Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 184 (27.3.1931)
- Date
- 1931-03-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 184 DIE NEUE WELT s«i!f m 1«n 11 n wurden vier verurteilt, und «war einer wegen schwerer Körperverletzung zu einem Monat G e# f ä n g n i s, zwei, darunter der Angeklagte Frank aus Worms, wegen Körperverletzung 2u je 100 Mark Geld* strafe und einer zu 25 Mark Geldstrafe. Von den an* geklagten Nationalsozialisten wurde der Knecht von Seggern wegen Sachbeschädigung zu 100 Mark Geidstrafe und ein anderer Angeklagter zu 10 Mark Geldstrafe wegen Waffentragens verurteilt. Die übrigen 2$ Angeklagten wurden freigesprochen. Der Staatsanwalt Heß die Anklage wegen Landfriedensbruches fallen. -)ie 100. FriedhofschKndung in Deutschland. Berlin, 21, März. In dem badischen Städtchen S i, h r i e s h e i m an der Bergstraße (bei Meidelberg) wur# den vor wenigen Tagen zwei Kindergrabsteine auf dem israelitischen Friedhof umgeworfen und ein anderer Denkstein mit Kot beschmutzt. Zwei Täter hat die Gendarmerie festgestellt. Die Rohlinge, die M i tglieder der nationalsozialistischen Partei sind, sehen hoffentlich einer empfindlichen Strafe ent* gegen. Die christliche Bürgerschaft Schriesheims, die immer mit den Mitgliedern der Israelitschen Gemeinde in Frieden lebte, ist über die rohe Tat einmütig empört. Die Berliner jüdische Bevölkerungsziffer. Berlin, 19. März. (J. T. A.) Auf Grund der Volks» zählang vom 16. Juni 1925 hat das Statistische Amt der Stadt Berlin die jüdische Wohnbevölkerung in der Reichs* hauptstadt mit 172.672 Personen beziffert. In der jüdischen Oeffentlichkeit aber behauptete man, daß in Berlin mindestens 200.000, möglicherweise gar 250.000 Juden leben. Man führt ins Treffen, daß eine große Anzahl von Juden sich gescheut habe, die Frage nach der Konfession auszufüllen, ferner seien viele Juden nicht mitgezählt worden, weil sie polizeilich nicht gemeldet waren, Dr. Hubert P o 11 a c k hält in einem im Gemeinde* blatt der Jüdischen Gemeinde Berlin erschienenen Auf* satz die Annahme einer höheren als der statistisch er* faßten jüdischen Bevölkerungsziffer für abwegig und die erwähnten beiden Argumente für falsch. Insgesamt haben von den 4,024.165 Bewohnern Groß*Berlins nur 21.483 ihr Religionsbekenntnis nicht angegeben. Selbst die Annahme, daß ein Viertel von ihnen jüdisch ist, dürfte zu hoch greifen. Noch erheblich geringer ist die Zahl der polizeilich nicht gemeldeten Juden; sie betrug nach Angaben des Arbeitsamtes der Jüdischen Gemeinde im Durchschnitt der letzten fünf Jahre keinesfalls mehr als 500 Personen. Auch bei weitest* gehender Berücksichtigung der von den Kritikern der amtlichen Ziffer erhobenen Einwände kann man die Zahl der Juden, die am letzten Volkszählungstag in Berlin wohnten, höchstens mit 179.000 ansetzen. Durch die natürliche Bevölkerungsbewegung hat sich diese Zahl seitdem etwas verringert. Alles in allem hat die Jüdische Gemeinde Berlin am 30. September 1930 etwa 174.600 Mitglieder gehabt. (Die Mitgliederzahl der Gemeinde Adass*Jisroel wird auf rund 1000 geschätzt.) Wenn das Verzeichnis der Wahlberechtigten, also der voll* jährigen Gemeindemitglieder, rund 13 2.0 0 o Per* sonen umfaßt, so mag eine Gesamtmitgliederzahl von 174.600 als zu niedrig erscheinen. Dennoch ist sie an* nähernd richtig. Der Altersaufbau der jüdischen Bevölke* rung Groß-Berlins ist eben abnorm, so daß auf die noch nicht wahlberechtigten jüngeren Jahrgänge der Gemeinde* mitglieder nur etwa 40.000 Menschen entfallen; eine recht ungünstige Prognose für die weitere Entwicklung der Berliner Juden. Das Oberverwaltungsgericht entscheidet, daß der