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Die neue Welt · 1931-02-20 · Heft 179 (20.2.1931) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 179 (20.2.1931)
Date
1931-02-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite I DIE NEUE WELT Nt. m timTnriimittiinmfin»#fmffMttttffiiiimiinwmin!mititi;MiiiiTMiiti mittiiftmininnftwittiirtimiifm'riiiin»»ii SIEGM. KORNMEHL OROSSPLErtCHMAUeRBl Zentrale Bctgg«««c 19, Telephon u. 16-9-34 L l e t c r a n 1 < ü i Heilanstalten Abteilungen fflr «ty?«Fleuch unter Aufsich» des Ehrwürdigen Kabbinats der isr Kul* tusjremeinde Wien Autonustellung kostenlos IX. Barggais« IS / XVIII., Währingtritr. »7 nm i tti ttH >tn iti I11 n Hl IlfH NIlMII IHN Ittnth 1 von rein ökonomischen Gesichtspunkten aus aufgestellt werden. 16. Die Regierung hat irgendwelche Unterbrechung oder Verhinderung jüdischer Einwanderer in irgendeiner der .Kategorien weder v o r g e s c h rde b e n noch beabsichtigt. Die Praxis der Bestätigung einer Arbeiter-Einwanderungsliiäte (Labour Söbedule) für einwandernde Lohnempfänger wird fortgesetzt werden. In jedem einzelnen Fall werden Arbaiieranforderungen berücksichtigt werden für solche Arbeiten, die von jüdischem oder hauptsächlich jüdischem Kapital abhängig sind und die nicht vorhanden waren oder nicht unternommen worden wären, wenn nricht jüdische Arbeiter zur Verfügung stehen würden. Mit Bezug auf die öffentlichen und städtischen Arbeiten, die aus öffentlichen Fonds fiuanaiert werden, ist der Anspruch jüdischer Arbeiter auf einen gehörigen Anteil an der vorhandenen Arbeitsgelegenheit in Betracht zu ziehen, wobei man die jüdiischen Beiträge zu den öffentlichen Einnahmen in Rechnung zu setzen hat. Was andere Arten der Beschäftigung betrifft, wird es notwendig sein, in jedem Fall die Faktoren zvl berücksichtigen, die der Nachfrage nach Arbeitskräften zugrunde liegen, einschließlich des Faktors der Arbeitelosiigiedt unter Juden und Arabern. Einwanderer mit Aussicht auf" Beschäftigung (außer Beschäftigungen von nur ganz vorübergehendem Charaker) dürfen nicht ausgeschlossen weiden nur aus dem Grunde, weil ihre Beschäftigung aiui unbeschränkte Zeit nicht garantiert werden kann. 17. Bei der Bestimmung des Ausmaßes, zu dem die Einwanderung zu irgendwelcher Zeit erlaubt wird, ist es notwendig, die Politik der Jewish Agency in Betracht, zu nehmen, nach der „in allen Arbeiten oder Unternehmungen, die durch die Agency auegeführt oder gefördert werden, der Grundsatz, gelten soll, daß die Arbeit durch Juden ausgeführt wird". Die Regierung greift in keiner Weise das Recht der Agency an; eine solche Politik zu formulieren oder zu billigen und zu bestätigen. Das Prinzip vorzaigsweiser oder sogar ausschließlicher Beschäftigung jüdischer Arbeiter durch jüdische Organisationen ist ein solches, das die Jewish Agency berechtigt ist, aufrechtzuerhalten. Aber es muß betont werden, daß, wenn als Folge dieser P o 1 itik arabische Arbeiter verdrängt werden oder bestehende Arbeitslosigkeit verschärft wird; dies ein Faktor in der Situation ist, auf den die Mandatarmacht ihr Augenmerk richten muß. 18. Die Regierung wünscht endlich noch auszusprechen, wie sie mehrmals und in unzweideutiger Weise versichert hat, daß die Verpflichtungen, die die Mandatarmächt durch die Annahme, des Mandats auf sich genommen hat, feierliche internationale Verpflich-' tungen sind, denen sie sich weder jetzt entziehen will noch zu irgendeiner