Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 189 (1.5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
- Legnica 1× ep/1045053
- Riga 1× ep/1000826
- Ukraine 1× ep/1001131
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Nr. 189 DIE NEUE WELT Seite f die Zahl der Juden in Ungarn anfangs 1930 auf derselben Höhe steht wie 1920, infolge der ungünstigen Biktnz der natürlichen Bewegung des ungarischen Judentums und der Austrittsbewegung. Diese hat in den letzten Jahren zwar abgenommen. So betrug der Ueberschuß der Austritte über die Wiedereintritte in den zwei Jahren 1919/20 8766, während die Jahre 1921 bis 1928 einen Ueberschuß von unr 1725 Personen ergaben. Ebenso ist die jüdische Einwohnerschaft Oesterreichs auf derselben Höhe wie 1923 (rund 220.000 Köpfe) geblieben. Die jüdiische Bevölkerung in der Tschechoslowakei hat seit 1921 nur um rund 26.000 Seelen zu genommen. Die skandinavischen Länder weisen einen Rückgang der jüdischen Bevölkerung auf. Die Untersuchungen von Koralnik gewähren einen interessanten Einblick in die Gestaltung der natürlichen Bevölkerungsbewegung bei der jüdi sehen Bevölkerung Europas. Für dde Zeit Ende 1921 bis Ende 1930 stellt sich die natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung in Polen auf nicht weniger als rund 509.000 Seelen. Die Atiswandcrungsziffer während der selben Jahre betrug aber nicht mehr als rund 255.000 Seelen. Der natürliche Zuwachs des umänischen Judentums ergibt eine Zahl von 110.000 Köpfen für die letzten zehn Jahre bei einer Auswanderung von zirka 69.000 Juden: Das Endergebnis von 9,785.000 Juden bezeichnet Koralnik als die Höchstziffer der jüdischen Bevölkerung Europas anfangs 1931. Mißerfolg der neuen jüdischen Kolonisationskampagne in Rußland. — 20 Prozent Rückwanderer aus der Ukraine. Moskau, 23. April. Wie aus Simforopol gemeldet wird, sind 20 Prozent der zur Niederlassung in den jüdischen Kolonien der Ukraine neu eintreffenden Siedler für die Arbeit ungeeignet und müssen in ihre alte Heimat zurückgeschickt werden. Gegen die Moskauer Zentrale der Regierungskommission für jüdische Landansiedlung Komzet wird der Vorwurf erhöben, diesen Zustand durch mangelnde Sorgfalt bei der Auswahl der neuen Kolonisten herbeigeführt zu haben. Auch an der Tätigkeit des Komzet in der Krim, dem vorgeworfen wird, nicht genügende Vorsorge für die Aufnahme der neuen Siedler getroffen zu haben, wird scharfe Kritik geübt. Die Baracken, die bereits im Vorjahre fertiggestellt sein sollten, sind bisher noch immer nicht errichtet, und auch die Lastautos, auf denen die Kolonisten von den Bahnstationen an ihre Bestimmungsorte befördert werden sollten, sind noch immer nicht an Ort und Stelle. Infolge dieser Zustände sind die jüdischen Auswanderertransporte argen Strapazen und Leiden ausgesetzt. Auch aus Jankoy (Krim) ist die telegraphische Meldung eingetroffen, daß 15 Prozent der neu eingetroffenen Siedler krank und für Kolonisationsarbeit ungeeignet waren und daher in ihre früheren Aufenthaltsorte zurückgeschickt werden mußten. Die übrigen wurden sofort einer gründlichen ärztlichen Untersuchung unterzogen und zum Teil in ärztliche Behandlung genommen, um erst arbeitsfähig gemacht zu werden. Für die Kinder der neuen Kolonisten wurden in aller Eile Tagesheimstätten organisiert Die ersten Chaluzim aus China gehen nach Palästina. Der Pariser „Rasswjet" meldet: Am 8. Marz verließen die ersten Chaluzim aus China C h a r b i n — fünf Mitglieder des Charbiner „B t i t h T r u m p e 1 d o r", drei Männer und zwei Frauen. Am Bahnhof versammelten sich außer allen Mitgliedern des „Brith Trumpeldor" Ver» treter der zionistischen und jüdischen Organi* sationen mit dem Vorsitzenden der Zionistischen Organi* sation im Fernen Osten, Dr. A. J. Kaufmann, an der Spitze. Begrüßungsansprachen hielten Dr. Kaufmann, A. S. Isgur, der Leiter des ,,Brith*Trumpeldor" für China, L. Pjastunowitsch, u. a. Antisemitismus in Kanada. — Gründung einer Gesamtorganisation kanadischer Juden. Montreal, 22. April. In Montreal fand eine von der Liga der Bnei Brith. zur Bekämpfung juden* feindlicher Verleumdung