Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 5 (1931)
- Issue
- Heft 182 (13.3.1931)
- Date
- 1931-03-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite B DIE NEUE WELT Nr. M ¥Mt> rwKJ*« jwwm m*w*Kcm*\**\ inm iiWww»"«>*t<nrr^tyMiwn>tmttwfwimiw>t*iia»»^ii«n><wi« SIEQM. KORNMEHL aHOSfPLffSCMHIlUIIIII Zentrale IX., Bcfgga'se 19, Te'gphon 17-3-9V u. 16-9-34 L i e f e r a n ' ür Heilanstalten AbtttHunflen für ^>;-FleMKH anter Aufsicht des Ehrwürdigen Kabbmats der Ist Kul* tusgememde Wien Autozu*t«llimg Ho«t«nio% IX. toQ«M*e 15 ' XVIII., WHhrlngarstr. 97 Kll«tfimtrH»mit«W1WM * immttt wmMtm.riWXiHiM&mnM * kämpf es. Wenn wir ihn richtig verstehen, und das fällt manchmal schwer, so hält er auch den Weg der zionistischen Sozialisten für verfehlt, z. B. ihr Kooperieren mit der kapitalistischen Jewish Agency, den „Geldsäcken, denen das Schicksal einer Volksgemeinschaft wirtschaftlich und politisch anzuvertrauen eine schwere Gefahr ist". Auf die Unmöglichkeit aufmerksam gemacht, mit Von Haus aus gegebener Parole des Klassenkampfes einem landlosen, tiberall zerstreuten Volk einen Staat, eine nbrmal geschichtete Wirtschaft zu errichten, denkt Prof. Lessing etwas nach und sagt: „Wenn dem so sein sollte, dann gäbe es nur den Weg Jabotinskys." Prof. Lessing hält noch einige Vorträge in der Tschechoslowakei und in der österreichischen Provinz und begibt sich dann zu längerem Aufenthalt nach Palästina. Vorher dürfte er noch einmal in Wien sprechen und uns Gelegenheit geben, die skizzierten Fragen ausführlich zu behandeln. o. r. Vereinigung der zion.-dem. Jugend. Dienstag, 10. Mära, verließ eine Chaluzgruppe der Vereinigung der zionistisch-demokratischen Jugend Wien, um sich in der Haohscharah auf ein em Gute in Niederösterreich für ihren künftigen Aufenthalt in Palästina vorzubereiten. Eine größere Anzahl von Chawerim und Chawcroth bereiteten den Abreisenden am Bahnhof einen herzlichen Abschied. Puriitifeiern« Verband demokratischer Zionisten. Die Kinder-Purimfeier des Verbandes hat wieder einmal den Beweis erbracht, was ernste, zielbewußte Arbeit zu leisten vermag. Abgesehen von dem erzieherischen Wert solcher Kinderfeiern — erzieherisch im besten Sinne des Wortes — wurde eine derart; vollendete Leistung geboten, daß weder die Kinder noch die Erwachsenen, welche den Vorgängen, auf der Bühne gespaunt folgten, das Gefühl uaiteri, auf der Bühne Kinder agieren zu sehen. Die Regie-'und Inszenierungskunst hat aus den Kindern das Letzte und Beste herausgeholt und so den Zuschauern, vor allem den Kindern, eine wahre Purimfreude bereitet. .Zur Aufführung gelangte ein von Frau Else N e b e n zahl verfaßtes Verspoem „Purim in Tel A w i'w", welches, in leichtfaßlicher Form für die Kinder'geschaffen,-die Zuhörer, auch die Erwachsenen, ergriff und ihr Interesse bis zum Schluß festhielt. Insbesondere der erste Akt; offenbarte nicht nur Phantasie, sondern auch dichterische Kraft. Eine entzückende Kinderschar in prächtigen historischen Kostümen zog vor den Zuschauern vorbei und machte teils die biblische Geschichte, teils das werdende Palästina lebendig. Auch für Humor und Witz war reichlich gesorgt. Gar pft wurden die kindlichen Schauspieler durch das herzliche Lachen der Zuhörer unterbrochen. Die Tänze hat mit feinster Einfühlung in die Tendenz des Stückes Frl. Steffi Stahl geschaffen und einstudiert. Der Weinf laschen tanz, die Tänze der Ghaluzim und Chaluzoth sowie der Tanz der Orangengruppe erregten helles