freunde des Mackschen Vorschlages finden. Im Vorschlage Macks ist die Ablehnung einer Wiederwahl Prof. Weidmanns enthalten, da es wohl ausgeschlossen erscheint, daß sich dieser als einfaches Mitglied in ein Kollegium wird entsenden lassen. Wer sind die «Heimfedieift»? Mit großer Freude erzählte vor einigen Wochen die Wiener sozialdemokratische „Arbeiter-Zeitung", daß die österreichischen Arbeiterfußballer (dank der Einladung der jüdischen Fußballvereine) nach Palästina fahren können und — gar noch umsonst. Für diese Exkursion hat, wie wir an Hand der Ziffern errechneten, unser armes Palästina rund zwölf tausend Schilling ausgegeben, dafür aber die Genugtuung gehabt, sich in der „Arbeiter-Zeitung" beschrieben zu sehen, so gleichzeitig auch den österreichischen jüdischen Brüdern das Vergnügen verschaffend, etwas über Erez Israel zu erfahren. Wenn die Wiener katholische „Reichspöst" über Palästina berichtet, so natürlich nur — vom Heiligen Lande der Christenheit. Für die „Arbeiter-Zeitung" ist Palästina nicht heilig; christlich paßt auch nicht recht, und jüdisch? In letzter Zeit liest man häufig in der „Arbeiter- Zeitung" Stimmungsbilder aus Palästina. Sie stammen zumeist von weiblichen Federn der Pöale Zion-Hitachdut- Gemeinsohaft und beziehen sich auf den Kampf der kolonisierenden Arbeiterschaft gegen —- Gott weiß welchen — Kapitalismus, der von dem Protektor England unterstützt wird. In solch spaltenlangen Berichten kommt nicht ein einzigesmal das Wort „jüdisch" vor, selbstverständlich noch weniger ein Wort von der britischen Arbeiterregierung. Für die „Arbeiter-Zeitung" gibt es in Palästina keine Juden, keine Zionisten und keine britische Arbeiterregierung, die das Land verwaltet, sondern nur Heimische und irgend einen imaginären fremden Sachwalter. So haben die österreichischen Füßball-Pilger' auf ihrer Tournee durch das Land weder Juden noch Zionisten gesehen, sondern nur „Heimische, die ihre j gemeinwirtschaftlich organisierten Kolonien zeigten". Der österreichische Arbeiter darf nicht erfahren, daß es in Palästina Juden gibt, die im Schweiß ihres Angesichts ihr Land bauen, und daß dort eine Arbeiterregierung die arabischen Effendis gegen sie hetzt. Erstens darf man sich mit Juden nicht auf offerier Straße zeigen, sie sind nur „Heimische", wenn man mit ihnen Fußball spielt (ähnlich wie für die Engländer die farbigen Natives), und zweitens kann man doch Arbeitern nicht erzählen, daß eine sozialistische Regierung wie ein Plantagenbesitzer in fremdem Lande haust. Wenn es schon irgendwo etwas Jüdisches gibt, wie z. ß. in Oesterreich, dann natürlich immer nur ausbeuterisches jüdisches Kapital! Wochen-Kalender Miftlfches vom Herst* Grabgang Appell an die lidnlstisehe Studentenschaft. Das österreichische zionistische Landeskomitee versteht ei anscheinend, dön Herzl-Grabgang, der sich jahrzehntelang würdig und störungsfrei abgewickelt hat, entsprechend zu organisieren, Voriges Jahr gab es Proteste, und gut begründete Proteste, weil sozialdemokratische Jugendgfuppen eich weigerten, neben den roten auch blau-weiße Fahnen