Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 185 (1.4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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„*«v & A X^' \ ^V Preis 35 Groschen Vi ba Ii* üEZUOSBEÜINOUNGEN Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 2.-. vierteljährig Zloty 6.— . Tschechoslowakei monatlich Kc 6.-, vierteljährig Kc. 15 — , Jugoslawien monatlich Dioar 14.—, vierteljährig Dinar 40.— Rumänien monatlich Lei 40.- vierteljährig Lei 120.—. REVU E BEZUGSBEDINGUNGEN * Deutschland monatlich Mark 1.— vierteljährig Mark 3.—, Bulgarien monatlich Lewa 40.-, vierteljährig Lewa 1.20 Italien monatlich Lire 5.-, vierteljährig Lire 14.- Schweiz und die Übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion and Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: B-48-504 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 5 Mittwoch, den J. Avtii 1931 Nr. 185 9 r spricht Mittwoch, den 29. April, im QroBen Konzerthaussaal aber England, Araber und Juden Kartenvorverkauf: Union der Zionisten-Revls'onisten, II, Obere Donaustraße 101/103» täglich von 11 bis 1 Uhr und von 5 bis 8 Uhr. Telephon» A-47-2-34 HÖChSte Zelt iSt QSV lür di« Osterreise Ihre Ausrüstung zu ergänzen CPORTVATTER 2ir,s.3e 20 mß WIEN I. WiPPLINGERSTRASSE MW Kniekerbocker- 0)4.30 Canndab uso,zur A/1.80 Lumberjack mit S*l Hose passend S JbHf Zlppve.schlu > S All Moduhosan Pessadi 5691. Lange Jahrhunderte der Gallith hindurch war Pessach ein Fest der Erinnerung, der. Erinnerung an .einst errungene Freiheit, an die Tage,.da das Volk Israel den Weg seiner geschichtlicher!* Sendung antrat. Die Eppdie der nationalen Größe war längst vorüber, mit ihr die Freiheit, des jüdischen Volkes, der Drang nachj^eiheit zu passiver Sehnsucht verblaßt. . Was übriggeblieben; 5 w ä r e b e tji'tl ti'r'E r* i n n e r u n g. Wenn der Vater des Hauses am Sederabend .die Wörte „Leschana haba b'Jeruschaläjim" sprach, die Worte „Das kommende Jahr in Jerusalem", so waren sie ein t o t e r B e g r i f f geworden, eine Formel, die in der Hagada stand. Diese leeren Worte haben wieder Inhalt bekommen. Pessach ist heute wieder mehr als Erinnerung. Das „Leschana haba . . ." hat wieder ein Fundament im zionistischen Kampfruf, in der jüdischen Losung. Das Land der Freiheit Erez Israel, nicht mehr an bloße Erinnerungen gebunden, ist der k o n k r e t e Sinn der Pessachfeier geworden. Wenn; der' Väter des Häuses;: am' heurigen Seder-, abend die Worte „Leschana haba b?Jeruschalajim" spricht; sind sie für den Sohn Mahnung zur Tat, Wegweiser, Zielrichtung. Und es ist keine leere Mode; wenn es der Wunsch tausender Juden ist, die Pessach wo che in P a las t i n a zu verbringen, wenn täusende Juden aus den entferntesten Winkeln der" Galuth in Erez Israel zusammenströmen und . sich des Festes, des Frühlings, der Heimaterde freuen. it Pessach ist das Fest der-Befreiung. Der Jude fühlt die Diskrepanz zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte. Sklaven waren wir in Mizrajim * r ,. Waren wir? Er fühlt das neue Sklaventum, dessen Ende er vor wenigen. Jahren als gekommen betrachtet hat und wieder ., . .? Eine gewaltige Anstrengung hat das jüdische „Volk gemacht, eine unerhörte Willensanspannung der Welt gezeigt. Tausendes ei n e r jungen Brüder und Schwestern hat er in das jüdische „Land der Freiheit" geschickt, M il 1 io n e n Geldes aus ersparten Gr.oscher zum Aufbau neuen Lebens geopfert, Herz und Nerven der aufreibenden* Eroberung des Bodens hingegeben — um des „Leschana haba" willen. Pessach, ein Fest der Befreiung? Sklaven sind wir in der Welt der Zerstreuung. : Noch sitzt uns Pharao ani Nacken, noch bauen wir in Sklaven-, arbeit für Fremde, noch ist;das Röte Meer nicht überschritten. Gerade im heurigen Pessach, schmecken wir den bitteren Geschmack der