früheren Zeit hat entziehen wollen. Der Durchführung der Aufgaben, die ihr durch das Mandat .auferlegt worden sind, hat die Regierung ihre Hand geliehen und wird sich nicht zurückziehen. Aber wenn ihre Bemühungen erfolgreich sein sollen, sind Zusammenarbeit, Vertrauen.. Bereitwilligkeit von allen Seiten notwendig, um die Schwierigkeiten und die Kompliziertheit des Problems einzusehen, und vor allem muß und soll unbedingt anerkannt werden, daß keine Lösung zufriedenstellend oder von Dauer sein kann, die' nicht auf Gerechtigkeit gegenüber dem jüdischen Volke und den nicht jüdischen Gemeinschaften in Palästina beruht. Hochachtungsvoll (gez.) J. Ramsay MacDonald. Jaboiinsky über den MacOonald-Brief. Auf einem großen Meeting in Paris, an welchem sich über 2000 Menschen beteiligten, hielt Wladimir Jabotin s k y am 15. Februar ein Referat über MacDonalds letzten Brief an Dr. Weiznutnn. Jabotinsiky führte aus: ..Unbesdiadet des freundlichen Tones .des;Bnefes, e.'ithült dieser starke Gefabren; besonders in einem PUnkt,' in dein gesaigt wird, daß man zur Lösung des P a 1 ä s t i n a - P r o h 1 e m s nur durch eine Verständigung mit den Arabern kommen kann. Ferner ist auch die jüdische Arbeit nicht genügend gesidiert. Und das Wesentlidie der ganzen Sache beruht darin, daß das Weißbuch als dominierendes Dokument bestehen bleibt und der Brief MacDonalds an Weizmarin bloß einen Kommentar zum Weißbudi darstellt. Selbstverständlidi wird man sidi im Fall eines Konflikts nicht' auf den Kommentar — den Brief—, sondern auf die Grundlage das Weißbudi, berufen. Es ist falsdi. sieh mit dem Brief zufriedenzugeben. Man kann und darf kein Vertrauen zu jenen haben, die die Verhandlungen mit der englischen Regierung führen." Ferner sagte Jabotinftky: „Die letzte und wichtigste Konsequenz besteht darin, daß diejenigen, welche den ersten Teil der Verhandlungen mit der englischen Regierung geführt halben, nicht den zweiten Teil der Verhandlungen führen dürfen, die der Frage dos Legislative Council und der Aenderung der Administration gewidmet sein .werden/' Kommunismus in Palästina« Die Urteile im Jerusalemer KommunistenprozeR. In dem Prozeß gegen die 2 6 Kommunisten, die während der Begräbnisfeierlichkeiten für Mohammed Ali verhaftet wurden, wurde eine Reihe von Belastungszeugen einvernommen. Aus Furcht vor Racheakten der Kommunisten haben die Zeugen gebeten, ihre Aussagen hinter einem Wandschirm verborgen machen zu dürfen. Die Verhandlung endigte mit der Verurteilung von neun Angeklagten, 5 Juden und 4 Arabern, wegen „Verbreitung aufrührerischer, zur Erregung gewalttätiger Ausschreitungen geeigneter Schriften". Die fünf verurteilten Juden sind Arieh Nahum alias Leib Nesses, der zum Erlag von 150 Pfund als Kaution für künftiges Wohlverhaltan... und zu sechs Monaten .Zwangsaufenthalt unter strenger polizeilicher Bewachung in Afuleh verurteilt wurde; Sew Polani (Kaution von 240 Pfund, Zwangsaufenhalt in Rosch Pinah); Abraham Schwartz, einer der Kandidaten der „Proletarischen Liste" bei den letzten Wahlen zur Jüdischen Nationalversammlung . (Kaution, vou 180 Pfund), Zwangsaufenthalt in Tiberias): Chaim Fingelanter. alias Vosic (Kaution 180 Pfund und Zwangsaufenthalt in Sichron Jakob); schließlich Ephraim Benarie, der zum Erlag einer Kaution von 51 "Pfund VeruHeilt würde. Die vier verurteilten Araber sind die beiden Schüler der Moskauerkommunistischen Agita t o r ensch ül-erv YnSsef Ahmed1- Chalef und Ibrahim Yunis, von denen der erste zu einem Erlag rok' 300, der zweite zu einem Erlag von 50 Pfund, beide zu Zwangsaufenthalt in Nazareth verurteilt wurden; Ahmed Hamdi Sikdi (Kaution von. 120 Pfund, Zwangsauf-, enthalt in Beer Sheba) und; Najib Ifranjieh, der zu einem Erlag von 20 Pfund verurteilt wurde und .zwar in Jerusalem bleiben, sein Haus aber nach Eintritt der Dunkelheit nicht verlassen, darf. , •, v Die Kommunistische Internationale fordert ver* stärkte Propaganda unter den jüdischen Arbeitern Palästinas. Die kommunisti s che Partefi P a 1 ä s tinas mußte auf Anordnung des Exekutivkomitees der; kommunistischen Internationale in ihrem in jiddischer und arabischer Sprache erscheinenden Organ „Voraus" ein Schreiben der kommunistischen Internationale veröffentlichen, in dem den jildisdien Kommunisten Palästinas der Vorwurf gemacht wird, ihre gesamte Tätigkeit auf die arabische Bevölkerung konzenr triert und die Propaganda in jüdischen Kreir sen vernachlässigt zu haben. Der „Opportunismus sowohl des rechten wie des linken Flügels in der Partei" habe die palästinensischen Kommunisten { zu dem antibolschewistischeh Schluß verleitet, daß die jüdischen Arbeiter das Land verlassen und von der Klassenkampf front desertieren sollen, weil die Kommunistische Partei Palästinas dem jüdisdien, Arbeiter keinerlei Aufmerksamkeit schenken konnte oder wollte. Die Kommunisten Palästinas werden aufgefordert, die Krise im Zionißmus. dazu auszunützen, um ihren Einfluß auf d i e j ü d i s c h e n Arbeiter zu erweitern und zu festigen. In dem Schreiben der kommunistischen Internationale wird dem' arabischen Konimtinistenführer Haindi Husseini für die „positive Roll e", die er in den A u g u s t u n r u h en gespielt hat. vollste Anerkennung ausgesprochen. Schließlich weiden die jüdischen Kommunisten aufgefordert, sich von der jüdischen Bourgeoisie, die im Interesse einer „privilegierten jüdischen Minorität" die Rolle von „E xekutoren u n d U n t e rdrückern" spiele, vollständig zu trennen. (Ita.) Karten im Strumpfpalaet Schächter, VII, Burggasse 44; Elias Feiger, VII, sttragasae 30, und an der Kassa des Caf6 Neubauhof. VII, Neubaugasse o4, und Komiteemi'gliedern / Preis im Vc>:verkaut S 3--, un der Abendkassa S 4'— des Verbandes demokratischer Zionlsten Wiens, Gruppe VI—VIU Aufzug historischer Gruppen, biblische Tänze Eigene Purimzei.ung 1 Iam«t«g, dan 28, Februar, In <fl«n Sttl«n d« Chat nolr, VI, MariahllfarttraRa 109 Siebenbe| den Musikkapelle I. Geiger ^iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiniiiiiifiiiiiiiiiiiiii^ 1 Verband demokratischer Zionisten S MMMaMMHMHMIMaMMMMH[^WM^MMi 1 Mittwoch, 25. Fobruar 10*1, um l/,9 Uhr abends 1 ~ im HersB*saal dos Verbantftholms, II., Unter« S S Augartenstraße 38 s S Gegenstand: s | Schule und Erziehungswcsen in i § Palästina i M. s Referentin: 5 | Frau Dr. Else Werfel-Spfelberg 'PaMna) 1 IltlllttlltttltttltlltttlltltllttlllttlttltllllftflüttlfHlHUHItlllltl? Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs. Wien, II., Obere Do na 11 st r aß e 101-103. > Tel. A-47-2-34.___^ Einladung zu dem am 21. und 2 2. Februar 1931 in den Räumen des Gremiums der Wiener Kauf man nschaft (IV., Schwarzenbergplatz 10) stattfindende!* Revisionisten-Tag (Generalversammlung) Tag esordnung: Samstag, den 2 1. Februar 193 1. piirikt halb 20 Uhr. Allgemein z 11 g ü n g l i eh. 1. Wahl des Tagespräsidiums. 2. Die Lage im Zionismus, Ref.: Dr. D. Bukspun. 3. Das Palästina-Mandat, Referent: Dr. J. Wolf. 4. Jugendreferat, Referent: Dr. Leo Keppel. Sonntag, den 22. Februar 1931, punkt 9 (Ihr. Z u g ä n g lieh nur Mit g 1 i e d e r n. 5. OrganiSntionsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Referenten: Dr. D. Bukspan und Fritz Richter. 6. Generaldebatte. 7. Statutenänderung. 8. Wahl der Vereinsbehörden. 9. Eventuelles. Auszug aus dem Parteistatut: Mitgliedsausweise gelten nur dann als Eintritts-, bezw. Stimmbereditigung, wenn auf der Rückseite der Zahlvermerk des laufenden Quartals angebradit ist. — Sollte die zur angegebenen Zeit angesetzte Generalversammlung nicht beschlußfähig sein, so findet eine halbe Stunde später eine zweite Generalversammlung statt, die unter allen Umständen beschlußfähig ist. Jenen Mitgliedern, die noch nicht im Besitze ihrer Mitgliedsausweise sind, werden diese beim Saaleintritt ausgefolgt. Für die Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreidis :*;v-'^-;©j$Bto^^ Erste Weltkonferenz des Brith Trninpeldor in Danzig. Wien, 17. Februar. (J. T. A.) Die in(Wien amtierende Mifkadah Eljonah (Oberkommando) des Brith T r u m* peldoT hat die erste Weltkonferenz des Brith für den 12. Apri 1 nach Daiizig einberufen. Wladimir Jaibo> tinsky wird die Konferenz eröffnen. An der Tagung werden 24Länder au s Europa und aus Uebersee durch einige hundert. Delegierte vertreten sein. Der Dele* gierte aus China ist dieser Tage nach mehrmonatiger Reise bereits in einem französischen Hafen gelandet. Auf der Tagesordnung der Weltkonfcrenz, deren Dauer auf ungefähr eine Woche berechnet ist, stehen Referate von Jabot in sky, Dr. Hoffmann (Riga), Joelsohn, Dissentschick, Lubotzky, Propes und Liberthai. Das Referat Jabotinskys hat zum Thema: „Die Lage des;jüdischen Volkes und die Auf gaben der _ jüdischen Jugend." Die Gesamttagurig ist inneren Fragen, insbesondere der Organi; sätion und der Ideologie gewidmet. Brith Trumpeldor zählt in der ganzen Welt zirka 30.000 Mitglieder. Zum Tode des Rektorf Hof rat Schwarz* Von stud. theol. M. Le w i n. Mit Hofrat Schwanz, dem Rektor des Waencr Rabbinerseminars, ißt eine Persönlichkeit von größtem geistigen Format gestorben. Er gehörte zu jenen bedciir tenden Figuren des jüdischen Lebens, deren geistige Größe mit Bescheidenheit gepaart äst. Benachbart dem Geist unserer alten Weißen, verstand er es, die Synthese unserer alten traditionellen Gelehrsamkeit mit den neuen Weltanschauungen herztustellieu. Ein selisuomer Zauber, eine gläubige Kraft ging von seinem Wesen aus. Wer Gelegenheit hatte, mit Rektor Schwarz in Berührung zu kommen, ward allsogleich von tiefer Ehrfurcht für seine Person durchdrungen. Es ist eine schwere Aufgabe, bei eiuean Mensch.-u seines Ranges die . Grenze zwischen dem Mann der Wissenschaft and dem Erzieher zu ziehen. Denn eins ging ins andere über. Für die jüdische Jugend bedeutete seiin ■ Lehrhau« den Weg durch das Judentum zu ihm. Tat und Gesinnung waren nach seinen Lehr, prinzipien eine Einheit. So war seine Schule eine SiäUe der sittlichen Erziehung der Jugend, der er die höchsten Ideale in der. Arbeit für das jüdische Volk als Fahne vorantruig. Aue den Wirrnassen der Zeit nach den Aulklärungsbestrebungen, die Mendelssohn eingeleitet hatte und die dann zu einem blassen Liberalismus und zu einer alles zerklüftenden Orthodoxie führten, rettete t

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