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Die neue Welt · 1931-05-08 · Heft 190 (8.5.1931) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 190 (8.5.1931)
Date
1931-05-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 190 DIE NEUE WELT Seite 7 Werdende Mütter müssen Jegliche Stuhlverhaltung durch Gebrauch des natürlichen „FranzsJosef"*Bitter* wassers zu vermeiden trachten. In Apotheken erhältlich. Bemerkungen« Und noch dazu umsonstI Palästina wird in den nächsten Tagen Gäste bekommen, Gäste ans Wien. Ein wenig ungewöhnliche Gäste: Leute, von denen wahrhaftig am allerwenigsten anzunehmen war, daß sie gar so große Sehnsticht nach Palästina, dem Judenland, haben; Typen, die sicherlich verpflichtet sind, ein Blatt au lesen, das bisher keinen besonderen Appetit auf Palästina gemacht hat. Die jüngsten Palästinapilger haben seit. Jahren Ge legenheit, in diesem Blatt zu erfahren, daß die jenigen, deren Gäste sie sein werden, kleinbilrger liehe, reaktionäre Helfershelfer des englischen Imperialismus sind, und plötzlich gibt es für dieses Blatt, die Wiener „Arbeiter-Zeitung", keinen schöneren Urlaub für Arbeiter als Haifa, Tel Awiw, Jerusalem! Ein österreichisches Arbeiterfußball-Team wird in diesen Städten seine Fußballktinste zeigen — auf Einladung jüdischer Sportvereine in Palästina hin. Eine solche Exkursion kostet Geld. Nach fachmännischer Berechnung, die ein Wiener sozialdemokratisches Blatt selbst aufgestellt hat, wird das jüdische Palästina rund 12.000 österreichische Schilling blechen müssen; dafür, daß unseren Palästinensern eine nicht sehr interessante Sportleistung vorgeführt wird; und für den Anblick von Sportlern, deren Partei hier im Lande die Anhänger des jüdischen Aufbauwerkes verhöhnen und bekämpfen. Er ist sehr schön — ein Urlaub in Haifa, Tel- Awiw und Jerusalem, also in den Städten der kleinbürgerlichen Zionisten, deren Kongreß eine klerikale Veranstaltung ist! (Das klassisch gewordene Wort des Wiener sozialdemokratischen Bürgermeisters Karl Seitz.) Er ist sehr schön, denn er kostet nichts . . . „und noch dazu umsonst", sagt die „Arbeiter-Zeitung". Was man am 1. Mai erfährt! Am 1. Mai ist es in Wien Brauch, den Arbeitern auch Kunst in allerlei Formen (Musik, Theater, Kabarett, Tanz) zu vermitteln. Nun ist hier kein Mangel an wertvollen Werken auf diesen Gebieten, auch nicht an Interpreten solcher Werke, die dem Charakter und der Absicht solcher Veranstaltungen gerecht werden können. Nur müßten die Initiatoren vom Geist und Fleisch des Wiener Arbeitervolkes sein. Aber sie kommen aus einem Bereich, wo weniger Proletarierleid und Proletai'iersehnsucht zu Hause ist, sondern mehr das israelitische Kaffeehaus-Schmocktum. So ein 1. Mai bringt das drastisch ans Tageslicht. Wohin man seinen Blick auch wirft, lauter .israelitische Juden, die am 1. Mai ihre rote Haut auf den Markt tragen: Auf den Tanzpodien „koschere" Tänzerinnen (welches bessere israelitische Mädchen tanzt heute nicht rhythmisch-dämonisch?), auf dem Kabarett-Brettl „koschere" Satiriker und in der Oper ein Witzeerzähler, der zwar nicht koscheren Geblüts, aber angelernten koscheren Geistes ist; ja sogar am Vortragspult bei den religiösen Sozialisten, bei jenen Arbeitern, die ihren katholischen Glauben nicht aufzugeben und nicht zu verwässern gewillt sind- — ein israelitischer „Vagabund", ein Dichter, ein Weltenbummler aus dem gut jüdischen Gaya. Uns kann's recht sein. Wir wundern uns nicht. Wir wundern uns nur, daß diesmal die „Arbeiter- Zeitung" in ihrem Bericht über all die koscheren Dinge Herrn SJezak, der in der „Fledermaus"-Aufführung der S.taatsoper „Lozzelach" erzählt hat, diese übel nimmt. Sie tut dem Kammersänger entschieden unrecht. Er glaubte gerade den Herrschaften, die begeisterte Anhänger dieses Genres „jüdischer Lustigkeit", der Klabrias-Partie, sind, einen Gefallen zu erweisen. Wir schützen die Sowjetunion. Der 1. Mai in Wien ist aber auch für Wiener Zionisten interessant. Man kann da nämlich im großen Aufmarsch der Wiener Arbeiterschaft ein kleines Grüppchen halbwüchsiger Jungen und Mädchen sehen, die Standarten mit der Aufschrift „Es lebe das arbeitende Palästina" tragen und Lieder singen. Die Jungen und Mädchen werden von der Poale