Rabbiner nicht Geistlicher ist. Frankfurt a. M., 20. März. Eine Synagogengemeinde, Eigentümerin eines Hauses, in dem sich u. a: die Wob nung des Rabbiners der Synagogengemeinde be* findet, begehrte auf Grund des § 3, Absatz 1 des Hauszinssteuergesetzes, Freistellung dieser Woh* nung von der Hauszinssteuer. Der Antrag wurde im letzten Rechtszuge durch eine erst jetzt ver* öffentlichte Entscheidung des Preußischen Ober» Verwaltungsgerichtes abgewiesen. Nach dem genannten Paragraphen sind von der Hauszinssteuer be« freit: die Dienstwohnungen-der-Geistlichen und Kirchendiener. Ein Rabbiner sei aber im Sinne dieser Bestimmung nicht Geistlicher, da nach Preußischem Landesrecht unter den Geistlichen und Kirchendienern nur die der evangelischen Lan* deskirchen, der römisch-katholischen und der alt*katholischen Kirche zu verstehen seien. 3 1 3 | Union der Zionisten-Revlslonlsten Oegtgrrelchs § Montag, den 30. MÜrs 1981, y,9 Uhr abends, Cele „Produktenbörse". II., Taborstraße 10 GEGENSTAND: VORTRAG Panlslamlsmti! und Zionismus REFERENT: Dr.sal.Woif Pünktlicher B 91 n n I iliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin daß die In Geschmack und Qualität unübertroffenen ff erttklsftttfettrenommlerten ss Alles spricht davon fchmidl-Mazzoth 11111111111111111111111111111111 1 heuer besonders gut geraten sind I §j |iÄ8/c^:«%u;-8?,\ SPEZIAL-MARKE „N. B.MÄÄI| I Zentrale:N.Brodetzkl,ll,Uopoldfga«e43T ^sl | H Erhältlich: tit allen besseren Geschäften und In der »Male, N, ScnMamtsgasse tl (in den Räumen des ss ss Vereines „Machsike HadathM> ss iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiin Der Artikel 137 der Reieh3verfassung, der von den Reli* gionsgesellschaften im allgemeinen spreche, schaffe kein dem Landesrecht vorgehendes materielles Recht. Es fehle an einem besonderen Preußischen Landesgesetz. Der Staatsrechtslehrer der Universität Frankfurt, Prof. Dr. F. Giese, führte dagegen aus, daß der Rechts» Standpunkt des Öberverwaltungsgerichts dem Rechts» gefühl widerspreche und daß er mit dem in Art. 135 ff. der Reichsverfassung zugrunde gelegten Prinzip der staatsseitigen Gleichbchandlung aller Religionsgesellschaften unvereinbar sei. Der Ausschluß der Staatskirche in Art. 137 I gestatte keine Bevorzugung einzelner Religionsgesellschaften. Da das Oberverwaltungsgericht für Einsprüche gegen die Hauszinssteuer den letzten Rechtszug bildet, kann also jetzt nur noch durch Gesetz Abhilfe geschaffen werden. MMseVseVseVsaBsB^ Bei DARMSTÖRUNGEN FETTANSATZ BL'A HUNGEN besonders in den Wechseljahren, , haben die klinisch / erprobtei^abltthrenden ZET 26" Kräuterta 11« sich hervorragend bewahrt. 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März fand in Berlin die gut besuchte konstituierende Tagung des Landesverbandes statt. 26 gewählte Delegierte aus Berlin, Breslau, München, Frankfurt, Köln, Stettin, Leipzig, Dessau und Magdeburg nahmen teil. Eine große Anzahl von Gästen folgte den Verhandlungen. In seinem Referat' führte der Vorsitzende, Herr Bichard Lichtheim, ans, daß der M a c D 0 n a 1 d- Brief anhaltlich sehr unbefriedigend und in seiner Fonm als Kommentar zum Weißbuche sehr bedenklich sei. Besonders sei auch dagegen zu protestieren, daß Dr. Weizmann auf der voreiligen Veröffentlichung dieses Dokuments bestanden habe, obwohl sogar in der Politischen Kommission und in der Zionistischen Exekutive starker Widerstand gegen die Veröffentlichung sich geltend machte. Die kommenden Verhandlungen über die wichtigsten Fragen (Transjordanien, Verwaltung, Laudentwicklungsplan und Parlament) seien von solcher Tragweite, daß die Exekutive ein schweres Unrecht begehe, wenn sie