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Die neue Welt · 1931-04-24 · Heft 188 (24.4.1931) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 188 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit* 2 Dffi NEUE WELT Nr. 188 Direkt« Eillinie 'Triest-Jaffa Hai! mit diu VüMSttgl. SalotJschÜIen % „Catnaro? des ' Skhrtdfcuer bloß 41/, T*«e , F«hrpr«lf I Ii *1. rM.-r.-l "11. fi i5.-.- } III. Kl. £ 6.-.- ' ttB^Bttt Verpflegung Ferner ExprtBlf Atea aaeti StdniQai: Aeflypttn.iiidlsÄ. Cliiiia rniil Jb^bb laskflnfte: Lloyd triestlrib Wien, f.,Ämng B WMA deren Bezüge übertrieben hoch sind, weiche, dgs. Ze^hn^i bis Zwanzigfache dessen betragen, womit eine Arbeiter¬ oder Lehr«rfamüie in Palästina ihr Lebenfristen muß und kann. Wenn angesichts solcher Verhältnisse und Stirn» mungen genaueste und einwandfreie Prüfung gefordert wird, so bedeutet das nicht Beschimpfung der Beamtens schaft, sondern Rettung ihres Ansehens. Ein anständiger Beamter kann diese Prüfung nicht als beleidigend empfinden. Er muß sie fordern 1 Wenn Sie, Herr Präsident, die Forderung nach Kontrolle mit einer Verteidigungsrede für die „be« schimpfte" Beamtenschaft gegen die „böswillige" Oppo* sition beantworten, so erwecken Sie den unseligen Ans schein, als wollten Sie, mit Einsatz Ihrer Autorität, die lebenswichtige Frage der Kontrolle als unsachgemäß und überflüssig hinstellen. Das ist nicht gut! In weiten ' zionistischen Kreisen hat mißtrauische. Unlust Platz gegriffen. Weder ein Pauschallob für die Beamten noch ein Pauschaltadel für die Opposition kann sie zum Schwinden bringen. Mit dem Ausdruck der Hochachtung „ Robert Stricker. Wie die „Erspar ungsmäßnahmen" durchgeführt werden! [ , Die 'j. T. A. meldet aus London: Die hebräische Vpcheuschrift",IHaöiam", die als offizielles Organ der Zionistischen Organisation1 in London herausgegeben wird und auf Grund eines Beschlusses der letzten ÄktiönsSomiteesitzung (Jänner 1931) in - dieser Woche züin letzten Male ersclieinen sollte, wird, wie die J. T.'A. erfährt, nicht eingestellt werden: Es würden Vereinbarungen getroffen, die das ungestörte " Weitererscheinen der ' Wochenschrift sicherstellen; '" " "■'<■••■;. ' t -'' v.. .,. . ' . v v i^- 'i;'• ' \ : ' Oer Fall „Haölam" ist in der „Neuen Welt"'.ausführlich behandelt: worden.. Diese Wochenschrift kostet der Zionistischen .Organisation die verhältnismäßig ungeheure^ Summe von 4200 engl. Efund (über 150.000 österr. Schilling)-im Jahr. Ihre Auflage ist klein, der Leserkreis sehr beschränkt, der Inhaltmit.teuren literarischen Beitragen stark, versetzt. Die letzte Sitzung der obersten Behörde, der Organisation, des Aktionskomitees, hat sich mit der Präge .beschäftigt.- Sie hat .erkannt, daß in einer Zeit, da das Palästina-Werk sich in höchster Not befindet, eine derartige Ausgabe weiter unzulässig ist. Vergleichsziffern: Auf den letzten Hilferuf Weizmanns sandte Amerika im ganzen 5000 Pfund (25.000 Dollar). Für die Entwicklung von Industrie, Gewerbe und. Haaßel in.Palästina sind im ganzen 800 Pfund ausgeworfen, also nicht einmal der fünfte Teil des „Haolam"- Defizits. Und diese 800 Pfund will man auch streichen. Nun kommt die Nachricht, daß der Beschluß der obersten kontrollierenden Behörde einfach in den P a p i e r k ö r b geworfen wird. „Haolam*' erscheint weiter! Nun ja! Einige Beamtenposten müßten verschwinden. Das darf nicht sein. In Palästina müssen Spitäler gesperrt