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Die neue Welt · 1931-03-06 · Heft 181 (6.3.1931) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 181 (6.3.1931)
Date
1931-03-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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fette 4 tWt fÄüf WtLT Nr. 181 y*ntmtmn*nini<t' »MfHiun^tHttimm SIEGM. KORNMEHL GftdSSFLEISCHHAUBAEI Zentrale IX.V Bergga«»* 19. Tf'ffpHnn 17-u. 16-9-3* L ie t e r a n üi Heilanstalten AbteHuncjen für lelieh unter Autiieht den Ehrwürdig«!) Kabb.nat» der nr Kai* rjisjremeina« Wien Autesustttllun's kestanlo» IX. Barggassc IS ✓ XVIII., Währlngarsfr. 9* l^nwmwMmnimm . Mwiwwmiin»iitiimimitiHwiH»mmmt»iwmtrimMiw«HiiiimtmiiiiwHWiwiiiii^ gab der „Dawar" eine Extraansgabe mit der Uebersetzung des vollen Textes heraas. Und am nächsten Morgen hatte die Palästina-Regierung den offiziellen Text in allen drei Landessprachen fertig. Das- Interesse im Jischuw war sehr groß. Aber je mehr man sich irt die Pflpulistik des' Briefes vertiefte, desto mehr 1 i efl d a s In t e-r esse na-©h. Wir hatten geglaubt, klare Worte wegen* der' von 'uns beanständeten Fragen zu hören, und .statt dessen kamen Phrasen auf Phrasen. Es isfc wahr> viele > „Nein" wurden ans dofti'Weißbuch bdseitigt,-aberMiur--so selbstverständliche, derentwegen wir 'überhaupt nicht in Betracht .ngen, daß-sie aufrechtbleibetr Könnten. Bezüglich so kardinaler Fragen aber — Wie des legislativen Rats — findet sieh kein Wort der' Erwähnung in dem ganzen langen Brief. Das ist die allgemeine Meinung des Jischuw. Was sagt unsere palästinensische Presse dazu? Die Presse trat mit langen und'breiten Artikeln hervor, und das Fazit ist: Der „Dawar" und der „Haarez" haben eine ähnliche Meinung wie die zionistische Exe-, kutive. Sie nehmen den Brief zur Kenntnis, wenn sie ihn auch in verschiedenen Punkten kritisieren. Er öffne den Weg zu weiteren Verhandlungen. Hingegen lehnt der ,»Doar Hajom" den Brief ab, der das Resultat von Unterhandlungen sei, die vom revisionistischen Standpunkt schädlich waren und weiterhin schädlich sind. Und die arabische Presse? Man frage gar nicht danach. Sie ist mit einem „Protestgeschrei" herausgerückt, wenn auch parlamentarischer als bei früheren Gelegenheiten. Es ist bezeichnend, daß fast alle arabischen Zeitungen in demselben Ton schreiben, als geschähe es nach einer verabredeten Parole. Sollte dies vielleicht ein Wink von oben sein —• d. h. vom „Len- ., -doner Freund"? (Gemeint; ist Passfield.) Die arabische Exekutive hat allsogleich eine Sitzung einberufen und ohne Säumen beim Oberkommissär gegen MacDonald* Brief Protest eingelegt, der an MacDonald selbst weitergegeben,, vre rdien .splJ.(;2uciiStärkung der, Stellung dar ^rabisQ^ej-, Exekutive, wurden natürlich P r o t e6t-' Versammlungen, einberufen, in Sichern und an anderen Orten. . Die Jerusalemer ',Zeitung „AI Chajaf* hat den Brief MacDonaJdV Sefte an Seite mit dem Weißbuch abgedruckt und alle Andeutungen konfrontiert, die jetzt angeblich zum Schaden der Araber gemacht wurden. Jeder Punkt wird'natürlich' mit 'echt orientalischer Phantasie ausgeschmückt und übertrieben. Der 'Jaffaer „Falastin" schreibt: „Der Brief bedeutet. — Abtötung des Weißbuchs. Der Brief hat jeder gemeinschaftlichen Arbeit ein Ende bereitet. So wird das arabische Volk auf einen Ruf Weizmanns zur Zusammenarbeit antworten. Die Araber werden sich nicht von Weizmann -unterkriegen lassen, so wie die Engländer ihm erlegen sind. Nein. Dr. Weizniann möge wissen, daß die Araber der entscheidende Faktor im Land sind und essen darf. Denn er verdaut nicht