Un- frejheit hier und dort. Ganz Europa durchzieht. eine Welle, fanatischesten Hasses gegen uns. In Rumänien zittern unsere Briidej? vor neuein Mordbrennen, in Deutschland ktf die wilde antisemitische Bestie Jos, wie noch nie vorher, Polen zeigt Verelendung und Hoffnungslosigkeit der jüdischen Massen, die westlichen Nachtasyle Frankreich, Amerika, Südafrika haben ihre Tore geschlossen, nachdem sie durch ihre Fenster^ einen bis dahin unbekannten Antisemitismus habe einziehen lassen, Sowjetrußland hat wiederum mit einem verbissenen Vernichtungskampf gegen alles Jüdische eingesetzt. Sklaven sind wir hier in der Galirth. Und im Land der Hagada ist es gewitterschwül. Es wird zwar heroisch gearbeitet, Gärten bepflanzt, Früchte geerntet — gearbeitet, gelernt, geschaffen und Geschaffnes bewahrt, Neues gesucht und gefunden:. Fleißigen Händen versagt sich die Erde nicht, wenn man, sie betreuen darf. Aber auch. do r t, im Lau d der IIa g a d a, u m- I a u e r t F e i n cj s c h a f t un d N e i\ d das m i t Schweiß pd tyfiihe geschaffene jüdische .Werk. Von den ^Protektoren" verraten, von den alten Führern? im Stfc^ neue Erez Israel |ni ■ Kainp$auf siejhgelbst gestellt; •Es wird ein Kampf, sein gegen dünfele Pläne, 'cti^ aus dem.Land der Befreiung ein Ghetto des Exils machen wollen. , . *Ä Alle diejenigen, die in ihr Kalkül den Posten „Jü di sc h e Oh n tri a ch t und Resignation" eingestellt haben, werden fehl rechnen. Im Jtschuw und in der Gäluth hört man kräftige Stimmen. Stimmen: des Kamt>fes< der Öpferbereitschaft, des t GUMMISTRUMPF (auch eummilos) SPEZIALIST Kniekappen Stück von 2.90. Wadenstücke von 7.80 - STRÜMPFE von 5.80. 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A. in Palästina ein Interview, in welchem er vom Terror der ar'abi'schen Hypernationalist'en sprach, welche in Palästina ihr Unwesen treiben und das Zustandekommen von Verständigungsunterliandlungen zwischen Arabern und Zionisten stören. „Es-unterliegt keinem Zweifel", erklärte Dr. Weizniarin, „daß viele Araber mit d^n Juden zusammenarbeiten wollen, aber zufolge des jfta 1 i t isch en Te rrors gewisser arabischer' Rädelsführer Furcht haben; als Verräter verschrien zu werden. Auch Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet -ein Teil der Juden hat zu den Befürchtungen der bereitwilligen Araber beigetragen. Jetzt müssen wir die Araber dazu bringen, eine Plattform zur Zusammenarbeit anzu- 'nehmen, und das bedeutet — Konzession en unsererseits. Viele Araber sind auch der Meinung, daß die englische Politik eine antizionistische ist und daß die Engländer daher die friedensliebenden Araber nicht unterstützen werden. Dr. Weizmann bestätigte weiters die Richtigkeit der J. T. A.-Meldung, wonach die Londoner Regierung den High Commissioner beauftragte, eine jüdischarabische Zusammenkunft zu arrangieren» Er erklärte hiezu: . „Die Palästina-Administration hat naiv gehandelt und > ganz einfach den arabischen Körperschaften diesen Wunsch mitgeteilt.* Ohne Hinblick auf den MacDona 1 ot-B r ief. .der in, Wirklichkeit bloß den Status quo hergestellt und einen, Teil der Araber tief enttäuscht'hat, glaubt Doktor Weizmann, daß ein großer' Teil der arabischen öffentlichen'Meinung geneigt ist, eine 'Phase: der Zusammenarbeit mit^ den Juden zu beginnen. Das ist das Resultat der Zickzaekpolitik. Die arabische Exekutive repräsentiert all die schreierischen Elemente, teils deshalb, weil sie die Interessen der kapitalistischen .Sphären vertritt, teils zufolge der britischen Unter s t ü t z u u g, von der sie Vorteile zieht Aber die Stellungnahme des „Non possumus'V hinter welcher sich die arabische Exekutive verschanzt, verrät die Nervosität ihrer Anhänger" Bezüglich der Stellung der Araber in den Nachbarländern sagte Dr. Weizniann: „Was die Araber in den englischen Kolonien be« i