Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 192 (22.5.1931)
- Date
- 1931-05-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sftffe 8 Wt NffOB WfLT Nr. 1% 11I1111IW11I1IIHWWWWWWIIW SIEGM. KORNMEHL QRossnMCimuiMJu Zentrale IX.. Berqr*MtJ9. Teltpjtofr ifrüfflüi. 16-9-34 Lieferant »Üf HellfllAlaIten AbtaiiuMWW «r ^•jÜM" unter Aufsicht dii Ebrwufäif«n JUtöbta^dtfr tsr. KultussrimÄnde Wien . : AvtettMftMlttlw keHtenl** IX. Bcrggats* IS / XVftl., WHttrtltt«rstr. »7 f IttimimmnrtimunttnnmmnMi %rnitiff»mnni«mimmii»Mmtwiw» anderen Weg für ein Herantreten an «Ine große jüdisch« Kolonisation sehen. Es gibt ein Mitglied der Agency* Exekutive, das der Ansicht ist, daß tür das nächste zionistische Budget tatsächlich n tt t m \ t 2 0 0.0 0 0 Pfund zu rechnen ist. Kann man mit einem solchen Budget allein auf dem Gebiet der Kolonisation etwas leisten?1* Das Pikanteste an den Mitteilungen des „Hajnt'V •Berichterstatters ist wohl die Geschichte mit den 200.000 Pfund, die die erweiterte Agency sich selbst glaubt präli» minieren zu können. Ein größeres Debakel der unglücklichen AgencyJdee ist wohl nicht denkbar. Und es klingt wie blutiger Hohn, wenn derselbe Berichterstatter über verschiedene Ver* sionen der Exekutiv*Zusammensetzung, die der XVII. Kon» greß bringen soll, zu melden weiß. Herr Weizmann, heißt es dort, werde bei genügend großer Mehrheit weiter Präsident bleiben oder, wenn das nicht geht, soll Sokolow unter dem Protektorat Weizmanns an die Spitze treten — als Haupt einer Koalitionsexekutive aus allen nicht» revisionistischen Parteien, also aus Misrachi, Allgemeinen, Arbeiterparteilern und Radikalen. Und noch grotesker I Wenn das nicht geht, soll auf Vorschlag aus Agency*Kreisen eirre viergliedrige Exekutive gebildet werden, und zwar 2 Nichtzionisten (H), 2 Zionisten! Wahrlich, die offiziellen Kreise haben noch fünf Wochen vor dem Kongreß Sinn für Humor. Beratungen über das Budget der Jewish Agency für 1931/32. Jerusalem, 16. Mal (J. T. A.) Die aus den in Palästina ansässigen Mitgliedern des Council der Jewish Agency bestehend« Budgetkommissiion hielt bisher zwei Sitzungen, zur Beratung des voll der Treasury der Jewish Agency ihr vorgelegtem <BudgetentwUrfes fü> das Jahr 5692 (1931/32) ab. Dieses Budget balanciert;mdt einem Betrage von Pf. St. 425.000 einschließlich H ad a es ah. Die„Kommission beschäftigte sich, in den ersten Sitzungen mit der Frage ,nach der Höhe der zu, erwartenden Einnahmen und beriet über verschiedene Projekte zur Vergrößerung der Einnahmen. Ein amerikanischer Palästina-Legionär soll nach neunjährigem Aufenthalt aus Palästina deportiert , , . werden. ' Jerusalem, 18. Mai. (J. T. A.) l>ie Immigrationsabteilung der, Palästina-Regierung hat die Deponierung des in Kfar Jezechiel lebenden Fleischers Chajkel Bernstein, eines ehemaligen amerikanischen Legionärs, nach Rußland angeordnet. Bernstein war anfangs 1918/als Freiwilliger in'dem für den Feldzüg" in Palästina bestimmten jüdischen Regiment ins Land gekommen. Nach der Demobilisierung kehrte er nach Amerika zurück und kam im Jahre 1922 mit seinen Eltern zum zweiten Mäle nach Palästina, wo er sich verheiratete. Der Ehe sind zwei * Kmder entsprossen. Anläßlich seiner wegen einer Bagatellsache erfolgten Verhaftung wurden seine Papiere polizeilich überprüft, wobei es sich herausstellte, daß er und seine inzwischen verstorbenen Eltern imjJahre 1922 auf Grund Von Touristenvisen nach Palästina gekommen und ohne dauernde Aufenthalt s b e w i 11 i g u n g im Lände geblieben waren. Bernstein, der im Jahre 1910, vor nunmehr 21 Jahren, aus Rußland nach Amerika eingewandert war, die amerikanische Staatsbürgerschaft aber nicht erworben hat, ist staatenlos. Sollte die Palästina- Regierung ihre Absicht, ihn nach Rußland zu deportieren, ausführen, so würde sie ihn damit im Hinblick darauf, daß, er Zionist ist,. Verfolgungen seitens des Sowjets aussetzen. In jüdischen Kreisen Palästinas wird erwartet, daß die zugunsten Bernsteins bei der Palästina-Regierung unternommenen Interventionen von Erfplg. begleitet sein werden. # Herrliehl Wajsdm a^t&emitfe<^ten,IfWl6*' desanti- KINDERHEIM-PARADIES VILLA MABWCJHIO wr> , SEEBA 9 i m NfrQnet dem Stmnto,^cWne. ruhige Uavmoderni^Tn^ 'fort VorzügnöhWVefDffeilung, volle Pension 98. Ose Kinderhelm untersteht {tetlicber und pftdi^QöteQher Aufeicht. Werlanflan sie Wq%Mfiltis. Kinderanmelaungen werden nur bis tum 20, Mai berücksichtigt. Referenzen be2üal.nnvr erteilt „Hemburger Verein z* F. r. 8p, v , semitischen Europa unmöglich wäre, ist im „Jüdischen Nfationalheim" möglich. Ein Mann, der freiwillig unter England für Palästina gekämpft hat, wird von englischen Beamten nach 15 Jahren ans dem Lande ge jagti weil die Eltern nur ein Touristenvisum hatten Aber wenn der Mann lehr, sehr viel Protektion erbetteln wird, ist noch eine Möglichkeit da, ihn zu halten. Herrlich! So regiert das britische Kolonialmini sterinm in Palfistina. In diesem Ministerium sitzen jetzt Prof. Weizmann und seine Kollegen, um über die Entwicklung de9 Jüdischen Nationalheims zu beraten Was kann da heraugkomraenf Joint arbeitet wieder allem Das große jüdisch-amerikanische Hilfskomitee (Joint Distribution Cotamittee) hat zu Beginn des Monate Mai seine Sammelarbeit aufgenommen* Bekanntlich war für das vergangene Jahr vorgesehen gewesen, eine gemeinsame Sammelkampagne für den Joint und den Palästina-Auf baufonds (Keren Hajessod) zu fuhren. Sechs Millionen Dollar sollten aufgebracht Werden. Dreieinhalb Millionen für den Joint uhd zwei einhalb für «den Keren Hajessod. Die Warnungen der zionistischen Opposition vor dieser ver ständnislosen Verquickung zweier grundverschiedener Angelegenheiten wurden durch das Resultat noch übertroffen. Das Ergebnis war ein nieder schmetterndes. Die Nichtzionisten wollten nichts für Palästina geben, die Zionisten nichts für die bolschewikische Judenkoloni sation. So gaben beide nichts. Kaum der vierte Teil von 6 Millionen wurde zustandegebracht. Der Traum von dem Goldsegen der durch Nichtzionisten erweiterten Jewish Agency für Palästina ist jetzt ausgeträumt und Joint arbeitet wieder allein. ' ' 1 * ' Die New Yorker Kampagne zur Aufbringung von einer Million Dollar als" New Yorker Quote des 2*/a - Mi I lionen-Dollar-Driy.es des Joint Distribution Committee wurde mit einem Massenmeeting, ein geleitet, an dem über 3000 Personen teilnahmen. Den Vorsitz führte 'James MaVs h all, der in seiner Er Öffnungsansprache die unter der osteuropäischen Judenheit herrschende u n geh eure Not schilderte. Den Höhepunkt des Meetings bildete eine Anspräche von Senator Bor ah, in der er in eindringlichen Worten an die amerikanische Judenheit den\Äppeli\'ricB!eierden Juden Osteuropas > bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz beizustehen/ Senator' Boräfh* führte unter anderem aus: M f Der Weltfrieden m&fi-'auf <ier Grrindrage wiYt1s,c h a f t'lich er?G e r e c h;t£ g feegLt a.u%eftaut. w.erde,n. Gesunde wirtschaftliche Verhältnisse ^können allein den Frieden sichern. Alle