im Hinblick auf die antisemitische Propaganda in der Provinz Quebec, die in der letzten Zeit einen ernsten, aggressiven Charakter angenommen hat, einberufene Konferenz 6tatt, an der Vertreter von über 20 jüdischen Gemeinden und zahlreiche führende jüdische Persönlichkeiten teilnahmen. Auf der Konferenz wurde der Grundstein zu einer künftigen Repräsentanz der Judenheit Montreals und ganz Kanadas, also einer Organisation nach der WIENER KINDERHEIM GR ADO (ViiiA sezesSiON) direkt am Strande, im eigenen Haus, ärztliche Leitung, geschultes Personal. Saisonbeginn 1. Juni 1931. Auskünfte und Prospekte: Dr. Erna Spitzer, VI, Webgasse 25, Tel. B-29-705 (3 bis 5 Uhr); Frau Prof. Templer, IX, Mariannengasse 23, Tel. B-43-8-98 Art des American Jewish Committee, des American Jewish Congress oder des Jewish Board of Deputies gelegt. -- Den Vorsitz führte der Präsident der Bnei Brith H o >r a c e Cohen. Rabbi Abramowitech wies dn seiner Eröff nungsansprache auf dde Notwendigkeit hin, die Bezie hungen zwischen den Juden von Montreal und den Franko-Kanadiern inniger zu gestalten. Die Pflege die eer Beziehungen werde eine Hauptaufgabe der neuen Organisation bilden. Lyon Cohen referierte über das im Jahre 190S vom Baron-Hirsch-Institut begründete Komitee, das den Antisemitismus erfolgreich bekämpft hatte und nach dem Verschwinden der antisemitischen Bewegung auf gelöst worden war. Nunmeht müsse im Hinblick auf das Wiedererwachen des Antisemitismus in der Provinz Quebec edn neues Komitee gebildet werden. Nachdem noch mehrere andere Redner zu Wort gekommen waren, wurde ein neungliedrigcs Komitee unter dem Vorsitz von Rabbi H. Ab ramowii tisch zur Vorbereitung einer Verfassung und eines Arbeitsprogramms eingesetzt. Jüdische Einwanderung nach Kuba im Jahre 1930. Havanna, 22. April. (J. T. A.) Im Verlauf des Jahres 1930 sind 1374 Juden nach Kuba eingewandert. Dde größte'Zahl jüdiischer Einwanderer stellte Polen, und zwar 560 Männer, 328 Frauen und 172 Kinder. An zweiter Steile steht Rumänien, woher 84 jüdische Männer, 52 Frauen und 18 Kinder nach Kuba kamen. Aus Litauen kamen 29 Männer, 15 Frauen und 11 Kinder, aus Palästina 10 Männer, 8 Frauen und 10 Kinder. Allen jüdischen Einwanderern wurde seitens des vom New Yorker Hias erhaltenen jüdischen Zentrums von Havanna, dem auch eine Klinik, eine von 242 Schülern besuchte hebräische Schule und eine Bibliothek mit Lesesaal angegliedert sind, Hilfe geleistet. Bei Herzleiden und Adernverkalkung, Neigung zu Gehirnblutungen und Schlaganfällen sichert das natür* liehe „Franz-Josef"*Bitterwasser leichten Stuhlgang ohne Anstrengung. Verhaftung im Zusammenhang mit dem Ueberfall bei Yadjur. Jerusalem, 23. April. (J. T. A.) In dem Dorfe Sassa bei Safed wurde der Araber Ali Sassami verhaftet, der unter dem Verdacht steht, an dem während der Pessachfeaertage auf eine aus dem Zementwerk Nesher in die jüdische Arbeitersiedlung Yadjur heimkehrende Arbedtergruppe aus dem Hinterhalt verübten Anschlag, bei dem zwei Arbeiter und eine Arbeiterin getötet wurden, tedilgenommen zu haben. Die Polizei glaubt, daß Sassami ein Mitglied der Terrorbande ist, die nach. den Massakers vom August 1929 im Safeder Distrikt unter der Führung von Achmed Tapisch ihr Unwesen trieb. Achmed Tapdsoh ist ein berüchtigter * Räuberhauptmann, der nach den August-Unruhen des Jahres 1929 nach Transjordanien entfloh und im Mai 1930 mittels Aeroplans ausgeliefert wurde, um wegen der Ermordung des Leiters des Hadassah-Spitals in Säfed, Dr. Isaac Mamaan, vor Gericht gestellt zu werden» Tapisch wurde zwar von der Anklage des Mordes an! Mamaan freigesprochen, jedoch wegen Teilnahme an der Ermordung von Hanna Cohen während des Massakers von JSafed zu f ü n fzehn Jahren Kerker verurteilt. ', . -*-!f:- Hl" ■ '■ ■ .....................i..........,.................. SEEBAD GRAPO TO PENSION CONTINENTAL 1VD KOMFORTABLES HAUS FLIESSENDES WASSER WARME SÜSSWASSER-BÄDER WIENER KÜCHE/MÄSSIGE PREISE VRRLANCiF.N SIE PROSPEKTE! „Judenrepublik'4 — keine Beleidigung. Berlin, 23. April. Der „Angriff" (Nr. 83) berichtet aus Liegnitz, daß der nationalsozialistische