werden. Soll Palästina schauen, wie es mit sich fertig wird. „Es wurden Vereinbarungen getroffen . . ." Wer hat sie getröffen, mit wein wurden sie getroffen...? Und da nennt man diejenigen, welche Kontrolle fordern, „böswillige, zersetzende Elemente". - . . •. Der Lehrerstreik in Palästina * Jerusalem, 18. April. Die für den 12. April #pge* setzte Wiedereröffnung der hebräischen Schulen in Pa*. lästina nach den Osteroden konnte infolge der Weigerung des hebräischen Lehrerverbandes, die Verhandlungen über Gehaltsreciuzierungen fortzusetzen, nicht :sta^* finden. Der Lehrerverband fordert, daß die Frage der Ge* haltsreduktion durch ein schiedsrichterliches Verfahren gereglt . werde. Die Exekutive der Jewish Agency hat erklärt, daß sie Vorschlüge auf ein schiedsgerichtliches Verfahren bei gleichzeitiger Streikandrohung nicht akzeptieren könne. Der hebräische Lehrerverband gibt bekannt, daß die Lehrer seit Dezember kein Gehalt erhalten haben tthd daß die Zionistische Exekutive dem Pensionsfonds fle* LehWiiehaft 5000 PfundStetling Schuldet .*. . : >. . qte Lehferschaff^fttästinas hat i$ einer Reihe von Städten Versarnmlunge»-."'»«bgehtlteft, um zur Streiklage Stellung/eu nehmen. In Haifa und Rechowoth haben Versammlungen stattgefunden, in denen gegen den Streik schärfster Protest erhoben wurde. Die Lehrerschaft von Jerusalem hat in einer Versammlung den Stan dp unkt dös Lehrer v er bah des gebilligt und die Förde» ,rung nach einer weitgehenden Reduktion der Gehälter aller Angestellten der Zionisti« sehen Organisation aufgestellt. Die Lehrer* schaft von Haifa hat sich zwar dem Streik angeschlossen, je.doch:ihr Bedauern über den Streikbeschluß des Lehrer« Verbandes zum Ausdruck gebracht. < * „Dävar"{ das ßiartr der Arbeiterörgaftisation, welcher i auch die? Lehrer dngehören, hält die Forderung der Lehrer, daß ihre Gehälter' n i;c h t nie d-r 1 g e r s e i n dürfen .ials di* der Beamten, für gerechtfertigt, wendet sich 'aber1 dagegen,' daß die i Lehrer jeder "Herabsetzung ihrer '.Gehälter widerstreben. Es geht'nicht an, daß die unver*, meidliche Gehältersenkung dadurch verhindert wird, daß- {ijede, betroffene Angestelltenkategorieauf. eine -andere, besser bezahlte Kategorie hinweist, wo die Kürzungen zunächst einsetzen müßten. Selbst wenn es nicht gelingt, gewisse zu hohe Gehälter genügend abzubauen, ist dies kein Grund, den ganzen Abbau zu unterlassen. Die Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und der zionistischen Leitung verschoben. London, 16. April. (J. T. A.) Der Beginn des zweiten Teiles der Verhandlungen zwischen Vertretern der Jewish Agency und der englischen Regierung, der für den 13.; oder 14. April angesetzt war, wurde im letzten Augen«' blick verschoben. Ein genaues Datum für die Er* Öffnung der Verhandlungen wird erst festgesetzt werden,. wenn eine Antwort der arabischen Exekutive auf die Ein« ladung der'britischen Regierung, eine Delegation nach: London zu entsenden, eingetroffen sein wird. Auch hat die inglische Regierung moch keine Entscheidung: darüber '■ getroffen, ob der Plan einer j ü d i s c h « a r a b i s c h en ' ■ R o.u n.d,T a b 1 ftü Konferenz verwirklicht werden soll. \ ' ■ ■' ";" .»:•'• '■ : ''"" ' ': ' ' '■».'•" -' : Jerusalem, 16. Äpril.k (J. T. A.)Die arabischen Zci*; tungen begrüßen es," daß die ar.abische Exekutive i , R. .i... «».;,.,.. . {1«T y. ,^-)!