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Die neue Welt · 1931-05-08 · Heft 190 (8.5.1931) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 190 (8.5.1931)
Date
1931-05-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 190 DIE NEUE WELT Seite DER TONFILM DEN JEDER JUDE OESEHEN HABEN MUSS... DAVID GOLDE Die Geschichte vom Leben und Sierhen eines reichen Mannes Nach dem weltberühmten, vielgelcscncn Roman von Irene Nemirowsky Produktion: Vandal und Delac, Paris Regie: Julien Duvivier Zum ersten Male im Tonfilm Die berühmtenKantorenu.d. Sänger* chor des Groden Pariser Tempels Der Film, der jedem Juden zum unvergeßlichen Erlebnis wird! Der Film, der das gewaltigste Menschendrama darstellt, das jemals auf einer Bühne oder Filmleinwand gezeigt wurde! Der Film, der in der Höhe der Darstellungskunst und Schönheit seiner Bilder alles übertrifft, was bisher im Film zu sehen war! URAUFFÜHRUNG AB 8. MAI 1931 Im: BURG-KINO I, OPERNRING 19, TELEPHON B-20-3-99 ROTENTURM-KINO I, FLEISCHMARKT 1, TELEPHON R-Z9-1-59 Monopol: Götz Hofbaüer, Wien VIII sich mit den linken Parteien unddem weizmanntreuen Flügel der Allgemeinen Zionisten zu einer „großen Koali» tion" verbindet, die ihre Spitze heute deutlich gegen den Revisionismus richtet? Dr. Goldmann versucht, sich und uns einzureden, daß mit einer solchen Politik der Kampf gegen Weizmann vereinbar sei. Aber bevor er auf diesem sonderbaren Wege Herrn Dr. Weizmann zu stürzen sucht, sollte er sich erst bei seinen neuen Bundesgenossen von links und aus der Mitte erkundigen, wie diese über die Frage Weizmann denken. Vielleicht hat Herr Dr. Gold» mann Glück und Dr. Weizmann kandidiert nach dem Kongresse nicht mehr; aber -wenn er es tut, so werden diejenigen Parteien, die ihn bisher unterstützt haben, ihn auch weiter unterstützen (was auch nur recht und ad» ständig wäre), und Herr Dr. Goldmann wird da bleiben, wohin er gehört, nämlich zwischen zwei Stühlen. Dies alles wäre noch erträglich, wenn Herr Dr. Goldmann die Schwenkung seiner Politik sachlich motivieren würde. Statt dessen ergeht er sich in gehässigen Angriffen gegen uns, die bisher nie gegen ihn und seine Partei offensicht* lieh aufgetreten sind. Daß wir nach seinem und des Herrn Grünbaum Verhalten auf der letzten AC.*Sitzung Kritik an der radikalen Politik üben mußten, ließ sich wirklich nicht umgehen. Will man wissen, wie das Verhalten der radikalen Vertreter im AC. auf andere Kreise gewirkt hat, so braucht man nur einige Sätze aus dem Zirkular» schreiben des Herrn Blumenfeld vom 28. Jänner zu zitie» ren, in welchem der Triumph über den Stellungswechsel der Radikalen deutlich zum Ausdruck kommt. Herr Blumenfeld schreibt: „Bei den Verhandlungen Uber die Verschiebung des Kongresses wurde Grünbaum von Dr. Weizmann aufge» f.ordert, in die Exekutive einzutreten. Grünbaum machte sein Verhalten von der Stellung seiner polnischen Gesinnungs* genossen abhängig. Er war für den Fall, daß sein Warschauer Zentralkomitee zustim» men sollte,' bereit, in die Exekutive einzu» treten. AlsdasZentralkomiteedie Zustim» raung versagte, erklärte Grünbaum sich bereit, neben Goldmann in die Politische Kommission einzutreten. Es bestand bei alle» Mitgliedern des AC. zu meiner großen Freude der Ein» druck, daß die radikale Gruppe den ernsten Willen hat, die Mitverantwortung zu übernehmen. Die Erklärung Goldmanns, die Sie in der Presse gelesen haben, wurde von uns allen als eine taktische Erklärung gegenüber der eigenen Partei empfunden, die erst allmählich an die Haltung ihrer Vertreter im AC. gewönht werden soll." Herr Dr. Gpldmann bestreitet heftig die Richtigkeit' der hier von ßjlumenfeld gegebenen Darstellung. Mag sein» daß diese in Einzelheiten" (mg, ist, aber im wesentlichen trifft sie das Richtige. Dies alles muß d,ie( zionistische Oeffentlichkeit wissen. Dann mögen die Zionisten bei den Kongreßwahlen sich darüber entscheiden,' Öbv sie die F o r t d a u er "des bisherigen Systems (durch die Wahl aller übrigen Gruppen im Zionismus, die Radikalen mit inbegriffen) oder seine Ablösung durch die vom Revi* sionismus vertretene Opposition (übrigens nunmehr der einzigen im Zionismus) wünschen. Große Feier im »Jüdischen Haus« in Belgrad* Bei gr ad, i. Mai. Die gegenwärtige . jugoslawiisehe Regierung ist bemüht, das Unrecht, das den nationalen Minderheiten seitens der früheren Regierungen wiederholt angefügt worden war, wiedergutzumachen und so ein ersprießliches und friedliches Verhältnis zwischen der Staatsnation und den anderssprachigen Einwohnern des Landes herbeizuführen. Im Verfolge dieses Zieles hat die Regierung fcivkovic erst vor, kurzem den kulturellen Forderungen der Deutschen in vollem Maße stattgegeben und vor wenigen Tagen Laben die Vertreter der ungarischen Minderheit eine Versammlung abgehalten, in der alle Redner ihre absolute Loyalität dem jugoslawischen Vaterlande gegenüber betonten und ausdrücklach erklärten, daß die Ungarn in Jugoslawien sich der vollsten Gleichberechtigung erlreuen und von einer ungarischen Irredenta in Jugoslawien gar keine Rede sein dürfe. Im Zuge dieser Politik ist auch das Verhalten der jugoslawischen Regierung gegen ihre jüdischen Staatsbürger zu bezeichnen. Am 26. April fand im großen Saal des „Jüdischen Hauses" in Belgrad eine außerordentliche Sitzung der jugoslawischen Sektion des K. K. L. statt, an welcher die Vertreter aller zionistischen Organisationen wie auch der ganzen Judenheit Jugoslawiens im Beisein des Landesoberraibbiners Dr. Isaak Alka- 1 a y teilnahmen. Namens der Regierung war der Oberinspektor beim Ministerratspräsidium Milan Nikolic, namens der Gemeinde Vizebürgermeister Krstic, sowie die Vorsteher zahlreicher kultureller, (sozialer und humanitärer Vereine aus allen Teilen des Landes anwesend. Als erster Redner ergriff der Präsident des jugoslawischen K. K, L. Dr. David Albala das Wort und erklärte, daß der Vorstand des K, K. L, Jugoslawiens beschlossen habe, den Ministerpräsidenten General Pentax i is ko.fi 6 u«nd den Minieter de« Aeußeru, Dx. Vojislav M a x i u k o v i c, für ihre Sympathien in das Goldene Buch des K. K. L. einzutragen. Dr. Albala wies darauf hin, daß die ehemalige königlich serbische Regierung im Juli 1917, als Serbien von fremden Truppen besetzt und seine Regierung außerhalb des Landes auf Korfu war, also zu einer Zeit, als das serbische Volk die schwersten seelischen Leiden zu erdulden hatte, über Anregung des inzwischen verstorbenen serbischen Staatsmannes Milenko Vesnic die erste war, welche die Bali our-Dekla ratio n und damit das Recht des jüdischen Volkes auf eigenes Nationallieiin in aller Form anerkannte. Von den gleichen Sympathien für das nationale Streben der Juden und für den Aufbau des jüdischen Nationalheimes in Palästina seien sowohl König Alexander als auch die bisherigen Regierungen des Königreiches Jugoslawien beseelt. Dr. Albala hob auch besonders das mannhaf te Eintreten des Ministers des Aeußera, Dr. Märinkovic, in Genf für die berechtigten Wünsche und Forderungen des jüdischen Volkes hervor. Dies sei umso höher einzuschätzen, als Jugoslawien naturgemäß kein politisches Interesse damit verfolge noch verfolgen könne, sondern sich hiebei von rein menschlachen und kulturellen Gesichtspunkten leiten lasse. Im Namen der Regierung dankte Oberinspektor Nikolic in kurzen prägnanten Worten, die von den Anwesenden mit lang anhaltendem Applaus und Hochrufen auf König Alexander und Jugoslawien guifttiprt wurden. Verdrängung der jüdischen Wirtschaft in Litauen. Kowno, 2. Mai Der vor etwa einem Jahre mit Hilfe der Regierung begründete Verband litauischer Kaufleute, der sich die H i n a u s s i o ß u n g d e r Juden aus Handel, Industrie und Handwerk in Litauen zum Ziele gesetzt hat, hielt soeben seinen ersten Kongreß ab. Der Kongreß faßte eine Resolution, die besagt: „Handel, Industrie und Handwerk müssen den jüdischen Händen entrissen werde n." Der Kongreß beschloß, die Regierung zu ersuchen, einen speziellen Fonds zur Unterstützung der litauischen Kaufleute in ihrem Kampfe gegen die jüdische Konkurrenz zu schaffen und alle Aufträge des Staates und der autonomen Verwaltiingsinstitutionen nur christlichen Kaufleuten und Gewerbetreibenden zukommen zu lassen. Der Verband fordert ein vollkommenes Verbot von Handel und Arbeit am Sonntag. Die Kongreßredner ergingen sich in starken Ausfällen gegen die Juden Litauens. Der Chefredakteur der „ Y d i s c h e n Stimme" widmet dem Kongreß einen Leitartikel, in welchem er die Führer des Verbandes davor warnt, das Glatteis des Chauvinismus, Antaseanitisnvu« und des Wir^Ächaftsboykotts au betreien,

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