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Die neue Welt · 1931-05-29 · Heft 193 (29.5.1931) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 193 (29.5.1931)
Date
1931-05-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Kr. m DIE neue WELT Seite f Dr. Wewmanns die Leitung übergeben wird; denn der Revisionismus hat in jahrelangem Kampf gegen das herrschende System die Fehler und Irrtümer des Weizmannismus aufgedeckt, an denen die zionistische Bewegung schon beinahe zugrunde gegangen ist. Wollen die Zionisten ernsthaft, daß mit dem alten gescheiterten System ein Ende gemacht und der Anfang einer zionistischen Erneuerung ermöglicht wird, so müssen sie sich von allen kleinlichen Parteiinteressen und Programmstreitigkeiten loslösen und der geschichtlich gewordenen Opposition eine Chance geben. So handelt ein politisch reifes Volk, wenn seine Sache in Lebensgefahr ist, wenn das bisherige System gescheitert, das Vertrauen zur bisherigen Führung geschwunden, ein Krieg verloren oder ein Staatsbankrott eingetreten ist. Ob alle Zionisten mit jedem Punkt unseres Programms einverstanden sind, ist nicht wichtig und kann heute für die Entscheidung nicht maßgebend sein. Wichtig ist nur, daß der Revisionismus die einzige lebendige Kraft im Zionismus darstellt, die imstande ist, die Bewegung vorwärtszutreiben und dem Sumpf zu entreißen, in dem sie unterzugehen droht. Wer den Sinn des Revisionismus erfaßt hat,' der weiß, daß diese Bewegung nicht nur dazu geschaffen wurde, die groben Fehler und Irrtümer der herrschenden Politik aufzudecken, sondern daß sie vor allem für die letzten Wahrheiten der zionistischen Erkenntnis stritt, die in der abgelaufenen Periode der Dekadenz vom Gestrüpp der Tagesmeinun gen überwuchert und erstickt zu werden droht. Es gilt jetzt, dies* großen Wahrheiten des Zionismus wieder ins Bewußtsein der Zionisten zu heben und durch sie die Bewegung zu gesunder Politik und Wirtschaft zurückzuführen. Ein SdielhammerfLos gewinnt abermals den Haupttreffer der Klassenlotterie Bei der am 21. d. M. stattgefundenen Ziehung der I. Klasse der 25. Klasßenlotterie entfielen sowohl der 1. Haupttreffer von S 40.000, welcher mit dem Lose Nr. 41764, als auch der 3. Haupttreffer von S 10.000, der mit dem Lose Nr. 54111 gewonnen wurde, auf Klassenlose, welche vom Bankhause Schelhammer und Schattera, Wien, I., -.Stefansplatz Nr. 11, verkauft wurden. E Ussisdikin über die 2'/» Millionen Pfund*Anleihe Wie einig« Blätter aus London berichten, ist der Antrag zur Auflegung einer Anleihe der Paläetinaregier.ung von 2V2 Millionen Pfund für die Landentwicklung im tlnterhause genehmigt .und dem Oberhause zugewiesen worden. Ueber diese Anleihe sagte Ussiecbkin in einer Versammlung in Jerusalem: „Welchen Zweck verfolgt der Brief Macdonalds? Dem Kolonialamt lag es daran, die Anleihe für Palästina im Parlament durchzufüihren. Dazu bedurfte man einer Erklärung der Regierung, daß auch die Jiudatn damit einverstanden seien. Ich habe selbst in Amerika einen Brief aus London gesehen, man möge auf die Presse und auf die Oeffentlichkeit einwirken, daß der Proteststurm aufhöre!" „Würde ich euch erzählen können, um wieviel die Lage sich in bezug auf Landkauf in den letzten drei Monaten verschlimmert hat, so würdet ihr verstehen, wie giofl der aus/ dem Macd-onaId- B r ief erwachsene Schaden geworden ist. Mit dem Gelde dieser Anleihe wird man uns hier für die Araber die Böden auskaufen, die wir so sehr benötigen wie die Luft zum Atmen. Ünd ihr Juden Palästinas werdet die Anleihe bezahlen, diese Anleihe, die uns den Dolch ins Herz setzt! Wir werden bestenfalls Brosamen bekommen." Wer hat recht gehabt? Worte vom vorigen Kongreß Pf&sadieaxf Weizanaain sengte auf dem 16. Kongreß in Zürich 1929 dm beäug awf die erweiterte JewisJi Agetncy:. . . ... .. .... .,. .. . , „Schon heute hat die Sache mehr Kraft und Schwung, als wir vor einem Jahr dachten und glaubten. Und morgen wird die Agency als zentrale Kraft im Judentum dastehen, weil eben Palä- * stina1diese Wirkung auf das Judentum hat." Rräsideint Weizimaain sagte auf dem 16. Kongreß in'Zürich! betireffs des Higih. Coonimiissdioiner Sir Josbm ChamceHpr: . „Sir John Chancellor, den ich im Namen des Kongresses begrüße, hat bereits in der kurzen Amtszeit von wenigen Monaten bewiesen, welch starkes Interesse er an der Errichtung des jüdischen , Nationalheims nimmt." Vlladimär; Jabotinsky sagte auf demselben Komgrieß: \ „Und jetzt kommt die Jährliche Rede. Wieder ist alles in Ordnung, alles befriedigend: Eine Administration, die uns ganz günstig gegenübersteht, ein High Conunissioner, wie es Sir John .Chancellor ist, alles ist in Palästina in Ordnung .und man murmelt bloß, man sei nicht ganz zufrieden.-Es ist nutzlos» Resolutionen anzunehmen, nutzlos wohl auch, Reden zu halten, nutzlos« zu hoffen, wenn Sie die Leitung in den Händen von Herfen halten, welche nicht eine Minute anhören können, daß man eine englische Administration besehuldigt„ in den Händen von Leuten, die mit eiserner Disziplin, kühn und schweigend» ' alles aushalten können, die aber» wenn man etwas gegen die heilige britische Administration sagt» sofort ihre Ruhe verlieren." Uipld Vdadimir Jaibetinsiky sagte aiuif demselben Kongreß im Zusaanmanih&ng mit der KHaigemauer-'Frage üiber die britische Beamtenschaft: „Und der Gouverneur von Jerusalem sitzt auch heute ncjch an seiner Stelle und nach einigen Wochen kommt wieder der ^heilige Tag und es ist mir unangenehm, zu prophezeien, was das Ende sein wird*.'" : - * Ujid eine Woche später kam der Pogrom, kam tXzwiaauifizuig, Judenledcben lagen da. Opfer des Mangels eines 'jüdischen Selbstschutzes, den Jabotinsky immer und immer wieder verlatagt hat. Heute schreit das jüdische Palästina nach Selbstschutz! Aber Jabotinsky, der ehrliche Warner, wird von denen, die aidit eöhein wollten^ als „Faschist" und ..MiMtarist'V verlästert! I......MMl|IMUMIIMMItl|IMIMIHIIIIM|HI Weg«* des großen Irlolges prolongiert! DAVID GOLDER •■ der grandiose Tonfilm, den jeder Jurtegesehenhabenmufi! Täglich im BURG-KINO I., Op«rn»ing 19, Telephon B-20-3-99. Beginn: 5, 7 * und 9 Uhr, Sonntag ab 3 Uhr *mm***m— mt Ueber das revisionistische Kongreßprogramm. London, 24. Mai. ,(J. T. A;) In einer Pressekonferenz, die am Dienstag, den. 19. Mai, im Hauptbüro der Union, der Zianisten^evisionisten zu London siattfooid, sprach, der Vizepräsident der Revisionastii&chen Weiltunioni Meir Grossmail über die Haltung, die die Revisionisten atuf dam 17. Ziom/istenkoimgrefi e<iniziumeJimen gedenken, oind ihr Verhältnis au den übrigen Teilen der Zionistischen Organisation. Der Mifi e r f o 1 g.de r erweiterten J e w isih Agency, erklärte Meir Grossman, sei nunmehr off e ji,b a r geiworden.. Siie. habe .weder, p 0 I i;t d*s c h e n ISitnflr»ufl noch Geld gebracht, sondern nur die Verwirpuin^ vermehrt. Die Revisionisten würden eich auf dem Kongreß für eine Reform der JewiLsii Agency im Sjnne ihirer Demokratisierung umter Ermögilidjjiutg einer Kontrolile durdi die jüdischen Massen einsetzen. Das gegenwärtige System der Eraieimniuing. voai Notabeln, die niemanden aJs sich selbst repräsentieren, müsse beseitet werden. Die Revisionisten gehen aiun 17. Zianistenkongreß mit der Bereitschaft m einer Zusammenarbeit mit dein Zdondsteai anderer Ricihtun.g und, wenm nötig, aur Uebernalhine der Veramtwortumg für die Leitung, Sie seien voll Vertrauen auf ihre Stärke. Sie besäßen ein Programm, die geeigneten Mänmer und Rückihiailt am einer großen und stets wachsenden Gefolgschaft. Bei dieser Gelegenheit, führte Meir Grossman weiter aus, wolle er mit aillem Nachdirock der Auffassung entgegentreten, daß die Revasiomisten dem Arbeiter» f litt gel der zionistischen Bewegung antipatbisch gegenüberstehen. Sie anerkennen das Recht jedes Teiles der Bewegung auf eigene Ideen, insofern diese nicht das Tempo der jüdischen Asbeiit und die E rreichung der jüdischen Mehrheit in Palästina in der koinzest möglichen Zeit beeinträchtigen. Auch die Behamptuing, daß d/ie Revisionisten araberfeiindiicih g<esdwn<t seien, sei vioillständig unrichtig. Diese Venkmand/ung sei sehom längst widerlegt und entkräftet worden. Sie sei ureprüingilich als amtdre^visionistdscbe Wahlparole auegeheckt worden Frohnfeften bei Graz billige Pauschalpreise .Chefarzt: Dr. S. Weite und zeige die Gewoihntheit, regelmäßig vor den Kongreßwa:hlen wieder aulzrutaudien. Der KoingreßbericJit habe einem zionistischen Autor, der diese Beschiuldig>ung verbreitet hatte, um den Revision isnmiß -bei den zionistischen Wählern und der am Zionismus interessierten nicht jüdischen Welt anzuschwärzen, ©inen Verweis erteilt. Es geanüge, den BodenreformpJaii der Revisionisten zu studieren, um zu erkennen, daß diese gleddierweise der arabischen Bevölkerung Palästinas uind den jüdischen Siedlern und Einwanderern Rechnung tragen. Keine Verhandlungen mehr. — Shiels Erklärungen im englischen Unterhaus. Die Jüdische Telegraphenagentur meldet aus London: Der Unterstaatssekretär Dr. Shiels gab als Ant* wort auf die Interpellation des Abg. Howard Büry eine Erklärung über die englische Palästina*Politik ab, die lautet: „Sowohl Arabern als auch Juden ist die Möglich* keit gegeben worden, ihren Standpunkt bezüglich des Regierungsvorschlages über die Entwicklung Palästinas auszudrücken. Ich glaube, in Kürze die Möglichkeit zu haben, eine weitere Erklärung über diese Frage abzu* geben. Ich kann aber jetzt nicht sagen, wann das ge* schehen wird. Die Beratungen mit den jüdi* sehen Führern sind praktisch zu Ende. Was die arabische Exekutive betrifft, so ist sie vom High Commissioner eingeladen worden, an Beratungen über die Vorschläge teilzunehmen. D,ie arabische Exeku* tive sagte eine Beteiligung an den Beratungen'zu, wenn vorher gewisse Bedingungen erfüllt würden. Diese Bedingungen machten aber die Ab*, haltung formeller Beratungen unmöglich. Der Oberkommissär hielt aber mit einigen arabischen Führern in persönlicher Form Beratungen ab ünd machte sich mit deren Stellung zu den Regierungsvorschlägen be* kannt, so daß es richtig ist, wenn ich in meiner Antwort erklärt habe, daß beiden Parteien die Möglichkeit ge* geben wurde, ihren Standpunkt zu äußern." * Damit sind die grundlegenden Forderungen der Zionistischen Exekutive nicht nur abgelehnt, sondern außer Diskussion gestellt. Weizmann verlangte Versicherungen, daß den Juden ein entsprechender Anteil, an der 2#»Millionend?fund*Anleihe zukommen werde. Das Kolonialamt lehnte, ab und erklärt jetzt, daß die Verband* Jungen erledigt sind. Die Juden durften ihren „Stand* punkt" darlegen. Dann schlug man ihnen die Türe vor der Nase zu. Au§ der Türkei Das jüdische Erziehungswesen der Türkei ge-. fährdet — Zunehmende Abwanderung der Juden. — Die Schikanen der Regierungsorgane. Von einer vor kurzem aus der Türkei in Berlin eingetroffenen Persönlichkeit, die mit den dortigen1 Ver^ hältnissen' intim vertraut ist, gehen der Jüdischen .Telegraphen-Agentur die folgenden Informationen zu: Mit Beginn des neuen Schuljahres werden die jüdischen Schulen der Türkei sich Beschränkungen bei der Eröffnung von Klassenzügen und Einstellung von Lehrkräften' auferlegen müssen, die beinahe gleichbedeutend sind mit einer Einstellung der gesamten Erziehjangsarbeit größeren Stils, die seit Jahren von den Gemeinden geleistet wurde. In den 25 jüdischen Schulen von Konstantinopel wurden zu normalen Zeiten, nach der letzten Zählung, 7'3.0 0 K:i-n* der unterrichtet. In diesem Schuljahr beträgt ihre Gesamtzahl in nunmehr 10 Schulen 2 8 0 0. Die neunklassige sogenannte Goldschmidt-Schule, ein Erziehungsinstitut mit deutschem Einschlag, die beiden großen Knaben- und Mädchenschulen der Alliance Israelite Universelle, die bisher ebenfalls neunklassig waren, werden in diesem Schuljahr nur noch je fünf Klassenzüge haben. In den vier Vorstädten Ortaköi, Haidar Pascha» Kuskundjuk und Hasköi, wo die jüdischen Schulen fünfklassig waren, werden sie jetzt nur noch drei Klassen einrichten können. Aber auch die Oberrealschule Jahne, die mit Hilfe der U. O. B. B-Logen und des HilfsvQreins der deutschen Juden gegründet und bis vor 16 Jahren auch von ihnen unterstützt wurde, sieht sich zum erstenmal seit ihrem Bestehen .vor unüber- HBBBnwwwBwnniii Wegon de« groOan Erfolges prolongiert I DAVID POLDER der grandios* Tonfilm, den Jeder Jude gesehen hoben muB I täglich im l-K . Fleischmarkt 1 — TÜ. MM-59 Beginn: Q, 7 und 9 Uhr, Sonntag ftt> 3 Uhr m

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