Entzücken bei klein- und groß. Die reizenden Kostüme, die einfallsreichen tänzerischen und pantomimischen Bewegungen der Tanzgruppe Stahl rissen das Publikum zu stürmischem Beifall bin. Das wundervolle Bühnenbild schhf mit künstlerischem Verständnis David-Szaf renk o. Die prächtigen Szenenbilder trugen viel zum Gelingen der Vorstellung bei. Beide Vorstellungen . waren ausgezeichnet besucht. * . Eine sehr, gelungene Purimfeier vereinigte die Mitglieder d,es Verbandes demokratischer Zionisten und ihre zählreichen Freunde in den Festsälen des Verbandsbeimee aan Mittwoch, 4. März. Unter der künstlerischen Leitung von Oskar Teller gelangte die politische Satire „Juden hinaus" von Viktor Be r o s s i zur Aufführung: Es war eine abendfüllende Revue in vier Bildern, voll Humor, Heiterkeit und Freude Die Revue .Juden hinaus" stellt politische« Kabarett in origineller, einzigartiger Form dar, übersprudelnd von Witz, Geist lind beißender. Satire. In musikalisch untermalten Versen von' stärkster Komik und Durchschlagskraft wurde auf Zeitereignisse angespielt, mit der Assimilation, mit politischer Ueberheblichkeit und Dummheit Abrechnung gehalten. Das Bublikum kam aus dem Lachen nicht heraus und dankte den Darstellern mit stürmischem Beifall für ihre vorzüglichen Leistungen. Von den Mitwirkenden seien insbesondere Oskar T eHer und Viktor Schlesinger hervorgehoben. AUS PALÄSTINA. Von der Orangensaison. -»Propaganda für die Palästina-Orange. Bis jetzt wurden mehr als 2,000.000 K i s t e n Oran* gen, Zitronen und Grapefrüchte nach dem Auslande geschickt. Wie berichtet, rechnet man damit, daß der Export in diesem Jahre um zirka 350.000 K i s t c n g e« ring er sein wird als im Vor jähre. Auf den eng« Hachen und) kontinentalen Märkten ist die Nachfrage Bich den Jaffaorangen in den letzten Wochen gewachsen. Die Preise für Orangen sind auf durchschnittlich 13 bis, 18 sh die Preise für Grapefrüchte sogar bis auf 20 sh per Kiste gestiegen. Die palästinensischen Grape« fruchte haben sich in der letzten Zeit einen ausge* zeichneten Ruf auf dem englischen Markte erworben. Auf Anregung der jüdischen Orangenexporteure wurde in der letzten Sitzung der Regierungskommission für Orangenbau ein Antrag behandelt, für eine großzügige Propagierung der Jaffa*Orange eine besondere Ab« gäbe von 4 Mil auf jede zum Export gelangende Orangen» kiste zu verlangen. Eine solche Abgabe würde 10.000 Pfund einbringen und die Kosten einer wirkungsvollen Propaganda in England decken. Die arabischen Vertreter erklärten, daß es in erster Linie Pflicht der Regierung sei, bei der Propagierung der Zitrusfrüchte zu helfen und ver« langten die Deckung der Kosten dieser Propa* ganda durch die Regierung, die ohnehin aus dem Import des Verpackungsmaterials für Orangen große Zolleinnahmen (im letzten Jahre über 8000 Pfund) beziehe. Die Regierung solle wie früher den Zoll für diese Mate* rialien, die ja wieder ins Ausland rückexportiert werden, rückvergüten. Die Kommission, deren Vorsitzender der Gouverneur des Süddistrikts Mr. Campbell ist, hat zugestimmt, eine entsprechende Forderung an die Regie« rung zu richten. (Ziko.) Einwanderung und Auswanderung im Monat Jänner 1931. Im Monat Jänner sind in Palästina 262 Personen, davon 150 Juden, 97 Christen und 15 Mohammedaner, eingewandert. In der Gesamtzahl eingeschlossen sind 106 Personen (45 Juden, 55 Christen und 8 Mohammedaner), die als Touristen ins Land kamen und hier die Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt erhielten. 