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Die neue Welt · 1931-02-13 · Heft 178 (13.2.1931) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 178 (13.2.1931)
Date
1931-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seffe ft DIE neue WELT Nr. 178 unsere Pflicht, die Aufmerksamkeit der maßgebenden Stellen auf diese beiden Erscheinungen zu lenken." * Ein Unterseeboot ist vielleicht eine sehr schöne, kostbare und für manche unentbehrliche Sache. Trotzdem muß die „Neue Welt" die Ehre ablehnen, mit einem Unterseeboot zusammengespannt zu werden. Ob ein Unterseeboot in Jaffa war und was es dort zu suchen hatte, das wissen wir nicht. Wir wissen nur, daß die „Neue Welt" jugoslawischen Führern für ihre zionsfreundliche Haltung herzlichen Dank ausgesprochen hat. den Dank, den sie ebenso herzlich und reichlich allen italienischen führenden Persönlichkeiten erstattet, welche wohlwollen* des Verständnis für die Freiheitsbestrebung des jüdischen Volkes beweisen. Kein Arbeitsrecht für Neueingewanderte in Frankreich. — Zahlreiche jüdische Existenzen bedroht. Paris, 8. Februar. (J. T. A.) Auf Grund einer soeben erschienenen Verordnung werden künftighin Personen, die nach dem 1. J u 1 i 1 9 3 0 nach Frankreich eingewandert sind, keine Arbeitsbewilligung erhalten. Da durch diese Verordnung die Existenz zahlreicher Juden bedroht erscheint, beabsichtigt eine Reihe jüdischer Organisationen, durch eine Intervention bei der Regierung auf eine Milderung der neuen Bestimmung hinzuwirken. Im Hinblick auf die Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage in Frankreich dürfte sich die Regierung nicht zu Konzessionen geneigt zeigen. Antisemitische Propaganda in der Schweiz. Genf, 7. Februar. Die seit einiger Zeit in Genf mit besonderer Intensität betriebene antisemitische Agitation beginnt nun auch auf andere Städte der französischen Schweiz überzugreifen. In Lausanne hat eine nationalsozialistische Gruppe ein neues antisemitisches Wochenblatt unter dem Titel „La Nation" begründet. Der verstärkten antisemitischen Propaganda tritt der bekannte Schriftsteller C. A. Loosli in einer Broschüre „D i e Juden und wir" entgegen.,Loosli weist auf die Gefährdung nicht nur der Juden, sondern auch des Schweizer Volkes durch den Antisemitismus hin. Das gesellschaftliche Leben in der von Volksstämmen verschiedener Rasse, Sprache und Religion bewohnten Schweiz müsse auf. dem Prinzip der Toleranz beruhen. Der Antisemitismus sei eine aus dem Ausland eingeschleppte Krankheit, die die Grundlagen des schweizerischen Staates angreife. Verstärkung der jüdischen sozialen Fürsorge in Amerika. Ein Jahresbudget von 30 Millionen Dollar. New York, 8. Februar. (J. T. A.) In New York fand eine außerordentliche Konferenz des Verbandes der jüdischen Wohlfahrtsgesellschaften in Amerika statt. Die Konferenz hat beschlossen, im Hinblick auf die infolge der Wirtschaftskrise verschärfte Notlage weiter jüdischer Kreise außerordentliche Maßnahmen zur Fortführung der von den Wohlfahrtsgesellschaften und ihren Institutionen geleisteten sozialen Arbeit zu treffen. Die Jahresbudgets der dem Verband angeschlossenen Gesellschaften und Institutionen erreichen insgesamt die Summe von 30 Millionen Dollar. In den letzten Jahren konnte diese Summe stets mit L e i c ht i g k e i taufgebracht werden. Nunmehr aber ist einerseits mit eiiier Vermehrung der