Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 188 (24.4.1931)
- Date
- 1931-04-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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18? •na. u*"** .«hhM*^* 1a«. i^Vctt Preis 35 Groschen Jahrgang 5 ttelUq, den *4* Api «*♦ m V.b. b. DIE NEUE WELT REVUE S16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljahrig Zloty 6.—; — 14.—, vierteljährig Dinar 40.-j Rumänien monatlich BEZUOSBEDINOUNOEN: Oesterrefeb monatlich S tM, vierteljährig S4.20, ganzjährig Tschechoslowakei monatlich Kc6.—, vierteljährig Kc 15.—} Jugoslawien monatlich Di»«. ».«.«.<...,.« v.u« nunmmcn monamen Lei 40.-, vierteljährig Lei iaOi-j Dentschl«nd monatlich Mark 1.-. vierteljahrig Mark 3.-s Bulgarien monatlich Lewa 40.-, vierteljährig Lewa 120.-; Italien monatlich Lire 9.—, vierteljährig Lire 14.—; 8chw«iz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion a, Verwaltung: Wien IX, Unioersitätt9tr.6*S, Tel. B-48-504 — Erscheint Jeden Freitag 9 I TENNIS-HOSE Tennis-Pullover Tennis-Hemden Tennis-aooken Tennis* Pr essen Tennis-Raokets Tennis-Bälle lPDeRBILlICSTE^K 'M 1-VVIPPLINCERSTR lO^ Assimilation — Degeneration« Es pfeifen bereits alle Spatzen von den Dächern, daß das Wiener Judentum im Niedergang begriffen ist. Alle statistischen Ziffern, jede Tabelle, jeder Institutionsbericht, alles, was in den letzten paar Jahren zahlenmäßig ein Zustandsbild entwerfen soll, zeigt auf allen Gebieteu des jüdischen Lebens ein Manko. Der ganze Körper in sozialer, wirtschaftlicher und sittlich-kultureller Beziehung ist angegriffen und das Wort „Krise'4 ist nur ein wohlwollender Ausdruck für einen Zustand, für den man eine schärfere Definition zu vermeiden sucht. Politische Felonie ist der Ausgangspunkt dieses Zersetzungsprozesses. Sie ist der Ausgangspunkt und Reflex zugleich. Die Wiener Juden haben sich in der Nachkriegsära des kopfscheu gewordenen Liberalismus in eine politische Unmoral gestürzt, die in erschreckendem Maße alle Abenteuer gezeitigt hat, aus denen die, Juden mit zerbrochenen Gliedern hervorgehen. Es ist zunächst das sozialdemokratische Israeli t en tum (der Erbfolger des krachengegangenen Liberalismus), das Geburtshelfer und Erzieher einer beispiellosen jüdischen Degeneration geworden ist. Die früher brave, nur ein wenig politisch korrupte Judenpresse ist unter Patronanz sozialdemokratischer After Wissenschaft Sprachrohr geworden für alle Exzesse, die unter den Schlagwörtern „Freies Ausleben der Geschlechter", „Nacktkultur", „Regelung der Geburten", „Kampf gegen die katholische Ehe", „Entfesseltes Theater" und dergleichen mehr die öffentliche Meinung berennen — 6C den Anschein erweckend, als ob all die«» if%ge ausgerechnet jüdischer Kulturbeitrag wären. Da gab es z. B. bei den letzten politischen Wahlen (den Nationalratswahlen) eine neue Gruppierung unter der Marke „Sc hober block", dem die Israelitenpresse kräftig Reklame machte. Eine stille Koalition zwischen diesem Block und den Sozialdemokraten beherrscht die innerpolitische Situation Oesterreichs. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Blocks ist die Großdeutsche Volkspartei, eine antisemitische Partei mit Tradition; mit einer Tradition, die sie hochzuhalten stets versprochen hat und neuerlich bekundet. Auf ihrem letzten Landesparteitag haben die Großdeutschen nochmals die programmatische Erklärung abgegeben: „Der Gedanke des Volkstums sohliefit jede Vereinigung mit Fremdrassigem aus. Die Partei hält ausdrücklich an diesem Grundsatz fest." So sieht die Partei aus,, der die , Juden bei den letzten Wahlen massenhaft ihre Stimmen gegeben h$ben. Das kennzeichnet zwar auch - diese Partei, aber mehr noch die Moral der jüdischen Wähler. i Man weiß, wieviel Erregung und politische .Verbitterung -das organisierte sogenannte F r e id e n k.e.r tu m ,in Oesterreich hervorruft. Da gab es wieder vor einigen Wochen in Wien eine Freidenkertagung mit dem obligaten Programm. Unter vier Referenten mußte es nicht weniger als drei Juden geben, sonst hätte sich die Sache wahrscheinlich nicht machen lassen. Der Dr. Bruno Schön fei d z. B., aus dem Lainzer Mordprozeß einer weiteren Oeffentlichkeit bekannt, hat keine andere» Sorgen, als sich um den „Rückzug der Kirche vor dem freien Gedanken" zu kümmern. Auch die rein katholischen Belange geben unseren Israeliten keine Ruhe. Das ist doch verständlich. Mit ihrem Judentum sind sie schon längst fertig. Darum sind sie in der Frage des Konkordats die Rufer im vStreite. Israelitische Redakteure erhitzen sich in dieser Frage bis zur Ekstase, nachdem sie sich schon vorher mit dem Papst über seine Ehe-Enzyklika gründlich auseinandergesetzt haben. Das etiles ist natürlich auch ein Anlaß für die hetzerische antisemitische Propaganda, die froh ist, der christlichen Welt vorgaukeln zu können, daß dieser politische und journalistische Mob jüdische Repräsentanz sei. Bei Kopfsdimeiaen, nervösen, rheumatischen und gichtischen Schmerzen haben sich Togal-Tabletten he*> vorragend bewährt. Wenn Tausende von Aerzten dieses Mittel verordnen, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen! Fragen Sie Ihren Arzt — in allen Apotheken. - Preis S 2.40. Die Wiener Judenheit ist nur dem Anschein nach eine geschlossene Gemeinschaft. Das sie verknüpfende Band ist nur noch das — Matrikelamt der Kultusgemeinde. Ein loses Band, das sich immer mehr und mehr lockert. Die einzige legale Körperschaft, die jüdische Gemeinde, entbehrt des echten jüdischen Geistes, der sie befähigen würde, an dem in Assimilation und Degeneration befindlichen Volkskörper den Reinigungsprozeß vorzunehmen. Ein trauriger Zustand. Assimilation — Degeneration! Der Weg des Niederganges wird nicht früher zuende gehen, als bis nicht der jüdischnationale Gedanke, der zionistische Wille, wieder an der ganzen Front die Offensive ergreift. Offener Brief an den Präsidenten der zionistischen Organisation Hei* Vrä§itentl „ <•> ' Währfind' Ihres Aufenthaltes in Palästina haben Sie öffentlich zur Frage der zip n i s t i schert B e* amtens.chaft Stellung genommen, Der Inhalt Ihrer Erklärung war: Die Oppositionverdächtigt und. verleumdet - die zionistische B eamtenschaft, verfolgt sie beständig und gehässig, vergiftet die Atmosphäre derart, daß sich in Hinkunft kein anständiger Mensch wird ent» schließen können, als Beamter in den Dienst der ziös nistischen Organisation zu treten. Der Kongreß wird sich mit dieser Frage beschäftigen und der tückischen Verfolgung der Beamtenschaft ein Ende bereiten müssen. Ich gehöre der von Ihnen so energisch angerufenen Opposition an. Ich habe auf Kongressen, Sitzungen des Aktionskomitees und in der von mir herausgegebenen Zeitung „Die Neue Welt" immer und immer wieder auf die Notwendigkeit einer objektiven