39 Immigranten ist die Einreise verweigert worden. Die Zahl der Auswanderer im gleichen Zeitraum betrug 71, davon 42 Juden, 24 Christen und 5 Mohammedaner. (Ziko.) Radio - Grammophone - Scharplatten Neueste Marken, auci Umtausch älterer Apparate, Zahlu< gserlelcht«Tung »law ..MI, i. DoBlifkaneriiastel 16 %msfiff Arabische Forderungen an die O'Donnell- Kommission. Jerusalem, 5. März. (J. T. A.) „Jamea el A r a b i a", das Organ der Partei des Großmufti, hat anläßlich der Ueberprüfung der Finanzen der Palästina- Regierung; durch die unter der Leitung von Sir Samuel Perry O'Donnell stehende außerordentliche Finanzkommission eine Serie? von neun Artikeln über das Budget der Pal a s f in a-R e g ierung veröffentlicht, in deren letzten u. a. die Forderung aufgestellt wird, daß die Juden einen besonderen Beitrag zu den Kosten für die öffentliche Sicherheit in Palästina leisten sollen» Ferner fordert das Blätt die Entlassung des größten Teils der britischen Verwaltungsbeamten, die Einstellung der sogenannten „Lebenshaltungszulage" an die Beamten, die Uebergiabe der Verwaltung an die Bevölkerung Palästinas und die Herabsetzung der Zölle und Steuern. Wie bereits gemeldet, hat sich die O'Ponnell« Kommission zunächst die Aufgabe gestellt, das Budget der Palästina-Regierung um 300.000 Pfund zu kürzen. Als erste Maßnahme zu diesem Zweck war die E i nstellung der 10 Prozent des Gehalt« betragenden „Lebenshaitungszulage" der Beamten in Aussicht genommen. Das Purimfest in Tel-Awiw. An den Purimf estlichkeiten in TeVA.wriw nahmen Tausende von Juden aus allen Teilen «des Landes und Hunderte ausländische Touristen, die Vorhut, der jährlich zu Ostern nach Palästina reißenden großen' Touristengesellschaften, teil. Ta u s e n <Te v o.a. Ar ab e r n hatten die vou der palästinensischen Eisenbahn Verwaltung anläßlich des Purimfestes gebotene Gelegenheit zu einer verbilligten Reise nach Tel-Awiw ausgenützt. Lebhaftes Maskentreiben herrschte in den Straßen. Das größte Kontingent stellten die traditionellen Maskenfiguren Königin Esther, Mordcchai, Haman und Ahasverus, es gab aber auch eine Fülle von Phantasiekostümen aller Art. Die in einer großen Reihe von Sälen veranstalteten Purimfestspiele und Tanzyeiignügungen wiesen einen Massenbesuch auf. Das System der „Verborgenen Zeugen" bei den; palästinensischen Gerichten. London, 5. März. Der der Labour-Party r angehörende Abg. P. Freeman brachte im Unterhause eine Anfrage bezüglich der den im jüngsten Kommuriisteuprozeß in Jerusalem von der Staatsanwaltschaft geführten Zeugen erteilten Erlaubnis, ihre Aussagen hinter einem Wandschirm verbürgen zu ms eben, ein. Abg. Freeman ersuchte den Unterstaats- Sekretär für die Kolonie^, bekanntzugeben, ob~ das der in Palästina übliche Vorgang sei, welchen Ausgang der Prozeß' gekommen1 habe Jupd welche Strafen Verhängt wprden seien. A ' Unterstaat&sekretär Dr. Drummond SJweJs erwiderte, das Kolonialamt sei über diesen Prozeß nicht informiert, werde aber'veine entsprechende Auskunft vom High Commissioner verlangen. Auf eine weitere Frage des Abg. Freeman? ob der Staatssekretär für die Kolonien, falls e|n,e derar- IIIHIIHllWIIIIIHHWIfiWffl MitftiVftn „Kurfürtorga" | s I I Sonntag, IS. MS» 1931, 7 Uhr abendf j [ TANZABEND f 1 verbunden mit humoristischen Vorträgen | I in den Sälen, II, Untere Augartenstr. 