Ansprüche an die Gesellschaften infolge der allgemeinen Notlage, andererseits mit einem Sinken der Eingänge zu rechnen. Die sozialen Institutionen sehen sich vielfach neuen Aufgaben gegenübergestellt, zu deren Lösung weitere Mittel erforderlich sind. Es muß damit gerechnet werden, daß noch lange nach Ueberwindung der schwersten Phase der gegenwärtigen Wirtschaftskrise soziale Probleme zu lösen seih werden, die früher nicht bestanden: Demoralisierung durch langandauernde Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Schäden, Zerstörung des Familienlebens usw. Die Konferenz nahm die folgende Resolution au: Im Hinblick auf das Fehlen jeder Art Vorkehrungen seitens der Regierung und der Industrie gegen die Arbeitslosigkeit und die durch sie hervorgerufene Verelendung ist es die dringende Pflicht der organisierten jüdischen sozialen Fürsorge, den Kampf jiegen Armut und Verelendung zu verstärken. Die jüdischen Organisationen müssen an der allgemeinen Hilfsarbeit teilnehmen und eine Zusammenarbeit mit allen Körperschaften, die sich die Bekämpfung. der Wirtschaftsnot zur Aufgabe gesetzt haben, anstreben. Da es sich gegenwärtig nicht um eine vorübergehende Depression, sonderu um einen durchgreifenden wirtschaftlichen Umschwung handle, seien die Vereinigungen und Institutionen berechtigt, alle R eservefonds für Hilfszwecke zu verwenden. Verbünde, die nicht allzu sehr mit Defiziten belastet sind, sollen berechtigt sein, sogar Anleihen zu machen, um die ungeschmälerte Fortsetzung der sozialen Arbeit zu ermöglichen. * Der Beschluß, alle Mittel für die Linderung der jüdischen Not iu den Vereinigten Staaten zu mobilisieren, wird sich im nächsten Jahre schwer auswirken. und Sie, verehrte gnädige Frau — zu einer Gratisfahrt nach „Venedig in Wien". Das ist ein ent zückendes. 98 m2 großes Riesen-Dekorationsbild, ein „Weißes Wunder", aus 100.000 Meter schnee weißem Linnen kunstvoll gefertigt, das Sinnbild der Wunderpreise für Qualität«-Weißwaren, anläßlich unserer „Weißen Wochen". Wir vergüten Ihnen die Kosten dieser für Sie sehr lohnenden Fahrt zu Schiffmann. Alle welßwuran. 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Mott, erklärt, Leistung von Missionsarbeit unter den Juden, sei, ungeachtet aller dagegen erhobenen Proteste, Pflic'ht der christlichen-Mission.'Der Internationale Missionsrat werde gleichzeitig bemüht sein, gegenseitiges Verständnis und gegenseitige Kameradschaft zwischen Christen und Juden zu fördern. , Diese .Enkdapu-n^ Dr, Motts hat in., weiten, Kreisen der, amerikanischen Judenheit tiefe Erregung ausgelöst. In einem Gespräch mit, dem.. J. T.. A,-Vertreter erklärte der Präsident der Vereinigung der jüdisch-orthodoxen Gemeinden Amerikas, Dr. Herbert Goldstein, diese Aeußeruag des Präsidenten des Missionsrates werde jenen jüdischen Führern, die sich in der V e r s t ä n d ig u ng<sp r opa ga nda hervorgetan 'haben, die Äugen öffnen. Roger W. S t r a u s, Mitglied des Präsidiums der amerikanischen jü d is cöi-eh r is t lieh e n Konferenz g em eins chaf t, erklärte: Die jüdischchristliche Konferenzigemeinschaft, die sich die Förderung gegenseitigen Verständnisses zwischen Juden und Christen zur Auifgaibe igemadit hat, ist sich dessen bewußt, daß Dr. Mott und seine Organisation den Gedanken der P r os ely t enma ch er ei nicht aufgegeben halben. Doch sind viele Ohristen, Laien wie Kleriker, davon