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Die neue Welt · 1931-01-30 · Heft 176 (30.1.1931) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 176 (30.1.1931)
Date
1931-01-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 1?6 Dffi NEUE WELT Seite 9 i Union der Zlonisten-Revisionisten Oesterreichs I — imiiii-i i in ■......ii in i ......in—— S3 1 Montag, den 3. februar 1931, y,9 Uhr abends, | | im Cafe „Produktenbörse", II., Taborstraße 10 j | VERSAMMLUNG f | „Allgemeiner j | und Fraktions-Ziomsmus" J | Referent: Dr. M. Landau | g Freie Aussprache 1 Gäste willkommen 1 1 1 A jLAhmmI Die Montag-Versammlungen 1 I MCniUlISi finden im Cafe „Produkten- 1 | HnnnHnl börse", IL, Taborstr. lu, statt I dieser Kommission auch einen Vertreter der Zionistischen Organisation Polens hinzuauiziahen. 2. Exekutive. Das A.-K. nämimt die Erklärung der Herren Rabbi M. Berlin und Lazarus Barth, daß sie auf Grund des Beschlusses des Mi&rachi auf ihre Sitze iu der Exekutive verzichten, nicht zur Kenntnis und fordert sie auf, ihre Aemter weiterzubehalten. 3. Finanzen. Außerordentliche Finanzaktion. Da6 A.-K. richtet an die Zionisten aller Länder und an alle Komitees des Keren Hajessod den dringenden Appell, die Arbeit für den Keren Hajessod zu verstärken und es so der Palästina-Exekutive zu ermöglichen, in diesem schweren Jahr trotz der wirtschaftlichen Weltkrise die Arbeit in Palästina durchzuführen. Die zionistische Bewegung muß zeigen, daß ihre Widerstandskraft und ihr Wille zur positiven Arbeit in Palästina auch den sdiwersten Erschütterumgen gewachsen sind. Das A.-K. beschließt, eine starke außerordentliche Delegation nach den Vereinigten Staaten zu entsenden. Ersparnismaßnahmen. In Berücksichtigung der durch die weltwirtschaftliche Krise entstandenen finanziellen Notlage und in Anerkennung der Notwendigkeit, das Aufbauwerk in Palästina aufrechtzuerhalten, hält das A.-K. folgende Maßnahmen für geboten: Das A.-K. ernennt je eine Kommission in Palästina und in London, die zusammen mit der Exekutive über grundlegende Ersparnisse in den allgemeinen und administrativen Ausgaben beraten sollen. Das A.-K. nimmt den Beschluß der Exekutive der Jewish Agency über die von ihr beschlossenen Gehaltsreduzierungen zur Kenntnis. Der Gesamtbetrag der Kürzungen soll nicht weniger als ein Sechstel der an Gehältern zu zahlenden Gesamtsumme ausmachen. Die Kürzungen sollen nach einer progressiven Skala vorgenommen werden. Die Kürzungen sollen in London binnen zwei Wochen und in Palästina binnen eines Monats vorgenommen werden. Das A.-K. erwartet, daß die Beamtenschaft aller Kategorien mit ihrer stets bewährten Oipferwilligkeit die Exekutive bei der Durchführung dieser Maßnahmen unterstützen wird. Das A.-K. empfiehlt der Exekutive, für den nächsten Kongreß Vorschläge auf Verkleinerung dse A.-K. und der Exekutive vorzubereiten. 4. Organisation. In Anbetracht der außergewöhnlich schweren finanziellen Lage beschließt das A.-K., den frühexen Beschluß betreffs Abhaltung des 17. Kongresses im Februar 1931 aufzuheben, und beauftragt die Exekutive, nach Durchführung einer großen Finanzaktdon den Kongreß spätestens Mitte Juni 1931 an einem von ihr zu bestimmenden Orte einzuberufen. Das A.