Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 183 (20.3.1931)
- Date
- 1931-03-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE MEUE WELT Nr. 185 PALÄSTINA KARMEL-WEINE AUS R?CHON-Le ZION, DAS QUALI- TATS PRODUKT JÜDISCHEM WEIN¬ BAUES IN EREZ-ISRAEL » noö bty ntD MAN ACHTE BEIM EINKAUF GENAU AUF DIE HERKUNFTSBEZEICHNUNG BIOHOX-LE ZION, DA DIE HOHE QUALITÄT UND BELIEBTHEIT DIESER WEINE AUS DEN BAROM ROTH^CHILDSCHEN KELLEREIEN VIELFACH ZU NACHAHMUNGEN GEFÜHRT HAI ' . Großvertrieb i Gustav Wilder, Wien, IV., Blechturmgasse 12 Telephon: U 43-8-19 Telegrammadresse: Kormel Wien bens, von dem der wackere Goßlar seine drollige demokratisch-pazifistische, eine wenig militant-antisemitische Ablehnung des Klatzkinschen Zionismus herhaben dürfte. . . Wer, da nun glaubt, daß die deutschen Zionisten die ehrliche, konsequente, j ü d i s c h-n a t i onale Gedankenarbeit Klatzkins verteidigt, die Angriffe würdig abgewehrt hätten, — zumal es hier um die Grundpfeiler der zionistischen Ideologie,geht,—> der irrt. Die, Herren vom deutschen Zonismus waren in der größten Verlegenheit, sie stammelten! Entschuldigungen,-' 'sie rückten^, ab, auch sie ließen sich ihr Deutschtum und ihren deutschen Mutterboden' nicht nehmen. Auch sie, die Herren vom deutscheu Zionismus, lassen Klatzkins zionistische Gedankengänge höchstens für die Ostjuden gelten, die in ihrer eigenen Kultur leben, nicht aber für sie selbst, die deutsch sind und jüdisch a la Jakob Wassermann. Jetzt hat auch in deutschen Zeitschriften eine Diskussion zur Judenfrage eingesetzt.* Deutschnationale ' Theoretiker versuchen in s,eriösenJ Organen von ihrem Standpunkt aus und nach ihrem natürlich beschränkten Wissen um das-Judentum und jüdische Dinge Licht in das. Verhältnis „Deutsche u n d. J u 4 e n". zu. bringen. Es geht um die Frage der Stellung , der Juden im deutseben Kulturleben, es geht darum, wie die Stellungnahme v der Juden zum Ringen der Deutschen .nach .einem neuen staatlichen und kulturellen Gebilde .beschaffen .sei. Es gibt Anfechtbares in diesen •Klqriingsversuchen, aber auch manches, das sich die Juden zu Herzen nehmen sollten, z. B. wenn der eine verlangt, die Juden müßten gleich den Deutschen in ihre eigenen Tiefen hinabsteigen, die Deutschen nicht stören, so wie diese die Juden nicht stören würden. In diese Diskussion greifen natürlich auch Juden ein, aber nicht die Zionisten, sondern Leute wie Wassermann und andere jüdische Literaten, die bekanntlich würdige Vertreter jüdischen Geistes sind. Sie verwirren das Problem bis zur Hoffnungslosigkeit. Unendlicher Schaden wird von diesen ahnungslosen „Repräsentanten der Juden" angerichtet. Ihr Winseln um Anerkennung ihres deutschen Patriotismus, ihr Bestreben, darzuturi, welche Verdienste sie um die deutsche Kultur haben und mit welch schnöder Undankbarkeit man ihnen begegnet, das ist die Essenz ihres jüdischen Pathos, das sie den Deutschen entgegenzuhalten haben. *..'■-- Unterdessen nehmen die Dinge des Lebens ihren Lauf. Das deutsche Judentum lebt in beispielloser Panik. Der Hakenkreuzlersturm braust über sie und droht alles zu vernichten, was sie in mühseliger Arbeit aufgerichtet haben. In den kleinen Städtchen lebt der Jude unter dem Terror des Boykotts auf allen Gebieten gesellschaftlichen Tuns, in Wirtschaft, Freizügigkeit und staatsbürgerlichen Rechten." Er muß persönliche Beleidigungen, Schmähungen und Verunglimpfungen über sich ergehen lassen. Seine Kinder wachsen in verkümmernder Erbitterung auf. Nicht einmal seine Gräber läßt man in Frieden. Der Weg zu Gericht ist mit Demütigungen verbunden. Dafür kann er die Genugtuung erleben, daß seine