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Die neue Welt · 1931-04-01 · Heft 185 (1.4.1931) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 185 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 3 DIB MVt WELT N*. 189 iiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiin^ Warnung! Ulsan Sie stell nicht aridere Erzeugnis«« aufdringen! Verlangen Sie Überall nur dir ftach einem speziellen Verfahren erzeugten, in Geschmack und Bektfmmlichkett unerreichten, hetftwertigen Die milden Stmm-Mazfcoth sind eine besondere Delikatesse! Wer Strnm-Mazzoth kauft, weiß, daß er nur garantiert frische Ware, heurige Erzen- Farvel i 3 ■ . gunc, bekommt! 3 =5 Die vorzüglichen „Strum-Mäzzoth" werden erzeugt unter ständiger Aufsicht des ehrw, S SS Rabbiuats der israel. Kultusgemeinde. Die genaue Einhaltung streng orthodoxer .3 aas, Kaschruth-Vorschriften wird von Sr. Ehrwürden Herrn'Oberräbb. Babath überwacht. aas 55 Die Erzeugung erfolgt mit eigens konstruierten; patentamtlich geschützten Maschinen 3 gs (Oefen) auf elektrischem Wege mit fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern aas Ü Ächten sie .3 3 auf die Stampiglie „H. Strum", die auf jedem Paket ersichtlich ist! j== | RSSE H. Struth, II. Roteftsterngafse 11 SÄS j -.iIIIIIIiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ Die Palästina-Regierung lehnt abermals eine Einreisebewiligung für Jabotinsky ab. Jerusalem, 26. Mär«. Wie die Jüdische Tele* grapHcn*Agentur erfährt, hat die Palästina*Regierung. beschlossen, dem Führer der Zionisten*Revisionisten, Wladi* mir Jabotinsky, bis auf weiteres keine B e* willigung zur Einreise nach Palästina zu erteilen, dies, obwohl Jabotinsky. zum Herausgeber der neuen revisionistischen Tageszeitung „Haam", deren erste Nummer soeben erschienen ist, bestellt worden ist trifft, so liegt die Sache folgendermaßen: entweder sind sie an der Palästina-Frage nicht interessiert oder sie sind überaus besorgt, daß es zu einer jü discharabischen Verständigung kommen könnte. Hingegen entfalten die syrischen Araber, die einen Einfluß auf die öffentliche Meinung haben, eine heizerische Tätigkeit. Man muß sich darüber Rechenschaft ablegen, daß phne Harmonie aller drei Parteien im englischen Parlament das Projekt der 2,5-Millionen-Pfund- An leihe für den Entwicklungsplan nicht durchgehen wird. Andererseits wird es schwer fallen, die Anleihe zurückzuzahlen, wenn nicht das Vertrauen der Juden zurückgewonnen wird und wenn nicht neue Investition.sarbeiten in Palästina in Angriff genommen werden; . . Es ist kein Schritt auf. dem Wege zum konstitutionellen Regime in Palästina ohne.,die Zustimmung der Juden möglich. Die Juden fürchten, daß die britischen Mitglieder des eventuellen legis- 1 a t i v e n Rates sich mit deri Arabern gegen die Juden ^verbünden werden. t Bezüglich seiner am*erikanischen Reise erklärte Weizmann, daßier sie ,in einigen Woche»^antreten werde: i,Eine meiner Aufgaben in Amerika besteht im Wiedergewinnen des Vertrauens .des amerikanischen Judentums und im Beseitigen der Erbitterung in der öffentlichen Meinung seit dem Weißbuch Lord Passfields. Es besteht kein Zweifel, daß das Weißbuch Viel schädlicher gewesen wäre, wenn man es* g e s c h i c k t e r abgefaßt hätte. Aber die ganze Üngeschicklichkeit dieses Dokuments besteht darin, daß in ihm die böse Tendenz dominiert, die These durchzusetzen,- daß das, was gut'für die Juden ist; den Arabern schadet, und umgekehrt Der Simpson* Bericht hinwiederum hat den Eindruck hinterlassen, daß zu der Kategorie „landlose Arbeiter" auch die' arabischen Bodenpächter gehören." Zu dieser Erklärung Dr. Weizmanns ist zu" bemerken, daß sie stellenweise' den Charakter nicht zu rechtfertigender Sorglosigkeit, trägt Es ist. ein leichtes, von der arabischen, Exekutive zu sagen, daß sie übermütig ist und nur die Schreier und Kapitalisten vertritt, daß sie nicht im Volke wurzelt. .Vorderhand ist sie die einzige und bisher unbestrittene Vertretung der Araber. Das „Nein" der arabischen Exekutive ist vorderhand und scheinbar noch auf lange Zeit