aiitfuführen. Diesmal würde die zionistische Studentenschaft vor den Kopf gestoßen. In Erinnerung daran, daß Studenten am Sarge Herris die Ehrenwache hielten, wurden seit jeher die Studenten beim Gfabgang mit dieser Funktion betraut. SpfUer ließ man, ohne daß jemand etwas dagegen eingewendet hatte, palästinensische Chaluzhn zur Ehrenwache au. Heuer aber stellte man in der Mehrzahl Angehörige sozialdemokratischer Jugendorganisationen zum Grabe ,und ließ den' Studenten eine Minimalzahl von Plätzen. Die Studenten legten beim Präsidenten des L. jrt. Dr. Grünbaüm Verwahrüng ein. Da dieser sie abwies, traten sie aus dem Zug und gingen mit der Gruppe der Demokraten und Revisionisten. * Wir erhalttfn hiezn folgenden Aufruf: An die zionistischen Hochschülef Oesterreichs! Kollegen und Kolleginnen! „Ich wußte nicht die Adresse", erklärte der Präsident des Landeskomitees, — und deshalb wurden zionistische Hochschüler nicht zur Arbeit, zu Beratungen eingeladen. Wir wußten die Adressen, wir erhielten sie nainUch töm L. K., und haben euch zur Arbeit herangezogen. Ihr habt unsere Versammlungen besucht, unser revisionistisches Programm gehört. ..... Kollegen und Kolleginnen! Akademische Verbindungen und Vereine 1 (Zionistische Mittelschüler verbindungeirund Vereine!) In letzter Stunde appellieren wir an euch: Wählet revisionistisch und stellt euch den revisionistischen Agitationslokalen zur Arbeit! Beim Herzl-Grabgang habt ihr eure Sympathie für den Revisionismus bekundet. Ihr habt euch ziim erstenmalder Gruppe, welche von unseren Kandidaten Robert Stricker und Pr. Bu k spann geführt wurde, angeschlossen. Es war dies eine stumme, aber würdige Demonstration! Es ist kein Unglück, wenn beim Herzl-Grabgang auch rote Fahnen mitgefühlt werden. Aber unjüdisch, unzjönistisoh .ist e?,: wwin Jugendgruppen erklären, nur mit der roten F ahne, auf zuziehen und sagen: „Es ist gegen unsere Gesinnung, auch mit der blau-weißen Fahne zum Herzl-Grabgang zu marschieren." Es war eine stumme,, aber würdige D.em.oristratic)n! J'. / ■ * . - - > liS? - *R \—< :\ iv - Es iat verständlich,1 wenn palästinensische. Qhaluzim auch Ehrenwache am- Herzl-Grab' halten wollen. Aber un jüdisch, unzieriürtiseh ist es, wenn; Sozialdemokraten das Herzl-Grab besetzen und zionistische Studenten, die seit 35 Jahren Ehrenwache stehen, zum erstenmal verdrängt wurden. Es war eine stumme, aber würdige Demonstration! Kollegen! Demonstriert würdig weiter, stimmt nur revisionistisch, arbeitet mit. Begeisterung, agitiert und werbet für die r e,v i s i o n'i s t i s c h e Liste. Die Kandidaten der revisionistischen Liste haben Jahrzehnte hindurch stolz und aufrecht die Höchte der jüdischen Akademiker verteidigt. - Ein Sieg der revisionistischen Liste ist,auch ein Sieg der zionistischen Studenten und eine würdige Demonstration für den' J ii d e n s t a a t. Für den Revisionistischen Studentenklub: Jro's e f F r ä ivk-e 1. Juni 1931 |VD rinn Siwan 5691 5 Freitag Sabbateingang 7.45 6 Samstag Sabbatausgang 9.42 Tiöw \3i wn firfryns 7 Sonntag 28~as 8 Montag 25-» 9 Dienstag M-o 10 Mittwoch M-rra 11 