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Die neue Welt · 1931-03-13 · Heft 182 (13.3.1931) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 182 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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tor. wi m sitm war Seite f 1 SrtM^1 , .." „(.,<• v- .^;***"v tBtate^te^^ .vff,;^v V' t?v> «"^ SM. Die bereits bekannten und als die besten anerkannten amerikanischen ■i >tawg antra *$mz &h „*|ä'yv" ©*«iS M*I22> Teitftn Mt-Mft f ejt2& Hl n* MAZZOTH und GRIESS wieder in Wien Generalvertretung Brüder ttfelfireb, ll.f Taborstr. 62 revisionistischer und Brith-Trumpeldor«Arbeiter" folgende Erklärung: a) Die revisionistischen und Brith-Trumpeldor- Arbeiter, in Dorf- und Stadtarbeit ausgebildet, vereinigten sich in einem Verband, um organisiert und rechtmäßig Arbeit zu bekommen. Seit seinem Bestände hat er es vermieden, mit anderen Arbeiterorganisationen zu kämpfen. Er verlangte nur das, was ihm bei einer proportionellen, gerechten Arbeits Verteilung zukommt. b) Demgegenüber versuchten die Histadruth-Beamten bei jeder Gelegenheit, unsere Mitglieder bei der Erlangung von Arbeit zu stören. Auch im letzten Fall handelte es sich eindeutig darum, uns des Arbeitsrechte» zu berauben. c) Wir wenden uns an die Oeffentlichkeit und fordern, daß den gewalttätigen Uebergriffen der Histadruth-Leute Einhalt geboten werde. Wenn die Führung der Histadruth ihre Mitglieder nicht von weiteren unverantwortlichen Schritten abhalten wird, werden wir gezwungen sein, selbst die notwendigen Maßnahmen zum Schutze unserer Mitglieder bei der Arbeit zu treffen. Unser erster Schritt ist, der Galuth und den nationalen Jugendorganisationen die unerträgliche Lage auf unserem Arbeitsmarkt zu schildern. Das Sekretariat des Verbandes revisionistischer und Brith-Trumpeldor-Arbeiter. * Es erübrigt sich, diesen Vorfall weitschweifig zu besprechen. Daß in Palästina Menschen an der Arbeit gewaltsam gehindert werden, weil sie einer bestimmten Organisation angehören oder nicht angehören, bedeutet die schwerste Bedrohung des jüdischen Aufbauwerkes. Ein Einstein-Bankett als Auftakt zum 2V2-Millionen- Dollar-Drive. New York, 4. März. (J. T. A.) Arn Mittwoch, den 4. März, abends, fand in New York zu Ehren Professor Albert Einsteins ein von den jüdischen Organisationen New Yorks veranstaltetes Bankett statt, an dem Uber tausend Personen teilnahmen. Den Vorsitz führte der Präsident des American Joint Distribution Committee, Herr Felix M. W a r b u r g. Die Versammlung bildete gleichzeitig den Auftakt für die 2Vs-Milldonen-Dollar- Kampagne, die im Jahre 1931 in den Vereinigten Staaten für den Palästina-Aufbau durchgeführt werden soll. Die auf dem Bankett eingeleitete Sammlung brachte ein Ergebnis von über 200.000 Dollar — in Einzel beitragen von mindestens 100 Dollar — für die Palästina-Fonds. Beginn der Antipessachkampagne in der Sowjetunion. Moskau, 5. Mär«. (J. T. A.) Die diesjährige Antipessachkampagne in der Sowjetunion, deren Beginn von' der jiddisch-kommunistischen Zeitung „Emess" angekündigt wurde, dürfte in gemäßigterer Form als in früheren Jahren durchgeführt werden. Das Schwergewicht wird weniger auf streitbare antireligiöse Propaganda als auf Verstärkung der jüdischen Landsdedlungs- «und I nd us t r ial ieie r u ngeb ew e g u n g gelegt. An dieantireligiöee jüdische Jugend wird der Appell gerichtet, den Monat vom Purimf est bis zum Beginn des Pessacihfestes zu energischerer Durchführung der jüdischen Kolonisationskainpagne, sowie zur Unterbringung von Juden in der Industrie auszunutzen. „Emess" knüpft an die Propaganda gegen die Feier des Pessachfestes die Beschuldigung gegen die jüdische Geistlichkeit, daß diese die Umsiedlnngs- und Produktivisierungsbewegung unter den Juden sabotiere. Ein direkter Angriff auf die religiösen Institutionen als solche ist dagegen bisher nicht zu verzeichnen. Die Moskauer Juden lassen aus dem Mehl, das sie sich während des ganzen Winters vom Munde abgespart haben, Mazzoth backen. Die Bäckereien