Zion erzogen und von der mit ihr koalierten Hitachduth. diiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ | Verband demokratischer Zionisten § S 5 s Mittwoch, 19. Mal 1931, uro '/,9 Uhr abends a im Herzl-Saal de» Verbandshelms, II. Untere S S Augartenstraße 38 a c s Gegenstand: g S Der Revisionismus und leine | E Stellang zur Arbeiterfrage f 5 Referent; s S B. Lubotzky i tm Jg iiiiiiiiiiiiliiiiiiiuiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiuiiiiiiiuiiiiiiiir. Was also singen sie? Am heurigen 1. Mai waren es vornehmlich zwei Lieder, deren Refrain sie begeistert ertönen ließen: „Wir sind die Arbeiter von Wien" und „Wir schützen die Sowjetunion!" Na, .»die Arbeifer von Wien"* das ist harmlos, das glaubt ihnen niemand. Aber die Geschichte von der Sowjetunion iHRt tiefer blicken. Daß diese Jugend Jene schützen will, die ihre eigenen Genossen, zionistische Genossen, einkerkern und verbannen, mit Stumpf und Stiel ausrotten wollen, ist eine symptomatische Erscheinung. Wenn das der Nachwuchs der Führer des „arbeitenden Palästina" ist, dann ist's um sie traurig bestellt. Chronik der Woche Auslandsreise des Bürgermeisters von Tel-Awlw* Der Bürgermeister von Tcl-Awiw M. Dlzengoff hat eine Reise nach Frankreich angetreten, ^von wo er sich nach Italien und sodann nach Rhodos begibt. Bürgermeister Dlzengoff will auf dieser Reise Kunstgegen stände für das neu gegründete Museum in Tel-Awiw erwerben. Italien gegen den- Mufti. Die einflußreiche römische Zeitung „Tever'e" befaßt sich mit dem Protestmemornndum, welches der Ol:erste Muselmatiische Rat vor kurzem dem italienischen Konsul in Jerusalem, betreffend angebliche Verfolg tingen der Araber in Tripolitanien überreicht hat. Die Zeitung weist darauf hin, daß das Organ des Jcrusalettier Mufti, „AI Jörnen cl Arabija", übertriebene Berichte über angebliche Grausamkeiten des italienischen MilitUrs gegen die Araber in Tripolitanien veröffentlicht hat, und wirft dem Mufti, der in einem Manifest zum Boykott Zum Muttertag! emthrtrt Schenkt die unübertroffen farbechten und sehr preiswerten Stoffe und fertigen Kleider aus dem Indänthrenh a us VI., Mariahllferstr. 71 italienischer Waren aufgefordert hat, Interessenpolitik vor. Die Zeitung „Tevere" erinnert den Mufti an die grausamen Massakers, die seine Anhänger — und, wie man behauptet, auf des Mufti Anstiftung — im Herbst 1929 an Juden begangen und die die ganze Welt erschüttert haben. Rumänischer Antisemitismus in Prankreich. Das Organ der Union rumänischer Juden, „Curierul Israelit", schreibt: Die rumänische Gesandtschaft in Paris setzt gegenüber den rumänischen Studenten, die in Frankreich studieren, jene Politik fort, die vom früheren Innenminister Vaida und dem früheren Unterrichtsminister Costachescu gegenüber den Studenten im Inlande an den Tag gelegt wurde. Diese Politik bezweckt die Förderung der antisemitischen Elemente und die Erniedrigung jener Studenten, welche Bei DARMST0RUNGEN FETTANSATZ BLÄHUNGEN besonders in den Wechseljahren, haben die klinisch erprobten, abführenden Kräutertabletfen „ZET 26' sich hervorragend bewährt. Aus reinen Pflanzendrogen ohne chemische Beimengung hergestellt, wirken sie langsam und mild, sind Wind- Und harntreibend, regen die DrUsensekretion an, entgiften so den ganzen OrKanlsmüs und schaffen Wohlbehagen. In *il«n Apotheken (90 g. S 3.70). Depot! Apötln Mantlcr. Wien. XXI. sich den cuzistischen Ideen nicht anschließen wollen. Die rumänische Gesandtschaft in Paris subventioniert mit einer verdächtigen Regelmäßigkeit die Gruppe der antisemitischen Studenten von Pari«, welche die Benennung führt: „Allgemeine Vereinigung der rumänischen Studenten in Frankreich". Hingegen weigert sieh die runiänisdie Gesandtschaft in Paris, die „Vereinigung der rumänischen Studenten" von Paris zu unterstützen, aus dem einfachen Grunde, weil dieser Vereinigung alle rumänischen Studenten ohne Unterschied der Religion und der Herkunft angehören. Die Behörden werden auf diesen Fall aufmerksam gemacht. Das Ausländer-Arbeitsgesetz in Litauen. Der litauische Geschäftsträger in London M. Kajeckaa bestätigt in einem an den Sekretär des Joint Foreign Committee J. M. Rieh gerichteten Schreiben, daß die Bestimmungen des neuen litauischen Gesetzes über die Anstellung von Ausländern sich bloß gegen jene ausländischen Arbeitnehmer richten, die Geh'nickt am Glück vorbei! $ 500.000 s 300,000 s ÖOO.OOO und vtalo Haupttreffer der KlttienlotUrf« gewinnen Sie* Bestellen Sie noch heute mit Postkarte: ein Achtel Los 3 6.-, ein Viertel Loa S 12.—. ein Ganzes Los S 48.—. Ziehung: 19. u. 21. mau _________—^immmmmmmmmmi, „GLÜCKSTELLE" STEIN Wien, I., WlpplinflörBtr, 2t (an der „Hohen Brücke") nach dem 2 8. Jttli 1930 nach' Litauen gekommen sind. Die kanadische Einwanderungspolitik. London, 2. Mai. Der High Commissioner für Kanada, G. H. Ferguson, ehemaliger Ministerpräsident von Oktavio, hielt anläßlich der am 20. April stattgeftmdenen Eröffnung der kanadischen Augstellung in den Reichshallen zu Birmingham eine Ansprache, in der er erklärte, Kanada werde künftig eine sorgfältige Auswahl der Einwanderer treffen tmd seine Tore nicht allen Nationalitäten öffnen, da es die Erhaltung der Vorherrschaft britischen Blutes und des britischen Stammes wünsche. Personen, die nicht im Besitze eines größeren Kapitals sind, sei von der Einwanderung nach Kanada innerhalb der nächsten Jahre dringend abzuraten. Rückgang der jüdischen Geburten in Böhmen. Die soeben veröffentlichten Zahlen über die Nationalitäten- und konfessionellen Verhältnisse in Böhmen weisen auf einen starken Geburtenrückgang hin. In Böhmen gibt es nach der Zählung von 1930 insgesamt 76.348 Israeliten, was dem Jahre 1921 gegenüber einen Rückgang von 3429 Seelen oder 4,3 Prozent darstellt. Die Israeliten betrugen 1921 11,9 Promille des Gesamtbevölkerung Böhmens, 1930 betragen sie nur mehr 10,7 Promille. 12699 bekennen sich zur jüdischen Nationalität, d. h. um 1448 oder 12,87 Prozent mehr als im Jahre 1921. Kongreß der judischen Studenten Großrumäniens. In diesen Taigen fand in Bukarest ein Kongreß der jiidaseih en Studeniten Gr oßruniändenß statt, an welchem Vertreter aus Bukarest, Jaissy, CLuj, Gzernowitz usw. tedilnaihimen. Bei dar ErÖffnnng hielten Landesrabbiner Senator Dr. I. Nienikawer, Dr. S. Sänger, Dr. L. Mayerschn u. a. m. Begirnißungsanspraehen. Auf dem Kon/groß Wiarden Referate über folgernde Themata gehalten: „Die S taid ent elisch afi: und der Zionismus", ^Ueheir die FöderalifiAetrung der jüdischen Studentenverbindungen'' u®w. Zum Schluß werden die Statuten der neu zu gründenden StwlenteniföVleration Rumäniens genehmigt, einige Beschlüsse betreffend zionistische Pröpagandaa r ib e d t der jüdischen Studenten wurden gefaßt, eine Leitung der ins Lehen gerufenen Föderation wurde gewählt» und ein Hiuldagungsteleigraimni an König Caroi sowie Depeis-chen an Nah/um Sakokxw und an Senator Dr. Ebner wurden abgesandt Die katholischen Stüdentenverbände gegen das Arierprinzip. Die katholischen Sfrudenienverlbände, an die die „DeiütscheStüdenienschaf t", in der die nationalistischen Stüdentenigruppen vereinigt sind, vor kurzem in der Aibsidii, die Propaganda für die Wiederherstellung des Studentenr echtes auf breitere Basis zu stellen, mit der Aufforderung zur Mitarbeit herangetreten war, hat jedes Zusammengehen mit den raesenantisemitischen Studenten mit der Begründung abgelehnt, daß die Anwendung des Arierp ran zip s bei der 'Aufnahme in die Ednizelstudentenschaften denn Gedanken einer allgemeinen großdeutschen Studentenschaft widerspreche. Die katholischen Verbände werden sich an dem Kampf um die Wdederhereteilumg des Studentenrechtes nicht beteiligen, „Solange die „Deutsche Studentenschaft'* ein loyales Verhältnis zum heutigen Staat und seinen Symbolen nicht hergestellt hat und solange der innere Widerspruch, der eich aus der Anwendung des arischen Prinzips in Oester reich und dos Staatsb ilrge rp rin zip s in R eichsdeute chland ergibt, nicht ausgeräumt ist". i Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs m H _11, Obere Donaustraße 101/108 gj I Montag, den 11. Mai 1931, 7S9 Uhr abds, | 3 im Verbandshelm dar demokratischall I Zionisten, II., Untere Augartenstraße 38 §§ 1 STUDENTEN. I VERSAMMLUNG | GEGENSTAND; j 1 „Revisionismus - Allgemeiner § | Zionismus" m | REFERENT: | | Dr. David Buk span, Dr. Leo Köppel | 1 Allgemein zugänglich! Gäste willkommen 1 I

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