Brüder von der Literatengilde Kämpfer sind, Kämpfer für „deutsche" Reformen, Kämpfer auch z. B. gegen den Abtreibungsparagraphen. Wie bei uns in Oesterreich die jüdischen Herren wacker streiten gegen den Papst, der den Katholiken die Entscheidung verwehrt, gegen das Gericht, das den Abtreibungsparagraphen 144 nicht abschaffen wilh so hat es in den letzten Wochen in Deutschland einen Riesenrummel gegeben, eine Aktion gegen, den §,218, der dem österreichischen . § 144 entspricht Ein, schriftstcllernder Arzt, Dr. Friedrich Wolf, ist der Rufer im Streit, Sein Helfer die jüdische Aerztin Jak ob o w i t s c h. Sie werden eingesperrt,, eine ungeheuerliche Preßfehde bricht los und es wird, wie' nicht anders denkbar, ein Komitee ins Leben gerufen,, das den. Gesctzesparagraphen ad absurdum führen soll, Diesem Komitee, gehören führend die ... . , > v ■ j> i - * , i. * v *j * - * * " v' " r} <v '■" " I ■ * \' Herren Lion Feucntwanger, Stefan Größmann, Hans flehfisch und Ernst Toller rah. Ei rt s tein hat, so melden die Zeitungen, zu' den Zielen des Komitees seine Zustimmungi erteilt. Wie man sieht, hübsch viel Juden. Hauptsächlich s.i.e sind es, die den;60 Millionen De u t S ö h e V i n ihrer Not beispringen müssen.; Es tut nichts zur Sache," daß diese 60 Millionen sieh für die jüdische Hilfe höflich bedanken, daß die Hakenkreuzlerpresse wüsten Lärm schlägt über die jüdische Provokation, daß die antisemitischen Parteien wieder Anlaß haben zu schärfster Agitation gegen die Juden — die israelitischen Literaten lassen sich nicht ab* halten, durch Seitenkanäle in die deutschen Kultürgebiete einzudringen. Die deutschen Antisemiten toben, die jüdischen „Intellektuellen" schüren das Feuer, geben der Hetze Nahrung. Das bewußte Judentum Deutschlands fällt ihnen nicht in den Arm, schweigt. Was Wunder, wenn die gesamte deutsche Judenhcit identifiziert wird mit diesen Elementen! Was Wunder, wenn der Antisemitismus in Deutsehland gar so leichtes Feld hat! o. r. Meldungen und Gegenmeidungen* Persönlicher Schutz für Weizmann. Die „Jüdische Telegiraphenagentur" (Ifa) meldet: London, 13. Münz. (Jta.) Für Reise Dr. Weizmanns ii&ui Palästina meldet „Jewish Ghroniole", daß die englische Regierung Dr. Weizmann versidiert hat, daß spezielle Schutzmittel angewendet werden, um ihn vor I bestätigen, daß die denkbar beste Wirkung erzielt! #wird:d$rch >£.#Jjjf|'A' •'• FRANZBRANNTWEIN mit Menthol. Anwendung: Aeüsserllch zu Einreibungen, Umschlägen, Abwaschungen; innerlich als Mund- und Gurgelwasser, ferner zu verschiedenen anderen Zwecken. Ein Versuch!) «t. physischen Angriffen in Palästina zu bewahren. In fte» gietrungfekreisen' wird aber die jetzige Reise Dr. Weizanantiti nach Palästina als sdilechtihedachte und unzeitgemäße Handlung befrachtet. * *'v ■ . * Lbndon, il Mär«. (J. T. A.) Das KoIoniaJamt detittentiert durch die Jüdisch*? Telegraphen-Agentur die .Nachficht, daß Dr. Weizmann um persönlichen Schutz für die Zeit seines Aufenthaltes in Faläatin« a« gesucht habe. Hinzugefügt wind, daß die Palästtina-Verwaltung natikHcherwiddee auf eigene Initiative Maßnahmen «um Schutze Weizmanns getroffen habe* ■ . . Verhandlungen? London; 16. März. (J. T. A.) „Jewish Chroai i c I e" brachte vor einigen Tagen eine Mitteilung seines parlamentarisdien Korrespondenten, wonadi die Ver- Jiartdilunigen zwischen Jewiah Agency und englischer Regierung als beendet zu befrachten seien und nicht mehr fortgesetzt werden würden. Der , Jüjdisdien Telegraphen-Agentur wird vom maßgebender 1 Stelle mitgeteilt, daß diese Meldung unrichtig ist. Wenn audi das Kolonial« mit bestrebt ist, den Landentwicklungspkin dm Interesse