überzeugt, daß dieses Bestreben nicht nur in hohem Maß für den Antisemitismus im Amerika verantwortlich zu machen ist, sondern auch eine Beleidigung der Juden darstellt. Es ist besonders 'bedauerlich, daß Dr. Mott für seine Erklärung eine Form gewählt hat, durch die der Anschein erweckt wird, als ob es sich hier um eine Aktion zur Verständigung zwischen Juden und C ii r a s t e n h au<Jl e. Dadurch wird bewirkt, daß sich viele Juden von den wirklidi in diese Richtunig zielenden Beuiüihungen fernhalten. Die Arbeit zur Herbeifüihruiig einer ch v is tl i ch-j üdd6 ch en Verständigung muß aiif der Basis gegenseitiger Achtung und Würdigung d-er beiderseitigen Gesichtep unkte beruhen. Das Verständigungskorndtee des Bundesrates der christlidien Kirchen Amerikas hat Bekehruagisversuche gegenüber den Juden endgültig abgelehnt, Ich befürchte nicht, daß Dr. Mott und »eine Verbündeten bei ihren Bekehruagsversuchen Erfolge erzielen werden, die selbst unter Anwendung der Mittel der Inquisition nidit erreidit werden konnten. Idi glaube, daß Dr, Mott und seine Gesinnungsfreunde zur Auifrechterhaltung religiöser Vorurteile beitragen und damit unserem Lande einen schlechten Dienst erweisen. * Wenn die affeniherzigen Worte des ttylifisionsrateß Dr, Mott der christlich-jüdischeu Koniferenzgemeinschaft iu Amerika ein Ende bereiten sollten, haben sie keinen großen Schaden gestiftet. Die Versuche, durch salbungsvolle Redereien und Tintefllialtungen am grünen Tisch das Problem „Judentum und Christentum" in Amerika oder anderswo lotsen zu wollen, sind geschäftige, rektlamsüchtige Spielereien, deren Fortfall niemandem weh tu« wird, außer vielleicht den unmittelbar beteiligten wortreichen Herren. Juden zur Taufe zu bringen ist nun einmal eine wichtige, dogmatische Piflicht der Kirche, die sich nicht wegdiskutieren läßt. Da halben sich die Juden einfach ihrer Haut zu wehren, durch Festhalten am Judentum. Wegdisputieren läßt sich die Sache nicht. Die jüdische Einwanderung nach Kanada. Montreal, ,3. Februar. (J. T. A.) Die kanadische Hilfsorganisation für jüdische Einwanderer hat soeben ihren zehnten Jahresbericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß im Verlauf der letzten zehn Jahre 41.873.Juden nach Kanada eingewandert und von der Organisation beraten oder unterstützt worden sind. 3507 jüdische Flüchtlinge aus Rumänien und verschiedenen europäischen Häfen wurden nach Kanada gebracht. Der Organisation ist es gelungen, 2762 Einwanderern, die in den Häfen zurückgehalten worden waren, die Niederlassungserlaubnis in Kanada zu erwirken. Nur 276 Personen mußten die Rückreise antreten. Für die Hilfsarbeit zugunsten der Einwanderer hat die Organisation im Laufe der letzten zehn Jahre den Betrog von 180.000 Dollar ausgegeben. Warnung an Emigranten vor Auswanderung nach Argentinien über Uruguay. Paris, 7. Februar. (J. T. A.) Wir erhalten von der Direktion der Hias*Ica*Emigdirect („Hicem") die folgend« Mitteilung: Im Zusammenhang mit der Erhöhung der G e* bühren für das Einreisevisum nach Argentinien ist eine Neigung unter den Emigranten bemerkbar, nach Argen* tinien via Uruguay zu reisen; sogar Emigranten, die in Argentinien Verwandte haben, glauben die Einreiseerlaub* nisse von Uruguay aus schneller bekommen zu können. Dies ist aber keineswegs der Fall. Wie das Komitee der „Hicem" in Montevideo mit* teilt, ist die Erhöhung