berechnen 40 Rubel für das Backen eines Pud Mazzoth Auf Grund behördlicher Lizenzen wird in einer Reihe von Bäckereien in Tag- und Nachtschicht gearbeitet, um den wachsenden Ansprüchen gerecht werden 2U können. Goldbuch-Eintragung Reverend HecMers. Der jüngst verstorbene Rev. Hechler, der zu den ergebensten Helfern Theodor Herzls gehörte, soll durch die österreichischen Zionisten und speziell diejenigen, die noch unter Herzls persönlicher Führung gearbeitet hatten, ins Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen werden. Gg. M. R. hat zu diesem Zwecke zwei Pfund dem Keren Kajemeth übergeben. Nur die blaue Büchse ist die Büchse des Keren Kajemeth.' Wir machen die jüdische Oeffentlichkeit darauf aufmerksam, daß nur die blaue Büchse, welche auf blauem Grunde einen weißen Magen David* und die hebräische Aufsduift Kere» Kajemeth Lejisrael trägt, die Büchse ist, welche den Zwecken der Erlösung des Bodens Erez Israels für das jüdische Volk dient. Alle anderen sind keine Büchsen des Keren Kajemeth und sind daher zurückzuweisen. Kampf gegen die jüdische Wohltätigkeit. Moskau, 5. März. (J. T. A.) In der jüdischen Presse der Sowjetunion wird gegenwärtig ein heftiger Kampf gegen die Hilfsgesellschaften in den jüdischen Kleinstädten geführt. Den Gesellschaften wird der Vorwurf gemacht, daß sie durch ihre Tätigkeit einen Lokalpatriotismus großziehen, der die bettelarme Bevölkerung dieser Städte davon abhalte, andere Gegenden der Sowjetunion aufzusuchen, wo ihnen durch die Industrie Arbeits- und Existenzmöglichkeiten geboten werden. „Wie Gelegenheit Diebe macht", schreibt die jiddische kommunistische Tageszeitung „Emess", „so züchten diese Gesellschaften Bettler. Sie eröffnen Hefeläden mit einem Vorrat von ein paar Unzen Hefe und Farbwarengeschäfte mit einem halben Pfund Farbe." Gegenüber der Behauptung, daß durch diese Gesellschaften Existenzmöglichkeiten für ältere Leute geschaffen werden, die sich nicht mehr in den sozialen und industriellen Rahmen des neuen Rußland einfügen können, erklärt „Emess", die Anzahl dieser Indanthren Die schönsten Stoffe. Unübertroffen wasch-, licht- und wetterecht. Auch in den niedersten Preislagen Für Kleidung und Heim INDANTHREN HAUS VI., Nariahilferstrasse 71 älteren Leute sei nicht groß genug, um die Existenz dieser Wohlfahrtsgesellschaften zu rechtfertigen. Die Fürsorge für diese Leute können ebensogut den mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege beauftragten Sowjetämtern überlassen bleiben. Es müsse endlich Schluß mit dieser spezifisch jüdischen Wohltätigkeit gemacht werden, durch die „nationale" jüdische Gewerbe und Tätigkeiten entstehen. Die philanthropische Atmosphäre dieser Gesellschaften stehe in absolutem Gegensatz zu den Sowjetidealen. Die Führer der „Eisernen Garde" freigesprochen. Bukarest, 7. März. Das Gericht hat sämtliche angeklagten Führer der antisemitischen Terrori ste n-O r ga ndsa ti on e n „Eiserne Garde" und „Erzengel Michael", unter ihnen die berüchtigten antisemitischen Terroristen Codreanu, Totu und Danila, freigesprochen. Auch am zweiten und dritten Verhandlungstage herrschte im Gerichtssaal eine scharfe antisemitische Atmosphäre. Starke Gendarmerie-Kordons bewachten das Gerichtsgebäude. Die Verteidiger der Angeklagten, die Advokaten Ricci, Garueatza und Georgescu sprachen ihre Verwunderung darüber aus, daß auf der Anklagebank ihr Chef Codreanu und andere sechs Führer sitzen, während sie, die Advokaten, die doch ebenso denken und wollen wie die Angeklagten, die Freiheit genießen dürfen. Entweder müsse inun Codreanu und die übrigen Führer befreien, oder alle, die so denken wie die Führer, einsperren. Der Verteidiger Prof. Antonescu, ein bekannter Reehitsgelehrter, identifizierte sich nicht mit der autijüdischen Gesinnung der Angeklagten, wies aber darauf hin, daß der geplante Marsch der Eisernen Garde nacli Bessarabien mit der vollen Erlaubnis des damaligen Innenministers Vaida yoevod hätte vor sich gehen sollen. Voevod hat auch sonst die Bewegung unterstützt. Ziehet doch, sagte