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Die neue Welt · 1931-05-22 · Heft 192 (22.5.1931) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 192 (22.5.1931)
Date
1931-05-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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r Nf. 192 DIE NEÜE WELT 8flfl§ t JUDISCHE WlTWi kocht selbständig» tüchtig in der Hauswirtschaft, in der Krankenpflege gut vertiert, mit guten Referenzen und Zeugnissen, sucht Stell« alt Wirtschafttrift Unter „Tüchtige Kraft" Die Gründe des Austritts Charles Watey Cohens aus dem Council der Jewish Afefley. London, 15. Mai. (J. T. A.) In der JahresversSmm* lung der Association der Jewish Friendly Socleties er« klärte Charles Wa 1 e y Cohen, der den Vorsitz führte, er sei aus dem Council der Jewish A g e n c y ausgetreten, weil er gegen die Gründung des Palästina»Notfonds und die Betraoung Sir Boyd Mer# rimans mit der Vertretung der jüdischen Interessen vor der ShawKommission gewesen sei. Er habe etne freie Kooperation mit der Zionistischen Organisation der Zugehörigkeit zur Jewish Agency vorgezogen. Eine solche Zusammenarbeit könne, selbst wenn die erweiterte Jewish Agency aufgelöst werden sollte, fortgeführt werden. _ Revision zi'onwrisdier frauenatiffassung Von Edith Lachmann (Breslau). In der letzten Nummer hat die „Neue Welt" über eine Resolution der jüdischen Frauenliga für Frieden in Prag gegen Brith Trumpeldor berichtet. Weil Brith Trumpeldor für die Erziehung der jüdischen Jugend zum Selbstschutz eintritt, nennt ihn die Frauenliga „militaristisch" und „friedensfeindlich". Frau Edith Lachmann (Breslau), eine hervorragende zionistische Führerin Deutschlands, hat uns nachstehenden Artikel zu dieser Frage übermittelt. Jüdische Vorkämpferinnen für Freiheit und Menschenrecht nehmen in der Zeit nach den Pogromen von Safed und Hebron Resolutionen gegen jüdi« sehe Jugend an, die sich die Aufgabe stellt, sich vor» zubereiten, um ihre altsneue Heimat gegen Ueberfälle schützen zu können. Haben diese Frauen schon einmal Resolutionen gegen die Zionistische Exekutive angenommen, die es fertig bringt, junge Söhne und Töchter ihres Volkes in ein Land zur Aufbauarbeit zu schicken, das von einer Majorität von bew a fU neten Arabern bewohnt wird, wo jeglicher jüdi* sehe Schutz, jüdische Polizei fehlen und die Ein* wanderer, ungeschult in der Verteidigung, den Ueberfällen arabischer Massen unterliegen müssen? Verantwortungslos handeln zionistische Frauenorganisationen, und diese Resolution kommt von Mitgliedern einer solchen Frauenorganisation, wenn sie junge Menschen aus ihren Berufen herausreißen, sie ver* anlassen, Elternhaus und sonstige Positionen hier zu ver* lassen, um sich in ständige Lebensgefahr zu begeben. Jede wahre Vprkämpferin für Mehschenrecht müßte erst einmal hier vorbeugen! Wir sollten doch endlich einmal anfangen, für das Menschenrecht des heimatlosen jüdi» sehen Volkes gründlich zu arbeiten, wir werden dieses Ziel aber nie erreichen, wenn unsere zionistischen Frauen immer wieder nach links und rechts schielen. Bald ist es die Agency, bald die Friedensliga, bald s o z i a 1 i s t i s c h e Ziele, die in ihren Programmen auf« tauchen, öder allgemeine Dinge. Zwei politischen Idealen kann man nicht dienen, eins muß dann leiden, die Juden müssen endlich Ausdauer für ihre eigenen natio« n a 1 e n A u f g ab en lernen. Und da komme ich zum Kernpunkt der Frage. Jüdische Frauen, die solche Resolutionen annehmen, die sind nicht durchdrungen. von jüdischem