Äv « , •''" ": " ■' •■ . .. | irt'ihrer am Dienstag', den T4. April, stattfindenden Sitzung , sich mit der Frage der Entsendung einer Delegation nach London befassen wird. Gleichzeitig berichtet die arabische Presse, daß die arabischen Führer der Regierung mitge* teilt" haben, daß sie der Einberufung einer jüdjschcarabi* sehen Round Table*Konferenz nicht zustimmen. Daraufhin habe die Regierung/ihnen gegenüber die Ver* Sicherung abgegeben, daß . die Verhandlu,ngen : nicht-auf der Grundlage des Macdonald« Briefes geführt werden würden, und daß die Teilnahme jüdischer Vertreter an ihnen nicht unbedingt not«! -wendig sei. Die arabische Presse bringt die Meinung zum Ausdruck, daß es für die arabische Sache vorteilhafter wäre, die Verhandlungen mit der Regierung in P a« lästina statt in London zu führen. London, 17. April. (J. T. A.) Das Kolonialamt hat ' der Jüdischen TeIegraphen*Ägentur auf eine Anfrage mit? geteilt, daß dort eine Antwort der arabischen Exekutive auf die Einladung der Regierung, eine Delegation nach London zu entsenden, vorläufig noch nicht einge« troffen ist. „Jewish C h r o n i c 1 e" behauptet, daß keinerlei Verhandlungen stattfinden würden, bevor nicht die Re* gierung im Besitze der arabischen Antwort sei. Falls die i Araber nicht geneigt sein sollten, daß die Verhandlungen ' Arbeitende Menschen wissen, daß zu erfolgreicher Ärbelt t>ester Kräfrezusfäng', ruhige Nerven, flute Stlmmurua notwendig sind. Zur Kräftigung des Körpers, zur Behebung von Mattlgheltsgefühl gibt es ein zu-, verlässiges Nittel: FRANZBRANNTWEIN mit Menthol Bestes Eiru-elbemlttel,, hervÄri'OOCnd zur r^und-i Zahn- und Ract^hpfiitge; und zu mannigfachen arv0erert^$kerv In Jedeim besseren GesQbäft erhältlich, Verlangen Sie ausdrücklich „Diana" und nehmen 8le nur „Qlana". Minderweitlge Nachahmungen sind energisch zurück* ■ W ■ imtlviX in Jerusalem stattfinden, werde die Regierung ven mutlieh diesem Wunsche entsprechen. Weiters erklärt das Blatt, in offiziellen Kreisen erwarte man mit ziemlicher Zuversicht, däß die Araber bald eine versöhn* Hchere Haltung einnehmen werden. Ais Vorsitzender der Landentwicklungskommission sei Sit John Hope S i m p« soll in Aussicht genommen. Die maßgebenden Kreise seien der Ansicht, daß die Araber der Ernennung Sir Johns, die von Df* Weidmann bereits gebilligt worden sei, ebenfalls ihre Zustimmung geben werden. Die Re« gierung rechne mit einer mehr oder minder endgültigen Beilegung des jüdisch«arabischen Streites noch vor dem Zusammentritt des Zionistenkongresses. Jerusalem, 19. April. (J. T. A.) Die palästinensisch« arabische Exekutive hat beschlossen, an Verhandlungen mit der Regierung Äuni Zweck der Aufstellung eines kon« struktiven Plans für die Landentwicklung unter nach« stehenden Bedingungen teilzunehmen: 1. Die Teilnahme darf in keiner Weise die Anerkennung des Jüdischen National« heims voraussetzen. 2. Als Basis der Verhandlungen darf nicht der Macdonald*Brief oder ein an« deres Dokument, das die zionistische Politik stützt, gel* ten. 3. Die Verhandlungen müssen von gewählten Ver« tretern geführt werden und dürfen im Hinblick darauf, daß der Plan in Palästina verwirklicht werden soll, nicht in London stattfinden. 4. Es dürfen keine ge« meinsamen Beratungen mit j.