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Die neue Welt · 1931-03-13 · Heft 182 (13.3.1931) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 182 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 5 DIE NEUE WELT Nr. 18a »*' Die weltberühmten amerikanischen Manische vte - Matzos Grieß, Farvel ... Matzos-Crackers sind b«r«ltt •lAQcfrofferi im* In «Hon batftran LcbonimittalgtschHftcn «rhüifilch Manischewitz Matzos-Verfrieb Wien II» Rembrandtstraße 11 r^^^ ntphn Tfttepfioit A*4*8.6S und R-48.0-82 filStt * Fieliale: Ig. f P O 11, R, Hfttdgast« 9, Telephon A-45-8-64 d i g e in ihr sind, ist nicht ein einziger unter den 71 Auserwählten der Nation 2U finden. Aber gibt es nicht im Arbeitsplan der Versammlung einen Punkt, der „Wirtschaft" heißt? Und wenn es mit Bezug auf die Bauern aus den alten Siedlungen die Ausrede gibt, daß sie die Wahlen „boykottiert haben", so besteht diese Ausrede keineswegs gegenüber den „Nationalen L a n d w i rten", die den Scharon mit ihrem Schweiß und Blut geschaffen haben. Wie kommt e9 doch, daß auch von ihnen nicht ein einziger in die A. H. eingetreten ist? Und haben etwa auch die Industriellen die Wahlen zur A. H. boykottiert, sie die heute nach tausend«! zählen und ein Werk im Lande geschaffen haben, das Beachtung, ja vielleicht sogar Unterstützung verlangt? Und wo ist ihr Platz in der A. H.? Wenn wir die jüdische Bevölkerung in zwei Kreise einteilen, einen, der die wirtschaftlichen und materielle Werte schafft, und einen zweiten, den man draußen „Politicians" nennt, dürfen wir fast mit Gewißheit sagen, daß die A. H. nur aus den letzteren besteht... Man w^rd einwenden: So geht es in der ganzen Welt 2u. Und doch hatten wir Gelegenheit zu hören, wie man in einem der ältesten Parlamente der Welt über den Marktpreis von Kartoffeln, von Gemüse, von Milch und Fleisch beriet, und zwar mehrere Sitzungen lang. Und aus dem Kreise der Abgeordneten erhoben sich von allen Seiten Sachverständige auf dem Gebiete der Landwirtschaft, des Transportwesens, des Warenmarktes und debattierten einer mit dem anderen. Und im ältesten aller Parlamente beriet man viele Stunden lang über die Angelegenheiten der Farbindustrie. Unser „P a r 1 a m e n t" schämte sich natürlich, über Kartoffeln und Farben zu beraten, in unserem „Parlament" referierte ein und derselbe Mann gleichzeitig über „Politik und Wirtschaft"* Der Artikel verbreitet sich dann über die Gründe, die ^ie laftctwirte veranlaß Wählen zu boykottieren, und die nur in der brüsken Ablehnung seitens des vorigen Waad- Leumi nach einer Kurie der Landwirte bestanden, und begründet diese Forderung wie folgt: „Es lohnt Sich nicht für dich, Verantwortung auf dich zu nehmen zu einer Zeit, da du ganz genau weißt, daß deiner Meinung kein Wert beigelegt werden wird; daß die A. H. keiner Sache zustimmen wird, die nicht der Zen tralrat der'A rbe'iterpartei vorher genehmigt hat. Und wenn es selbst unter den Mitgliedern der Arbeiterpartei Männer gibt, die nicht damit einverstanden sind, „Automaten zu sein, die nur die Hand aufzuheben haben"*), so trifft das für die übrige Oeffentlichkeit gewiß zu. Die ganze Wahlordnung ist so abgefaßt, daß die A. H. nichts anderes sein soll, als die Stimme der Arbeiterpartei. Die Arbeiterpartei ist gewiß die größte innerhalb des Jischuw und kein ehrlicher Mensch kann ihren Wert für den Zionismus und den Jiwusch bestreiten, kein ehrlicher Mensch, der nicht den Segen zugibt, den sie dem Jischuw und dem Zionismus gebracht hat, der nicht weil}, daß ihr Schmerz der Schmerz des Jischuw ist und ihre Sorge die Sorge des Zionismus. Aber sie bildet nicht diei'Mehrheit des Jischuw, sondern nur seinen dritten Teil. Und es ist nicht zulässig, daß sich ein Drittel zum Herrn über die beiden anderen Drittel setzt, auch nicht in der'A. H. Und wenn es versucht, die Mehrheit an sich zu reißen, mag es vielleicht die A. H. beherrschen, aber d er Jischu winseiner Mehrheit wird außerhalb der A. H. bleibe n." Der Artikel plädiert für ein Kuriensystem, das den Arbeitern dus ihnen zukommende