38 | i Musik Karten an der Abendkassa Jazz | tige Praxis bei den palästinensischen Gerichten bestehen sollte, Maßnahmen, ihr ein Ende zu machen, in Erwägung ziehen werde, antwortete Dr. Shielfi, daß sich das Kolonialamt sdcherlioh mit dem Gegenstand gründlich befassen werde. Porfiimindustrie in Palästina« Die Versuche, Parfüm zu erzeugen, gehen bia auf das Jahr 1922 zurück. Damals wurde in Sichron ein Garten von 80 Dunam für Züchtung von Blumen angelegt, der als Versuchsstation diente. Ein eigenes Laboratorium verarbeitete die Blumen, und da der erzeugte Parfüm als marktfähig anerkannt wurde, beschloß die Pika (Rothschild-Gesellschaft), eine Parfümfabrik in Benjaminah zu errichten. Die Fabrik wurde im Jahre 1925 geschaffen. Ihr Hauptziel war eine starke landwirtschaftliche Siedlung auf der Grundlage der Blumenzüchtung. Das Hauptprodukt ist Jasmin. Seine Züchtung wurde den Bauern Benjaminairs übertragen* aber die Pflücke der Blumen, die von Kindern und Frauen besorgt wird, stieß auf Schwierigkeiten. Daher siedelte die Pika 2 5 Familien an, die sich hauptsächlich mit der Blumenzüchtung befassen. Wenn dieser Versuch gelingen wird, wird die Pika 200 Familien in der Umgebung der Fabrik auf je 2 Dunam pro Familie ansiedeln. Die Fabrik bezieht auch Blumen aus Chederah und der Gartensiedlung Brandeis. Ihre Produkte werden zum großen Teil in Frankreich, teilweise auch in England verkauft Die Weltwirtschaftskrise wirkt sich auch schlecht auf den Absatz aus, und so mußte die Fabrik den Preis per 1 Kilogramm Blumen von 100 Mil (2 Mark) auf 90 Mil herabsetzen. In dieser Saison — von Juni bis November übernahm die Fabrik 25.557 Kilogramm zur Bearbeitung, davon 19.417 Kilogramm von den Bauern Benjaminahs. In den restlichen Monaten des Jahres befaßt sich die Fabrik versuchsweise mit. dem Anbau von Winterblumen. ,. Statt einer Straus-Straße eine Chancellor-Straße in Jerusalem. Jerusalem» 5. März. Der neue Chefredakteur des ,,Doa r Hayom" Ben Avi nimmt in seinem Blatte heftig dagegen Stellung, daß die neue Straße, in der das Straus-Gesundheitszentrum liegt, den Namen Chancello r^Straße erhalten soll. Ben Avi bringt das Versprechen der Stadtverwaltung, diese Straße nach Nathan St raus zu benennen, in Erinnerung und wirft die Frage auf, welche besonderen Verdienste sich Sir John Chancellor um die Stadt erworben habe, daß ihm eine Ehrung zugedacht ist, die weder Lord P1 u m e r, noch Sir Herbert S a m u e 1 zuteil wurde. Bromprodukte aus dem Toten Meer. Wie die Presse berichtet, soll aus den chemischen Anlagen der Palestine Potash Co. am Toten Meer bereit« in nächster Zeit die erste Sendung von Bromprodukten verkaufsfertig auf den Markt gelangen. XIII. Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judaea". Am 28. Februar und 1. März d. J. um 6 Uhr abends fand in den Festsälen der Zionistischen Bezirksorganisation, Wien, VIII., Bennoplatz 1, der XIII. Delegiertentag des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judaea" statt. In das Tagespräsidium wurden gewählt die Herren Hausknecht, Leser, Kornmehl und Judenberg. Der Präses der „Judaea", Herr Dezsö Weisz, eröffnete die Tagung mit einem warmgefühlten Nachruf für den Verstorbenen Rektor der theologischen Lehranstalt Hof rat Profesr bot Dr. Adolf Schwarz und für die während des letzten Jahres verstorbenen jüdischen Profes- Wochen-Kalender März 1931 TM tf»mn Adar 5691 13 Freitag U~v Sabbatelngana 5.55 14 Samstag M-rv Sabbatausgang 8,38 D-mnte 'an nnn 's swefiflori IS Sonntag 16 Montag *7~3 , 17 Dienstag M-io IS Mittwoch *•-» 19 Donnerstag!-*lOT «nn wtn