National* gef üh 1, nicht erfüllt von nationaler Selbstachtüng, ihr Weg ist nicht der Herzische Juden Staat« g e d a n k e, der einzig und allein nur Sinn hat für zionistische Zielsetzung. Die Welt' muß ein Volk verachten, das sich seine Heimat aufbauen' will, ohne das mit Volksgeldern Auf« gebaute selb st zu schüt zen. Wenn Frauenorganisa* tionen aber jahrelang nur Gelder sammeln, sich Vorträg© anhören und Kompromisse mit Nichtzionistinnen schlie* ßen, so muß das Fluidura der nationalen Energie, das gerade von den Frauen ausgehen soll, abflauen. Wenig hat Theodor Herzl über zionistische Frauenarbeit gesagt, aber das Wenige ist erschöpfend und zeigt uns den Weg: „Nichts ist die Jüdin ihrem Volke, Alles könnte sie ihm sein'Vschreibt er. Unter diesem „Alles" ist die Erfüllung der ureignen Frauenaufgaben und die Vorbereitung der Frau für ihre Pflichten in einem aufbauenden Staate zu verstehen, Auf drei Fundamenten .beruht ein Staatsgebilde; Familie, Gesellschaft, soziales Leben. In diesen drei Gebilden muß die jüdische Frau erzieherisch, verbessernd, aufbauend im Galuth und Zion wirken, Was sehen wir aber hier in den letzten zehn Jahren? Den Verfall, die Assimilation 4er Familie, der Nachwuchs fehlt der zionistischen Organisation. Die Gesellschaft Ter flacht, wie sollte sie national vorwärts gekommen sein hei den Minimalforderungen der Zionisten. Das sozial« Leben kann nicht gefördert werden in unserem Sinnt, wann die politischen Forderungen, die Vorausaetsaagen für «int Masseneinwanderung sind, $0 unbearbeitet und damit unerfüllt bleiben., Noch brauchte die revisionistische Organisation bisher alle Kräfte, die einzelnen konnten bisher ihren Spezialaufgaben nicht nachgehen. Der Kongreß bringt hier eine Aenderung. Die Zukunft wird auch die revisionistische Frauen arbeit energisch revidieren. Eins sei aber jetzt schon gesagt: soweit wir auf die Jugenderziehung Einfluß haben werden wir neben allen idealen Forderungen bestimmte Disziplin und Nordausches Muskeljuden tum verlangen und die, die darüber lächeln, nicht lange in Diskussionen verwickeln. Palästina soll nicht in ängstlichem Ghetto«Geist, sondern in natio* naler Freiheit, benützt und verteidigt von den Söhnen seines Volkes, aufgebäut werden. Es wäre keine Menschenwürde, wenn das Blut anderer Völker für jüdi* sehe Ehre fließen würde. Wer ist irrsinnig % Je mehr wir uns dem Kongreßtermin nähern, desto lebhafter wird es an der Front derer, die um die Bei« behaltung der Macht im zionistischen Apparat bangen Unter dem Eindruck der Gefahr (die sie nicht unbegründet wittern), daß sie ihnen entwunden werde, gebärden sie sich wie toll. Und da der revisionistische Zionis* m u s die einzige oppositionelle Gruppe ist, die ohne Scheuklappen und mit dem Elan, der dem wahren zionistU sehen Gehalt innewohnt, kämpft, so richtet sich gegen ihn, den Revisionismus, der Angriff. Das Mitglied der Exekutive, Herr J. S p r i n z a k, ehemals Führer der „Hitachduth", jetzt einer der Führer der vereinigten Arbeiterparteien Palästinas, gibt im „Dawar" den Standpunkt seiner Partei zum 17. Zionisten* Bei DARMSTORUNGEN FETTANSATZ BLXHUNOEN besonders in den Wechseljahren, haben die klinisch erprobten, abführenden Kräutertabletten, ZET 26' sich hervorragend bewflbrt. Aus ■ reinen Pflanzendrosen ohne chemische Beimengung hergestellt, wirken sie langsam und mild, sind wind- und harntreibend, regen die Drüserisekretfon an, entgiften so den ganzen Organismus und schaffen Wohlbehagen. Ia «Hon ADothekwi (90 K. S 3.70). Debot: Aooth. Maittler, Wien. XXI. für O. S. R. 1 Atfler«Apotheke, Relohenberg kongreß zum besten. Sein Programm hat zwar nicht viel Fleisch, dafür aber einen Knochen, der ihm im Hals steckt. Et ruft der künftigpn Exekutive 2(U, sie müsse . „alle konstruktiven Kräfte . des' Zionismus umfassen und die Revisionisten ausschließen." Plötzlich hat auch Herr Sprinzak sein Herz für den j ü d is che n M Ittel st an,d entdeckt, den er sogar in Palästina ansiedeln will, und glaubt, ihn, der sich um die revisionistische Fahne geschart hat, so „vor. den reaktio» nären Losungen" zu retten. Also rette, auf daß du gerettet werdest 1 Die. Anhänger des Herrn Sprinzak, die noch nicht in den Schoß der allgemeinen Arbeiterpartei eingegangen sind, die Hitachduth in Polen, erläßt Wahl« Proklamationen, ein Kongreßwahlprogramm der Partei. Sie geht einen Schritt weiter als Herr Sprinzak selbst, sie gibfs nicht billig. Es heißt dort: „Die revisionistische Bewegung bildet eine nationale und soziale Gefahr und ist geeignet, die moralischen Grundlagen des Zionismus zu zerstören. Die durch Revisionisten herbeigeführte Demoralisation hat der» artige Formen des Irrsinns angenommen, daß die Zu« gehörigkeit der Revisionisten zur zionistischen Organisation nicht mehr möglich und erwünscht ist." Die Revisionisten sind der Hitachduth nicht recht. Sie verfechten den echten Zionismus. Also hinaus mit dem Störenfried! „Derartige Formen des Irrsinns" hat die Demoralisa* tion angenommen. Zionisten sollen hinausgeworfen werden, weil sie der täglichen Hinunterlizitierung des Herzl* Zionismus im Weg stehen. Wahrlich, Irrsinn . und Demoralisation! , Nach Herrn Felix Rosenblüth, dem Mitglied der zionistischen Exekutive, kommt nun auch ein anderes Exekutivmitglied, Herr S. Kaplansky, nach Wien. Mit Rosenblüth hatte man Pech.. Er sprach vor leerem Saale. Und damit das diesmal verhütet werde, muß man in der Propaganda für den Kaplansky«Vortrag einen Kamen nennen, der das an Attraktion ersetzen soll, was fehlt. Der Name Jabotinsky gehört zwar in die Reihe der Irrsinnigen, die hinausgeworfen werden sollen, aber man mutet ihm immerhin noch Kraft genug zu, eine Versammlung zu füllen. Das beweist die Ankündigung der Wiener Poale Zion für den Vortrag ihres Führers mit dem den Leser harangujerenden Schlußpassus: „Kaplansky ist ein Antipode Jabotinskys, der vor kurzem auch zwei Vorträge in Wien gehalten hat." Auch zwei Vorträge gehaltenI Also wenn schon kein Kollege der Gesinnung, so doch vielleicht ein Kollege de? Redekunst, Kein schlechter Impresario/Erik, wenn auch ein' wenig Irrsinn! Tagesheimstätte im Sirandbad Klosterneuburg. S^ÄÖ Schluß halbtägig, während der Ferien ganztägig, wird beste und billigste Erholung geboten. Schulnachhilfe, Sport und Spiel unter pädagogischer Aufsicht. 1 Schilling pro Tag 1 Unter,Beste Referenzen*. AUS PALÄSTINA. Das 25. Jubiläum des Gymnasiums Herzlia. Das hebräische Gymnasium lin Tel-Awiw, Herzita, wird nächstens »ein 25. Jubiläum feiern. Ein Treffen aller ehemaligen Schüler des Gymnasiums wird in Tel-Awiw Mitte des Monats Aw stattfinden und ein spezielles Werk, welches Artikel und Erinnerungen von einigen der Gründer, Lehrer und früheren Schüler/ der Schule enthalten wird, soll veröffentlicht werden. (JAB.) Die Palästfna-Kühfanlagen-Gesellschaff. Dieser Konzern wurde vor zwei Jahren durch" die Initiative von Herrn Chaim Joffe von einer Gruppe südafrikanischer Juden unter Teilnahme' der Palestine Electric Corporation gegründet. Das Kapital der Firma wurde auf 35.000 