Drittel der Sitze gewährleistet und die übrigen Bevölkerungsteile vor der Majorisierung bewahrt. Er bestreitet der A. H. das Recht, sieb in die allgemeine zionistische Politik zu mischen, für deren Behandlung das Zionistische Aktionskomitee da ist, dem allein das Recht dazu zusteht. Politik gehört nach seiner Meiuung iu die A. H. nur insoweit, als es *) Bezieht sich auf die Begründung, mit der El je s er Joffe - der bekannte GrUnder von Nahalal und Leiter der landwirtschaftlichen Absatzgenossenschaft „Tnuwah" — seine Aufstellung auf die Kandidatenliste der Arbeiterpartei zur A. II. abgelehnt hat. sich um die Beziehungen des Jischuw zur palästinensischen Regierung handelt, und auch das nur unter Ausschluß der prinzipiellen Fragen, die in die Kompetenz der Zionistischen Organisation und des Aktionskomitees fallen. Ueber die Behandlung, die die Wirtschaftsfragen in der A. H. fanden, schreibt er: „Wenn man nach den langen und vielen Reden urteilt, die wir aus den Zeitungen erfahren haben, fand die wirtschaftliche Not, in der wir uns heute befinden, kein Echo in der A. H. (Das trifft nicht ganz zu.) Tatsächlich wurde eine Rede über Wirtschaftsfragen in der A. H. gehalten, seitens des Revisionisten Jewser o f f, Herausgebers der Zeitung „Misschar WeTaässiah" (Handel und Industrie. Sie wurde allgemein als eine der ernstesten und beachtenswertesten Aeußerungen innerhalb der A. H. erklärt. — Anmerkung des Uebersetzers.) Nicht das Unglück des Emek, nicht die drohende Formen annehmende Arbeitslosigkeit, nicht die schwierigen Verhältnisse des Scharon, nicht die katastrophale Finanzsituation des Landes, nicht die verwickelten Probleme der Orangenwirtschaft und der Landwirtschaft überhaupt und nicht die Absatzschwierigkeiten haben die Aufmerksamkeit der A. H. in Anspruch genommen. Sie haben nicht einmal so viel Platz eingenommen wie der „Kultur- 33sen -IBO BLAIMSCHEINS ittO PFLANZEN-MARGARINE TERNO Unerreicht In Qualltat und Preis t Erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn Oben abbiners S Fürst Dort in keinem) jüdischen Haushalt lehleiil * HOB WTOS . Ifl^.l WjfcW *1 »Ah!:' | KARL Bt AIMSCHEINS Verengte Margarine-ttnd Butterfabriken, Wien, XIV., Diefenbachgasse 59 jfl)aa8^5 .ii C£ kämpf und die Forderung nach „W ahl einer Frau in den Rabbinisehen Rat". Wohl wird man auch in bezug auf die Wirtschaft allerhand Resolutionen fassen oder hat das bereits getan, aber ihren konstruktiven Wert abzuschätzen, ist nicht schwer." Der Artikel schließt mit einei Gegenüberstellung der großen Aufgaben, denen sich die A, H. nach ihren Beschlüssen unterziehen will — Organisierung der. Gemeinden, Uebernahme des Erziehungswesens und der öffentlichen Hygiene, Ordnung der sozialen Fürsorge und der geringen Mittel, die ihr dafür zur Verfügung stehen und deren Aufbringung durch das Abseitsstehen der bedeutendsten und zahlungskräftigsten Teile des Jischuw sowieso sehr schlechte Aussichten hat. Die A. H. hat ihr Budget selbst auf nur Pf. St. 5000 veranschlagt, von denen Pf. St. 1000 bereits „für alte Schulden" verausgabt sind. Sie sollte sich daher auf die dringenden Aufgaben des Tages, vor allem die soziale Not beschränken, die nach Ansicht des Artikels in der nächsten Zeit große Anforderungen an den Jischuw stellen wird. der zionistischen Leitung beschlossen. Neben der Vereitlung des Kongresses wurde besonders der Umstand hervorgehoben, daß Präsident Weizmann seine Politik über die Köpfe der Exekutivmitglier^" hinweg betreibt und diese oft Über wichtige Aktionen überhaupt nicht verständigt. Durch den Austritt des Misrachi hat sich das Verhältnis in der zionistischen Leitung weiter zugunsten der dem Präsidenten Weizmann unbedingt folgenden linken Gruppe verschoben. * London, 6., März. Die Exekutive der Zionistisditm Organisation teilt in einem Kommunique' mit, daß die Leitung des Weltmisrachi an ihrem Beschluß, ihre Vertreter aus derZionistischenExekutive abzuberufen, endgültig festhält. Nach der Demission der misradiistischen Mitglieder der Exekutive Rabbi Meir Berlin und Lazarus