nach der von ihr erzwungenen Kongreß verschiebung darauf hindränge, auch' diese Verhandlungen unabhängig voii der Willensäußerung des Kongresses zu führen. Die Exekutive sei diesen Verhandlungen nicht gewachsen. Daher habe das Revisionistische Exekutiv» komitee auf seiner letzen Tagung in Paris mit vollem Recht beschlossen, gegen die F o rtführungderVerhandlungendurchdiejetzigezion istische Leitung zu protestieren. Die innere Situation im Revisionismus erfordere eine Klärung, da sowohl die Revisionistische Exekutive wie auch sicherlich die Uberwiegende Mehrheit aller Revisionisten mit der Taktik der Revisionistischen Partei in Palästina, diio neuerdings von Dr. v. Weis! geführt wird, nicht einverstanden seien. Die von den palästinensischen Revisionisten ausgegebene Parole auf Zurückziehung der revisionistischen Vertreter uus dem Aktionskomitee, auf Austritt aus der Organisation, auf Verlassen des Jüdischen Nationalrates in Palästina stehen in schroffem Gegensatz zu der bisherigen Haltung der Union. Die oft erörterte Frage unserer zukünftigen Beziehung zur Zionistischen Organisation erfordere keine* neuen Beschlüsse, sondern nur die Bestätigung der be-t reits mehrfach gefaßten. Alles komme für den Revision nismus und damit auch für den Zionismus darauf an, zum XVII. Kongreß eine so große Zahl von Mandaten zu erobern, daß der Wille des Revisionismus zu einem entscheidenden Faktor auf dem Kongreß werde. Es folgte eine lebhafte Diskussion. In der Nachmittagssitzung erstatteten die Herren Dr. P o 11 a c k und Alexander Reiter Referate über die Jugendarbeit und Dr. Silbert über Organisation und Finanzen. Ein erheblicher Betrag wurde für die Londoner Zentrale aufgebracht und das Budget der Berliner Zentrale wurde gesichert. Die Tagung schloß abends mit einer Schlußansprache des Vorsitzenden. Es wurde ein Zentralkomitee für Deutsch« land, bestehend aus 25 Mitgliedern, gewählt. Den Landesvorstand bilden folgende Herren:. Richard Lichtheim (Vorsitz), Dr. Hans Bloch, Belilowsky, Dr. Episch* Dr. Elias Fischer, Alexander Reiter, Julius Reiter, Doktor, Schloß. Nachfolgend die wichtigsten Beschlüsse: Der Delegiertentag spricht den Revisionisten P alästinas seinen herzlichen Glückwunsch zu ihrem bedeutungsvollen Wahlerfolg aus. Er wendet sich aber; gegen die politische Taktik der gegenwärtigen Leitung; der Revisionisten in Palästina und lehnt die von ihr vorgeschlagenen Aktionen ab, die im Widerspruch ziü den bisherigen Beschlüssen der Union stehen. Der Delegiertentag fordert, daß alle Kräfte der Be« wegung jetzt für das Ziel der Eroberung des; XVII. Kongresses zusammengef aßt werden^ Die Entscheidung über die Zukunft der zionistischen Bewegung hängt wesentlich davon ab, ob es dem Revisionismus gelingen wird, durch Gewinnung einer großen Zahl von Mandaten auf dem nächsten Kongreß den Prinzipien der revisionistischen Bewegung zum Sieg zu verhelfen. Der Delegiertentag erklärt, daß der MacDonald« Brief völlig unbefriedigend ist und keineswegs die Basis für die Kooperation mit der Mandatarmacht bilden kann. Der Delegiertentag protestiert gegen die Foitfük-. rung der Verhandlungen mit der Mandatarmacht durch' die jetzige Leitung der Zionistischen Organisation und fordert, daß keine Festlegung in politischen Fragen erfolge, bevor nicht der Kongreß eine neue Leitung gewählt habe. Insbesondere weist der, Delegiertentag auf die drohende Gefahr hin, daß ein Parlament in Palästina geschaffen wird« das eine Bedrohung des ganzen zionistischen Werkes be* deuten würde. Geflügel-Dicker VII. Llndengasse 95, Tel. B-33-3-13 Masses, Wein sowie samtl. 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