Prüfung der Verhältnisse in der stetig wachsenden zionisti* sehen Bürokratie hingewiesen, strenge, objektive Prüfung und Beseitigung folgenschwerer Uebelstände gefordert. Das macht es mir zur Pflicht und gibt mir das Recht, Herr Präsident, Ihrer Erklärung zur Beamtens frage öffentlich und unter eigener Verantwortung ent« gegenzutreten. In jeder Organisation, welche einen Beamten« apparat besitzt, wird an diesem Kritik geübt. Diese auch in der zionistischen Organisation geübte Kritik geht nicht über das Maß des Zulässigen hinaus. Ganz grund» los aber ist Ihre Behauptung, daß seitens der Opposition mit Beschimpfungen und Beleidigungen gearbeitet wird« welche die Ehre des zionistischen Beamten verletzen. Kontrolle fordert die Opposition, Herr Präsident! Prüfung und einwandfreie Feststellung, ob die Beamten nach wirklichem Bedarf und ihren Fähigkelten gemäß Alle im redaktionellen Täil befindlichen entgelte liehen Notizen sinn" durch ein beigefügtes E bezeichnet verwehd/efc werden, ob die Zahl der Beamten gerechte fertigt, ob ihre Bezahlung entsprechend oder zu hoch is& In jeder Organisation, sei es eine staatliche oder wirtschaftliche, muß eine derartige Kontrolle ständig geübt werden. Eine Organisation, bei der diese Kontrolle fehlt, kann nur durch Zwangsmittel ihre Anerkennung durchsetzen und aufrechterhalten. Die zionistische Organisation verfügt nicht über solche Mittel, sie ist eine freiwillige Organisation. Ihr einziges Machtmittel ist das Vertrauen des jüdischen Volkes. Kontrollosigkeit zerstört das Vertrauen. Palästina ist ein armes Land. Das jüdische Volk ist ein armes Volk. Der Zionismus ist eine idealic stische Bewegung, hat keine Profite zu verteilen. Diese Umstände machen die Forderung nach strengster Prüfung der Verwendung der Geldmittel, der Opfer des jüdischen Volkes, unabweislich. Unabweis* licher als irgend einer anderen Organisation. Die mächtigsten, reichsten Staaten und Gesell« Schäften der Welt sind darangegangen, ihre Ausgaben und insbesondere die Bezüge ihrer Beamten und deren Zahl zu prüfen und auf das notwendigste Ausmaß zu beschränken. Ist es der zionistischen Organisation unwürdig, wenn sie das gleiche tut? Vor Ihrer Abreise von Palästina mußten Sie einen Hilferuf nach Amerika senden, weil das Werk in Palästina durch den Mangel an Mitteln für den nächsten Tag katastrophal gefährdet erschien. Nach Ihrer Abreise aus Palästina brach dort ein Streik der hebräischen Lehrer aus. In ihrem Manifest weisen die Streikenden darauf hin, daß man ihnen kleine Bezüge monatelang schuldig bleibt. Sie forderten Revision der Bezüge der zionistischen Beamtenschaft, welche nach ihrem Dafürhalten übertrieben sind und in krassem Gegensatz zur Entlohnung der Lehrer stehen. Die Lehrer in Palästina gehören nicht zur Opposition, In zionistischen Zeitungen — und nicht in oppositionellen, son» dem in Ihren Zeitungen, Herr Präsident — war zu lesen, daß es Gruppen von zionistischen Beamten gibt, spricht Mlttwooh, den 29. April, V28 Uhr abends, im Großen Konzerthaussaal über England, Araber und Juden Kartenverkautsstellen: Union der Zionisten-Revisionisten, II, Obere Donaustraße 101, II. Stiege, 1. Stock (Telephon A-47-2-34, täglich von 11 bis 1 Uhr und von 5 bis 7 Uhr); Buchhandlung Rath, II, Taborstraße 20a; Strumpf haus Schächter, VII, Burggasse 44; Verwaltung der „Neue Welt", II, Untere Augartenstraße 38.