Donnerstag 20-ra Hakenkreufckrawall heim Herzl-Grabgang. Die Wiener Hakeflkteuzler haben sich, nach deutschem Muster, eine kleine Friedhofsschündüng geleistet. Auf d6r Stiege der Hochschule für Bodenkultur, vor welcher immer die Spitze des Herzl-Zuges gebildet wird, hatten sich zirka" 20 Hakonkreuzstudehtein gesammelt, welche hinter einem Polizeikordoh Schmährufe gegen Juden ausstießen. Die Polizei mußte die Helden vor der Wut der Juden schützen und trieb sie schließlich weg. Es ist das erste Mal, daß der Herzl-Grabgang, welchem die Wiener Bevölkerung inimer größten Respekt erwiesen hat, Gegenstand eines Störungsversuches war. Zionisten! Schicket eure Kinder in die jüdische Schule! Chajes-Realgymnasium — Oeffentlichkeitsrecht — Stantsgtiltige Zeugnisse. — Latein —- Englisch — Hebräisch. Aufnahme Iii alle Klassen. IL, Castellezgaese!». Tel. Nr. R-484-85. Unentgeltliche Stellenvermittlung des Jüdischen Hochschulausschuseee. Der Jüdische Hochschulausschuß, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, vermittelt bewährte Hofmeister und Hauslehrer für Nach hilf eunter ficht in allen Mittelschultypen, mit Kenntnissen fremder Sprachen und des H«brÄiisch^n; Vorberieüijittg zur Matura .und eile« HodischulprÜfungen, Außerdem empfehlen wir Doktoren der Rechte für Anwaltskanzleien, Diplomkau fleoite für kaiuf^äftnlach« Üuternehimiuaid'en, Ingenieure und Doktoren der Chemie und PJuTm a fri e für technische Betriebe und Apotheken. Postkarte oder telephonischer Anruf A-25-2-26 genügt. Ständige unentgeltliche Stellenvermittlung Wer ausgebildetes, tüchtiges und diszipliniertes Personal aller Art u. aller Branchen benötigt, wende sich an „Hakoah", I., Wieaingerstr. 11, Tal. R-2S«0*10 f Le^teNadiridhteit Neue Einsdiränkung deff Bodenv kaufe Aus Jerusalem wird u. d. 1. VI. gemeldet: Das Amtsblatt der Palästina-Regierung verlaut - bart eine zunächst für die Dauer eines Jahres geltende Verordnung, welche den Bodenkauf in Pal ästina in höchstem Maße erschweren wird. Der Tenor des Gesetzes besteht darin, daß kein- Pächter vom Boden ohne Bestätigung eines Gerichtes entfernt werden kann, wonach dieser Pächter entweder seinen Pachtschilling nicht bezahlt oder den Boden nicht selbst bearbeitet. Eine zweite Bestimmung bezieht sich auf Futterwiesen. Danach kann das Weiderecht denjenigen Personen nicht abgenommen werden, bei denen .festgestellt ist, daß sie die letzten fünf Jahre hindurch ununterbrochen ihr Vieh auf bestimmten Weideplätzen geweidet haben. Folgen des Kampfes gegen die Religion in Rußland. Moskau, 30. Mai.. (J. T. A.) TCiue soeben veiv öfifeuitlichte Statistik stellt feist, daß die Kampagne der j iü d ä s c di e ji A <p i k o <r s i m oder m ilha n Itwi Atheisten nicht oiliine. Wirkung-, anif die-, jüdisch<„-. BovOAkeruMig der Sowjctunio,n; geiblieibcn ist. in lotetet* Zeit haben L6. Ra b b i m er. ihre F u n k.t-i o u e n . nie d e x gx> legt, .vom denen einige den. ■ Auistvitt ams. dem. Raibbina't still« dhiweigend vollilzoigen -Jm^en, indem' sie van ihren bMierigen Wiothaior.ten 'fort/ogen. myd anderwärts -ueue Be»ohäftigumgen