als „Nein" des arabischen Volkes aufzufassen und zu werten. Bisher hat Dr. Weizmann auch nicht die Wege gewiesen, welche um diese unbequeme Exekutive herum zu den Arabern führen. Dr. Weizmann spricht von der „Ungeschicklichkeit" Passfields, welche im. Weißbuche" die Dinge in Palästina so dargestellt hat, als ob alles, was den Juden nützt, den Arabern schadet, und umgekehrt. Er bezeichnet es weiters als „Naivität der Palästina-Regierun g", daß sie den arabisch-jüdischen Verhandlungen so vorgearbeitet hat, daß sie überhaupt nicht zustande kommen konnten. Gott erhalte Dr. Weizmann seinen fröhlichen Glattben an die „Naivität" und „Ungeschicklichkeit" der englischen politischen Beamten. Aber eine zionistische Leitung, welche von diesem fröhlichen Glauben . gelenkt wird, ist geeignet, den Zionismus zugrunde zn richten. Weder der Verlauf der Weltgeschichte, noch weniger aber der Verlauf der zionistischen Geschichte haben hinreichende- Beweise für die vor Dr. Weizmann entdeckte „Naivität" und „Ungeschicklichkeit* der eng» tischen Politiker erbracht. Wäre doch die zionistische Führung ebenso naiv und ungeschickt' wie die englische. Wir könnten todfroh und hoch zufrieden sein! s rir.v S 20.- S 24.- S 23.- Fra nx b r a nntwe i n mitHentholl durch Weht. Massagen (Einreibungen) ein, und Nerven, erhöht die Ausdauer und rafflnds kraft. _ Qieich wen voll zur Mund« 4 H#«rpHene und zu mannigfachen anderen Zwecken. Uas Anerkannte Hausmittel Verlangen. Sie ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie nur „DANA'-! Wertlose Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen! In Jedem besseren 6eioa*fte erhäjtUea. tfiL, ftniserstrnße 123 IX, Alsersircße 6 Kein Araber verharideft mit Weizmann. — Intransigente Haltung der arabischen Exekutive. Jerusalem, 28. März. Die arabische Exekutive verlautbart: Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß sich bisher niemand von Dr. Weizmanns Friedens vor schlügen täuschen ließ. Wir würden nicht zögern, den Namen jeder Persönlichkeit," die in Verhandlungen mit Weizmann eintreten sollte, ohne Rücksicht auf ihre Stellung zu veröffentlichen. Weder' offizielle noch inoffizielle Verhandlungen' können den Arabern nützen. Sie könnten nur zur Ahnahme führen, daß die Araber die Balfour- Deklaratjon und das Mandat anerkennen. ■ Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die arabische Exekutive; die von der Regierung vorgej nomraene vorsichtige Sondierung der Möglichkeit eines Zusammentreffens Weizmanns mit den Führern der arabischen Exekutive unberücksichtigt gelassen, obwohl angenommen wird, die Regierung habe der arabischen Exekutive zu verstehen gegeben, daß man es in London sehr gern sehen würde, wenn es 'zur Einleitung von Verhandlungen, inisbesondere zu einer Zusammenkunft von Vertretern der Regierung, der Juden und der Araber zwecks Beratung des Landentwicklungsplanes und der Frage des Legislative Councils (Parlament) käme. Die arabische Exekutive hat in einer am 24. März abgehaltenen Sitzung beschlossen, daß ihr geschäftsführender Ausschuß von nun an täglich zusammentreten In Beruf und Sport sich frisch und ausdauernd zu erhalten, gibt es nichts Besseres als ständige Körperpflege. Ein ideales Mittel dazu finden Sie in dem seit Jahrzehnten bewährten, in tausenden Familien beliebten , soll, da im Hinblick auf die „gegenwärtige ernste Lage" ein ständiger Kontakt seiner Mitglieder dringend notwendig erscheint. Demission Paßfields? London, 26. März, (J. T. A.) „Jewish Chrottlcle" behauptet, erfahren zu haben, daß Kolonienminister Lord Passfield endgültig seine Demission eingereicht hat Die offizielle Verlautbarung seines Rücktritts werde für den Monat Juni erwartet Sein Nachfolger werde der gegenwärtige Staatssekretär für die Dominions J. H. Thomas sein, während er selbst zum Generalzahlmeister im Schatzamt ernannt werden soll. Vor Ti'§die sprach man anders« Die Juden und der tschechische Freiheitskampf. Zwischen dem tschechischen Außenminister B e h es c h und dem jetzt in äußerster Opposition stehen* den Dr. Stribrny — früher