recht, es brennt unterm Herzen.; : Den Magen abgefertigt, beschloß ich, das Fett los* zuwerden, hauptsächlich den Bauch. Von dem kommen nämlich all die Kalamitäten. Es fehlt ihm der Stoffwech« sei. Und dafür ist gut, sagen sie, Marienbad und Fran* zensbad. Von einem das Wasser, vom andern der Schlamm. Nahm Aufenthalt zwischen Marienbad und Franzensbad. An einem Tag daher, am andern Tag dort» hin. Hier Wasser, dort Schlamm. Lief daher, lief dorthin, tagein, tagaus. Mein Bauch ist auch kleiner geworden, fast kein Bauch mehr. Aber was doch? Das Herz. Mein Herz ist schwächer geworden. Fuhr also nach Malagos in Spanien, bei Barcelona. Hab* dort ein Eisenherz be» kommen und han* mich an die Lungen erinnert, heidi für zwei Wochen nac'i Meran in Italien, die Lungen geheilt, keine Lungen mehr, Riesenblasebälge! Wenn nicht der Husten, würd' ich erst spüren, wie stark sie sind. Der Husten sticht, kch, kch, kch! Nach solch «iner gründlichen Kur braucht man doch eine Nachkur. Und was ist besser als Ostende in Belgjen? Das hat Me&r, ßeeluft, für mein Asthma und für meinen chronischen Katarrh wie geschaffen! Zwar ist. für meine Lünge Gebirgsluft besser, hab's auch so gemacht. Zwei Wochen bestimmte ich für eine Nachkur, in zwei Raten. Eine Woche für Seeluft in Ostende und die zweite werde ich mich hübsch ins Karpathengebirge begeben nach Zakopane, dort Gebirgsluft schnappen.' Zwischendurch machte ich eine Spritztour nach Wiesbaden zur Traubenkur. Jetzt bin ich, gelobt sei Gott, gesund, eisenfest, t-inc Mauer, v-in Fels. Warum ich im Bett lieg'? Und wie ein Mensch in Agonie aussehe? Na, ich möchte den sehen, der eine solche Kur durchmacht und besser aussaht. Vielleicht wissen Sie «inen tüchtigen Arzt? nicht die Engländer. Allah hat uns bloß schwer bestraft, wenn er uns durch das „verbrecherische Gesitt' der die Leiche seines Binden* hiehörgebracht hat, im Gestalt des englischen Mandats. Die Juden haben' nicht das geringste Recht im Land, im arabischen Palästina." So geht der Ton weiter. Für die allerdings, die ständig die arabische Presse lesen, ist all dies keine lieber* raschungv •- .; . * •. . ,. , . . Und inzwischen reist der Inder Schukat All, der die Leiche seines Bruder hieher gebracht hat, im Land herum und inszeniert "eine schauerliche und häßliche Hetzen Gleich < anschließend an eine Hetzrede in einer MöSchee* wird er "zusammen mit dem Mufti vom Oberkommi»sär'i'^a«i Abendessen eingeladen.;Alis -Hetze 'geschieht "Unter dem Deckmantel der Propaganda für eine' a r a b i sc h e U n i v e r s i t ä t in Jerusalem -~ als bedürfte die arabische Bevölkerung nichts so dringend, wie einer Universität! Zwar sind auf Grund der geringen Sammlungen die Aussichten für die Universität sehr gering, aber. :«s wird die Trommel gerührt und die Hetze ungestört weitergeführt. Der Haupthetzer ist Schuknt Ali. In welches Register . der Londoner Politik gehört dies? ,. "; ';. '.»I-1. Die englische Regierungserklärung und die Zionisten Amerikas. New York, 28. Februar, (J, T. Ä.) Das Administrative Committee der Zionistischen Organisation Amerikas hat zur neuen englischen Regierungserklärung Stellung genommen und nach längerer Debatte ein Komitee eingesetzt, das gemeinsam mit dem amerikaniv sehen Komitee der Jewish Agency eine Resolution über die Regierungserklärung ausarbeiten soll. Die Bedeutung des M a cDon al.