Armeen und Flotten der Welt können uns keine Sicherheit bringen; ' wenn 'die" halbe Welt in wirtschaftlichem Elend lebt. Jeder Dollar, der dem Joint Distribution Committee zugeführt und von ihm in Osteuropa zur1 Besserung der dortigen Lebensbedingungen ausgegeben wird, trägt zur Verhütung eines Krieges bei. Weitere Ansprachen hielten der Vizegouverneur von New York Herbert H. Lehman, Rabbi Jonah B. Wise ^und der Leiter der New Yorker Kampagne Oberstaatsanwalt Albert Ottinger, der'bekanntgab, daß im Anschluß an das Meeting die Sammeltätigkeit für die Joint- Kampagne in allen Teilen New Jorks durch eine Armee von tausend freiwilligen Mitarbeitern aufgenommen werden wird. Präsident Hoo ver und Gouverneur Smith hatten Begrüßungsschreiben gesandt, in denen sie ihren Wunsch nach einem vollen Erfolg der Kampagne zum Ausdruck brachten. * Der Präsident des American Joint Distribution Committee Felix M. Warburg hat für den 2V«-Millionen- Dollar-Drive des Joint den Betrag von 50.000 Dollar gezeichnet. Brief aus Bielifz Robert Stricker in Polmc&filesi'en Im hiesigen grauen zionistischen Leben sind die Revisionisten die einzige Gruppe, die das zionistische Gewissen nicht ruhen läßt. Die Unzufriedenen bringen Leben und Enthusiasmus in die zionistischen Reihen. Vor einigen Monaten war Jabotinsky hier, der ~ nachdem man in den letzten Jahren nichts davon vernommen hatte — wieder vom Juden Staat sprach. Und 'die Masse verstand ihn, wurde mitgerissen. Jetzt besuchte uns Robert Stricker. Er sprach in Bielitz und Kattowitz. Schon die ersten Gerüchte von seinem Besuch riefen großes Interesse hervor. Der Name Stricker, in der großen jüdischen Oeffentlichkeit bekannt, ist besonders hier populär. Noch aus der Zeit des Vorkriegszionismus, als Stricker Führer der Zionisten im alten Oesterreich war. Was Wunder, daß sowohl in Kattowitz wie in Bielitz'die Juden in Massen am Bahnhof erschienen, um ihn zu begrüßen und zu hören, was und wie er über die gegenwärtige Lage im % i p n i s jd u s denkt, Es soll vorweggenommen werden, daß der Effekt seiner sowohl positiven, wie in bezug auf die Tätigkeit der zionistischen Leitung kritischen Ausführungen ein ungeheurer war. Wir Revisionisten »her;wwwiüi<aii>sMSHi>H>wmnMsssimsM<n<mim f EEBAP GRAPO TO PENSION CONTINENTAL "W3 KOMFORTABLES HAUS FLIESSENDES WASSER WARME SÖSSWASSER-BÄDER WIENER KÜCHE/MÄSSIÖfc PREISE VERLANQEN SIE PROSPEKTE! haben dank Stricker viele neue Beitrittserklärungen zu unserer Union zu verzeichnen. In seinen Vorträgen führte Stricker ungefähr aus: Politische Gegnerschaft bedeutet nicht Herabsetzung von Verdiensten in der Vergangenheit. Wir verkennen nicht die Leistungen Weizmanns während des Krieges und nach dem Kriege. Aber seine Politik in den letzten Jahren hat versagt. Deshalb muß er gehen. Aehnlich war es mit Clemenceau. Kein Franzose wird seine Verdienste für Frankreich bestreiten wollen und können. Und den* noch mußte Clemenceau gehen, weil seine Politik in der Nachkriegszeit dem französischen Volke nicht men* entsprechend schien. Weizmann war es, der die englische Administration in Jerusalem und die zentrale Regierung in London immer mit seinem Prestige als Präsident der zionistischen Organisation gedeckt hat. Er war immer mit den Engländern^ zufrieden und immer hat er das jüdische Volk wegen angeblicher Passivität in Geldangelegenheiten getadelt. Was konnten da unsere Freunde in England machen? Nichts! Denn die amtlichen Stellen konnten sich immer auf die Zufriedenheit der zionistischen