Parteigenossen, jetzt er* bitterte Feinde — ist ein Streit darüber entbrannt, wer während des Krieges zur Befreiung der TschccHo« Slowakei und ihrer Loslösung von Oesterreich bei* getragen und wer sie gehemmt hat. Natürlich spielt auch da die Judenfrage mit. Beide Teile, die mehr links gerichtete Gefolgschaft des Außenministers und die rechts* eingestellte Opposition, unterlassen es nicht, herab» setzende und höhnische Bemerkungen über die „Juden der anderen Seite" zu machen. Beide weisen die Zumutung, daß sie sich bei „ihrem" Befreiungswerke jüdischer Hilfe bedient hätten, energisch zurück. Daß den Juden der Tschechoslowakei dieser edle Bruderstreit um „Judenreinheit" nicht gerade angenehm ist, kann man sich leicht vorstellen. Insbesondere die Zionisten sind nicht gewillt, der Zeiten im Kriege zu vergessen, da die Vorkämpfer der tschechischen Separa* tionsbestrebungen allergrößtes Gewicht darauf legten, maß* gebende Kreise des Weltjudentums, vor allem des Zionis* mus, ihrer Sache freundlich zu stimmen. * Aus Prag wird gemeldet: Aus Anlaß der großen^ im Mittelpunkt des Interesses in der Tschechoslowakei stehenden Polemik zwischen dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. B e n e s c h und dem Abgeordneten Dr. Stribrny sowie dem gewesenen Abgeordneten Dr. Pergier, in der auch die Frage erörtert wird, wer Masaryk den Zugang zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, Wilson, verschafft h a t, schreibt das tschechische zionistische Wochenblatt ,,iZi d ovsk e Zpravy": „Wir. wissen nicht, in welchem Maße Dr. Pergier, oder-andere amerikanische Tschechen in dieser Angelegenheit Einfluß hatten, aber wir wissen, daß die Juden von entscheidendem Einfluß waren. Der zionistische Führer Schmarjahu Lewin, der damals in Amerika weilte, machte den Präsidenten Masaryk mit dem Präsidenten der zionisti* sehen Organisation der U. S. A. und Mitglied des Oberstgerichtes Brandeis und mit dem zionistischen Führer Stephen Wise bekannt. Diese vermittelten dann teils persönlich, teils durch den Sekretär Wilsons, den Obersten House, das entscheidende Zusam* men treffen der beiden Staatsmänner. Das ist die historische Wahrheit. Auch bei uns ist dies nicht unbekannt, wenn auch verschiedenen Kreisen diese Version unangenehm ist. Es geschah sogar, daß dieses jüdische Verdienst bei einer Anfrage aus Rechtskreisen von einer hochgestellten Persönlich* keit der Linksparteien öffentlich verleugnet wurde. Es wäre eine falsche Bescheidenheit, wenn wir, denen man fäschlich so viele Fehler anrechnet, uns das nehmen ließen, was uns gehört. Wir haben auch keinen Anlaß, Rücksicht auf Kreise zu nehmen, die es für die tschechoslowakische Auslandsaktion für entehrend halten, wenn an ihrem Erfolg Juden teilhatten." Wer luglt Wir haben vor kurzem über einen Brief berichtet, welchen der Dekan der medizinischen Fakultät an der Pariser Universität, Prof. Balthazard, an das rumä* nische Unterrichtsministerium gerichtet hatte und der dann von letzterem der Oeffentlichkeit bekanntgegeben wurde. Den wesentlichen Inhalt bildete die Klage, daß zu viele jüdische Studenten aus Rumänien in Paris studieren, und die Bitte an das rumänische Ministerium, bei der Fernhaltung der jüdischen Studenten behilflich zu sein. Der Brief hat natürlich sowohl in Pariser als auch in rumänischen jüdischen, Kreisen Entrüstung hervorgerufen. Der Pariser Vertreter der Jüdischen Telegraphen* Agentur (J.T.A.) sprach bei Prof. Balthazard vor, um nähere Informationen über die geplanten Schritte der Pariser medizinischen Fakultät zu erhalten. Im Verlauf des Gesprächs erklärte der Dekan, es gebe an der Pariser Universität weder Fremdenfurcht noch Anti* semitismus. „Ich ermächtige Sie formell," sagte Prof. Balthazard wörtlich, „die Authentizität jener Teile des Briefes, in denen von Anzahl und Status der rumänisch*jüdU sehen Studenten in £aris die Rede ist, zu dementieren. Der von mir abgesandte Brief enthielt keine der« artigen Abschnitte, sie beruhen auf freier Erfindung."

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