der gesamten Bevölkerung Palästinas möglichst bald in Angriff zu nehmen, beabsichtigt es dodi nicht, irgendwelche Maßnahnnen zu treffen, bevor nicht der Gegenstand in den Verhandlen,gen zwischen Jewish Agency und dem Rßgierimgskoiiiitee, dessen Zusammenkünfte unter den Auspizien des britisdien Kabinetts weiter fortgesetzt wenden, gründlich durdiheraten sein wirdt * Lohdon, 15. Mära (J. T. A.) Das Organ der Zionistischen Exekutive, „Haolara", veröffentlicht einen Leitartikel, in dem im Zusammenhang mit der Palästinarcise Dr. We i z m a n n s darauf hingewiesen wird, daß die britische Regierung genötigt sein werde, »ich mit den pailästinensisdien Arabern bezüglich der Frage einer Round Table-Konferenz ins Einvernehmen zu setzen. Erfolg oder Mißerfolg hängen davon ab, ob die Araber zur Mitarbeit bereit sein werde in. Die Obstruktion der zionistischen Opposition sei, da auch der kommende Zionistenkonigreß bei der Ausarbeitung eines Programms für die neue Exekutive mit der Macht der Tatsachen werde rechnen müssen, unklug und undiplomatisch. * Jerusalem, 15. März. (Iia.) Die arabische Presse veröffentlicht folgende Resolutionen der ärabis ch e n Exe k uti ve:' Die von der ehgilisdien Regieruhig angestrebte Verständigung zwischen Arabern und Juden wird iiisolange nicht zustande kommen, als nicht die Balf o ur-Erklär iing und das Palästina- Mandat revidiert werden. Die arabische Exekutive protestiert gegen d«n MaoDonald-Brief; welcher den Juden freien Bödenkauf, freie Einwanderung und Boykott der a rabisdien Arbeit (gemeint ist die Verwendung jüdischer Arbeit bei jüdisdien Unterneihmungen) gestattet.' Alle geseillsduaftlichen und politischen arabisdien Organisationen werden aufgefordert, den Boykottgedanken zu verbreiten, jedoch „ahme Lärm und Drohungen". Die alte Losung der palästinensisch-arabiöcheh Exekutive: „Verkauft den Juden-alles außer Boden und'kauft von Juden nichts außer BodenP* wird neuerdings ausgegeben. Schließlich ergeht an die arabische Bevölkerung der Appell, in Nachahmung des von Gandhi gegebenen Beispiels die ausländische Kleidung abzulegentund bloß die arabische Nationaltracht zu tragen, um so den wahren arabischen nationalen Geist zu bekumden. * Es wäre wünschenwert, wann sowohl „Jewish Chronicle" als auch die Ita bekainntgeben würden, was unter „^maßgebenden Stellen" und „Ragierungskreisen" zu verstehen ist. Nicht , widerlegt erscheint die von „Jewish Chronicle". gebrachte Nachrichti daß das palästinensische Parlament, die stärkste Bedrohung des, Nationalheimes, bereits beschlossene Sadie ist. Auf die Feststellung des „Haolem", daß jeder Erfolg davon abhängig ist, ob die Araber wollen oder nicht, ist bereits die Antwort da. Die Araber wollen nicht. Die gegen die Opposition gerichteten Vorwürfe der JUnklugheit" und „Undiplomatie" könnte die Zionistische Leitung besser gegen sidi selbst riditen. Aller Welt u/nd den Arabern zu erklären, daß alles von der Zustimmung der Araber, abhängt, ist weder „klug" noch ,ydip 1 omatisch". Und zionistisch, ist es audi nicht! In ledern besseren Geschäfte erhttltrch. Verlangen S<e ausdrücklich „OIANA" und nehmen Sie nur „OIANA41. Minderwerttge Noch» m j ehmunaen sind enerejis^h xurucksuwelsen.il Ussfedhfcin urarall G«gen die Beschwichtigungspolitik der Zionistischen Leitung. — Der MacDonald.Brief ist gefährlich. Der Präsident des Jüdischen Nationalfonds M. M. Ussischkin ist auf der Durchreise aus Amerika nach Palästina in Paris eingetroffen und hat sich in!einem Gespräch mit dem JTA*Vertreter in folgender Weise über die Nationalfondskampagne in den Vereinigten Staaten und die allgemeine zionistische Lage ge< Äußert: