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Die neue Welt · 1931-02-27 · Heft 180 (27.2.1931) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 180 (27.2.1931)
Date
1931-02-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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f Sefte G DIE NEÜß WELT Nr. m | Union der Zionlsten-Revisionisten Oestorrelchs | 1 Montag, d«n ft. Ma>> 1931, »/.& Uhr abends, | I im Cal« „Precluktenbärsä1* (großer Saal), | 1 II., Taborstraße 10 p | VERSAMMLUNG I | Das Ergebnis des österreichischen j 1 Revisionisten-Tages | I Redner: Dr. S. WOlf | | Diskussion! _ Oäste willkommen 1 j Die Montag-Versammlungen | finden im Cafe „Produkteng börse", IL, Taborstr. 1<\ statt I Jahren stark angewachsenen revisionistischen Bewegung in Ostgalizien gestalten. Unter anderem wird ein um* fassendes Referat über die politische Situation im Zionismus gehalten werden. Revisionistische Konferenz für Oesterreich. Tagung in Wien. Für Samstag, den 21., und Sonntag, den 22. Februar, Avar die diesjährige Generalversammlung der Union der Zionisten*Revisionisten Oesterreichs ein« berufen. Im Festsaal des Gremiums der Wiener Kauf« mannschaft setzte die Tagung mit der Eröffnungssitzung ein, an der auch zahlreiche nichtrevisionistische Gäste teilnahmen. Dr; Heinrich Glück er eröffnete die Sitzung in, hebräischer und deutscher Sprache. Nach der Wahl des Tagespräsidiums, bestellend aus den Herren A d 1 er, VG ü r a r i und Ha Her, erstattete Dr. David ß u k s p a n ein Referat über die Lage im Zionismus. Der Referent beschäftigte sich -rnit den Ereignissen des letzten 1 Jahres und zeichnete die künftigen i Aufgaben der pöliti* sehen Arbeit für die revisionistische Union vor. Dr. Salo* mon Wolf gab eine eingehende Analyse des Mac« Donald Briefes zur britischen Palästinapolitik und entlarvte dieses Dokument als den Versuch, mandats« widrige Bestimmungen mit Hilfe der Jewish Agency zu sanktionieren. Mit einer Skizzierung der revisionistischen Jugendaufgaben durch Dr. Leo Koppel schloß die feierliche Eröffnungssitzung, der Auftakt der Konferenz, an die Wladimir J a b o t i n s k y ein Begrüßungsschreiben richtete. Jabötinskys Sehreiben enthält wichtige Ge* Sichtspunkte für die österreichischen Revisionisten. ' Außerdem lagen dem Präsidium zahlreiche Begrüßungen der Bruderorganisationen vor. In der SonntagVVormittagssitzung ' erstatteten Dr. Buk s p a n und Fritz Richter die Organisafiohs« referatc, aus denen das starke Wachstum der öster* reichischsrevisionistischen Organisation ersichtlich wurde. Die sich anschließende Generaldebatte, die sich gleicher* weise mit den politischen Problemen, des Gesamtzionis* mus und den besonderen der Weltunion beschäftigte, stand im Zeichen einer scharfen kritischen Haltung zur gegenwärtigen zionistischen Exekutive und zum Versuch der Präjudizierung politischer Maßnahmen betreffs Palä* stina durch die Jewish Agency. Niveau und Ernst der oft leidenschaftlich geführten Diskussion hielten sich die Waage. Zu den einzelnen Problemen" ergriffen die Herren Lutzky, Dr. Schee he t, Leon Wechsler, Dr. Hein* rieh G1 a n z, P. Halle r, Dr. M. L a nda u, B. L ubotzky u. a. da^ Wort. In Behandlung standen auch Fragen der revisionistischen Stellung zum ös t e r r e i c h i* s ch en zi on is t i s c h en Landesverband, dessen Tätigkeit einer sachlichen Betrachtung unterzogen wurde. Die Klärung der Probleme fand ihren Ausdruck in einer fast einmütig angenommenen Gesamtresolution. Diese präzisiert die revisionistische Auffassung zur außenpolitischen Situation, wie sie sich im Mac* DonaldsBrief 'kündgibt, zur Jewish Agency und zionistischen Exekutive, zur Tozereth* H a a r e z * F r a g e, zur revisionistischen Jugend* Bewegung, zum zionistischen Landes* komitee für Oesterreich und zur' politischen Arbeit der Weltunion der ZionistensRevisionisten. ,Die Konferenz beschloß in ihrer Nachmittags* Sitzung, die Geschäftsführung der Union der Zionisten* Revisionisten Oesterreichs einer Parteileitung und einem I'arteivör.stand zu übergeben. Die Leitung besteht aus dem Präsidenten für Oesterreich Dr. Heinrich Glück er, dem Vizepräsidenten Dr. David Bukspan, dem Sekretär P. Richter, dem Referenten für Organisation Leun Wechsler, dem Finanzkommissär M. Wozasek (Stellvertreter Mandel bäum) und den 1 lerren Dr. Kuppel und B. L u b e o t z k y. Dem Vorstand gehören die Herren J. Frankel, S. Gruberg, Dr. H. Glanz, P. Malier, K. Knhn. J. Körner, Dr. M. Landau, A. S c h w e r t f i n g e r, A. Sternberg, Dr. M. Weinstein, Dr. S. Wolf an. Auch für die Provinz wurden Vorstandsvertreter gewählt. Die Konferenz brachte Klärung in wichtigen Fragen. Sie war politisch und organisatorisch für Oesterreich von außerordentlichen Bedeutung und bewies, daß die revisio* nistiseben Ideen auch in Oesterreich an Ausbreitung stark gewonnen " Das Testament Lord Melchetts noch unbekannt. London, 23. Februar. Die Witwe Lord Melchetts dementiert die von „S u n d a y Express" gebrachten Mitteilungen über den letzten Willen ihres Gatten. Sie erklärt, daß sie selbst das Testament Lord Melchetts noch nicht gesehen habe, und daß bezüglich des Nachlasses noch keinerlei Entscheidungen getroffen worden seien. „Kein Mitglied unserer Familie", schreibt Lady Melchett, „kennt das Testament meines Mannes und auch mir sind seine letztwilligen Verf ügungen ebenso unbekannt wie allen anderen." Auch Abg. Major H. L. Nathan, ein Freund des verstorbenen Lord Melchett, erklärt, daß die Mitteilungen von „Sunday Express" vollkommen unautori- | siert waren, und daß mit der Veröffentlichung der letztwilligen Verfügungen Lord Melchetts in allen Einzelheiten erst in einigen Wochen gerechnet werden kann. haben. Landeskonferenz der Zionisten-Revisionisten Ost- ' galiziens. Aus -Lemberg wird uns berichtet: Für den 15. und 16. März würde die 5. Landeskonferenz der Zionisten* Revisionisten! Ostgaliziens einberufen. Die Tagung soll sich zu einer imposanten Kundgebung der in'den letzten Amerikanische Juden erhalten Entschädigung für Kriegsschäden in Palfistina. Washington, 22. Februar. (J. T. A.) Eine Anzahl amerikanischer Juden erhielt von der deutsch»amerikani« sehen gemischten Claims Commission insgesamt über 50.000 Dollar ausgezahlt als Vergütung der Schäden, die sie in.Kfar«Saba (Palästina) in der Zeit des Welt* krieges im Zusammenhang mit militärischen Operationen erlitten haben. Juden, schenket zu Purim Paläjf inaf riiehte J äff SD-Orangen, Karntel-Weine, Palästina-Olivenöl Schemen) liefert zu billigen Preisen direkt ins Haus Samuel Halpern, II., Förstergasse 6 (Tel. A-46-4-12) Orangenpreise: Originalpakete zu 15, 18, 23 und 26 Stück S 6.80, Originalkisten zu 50, »60, 75 und 90 Stück S 19.- wOf Eine neue katholische Leitung itt Palästina. ' München, 21. Fetof uar. ' „B a y r i s c h e r Kurier" teilt mit: Der lateinische Patriarch von Jerusalem hat die Herausgabe'des arabischen katholischen Wochenblattes „R a k i b S&y u n" („Die Wache Zions") wieder aufgenommen, das vor ungefähr vier Jahren infolge Geldmangels eingegangen war. Dieser Schritt wurde unternommen, weil ein katholisches Organ unumgänglich notwendig geworden war, um die katholische Religion und ihre Rechte gegen die 'u n a u f h ö r-" liehen Angriffe" d'ör' Mohammedaner, Juden und Schismatiker zu verteidigen.' Man erwägt zurzeit ebenfalls die Gründung einer zweisprachigen (englisch üiid französisch) Wochenschrift, die als das offizielle Sprachrohr der katholischen Tätigkeit den englischen Behörden, den fremden Konsulaten und den in Palästina wohnenden Amerikanern und Europäern den katholischen Standpunkt» darlegen soll. ' . ■ ■ Pas Hakenkreuz auch über Skandinavien» Berlin, 21. Februar. (J. T. A.) Die nationalsozialistische Presse bringt eine längere Korrespondenz aus Kopenliagen, in der die Entwicklung des Nationalsozialismus in den skandinavischen Ländern geschildert wird: Es liegt in der dänischen Mentalität begründet, heißt es in dem Bericht, daß mau Haß und Fanatismus als unschöne Eigenschaften empf'ihüei. Dennoch hatte sich bereits im Jahre 1926 ein kleinerer Kreis von nationalsozialistisch eingestellten Persönlichkeiten ernsthaft mit der Rassenf rage beschäftigt. Im Jahre darauf wurde aus dem lose gefaßten Kreis ein „Nationalsozialistischer Orden" straff I organisiert. Die dänischen Nationalsozialisten (haben jetzt I eine eigeue Zeitung „Hagokprset" (Hakenkreuz) geschaffen, die auch in Schweden und Norwegen gelesen wird. Die Nationalsozialisten Dänemarks fordern einen Befreiungskampf für die Völker nordischer Rasse. „F ü r ein nationales Germanentum gegen das internationale Judentum" heißt die Parole. Man will gemeinsam mit den deutschen Nazis gegen einen „gemeinsamen Gegner: das organisierte Untermenschentum" kämpfen. Der dänische Parteiführer heißt Ejnar Baaben. Jüdische Straßennamen entfernt. — Auch der Theodor-Herzl-Platz und die Heinegasse sind verschwunden, Czernowitz, 24. Februar. Die nach dem Kriege von der rumänischeu Regierung eingesetzte Verwaltung hatte alle Straßennamen in der Stadt, die mit jüdischen Persönlichkeiten im Zusammenhange stehen, entfernt. Nunmehr fordern die jüdischen GemeinderUte die Wiedereinführung der alten Namen. Ja der letzten Für die ihnen erwiesene Anteilnahme an dem Schmerze über den plötzlichen Tod ihres innigstgeliebten Gatten und Vaters danken auf diesem Wege allen Verwandten, Freunden und Gesinnungsgenossen Familien Körner, Bauer und Rosenthal Sitzung des Gemeinderates führte der Gemeinderat Dr. Siegfried Kosenzweig folgendes aus: „Es ist sicherlich ein Akt der Pietätlosigk e i t, die Straßen. Gassen und Plätze umzubenennen, welche nach solchen Persönlichkeiten benannt waren wie Dr. Reiß, dem hervorragenden Bürgermeister unserer Stadt, Sanitätsrat Dr. Zaloziecki, dem hervorragenden Arzt, Dr. Rott, dem gewesenen Abgeordneten unserer Stadt, der sich um den Ausbau von Czernowitz so sehr verdient gemacht hat, Heinrich Wagner, dem Philanthropen und Schöpfer des jüdischen Waisenhauses, dem gewesenen Stadtrat Hauptmann Baitinester, der an der Spitze der Czernowitzer jüdischen Gemeinde stand, dem verstorbenen ehrwürdigen Oberrabbiner der Stadt Czernowitz, Doktor Ige 1, benannt waren. Und nicht zuletzt erblicken wir eine Verletzung der Ge fühle der jüdischen Bevölkerung, daß die Heinegasse und der Theodor-Herzl-Platz unbenannt wurden. Eine Tatsache, die ganz besonders hervorsticht, wenn man bedenkt, daß man den anderen Nationalitäten doch noch irgend eine Namensbenenroung einer Straße belassen hat, hingegen die Namen der jüdischen Persönlichkeiten aus dem Straßenalbum der Stadt Czernowitz glatt gestrichen wurden. Ich stelle den Antrag, eine Kommission aus der Mitte des Gemeinderates zn wählen, an welcher Vertreter aller Nationalitäten teilnehmen sollen, damit sie ein Elaborat vorlege, in welchem die von der liberalen Interimarkommission gemachten Fehler und Vergehen, wieder gutgemacht werden." Der rumänisch-jüdische Senator Zipstein schwer mißhandelt. Bukarest, 25. Februar. Die rumänische Agentur. „Rador" teilt aus Tighina mit: In einer Gemeinderatssitzung zu Tighina erhob Senator Zipstein, ein Jude, gegen den Präsidenten des Bezirksrates die Anklage, er unterstütze die antisemitische Propaganda. Daraufhin stürzten sich der Präsident des Bezirksrates und ein Deputierter auf Zipstein und mißhandelten ihn schwer. Die Anhänger Zipsteins eilten diesem zu Hilfe, es entstand ein regelrechter Kampf, bei dem das Kabinett , des Bürgermeisters zerstört wurde. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet. Der Oberrabbiner von Cluj (Klausenburg) verhaftet* Cluj, 22. Februar; Hier erregte eine Affäre ungeheures Aufsehen. Gestern verhaftet die Polizei den Großrabbiner von Cluj, Akiba Glasner, den Sekretär der jüdischen Gemeinde Löffler und den Beamten der jüdischen Gemeinde Rosenberg. Das Gerücht von der Verhaftung dieser Personen verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt, ohne daß jemand den Grund für diese Maßnahmen wußte, was uem so verwunderlicher war, als Ghefrablbiner Akiba Glasner einer der ältesten'und angesehensten Rabbiner Siebenbürgens ist. Mehrere jüdische Würdenträger intervenierten bei den Behörden, wo ihnen mitgeteilt wurde, daß es sich um eine B estechungsaf f äre handle. Der Polizeibeamte Cloncea, der Sekretär der Quästur, habe die Anzeige erstattet, daß Chefrabbiner Akiba Glasner im Vereine mit den Beamten Löffler und Rosenberg ihn b estechen wollten, um ihn zu bewegen,.einem G ef lü gelscliäch t er der spaniolischeii Gemeinde die Ausübung dieses Amtes zu verbieten. In jüdischen Kreisen erklärt man, daß das Ganze eine Hetze ist, wie sie bereits einmal im vergangeneu, Jahre gegen Rabbiner Glasner in Szene gesetzt wurde. Bekanntmachung. Das 50 * Schilling * Angebot im Anzeigenteil ist kein Scherz, sondern rechtsverbindlich. E. Schulze Verlag, Geesthacht (Bz. Hamburg). E Ein jüdischer Universitätsprofessor in Sowjet rußland gemaßregelt. Moskau, 22. Februar. (J. T. A.) „Prawda" befaßt sich in einem aus der Feder des Herausgebers der Minsker jiddischen Tageszeitung „Oktiabr" Ch. Dunets stammenden Artikel mit dem vor einiger Zeit erfolgten Ausschluß des Minsker Universw tätsprofessors Sossis aus der kommunistischen Partei. Professor Sossis, der an der weißrussischen Uni« versität Vorlesungen über die. Geschichte der jüdischen arbeitenden Klasse hielt und auch Mitglied der weiß« russischen Akaderfiie der Wissenschaften ist, wurde als „unverbesserlicher nationaler Oppof tu* nist" aus der Partei ausgeschlossen. Folgende Vor* würfe wurden gegen Professor Sossis erhoben: Erstens habe er in seinen Vorlesungen und Schriften die „konterrevolutionäre menschewikische Organi* sation Jüdischer Bund" idealisiert, zweitens habe er in freundschaftlichen Beziehungen zum Jiddisch Wissenschaftlichen Institut in WiIna, einer

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