Barth hat sich die Zionistische Exekutive an den Misrachi-Führer H. Farbstein mit der Frage gewendet, ob der Misrachi im Hinblick auf den vom Aktionskomitee geäußerten Wunsch nach Verbleiben der beiden misradiistischen Mitglieder der Zionistischen Exekutive im Amte seinen Beschluß einer Revision unterziehen wolle. Die Leitung des Misrachi hat eine Beratung über diese Frage abgehalten und nach lebhaftem Meinungsaustausch von einer Revision des ursprünglichen Beschlusses Abstand genommen. Semmerincj Pension Hirsch « Fürstenhof Erstklassiges modernes Haus. Voi merkungen für die Oster- (HDD) Feiertage. Mäßige Preise Definitiver Austritt des Misrachi aus der Zionistischen Exekutive. Schon gelegentlich der Rede des Präsidenten Doktor Weizmann gegen den .Judenstaat im August 1930 trat die national-religiöse Fraktion Misrachi > in eine oppositionelle Stellung zur Leitung. Damals schon faßte der Misrachi den Beschluß, seine beiden Vertreter in der Exekutive, Rabbi Meyer Berlin und Lazarus Barth, zurückzuziehen. Dqr Beschluß wurde dann aber zurück* gestellt. Als bei der Sitzung des A. C. im Jänner 193t der Beschluß auf Einberufung des Zionistenkongreßes umgestoßen werden sollte, traten die Misrachisten aufs schärfste gegen die Verschleppung des Kongresses auf. Als dann die Verschiebung beschlossen wurde, gaben die beiden Misrachisten Berlin und Barth ihre Demission. Das A. C. ersuchte sie, ihre Austrittserklärung zurückzuziehen. Eine inzwischen abgehaltene Parteiratssitzung des Misrachi hat den definitiven Austritt aus Dr. Karl Pollak zum 60. Geburtstag. In der Vorwoche wurde Dr. Karl Pollak 60 Jahre alt. Wie so viele andere Gesinnungsgenossen aus Mähren nach Wiien gekommen, stand er schon als; junger Student der Medizin am Anfang der zionisti-; sollen Bewegung in der ersten Reihe der jüdischnationalen Jugend. Als Präses der Kadimah und der Unitas und als Präses der Jüdischen akademischen Lesehalle hatte er Gelegenheit, seinen Einfluß unter der Studentenschaft geltend zu machen, vor der Theodor H e r z 1. im Jahre 1895 zum erstenmal sprach. Als „gedienter" Herzl-Zionist blieb Dr. Pollak weiter den zionistischen Idealen treu. Er hatte mehreremal die Präsidentschaft des österreichischen Diistriktskomitees inne, war auch Vorsitzender des westösterreichischen Zentralkomitees und konnte für das Landeskomitee im Jahre 1925 den Wiener Zionistenkorigreß begrüßen. Drei Reisen nach Erez Israel gaben unserem Jubilar Gelegenheit, das zionistische Aufbauwerk mit eigenen Augen zu sehen und in dem Willen bestärkt zu werden, kompromißlos dem unverfälschten Zionismus zu dienen. Dem liebenswürdigen, vornehmen Charakter dieses treuen Zionisten werden überall die wärmsten Sympathien entgegengebracht. Schwerer Arbeitskonflikt in Palästina* Revisionistische Arbeiter werden überfallen. Aus Tel-Awiw wird gemeldet: Der Magistrat der Stadt Tel-Awiw hatte einer Gruppe des „Verbandes revisionistischer und Brith-Trumpeldor-Arbeiter" die Niederlegung eines Gebäudes in der „Straße der Legion" übertragen. Die Vertreter der sozialdemokratischen „Histadruth" protestierten dagegen und drohten, die revisionistischen Arbeiter an der Arbeit gewaltsam zu hindern. Der Magistrat lehnte das Ansinnen, Arbeiter wegen ihrer organisatorischen Zugehörigkeit vom Arbeitsmarkt) auszuschließen, ab. Die Vertreter der „Histadruth" setzten die Drohung in die Tat um. Unter Führung von Funktionären der „Histadruth" erschienen: Arbeiter benachbarter Betriebe am Arbeitsorte, forderten Einstellung der Arbeit und fielen, als die Revisionisten dieses Ansinnen abwiesen, über diese her und schlügen auf sie ein, Polizei kam und verhaftete die Beteiligten. Mehrere Arbeiter wurden verletzt, vierzehn verhaftet. * Aus diesem Anlaß veröffentlichte der „Verband immun mmmmm Eröffnungsanzeige! Selen wnrenreslnurant nw eigener Erzeugung, beste Qualitäten II», OLOCKtNQASSE 11 H. BRUKNER & Co. Unsere Fabrik steht unter der rituellen Aufsicht des *srei dw Bronn nen' «ara HO'1?» *|DV 71

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