suöhtein, wü>!iiclud andere. - ö ffe ntlich vor versammelter Gemeinde in der Synagoge .ihren Entschluß ibekaiiMitgaibeju Außerdem halben, zahilredeihe S eil ä c h t e ,r ihrem Beruf aiufgegeben uind. öfifentilidb. .enkilärt, d<\(l sie siuh an vcÄominxeher Uebeneinstimmung mit den 11 i c h 11 i n ienle n i n s befinden,, der die Anibtömguiiig' des lvvmi Marxßcuen Mottos'. ,,R el i g,i o ji ... i s t,, O p.] h ,m f .ii f. d.as [ ^V'o' rk"' %h 'den Kdroljen. jde,}'.* ^.owjet'^iyipiV?üT!^eor^ .',.' '" •. Aaicih bei and"e r"c n. K o n f c'ssl^^ ori ejh' haben gedistlicJhe.FiUintktionäre ihre völlige Abkeihr vom der Religion venkumdet. Der Zentralvei-iband der Atheisten ved'r öffentlicht eine Statistik, derauloJige 854 .Geistliche vbl.t söhiedener Bekenntnisse der Sowjetuindpu. in letzter "Zeit ihren Gla-ulben öffentlich ablese h'w'o r e h haihen. Darunter befinden edoh .drei'. Bißc-hüfo. und;-.49. fübreoide Geistliche versdhiedener dhrisisolier Sekten, 38 mohammedanische Mmilaihs umicl 340 .griw.hfkohro;rtihodoxe Topen. Die ih<ren Ue/berzeugumgen ir.ou..gobliciiKJnen. or-Uio-« doNC.n Priester, -Raibbiner und Mw-Haibs .yeräagen vielfach ihn Gottesdienst ans den Kirolicn, SyiHi&ogen, und M-o-, sciheem aus Sparß-amkeitsriiaksiclhtcii in Privatriimin e. Dadiurclhenhailten die Gotteodieinste '• immer mehr den •Gluara.ktcr von .serktiererischen Vere-ammlunigcn.'Inn Zuis-aiman^nilmnig damit enlebt aauih das wirkliche Sektierertum ia Sowjetrußland eine: neue BiUte. Im Gebiete des Dombeokoiis troti.n ..P r phetem" auf, die verkünden, in näclhster Zpit werde Gha-istus erscheinen,' uan üiber Lobende umid Tote z/u richten. In einzelnen Städten an der Wolga hat die Sekte der KlhiMsti, z-u der amöh Rasip-utin geluirte; starken. Zulauf. In entlegeneren Teilen der SowjeiiMiieu verküinden mohammedaniseihe Priester das l.v. :': st^hend^ Hesreinbireohan g ö 11 il i c ih er St r a f g e r i < -h \ c insbesondere van Erdbeben, über Rußland weT?m <lcy all: gemein herrschenden Gottlosigkeit. Der Tag der Austreibung der Juden — Staats- ' feiertag. Mexico City, 28. Mai. (J. T. A.) Der Verband der mexikanischen Kleinhändler hat für Montag, den 1. Juni, eine Massenversammlung g e g e n d i e jüdischen Händler nach Mexico City einberufen; an der etwa 40.000 Mexikaner teilnehmen werden, um dem" Präsidenten der Republik, Rubio, öffentlich ihren Dank für seine Unterstützung der mexikanischen Klein* händler in ihrem Kampf gegen die jüdischen Händler auszusprechen. Die Tatsache, daß der Präsi* dent nicht nur die Abhaltung dieses Massenmeetings! genehmigt, sondern auch seine persönliche Teilnahme zugesagt hat, hat in den Kreisen der jüdischen Bevölkerung Mexikos größte Beunruhigung und Bestürzung hervorgerufen, Der Präsident hat ferner seine Zustimmung dazu gegeben, daß der 1. Juni zur Erinnerung an die Vertreibung der jüdischen Händler von den öffent« liehen Märkten zum gesetzlichen Feiertag er*.« klärt werde.; ' ' ' Obwohl die Regierung bisher nichtsunternommen hat, um der antijüdischen Propaganda Einhalt tun}

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