Prof. Antonescu, den früheren Minister Vaida Voevod zur Veranworlung, nicht aber diese jungen Leute! Im übrigen, sagte Antonescu, sollten die Juden dafür sorgen, daß Tatarennachrichten über Pogrome in Rumänien, die dem Ansehen Rumäniens Abbruch tun, im Auslande nicht verbreitet werden. Der Antisemitismus in Deutsehland, in Ungarn und in anderen Ländern nimmt zuweilen gefährliche Formen an, dennoch häufen sich die Anklagen gegen diese Länder nicht in der Weise wie gegen Rumänien. Das freisprechende Urteil des Gerächtes hat unter den Hunderten draußen angesammelten Studenten Jubel hervorgerufen. Weiß- und Rotweine aus Seefeld, Haugadort und anderen österreichischen Weingegenden, in Flaschen und üebinden, sina zu den billigsten Tagespreisen erhältlich bei Gebrüder Skutezky, Weinhandlung, Hollabrann, N.-Oe. Die 99. Friedhof Schändung. — In Tauberbischofsheiin. Berlin, 5. März. Am 18. Februar wurden auf dem israelitischen Friedhof in Tauberbischofsheim 6 Grabsteine von den Sockeln gerissen und an die Friedhofsmauer umgelegt. Ein Grabstein war umgeworfen und zerbrochen, von zwei Grabsteinen waren die Spitzen abgeschlagen, ein anderer ist gänzlich mit Schmutz besudelt. Die jüdische Gemeinde hat eine Belohnung von 100 Mark für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Es ist dies die 99. Friedhofschändung seit einer kurzen Reihe von Jahren. Die 98. Friedhofschändung geschah Ende Jänner in Klein-Krotzen'burg. Die Einwanderung nach Amerika last ganz unterbunden. Washington, 4. März. (J. T. A.) Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten hat die Regierungsvorlage, die die Einwanderung für die Dauer von zwei Jahren auf 10 Prozent der gegenwärtig zugelassenen Kontingente beschränkt, angenommen. Für diejenigen jüdischen Kreise in den Ländern Osteuropas, die sich für die nächste Zeit zur Auswanderung nach den Vereinigten Staaten auf Grund der zugelassenen Kontingente ihrer Länder vorbereitet haben, bedeutet das neue Gesetz einen sehr schweren Schlag. Vortrag Prof. Dr. Theodor Lessing. Ueber Einladung des Verbandes zionistischer Mittelschüler spricht am Samstag, den 14. d. M., um halb 8 Uhr im Saale der Hakoah, Cafe Atlashof. Wien, I., Aspernplatz (Eingang Wiesingerstraße Ii), Professor Lessing über: „Das Selbstbewußtsein der neuen jüdischen Jugend". «Marxismus und Zionismus»* Nach einem Gespräch r ' Prof. Lessing. Der dritte Vortrag Prof. Lessings in Wien hatte das Thema „Marxismus und Zionismus" zum Inhalt, "rof. Lessing hält diese beiden Pole im Denken der Juden der Gegenwart für durchaus nicht antithetisch. Aus dem Gespräch mit dem Gelehrten ergab sich allerdings die Formulierung dieser beiden Begriffe weniger im Sinne politischer Programmatik als im Sinne einer Kulturtendenz. Schon sein sei derzeitiger Vortrag in Wien „H e r z 1 und Marx" gab ungefähr ein Bild seiner ein wenig singulären Denkweise, die sich damals in der psychologischen Analyse der beiden Persönlichkeiten erschöpfte. Wir hatten schon Gelegenheit, anläßlich der Besprechung des Lessingschen Buches „Der jüdische Selbsthaß" gewisse Widersprüche zu streifen. Sie flössen nach unserer Darstellung einerseits aus der Neuentdeckung längst freigelegter Einsichten, anderseits aus dem Bestreben, bereits gewonnene und formulierte Erkenntnisse einzuschränken. Ersichtlich war eine gewisse Scheu, die letzten Konsequenzen gelten zu lassen. * Dieselben Merkmale haften Prof. Lessing nach unserer Meinung in bezug auf seine „marxistische" Fundierung des Ziouismus an. Lessing hat vielfach in Vorträgen und Aufsätzen den Zionismus als den einzigen Weg zur Gesundung der Juden in der Welt hingestellt. Es ist nicht einzusehen, warum er letzten Endes die Ueberwindung des jüdischen Nationalismus fordert und in weiterer Folge ein Aufgehen im Sozialismus für erstrebenswert hält. Ziemlich, nebelhaft — im allgemeinen, wenn man seine Bücher kennt, und im besonderen seine Aufsätze zur Judenfrage — ist seine These von deT Notwendigkeit des Klassen-

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