Pfund festgesetzt. Die Gesellschaft hat ein Gelände mit einer Fläche von 4Vi Dun»am erworben und im Juli 1930 begonnen, auf einer Fläche von 1500 Quadratmeter ihre erste Kiihlraumanlage zu bauen. Sie enthält im ganzen 1 4 K ü h 1 r ä u m e: einen besonderen Raum oder Räume für jeden der Hauptartikel der Kühlanlage -* Früchte,, Gemüse, Eier, Fleisch. Butter und Fische — und besondere Reserveräume für kleinere Artikel, außerdem eine große Halle für vorläufige Kühlung, Kühlkorridore für den Durchtransport von Waren und einen speziellen Packraum für Kunden, die ihre Ware dort zu verptfeken wünschen. Zwei atmosphärische Pressen, die je 200.000 Kilogramm Kalorien produzieren, sind in der Anlage installiert Bei jedem Teil des Kühlprozesses werden die modernsten Methoden angewandt. Vorläufig arbeitet die Anlage nur zu einem Teil und nur die Fruchthallen sind fertig. Der gesamte Bau wird Mitte des Monats gebrauchsfertig sein. In allernächster Zeit wird die Gesellschaft zum erstenmal in Palästina reines Eds produzieren. Die Anlage kann täglich über 20 Tonnen Eis herstellen. Das Wasser wird durch spezielle Einrichtungen, bevor es gefroren wird, gefiltert umd während des Gefrierprozesses werden die unreinen Reste in der Form von Sedimenten entfernt. Boykott jüdischer Arbeit seitens der palästinensischen Behörden. Bei einer in der letzten Woche stattgefundenen Zusammenkunft zwischen Mr. McClären, dem stellvertretenden Distrikts-Gouverneur für den Norden, und den Vertretern des Arbeiter rat es von Haifa umd dem zentralen Arbeitsbüro der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation machte der Vertreter der jüdischen Arbeiterschaft auf versdiiedene Mißstände bei den Regiierungsarbeiten dim Distrikt aufmerksam. Obwohl bei dem letzten Zusammentreffen der Bevollmächtigten des Arbeiterrates Haifa mit dem Distrikts- Gouverneur Calwell vor einigen Monaten zugesichert wurde, daß die Zahl der bei den Hafenbauarbeiten beschäftigten jüdischen Arbeiter vergrößert wird, sind bei dieser Arbeit jetzt nur 2 5 bis 2 8 j ü d isebe Arbeiter beschäftigt, gegenüber 330 Arabern, während die für die Verwaltung der Arbeiten Verantwortlichen alles tun, um die Handvoll jüdischer Arbeiter unter dem Vor wände, daß sie nichts leisten, loszuwerden. Die Leitung der Hafenarbeiten bat anderseits mehrmals die jüdische Arbeiter- Gruppe in den Steinbrüchen von Atlith lobend hervorgehoben. Die Vertreter des Arbeitsbüros der Histadruth betonten, daß Hunderte von Arabern und nicht ein einziger Jud'e vom Dept. für öffentliche Arbeiten bei der Reparatur der Chaussee Haifa—Metulah beschäftigt werde. Ferner stammen die 90 bei der Reparatur der Straße Metulah—Kfar Gileadi beschäftigten Araber ausschließlich aus Syrien, ebenso wie bei der Reparatur der Straße Metulah—Judeida Beschäftigten. Ihr Arbeitslohn beträgt für Männer 70 bis 95 Mils, für Frauen 40 bds 50 Müs, für Kinder 30 bis 40 Mils. Die Zahl der Arbeitsstunden am Tage ist unbesch rankt. Die Regierung hat »ich nicht für die Bedingungen interessiert, unter denen die Arbeiter zu arbeiten gezwungen werden. Bei dem Bau der Haifaer Polizeistation waren 40 Personen beschäftigt, von denen 3 0 aus syrischen Grenzdörfern herübergebracht Wochen-Kalender Mai 1931 )VD ««sin Siwan 5691 22 Freitag 6-V Sabbateingang 7.35 n\yyffi 'N 23 Samstag 7-? Sabbatausgang 8.26 pipanb n^Dn 'tppn ,roy3ten '3 _ 24 Sonntag 8-n 21 Montag . 9-8 •............ 29 Dienstag to—* 27 Mittwoch U-* 28 Donnerstag 12-*

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