der Gebühren für das argentinische Visum von 3 Dollar auf 33 Dollar auch für Emigran« ten aus Uruguay gültig. Das argentinische Kon» sulat in Uruguay, ebenso wie die Konsulate in Europa, erteilen das Visum ausschließlich an Emigranten, die eine Einreiseerlaubnis („Llamada'') vorlegen können. Es hat deswegen gar keinen Zweck, nach Uruguay zu gehen, um dort auf die Erledigung der For* malitäten seitens der Verwandten in Argentinien zu warten, denn dies ist mit einem großen Zeit* und Geld* Verlust verbunden. Es wird deshalb sämtlichen Emigrant ten, die nach Argentinien zu gehen beabsichtigen, drin» gend empfohlen, das Eintreffen der Einreiseerlaubnis in Europa abzuwarten; insbesondere bezieht sich dies auf Frauen, die sich nach Argentinien zu ihren Männern be* geben möchten; auch diese weiblichen Auswanderer müs* sen das Eintreffen der- „Llamada" in Europa abwarten, denn in Uruguay würden sie bei der Landung auf große Schwierigkeiten stoßen. Ehegatten amerikanischer Bürgerinnen wird die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert. New York, 6. Februar. (J. T. A.) Im Gebäude von Hias fand eine Versammlung von 200 jüdischen amerikanischen Staatsbürgerinnen statt, deren in Europa befindlichen Ehegatten von den dortigen amerikanischen Konsuln die Erteilung der Einreisebewilligung. nach den Vereinigten Staaten bisher verweigert wurde. Die Ver* Sammlung faßte eine Protestresolution gegen dieses mit den in Geltung stehenden Einwanderungsgesetzen in Widerspruch stehende Vorgehen der amerikanischen Kon» suln im Ausland. Es wurde beschlossen, Mitglieder des Repräsentantenhauses und des-Senats um eine Intervention bei der Regierung in dieser Angelegenheit zu ersuchen. Einwanderung mittelloser Juden in Bulgarien unerwünscht. Warschau, 6. Februar. Wie. der bulgarische Gesandte in Warschau, S. Robeff, dem JTA.*Vertreter mitteilt, ist. die von dem ehemaligen bulgarischen Unterrichts» minister Stoyan Omarchewsky in einem Gespräch mit dem New Yorker JTA.»Vertreter (s. „Neue Welt" vom 6. Februar) an die osteuropäischen Juden ge* richtete Einladung, nach Bulgarien zu kommen, nicht so aufzufassen, als ob eine Einwanderung mittel* loser Elemente nach Bulgarien erwünscht sei. Bulgarien würde zwar die Einwanderung von Juden, die mit eigenem Kapital neue Unternehmungen in Bulgarien ins Leben rufen wollen, gerne sehen, könne aber eine Einwanderung von Arbeitern, auch von solchen mit be* sonderer Qualifikation, n i c h t z u i a s s e n. Verbot illegaler Einwanderung von Sowjetbürgern nach Persien. Teheran, 3. Februar, (J. T. A.) Qie persische Regie* rung hat beschlossen, in Zukunft die illegale Lieber« schreitung der persischen Grenze durch Bürger der Sowjetunion zu verhindern. Sowjetrussische Bürger, die trotz des Verbotes die Grenze überschreiten, werden nach Sowjetrußland abgeschoben werden. Diese Verordnung der persischen Regierung be* deutet einen harten Schlag für Hunderte von Juden, die in letzter Zeit über die durchs Gebirge, verläufende und daher nur schwach. bewachte persische Grenze aus Sowjetrußland geflohen sind. Die Sowjets haben an die persische Regierung die Forderung gerichtet, alte ta Persien lebenden Sowjetbürger zurückzusenden. Doch bat die persische Regierung erklärt, daß jene Bürger der Sowjetunion, die sich bereits in Teheran und in anderen V

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