-d -B rie f es wurde verschieden beurteilt. Während der Präsident des Jüdischen Nationalfonds M. M. Ussischkin seine Unzufriedenheit mit der neuen Erklärung zum Ausdruck brachte und Jacob d e. Haas sowie Ab. Tu 11 in sich mit Entschied en.h eit dagegen aussp rächen, daß MacDonalds Brief als Basis für eine Kooperation mit: der Mandatarmacht anerkannt werde, erklärten Berl :L p c ke r, Rabbi Meir Berlin, Louis Lipsky, Morris Rothenberg und Ab. G o 1 d b e r g, der Regierungsbrief sei als bedeuten^ der Erfolg zu werten.;; :Mrv , v Andere Redner übten - an W e i z m a n n scharfe K r i t i k undybehaut teten^ör.MacDonald gegenüber fc e i n U r t e.ilv ü jTe r " d i e 'Reg i e r u n g s- __.<t:L;~, '£ J:i 'j.a>jLi*>Ww- -«.'^.«. A i aä e rk'lä ru ng' •abgebe n'i dilfeti,'■■$ öh d e r n dies depi.■% i o | i s t e n k..o,njg r e ß überlassen. müssen. Union der Zioimteiu Revisionasien Oe§iearekhs* Gerichtsversammlung. Wir erhalten von der Union, die Abschrift eines an die jüdische sozialdemokratische^ Arbeiterorganisation „Poale Zion" gerichteten Briefes mit;dem Ersuchen um- Ver* öffentlichung. Der Brief ist die Antwort auf eine „Ladung" zu einer „Genchtsversammlupg'. gegen die Union der Zionisten-Revisiooisten, Der Brief lautet: „An die .Jüdische sozialdemokratische Arbeiter« Organisation „Poale Zion", Wien; — Im ..Besitze Ihres re* komm. Schreibens-vom 24. Februar teilen wir Ihnen mit, daß wir Ihrer Aufforderung selbstverständlich keine Folge leisten. Wir bemerken hiezu, daß. wir dieses Forum,nicht für. kompetent erachten, als Gericht über zionistische Zielsetzung zu fungieren. Wir. freuen uns sehr,, daß den Wiener Zionisten in kurzer Zeit endlich doch Gelegen* heit geboten sein wird, bei den Wahlen ijum Kongreß, , den Sie übrigens seit Jahr und Tag hintanzuhajten ver* \ stehen, ein Votum darüber abzugeben, weiche politischen i Ziele sie als,richtig und zionistisch .betrachten. . Zum Schluß verweisen wir darauf, daß die Teilnahme an un* seren Montag*Diskussionsabenden jedermann zu einer Auseinandersetzung mit uns Gelegenheit gibt. Wir zeich« neu mit Zionsgruß: Union der ZionistensRevisionisten Oesterreichs." •/ :rv . ,; . „ " -.. ' . ' iiitJ-': ..... ' '. Von den Schweizer Juden« Die Zahl der Juden nimmt ab. — Interessante Diskussion . mit den Hatenkreuzler^ Nach den soeben ersch^enqnen.,Vorläufigen Ergeb» Hissen der e^genössischen..yo^zäbiung vom 1. L)ezember 1930" gibt es .in der Schweiz.. 1M78 Juden gegen 210.979 im Jahre 1920. .Im J.ahre 1920 machten die Juden 0,54 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, nach der letzten Volkszählung nur noch 0,45 Prozent. , . ... Auf die einzelnen Kantone verteilen sie sich wie folgt: Zürich 6189, Bern jSj& Luzern 544, yri 1, Schwyz 12t Obwalden 2, Nidwaiden 6, Glarus 6, Zug 46, Fribourg 113, Solothurn. ß as eIst a*d t 2596, Basel» laod 197, S.chaffhausen 63N, Appenzell A.*Rh. 71, Appenzell I.*Rh. 4, St. Gallen 7l2, Graubünden 348, ' Aargau 623, Thurgau 194, Tessin'219, Waadt .1.756, Waliis 52, Neuenburg 6b3, G e n f .2335.; j .., . In den größten Staden betragt die Anzahl: Zürich 5826, Basel 2586, Genf 2294, Bern 90?, L a sänne 835, Die Abnahme der Juden in der Sehweis erscheint veranstaltet von der Z. M. V. „Dworah« unter der Devise: „Von Wien nach Jerusalem* Samstag, deti 7. März 1931,9 Uhr abends, in den Sälen des Handeismuseums, Wien, IX., Berg^asse '6. U. a. wirken mit: The Viggos, Manon Chansons. bedingt durch Abwanderungen nach dem Kriege sowie durch die geringe Geburtenzahl. * In letzter Zeit macht sich in der Schweiz die anti» semitische Agitation wieder stärker bemerkbar. Sie steht in engen Beziehungen zur reichsdeutschen Hitler« Partei. In manchen demokratischen Blättern wird gegen die Judenhetze Stellung genommen. Im „Emmenthaler Blatt"'vom 3. Februar dieses Jahres ist ein Artikel „Hitler und'die Demokratieerschienen. Darin wird gegen den Hitlerschon Ausspruch, daß „die destruktive Wirkung der Tätigkeit des Juden* tums in anderen Volkskörpern im Gründ nur seinen ewigen Versuchen zuzuschreiben sei, die Bedeutung der Person bei seinen Gästvölkern zu unterhöhlen.und die der Masse an ihre Stelle zu setzen", folgendes angeführt: „Die Ursprünge der modernen Demokratie, England1, Amerika, die französischen Staatsphilosöphen, sind zu bekannt, als daß das vollständige Fehlen des jüdischen Einflusses da — wir denken an das grundlegende 18. Jahrhundert —- hoch besonders hervörzuheben wäre. Und wie steht es in der Schweiz? Die Juden haben in der Schweiz nie den geringsten spezifisch jüdischen Einfluß weder genonu men noch nehmen wollen. Hin und wieder avanciert ein semitischer Mitbürger zum Offizier, in der Politik zum Nationalrat oder in der Justiz zum Ober* und Bundesrichter. Die Fälle sind' selten; die Leute sind meistens vom Vertrauen ihrer Mitbürger getragen, so daß ihre jüdische Abstammung gar nicht weiter diskutiert wird. In der Vetwaltung sind die Juden fast ganz unbekannt, in der Schweizer Presse spielen sie keine Rolle, die Lehrstühle für Staatsrecht und Ge# schichte sind von guten Christen besetzt. Die Demokratie war vor den Juden da; sie haben als stille Bürger weder etwas zu ihrem AuSbaü noch zu ihr erGefährdung beigetrag e n." Das Sfammliads der Rothschilds Wird Von dter Frankfurter Jüdischen Gemeinde umgebaut. Frankfurt a. M., 2. März. Das alte Frankfurter Bankhaus der Rothschilds in der Fahrgasse, von dem Ruhm und Reichtum der Familie ausgegangen sind, wird seit der Auflösung des Frankfurter Geschäfts im Jahre 1902 nicht mehr für bankmäßige Zwecke benützt. Zunächst war dort die jüdische Haushaltungs* schule untergebracht. 1914 wurde das Gebäude für die Dauer des Krieges in eine Durchwandererstatiori für Flüchtlinge umgewandelt, 1921 überließ es Frau Baronin Edmond de RothschildinParis, die Tochter des in Frankfurt verstorbenen Barons Wilhelm Carl von Roth* schild, als Geschenk der lsraelitischen Ge* m e i n d e. Die Gemeinde verlegte dorthin ihre Verwab tungsräume und ins Nebenhaus an der BÖrnestraße ihre Bibliothek. In den Kpntorräumen der letzten Frankfurter Rothschilds im ersten Obergeschoß aber' wurde das Museum für jüdische Altertümer aufgebaut. Das eigent« liehe Privatkontor der Brüder Mayer Carl und Willy Carl von Rothschild ist ganz so erhalten geblieben, wie es von ihnen verlassen wurde. Nun geht die Israelitische Gemeinde daran, das Innere des Hauses für ihre Zwecke umzugestalten und einzurichten. Die in Frankfurt auf der Grüneburg, dem Sitze des Barons Wilhelm Carl von Rothschild, geborene Baronin Edmond de Rothschild ni Paris hat 'der Gemeinde für ihre Umbauzwecke einen größeren Betrag zur Verfügung gestellt, so daß also die Bauarbeiten in der allernächsten Zeit angefangen werden können. Die Spenderin hat an ihre Gabe aber die Bedingung geknüpft, daß am Aeußern des alten Bankhauses nichts v e r ä n d e r t w e r d e n darf. Nach Ansicht der Kenner liegt für einen Eingriff in die architektonischen Teile des Gebäudes auch kein zureichender Grund vor. Die beiden um die Ecke Fahrgasse Börnestraße gelegten Fassaden der | Union dar Zionlstun-Revislonlsten Oosterrelchs | . | Hontag, dejn 9. Man 1931, V,9 Uhr abends, 1 im Cafe „Produkt snbdrs«" großer Saal', | IL, Taborsfraße 10 I VORTRAG I g 5 g . j= 1 „Legion als politisches Postulat" | | Redner: Dr. ing, Dadä SctlQChefi ä Frei zugänglich! Ansch leßend Diskussion 1 I l«J i

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