üdischen Ver« t r e t e r n gepflogen werden. * London, 19. April. (J. T. A.) Obwohl die offizielle Antwort der arabischen Exekutive auf die Einladung der englischen Regierung zur Teilnahme an den Beratungen über den Landentwicklungsplaa bisher in London noch nicht eingetroffen ist, nimmt die Regierung auf Grund der von der arabischen Exekutive der Presse übergebenen Erklärung an, daß die Exekutive keine Delegation nach London entsenden will. Sie hat daher die Jewish Agency zu einer Konferenz mit Vertretern der Regierung eingeladen, die unabhängig von der noch ausstehenden Entscheidung der arabischen Exekutive am Mittwoch, den 22. April, stattfinden wird. Die Verwahrung 'der Zionisten-Revisionisten gegen Mitverantwortung an den Verhandlungen. London, 19. April. Anläßlich der bevorstehenden Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen der Exekutive der Jewish Agency und der Regierung der Mandatarmacht veröffentlicht das Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten nachstehende Erklärung; 1. Der maßgebendste Teil der Exekutive der Jewish Agency — die Zionistische Exekutive — wurde auf dem 16. Kongreß gewählt, der seine Beratungen noch vor den im August 1929 in Palästina stattgei'undenen Ereignissen abschloß. Diese Ereignisse sowie die darauffolgenden Handlungen der Mandatarmacht haben in den zionistischen Massen eine neue Stimmung hervorgerufen, die von derjenigen des 16. Kongresses grundsätzlich verschieden ist. Unter solchen Umständen kann die gegenwärtige Zionistische Exekutive keinesfalls als Repräsentation dieser veränderten Stimmung gelten. 2. Für die überwiegende Mehrheit der zionistischen Bewegung ist jede Verständigung mit der Regierung der Mandatarmacht auf der Basis des Weißbüches vom Oktober 193 0, das von der Regierung nach wie vor als das „dominierende Dokument" bezeichnet wird, unannehmbar.; 3. Der 17. Zionistenkongreß, der im Juni dieses Jahres zusammentreten wird, ist einzig und allein berechtigt, die Politik zu bestimmen und die Richtlinien zu weisen, welche die zukünftige politische Aktivität der Zionistischen Organisation zu verfolgen hat. 4t, Die weiteren Verhandlungen zwischen der Regierung der Mandatarmacht und der Exekutive der jewish Agency in ihrem gegenwärtigen Bestände müssen deshalb bis zum Zusammentreten des 1?. Zionistenkongresses als unwirksam, gegenstands- und zwecklos betrachtet werden. 5. Unter diesen Umständen erklärt das ExekutivkomiteederWeltnnionderZionis ten -Revisionisten, daß sowohl die gegenwärtigen Verhandlungen als auch irgend welche darauf folgende Vereinbarungen nicht als bindend und verpflichtend für die Zionistische Organisation oder für den Weltverband der Zionisten-Revionisten, der einer ihrer Bestandteile ist, betrachtet, werdenkönnen. Technische Vorbereitungen zum XVII. Zionistenkongreß. Mührisch-Ostrau, 19. April. Das Büro des XVII. Zionistenkongresses hat seine Arbeit unter der Leitung von Dr. Franz Kahn wieder aufgenommen. Es amtiert vorläufig in Mährisch-Ostrau. Die Adresse lautet: Mor.- Ostrava, tschechoslowakische Republik, Hviezdoslavova 29. die Freunde und Leser des Blattes! Wenn Sie der Ansicht sind, daß die „Neae Welt'* ein empfehlenswertes Blatt UU geben Sie uns freundlichst die Adressen Von Freunden und Bekannten an. Wir werden denselben die »Neue Welt'* durch mehrere Wochen zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns bei der Werbung auf Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Ans der Zusendung erwachsen weder Ihnen noch den Empfängern irgend welche Verpflichtungen. - Die Verwaltung der „Neuen Welt".

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