Exekutive berufen und mit Weizmann sagen, daß England alles getan habe und der Aufbau ausschließlich die Aufgabe des jüdischen Volkes sei. Das „knauserige" jüdisdie Volk hat trotz allen Schwierigkeiten und Krisen weit über 30 Millionen Pfund in Erez-Israel investiert und gespendet. Wie wurde aber mit diesem Gelde ge wirtschaftet? Für Forderung von Handel und Industrie 800 Pfund jährlich, aber für ein hebräisches Wochenblatt, das wenige lesen, über 4000 Pfund jährlich, für eine Universität ohne Studenten und Fakultäten 50.000 bis 60.000 Pfund jährlich, für Gehälter und Diäten 1000 Pfund monatlich usw. Auf einen Rettungsruf des Präsidenten Weizmann antwortete Amerika mit 25.000 Dollar, das ist nicht viel mehr als das Defizit des „Haolam" ausmachte Die revisionistische Union, die alle Mißstände in der Politik wieirt der- Finanzgebarun,g seit; Jahren kritisiert und voraussah, will; in der. zionistischen Bewegung*. Remedur schaffen. Es : muß eine andere, selbständige Politik eingeschlagen werden. Mit der Ghettopsychologie muß Schluß gemacht werden. Wir sind eine Kraft, aber die. zionistische Exekutive versteht sie nicht auszunützen, glaubt nicht an unsere Stärke. Deshalb sind wir so weit gekommen. Die Revisionisten erstreben auch eine Aenderung in der Finanzgebarung. Es geht nicht an, daß , wir in Palästina ein dreifaches Schulwesen erhalten. Die „radikalen" .Forderungen der.) Revisionisten nennt man „Faschismus". Das ist eine Dummheit. Faschismus ist nur, möglich in einer Zwangsorganisation', in einem Staat,- aber nicht in einer Organisation, in die jeder eintreten, aus der jeder austreten kann, in der es keine Militärmacht, keine Steuerkassa, keine Polizei gibt. . Wir wollen keine Förderung der Klassenkampf- Ideologie in Palästina. Dazu ist unsere Jugend nicht da. Für unsere Jugend ist der Judenstaats gedanke erhaben und groß genug, um sich ihm völlig hinzugeben. Die klassenkämpferische Organisation in Palästina und ihre Anhänger haben kein Monopol auf Palästina. Auch wir wollen und werden beim Aufbau des Landes mitarbeiten. Wir werden mit unseren Forderungen zum XVII. Kongreß kommen und zu allen Fragen Stellung nehmen. Wir sind sicher, daß wir schließlich siegen und den von den offiziellen Stellen begrabenen Her zl-Zionism u 's" wieder zum Leben bringen werden. Tosender Beifall folgte den Ausführungen des Redners. Die beiden Abende wären eine imposantep Manifestation zugunsten des Judenstaatsgedankehs. Sie haben viel dazu beigetragen, uns bei den Wahlen zum XVII. Kongreß großen Erfolg zü sichern. Dieser Erfolg wird unser Dank für. die Mühe Strickers sein;. Dr. Dawid Wdowinski. Delegiertentag der Schweizer Zionisten, — Vertrauensvotum für Dr. Weizmann. Genf, 19. Mai. 'Derin Genf abgehaltene 37. Dele* jgiertentag des schweizerischen Zionistenverban^es hat eine Resolution gefaßt, In der der Inhalt 'des Briefes i^a c D o n a 1 d s an Dr. Weizinann mit B e f r i e'd i gu n g zur Kenntnis ge^#n>n uncv Drv Weiz|rännf d^8 Ver* trauen ausge|jgr^cje4;.^it|». J$e..'.r.e y l? i Q 11 s.c h e.n pelegierten haben sich an den Arbeiten der Konferenz nicht beteiligt. Sie verließen, in der ersten Sitzung die Konferenz, nachdem ein von ihnen eingebrachter Antrag, da> Referat Dr. B eck er», eines allgemeinen Zionisten und Anhängers der Weizjuanuf^ichtung, entweder von dajp Tagesordnung abzusetzen oder ein.!«p|i eifte^i j*evisio* biblischen Pelegierten zu haltendes halbstündiges K o x> 4ferat auf die Tagesordnung m setzen, abgelehnt worden war.