Redchstagsabgeordnete Münchmeyer vom Großen Schöffengericht von der Anklage einer Reihe von Vergehen gegen das Republikschutzgesetz f r e d g esprochen worden ist und daß das Gericht in der Urteilsbegründung festgestellt habe, „der Ausdruck Judenrepublik ist nicht strafbar, wenn er gebraucht wird, um damit den herrschenden Einfluß des Judentums dn der Republik zu betonen". Um die Erhaltung des religiösen Status quo in Palästina. Jerusalem, 23. April, Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird edo Besuch des Erzbischofs von Canterbury an der Klagemauer nicht stattfinden, weili das Londoner Auswärtige Amt, dessen Rat vor der Festsetzung jedes einzelnen Punktes des Reise- und Besuchsprogramms des Erzbischofs eingeholt wird, anscheinend vermeiden will, daß die Frage, ob der Erzbasohof an der Klagemauer von Vertretern des jüdischen oder des mohammedanischen Glaubens empfangen werden soll, ausgeworfen wird. London, 23. Aprid. Wie „Suaday Express" MCUARtV fUfflSF KS i£^ö ^^■^^i Ä sfe "GföANGSFILM) Es spielen *ifcÄft £S5gsa*j B"» ÄS^'fJw- «Hü/E: Max pV?Zky ^'EDERTEXTE R? ann Äfcl**/f^feKott« / AlleinauffUhrung täglich Im APOLLO Wien VI, Gumpendorfer8traße 63, Telephon A-33-5-50 Serie Vorstellungen: Wochentag: 7*5, 7, V«10 Uhr; Sonntag: 3, 5, 7, 7« 10 Uhr Im Verleih deutscher Tonfilme Leopold Barth & Co., Wien VII. aus Jerusalem meldet, wurde der Erzbischof von Canterbury durch den Gouverneur von Jerusalem Major Reith Roach an der Beantwortung einer an ihn in der Grabeskirche gerichteten Begrüßungsansprache gehindert. Der Erzbiisohof hatte zwar gegen den Einspruch dies Gouverneurs protestiert, dieser bestand jedoch mit dem Hinweis darauf, daß durch eine Rede des Erzbischofs der Status quo der den e i n z e In e n christlichen Konfessionen auf die heiligen Stätten zustellenden Rechte verletzt werden würde,, auf seiner Entscheidung. 90.000 Dollar StaafszuschuJß für das jüdische Schul« wesen in Lettland. Riga, 26. April. (J. T. A.) Die Mehrheit des lettländischen Sejms stimmte zu, daß dn das diesjährige Staatsbudget eine Summe von 5(X00 0 Dollar für das jüdische Schulwesen eingesetzt werde. Zu den Kongreßwahlen in Amerika. In der Plenarsitzung des zionistischen Zentral- WaMkomitees wurde einstimmig beschlossen, die Wahlen zum 17. Ziondstenkongreß in Amerika in der letzten Maiwoche abzuhalten. Der Schekel- Rechnungsabschliuß wurde für den 10. Mai festgesetzt. Der definitive Wahltag soll demnächst bekanntgegeben werden. Man erwartet Wahllisten folgender Parteien: Zionistische Organisation Amerikas, Misrachi, Poale Zion, Zeire Zion und Zioniisiten-ReviMonisten, Das Recht auf eine Kandidatenliste hat jede Gruppe von mindestens 100 Schekelzahlern. Budgetberatung der Prager Jüdischen Gemeinde. Prag, 24. April. In der letzten Sitzung der Repräsentanz der Prager Jüdischen Gemeinde wurde nach längerer Aussprache das« Budget für das Jahr 1931 in der Höhe von 2,3 5 6.0 0 0 Kc (Tschechen-Kronen) angenommen und der Beschluß gefaßt, in Prag ein jüdisches Spital zu errichten, das das erste jüdische Spital in der Hauptstadt der Tschechoslowakei sein wird. Das Budget weist u. a. folgende Posten auf: Erhaltung der Synagogen Kc 441.000, Oberrabbinat Kß 50.000, Erziehung (religiöse) Kc 50.000, Bibliothek Kc 55.600, rituelle Institutionen Kö 88.000. An Subventionen wurden dem jüdischen Lehrlingsheim Kö 10.000, der Jüdischen Fürsorgezentrale Kö 17.000 und dem Keren Hajessod Kc 5 0 00 bewilligt. Dieses Budget ist durch Einnahmen in Höhe von KC 839.000 gedeckt; die restlichen l1/» Millionen Kö werden durch Steuern eingehoben werden. Wiener Kinderheim in Lignano Villa „EMILIA" am Strande / Mückenfrei / Hellkrältigster Sandstrand / Ständige ärztliche Aufsicht / Wiener Küche / Billigste Preise / Gemeinsame Ab- und Rückfahrt Erat er Turnus: 21. Mal 14 Tage Lignano bei Venedig 170 S Schönster Urlaiibsautenthalt fUr Erwachsen« GRAND HOTEL, fließendes Wasser / Vier Mahlzeiten Wiener Küche / Bahnfahrt, Strand und Abgaben inbegriffen / Gemeinsame Abreise alle 14 Tage ab 1, Mal . Berta Taubes, Ii, Böcklinsir 92 . Tel.R-45-905 Von 12 bis 5 Uhr