-K. fordert auf, die Schekel-Aktion fortzusetzen mit dem Ziel, bis zum Kongreß die bisherige Schekelzahl auf eine Million zu erhöhen. Die Exekutive wird beauftragt, sämtliche Maßnaihmen au treffen, die zur Fortsetzung und Beendigung der Schekelsammlung, zur Durchführung der Delegiertenwaihlen und zur Einberufuing des Kongresses notwendig sind. Erklärung der Weltunion der Zionisten- Revisionisten. London, 25. Jänner. (J. T. A.) Die Weltunion der Zionisten-Revisdonisten in London veröffentlicht in einem Kommunique" eine Erklärung, die ihr Vizepräsident Meir Groß man am Schlüsse der letzten Tagung des Zionistischen Aktionskomitees abgegeben hat. Großman erklärte namens der Weltunion, das Aktionskomitee sei im Hinblick darauf, daß der politischen Kommission des A.-K. bloß Auszüge aus den Protokollen der Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung, aus dem der englischen Regierung unterbreiteten Memorandum und aus anderen wichtigen Dokumenten, nicht aber diese Dokument eselbstvorgelegtwur den, nicht berechtigt, Direktiven bezüglich weiterer Verhandlungen mit der Regierung zu geben. Die Revisionisten sprechen der Zionistischen Exekutive und der politischen Kommission jedes Recht zur Führung von Verhandlungen dm Namen der Zionistischen Organisation ab. Unter den gegebenen Uniständen sieht sich die Weltunion der Zionisten-Revisionisten genötigt, ihren Kampf geigen die gegenwärtige Exekutive und die sie stützenden Parteien mit aller Intensität fortzuführen. Sie hält es für ihre Pflicht, die jüdische OeffenJichkcit über die erwähnten Tatsachen aufzuklären. Die Revisionisten werden wie seit jeher die Kampagne zur Sammlung von Geldmitteln unterstützen, damit das Palästina-Werk erhalten bleibe. Niditsdestoweniger müssen die Revisionisten erklären, daß sie angesichts der gegenwärtigen Situation nicht daran glauben, daß der für den Erfolg der Kampagne unerläßliche Enthusiasmus ausgelöst werden kann. Sie bezweifeln auch, ob die gesammelten Gelder dem gegenwärtigen Apparat anvertraut werden können. Weiters erklärte Großman, das Aktionskomitee habe nicht das moralische Recht zu einer Verschiebung des Kongreßtermins, da eine solche weder aus finanziellen nodi aus politischen oder organisatorisdien Erwägungen heraus gerechtfertigt werden könne. Die Revisionisten betraditen die Verschiebung des Kongresses als ein zum Zweck der Abhaltung des Kongresses in einem für die Exekutive günstigeren Zeitpunkt durchgeführtes innerpolitisches Manöver. Die böse Opposition* Am Schlüsse der A.-C.-Sitzung in London hielt Präsident Weizmann eine scharfe Rede gegen die Opposition. Sie vergiftet die Atmosphäre. Sie schadet. Er forderte auf, die heilige Einheit gegen die Opposition zu schützen. So etwas wirkt immer gut, besonders dann, wenn man, wie Präsident Weizmann es getan hat, davon absieht, zu erzählen, worin eigentlich die Verbrechen der Opposition bestehen. Auch das offizielle Organ der österreichischen zionistischen Landesorganisation bringt als Leitartikel einen Ausfall gegen die böse Opposition. Aber der Verfasser des Artikels und Leiter der Organisation, Herr Dr. Oskar G r ü n b a u m, ist nicht so vorsichtig wie Weizmann, sondern zählt Verbrechen der Opposition namentlich auf. So schreibt er in Sperrdruck u. a.: „Hat es nicht die Opposition gegen die Jewish Agency (Anm. der Redaktion: Er meinte: Opposition gegen die Erweiterung der J. A. durch reiche amerikanische Zionisten.) zu verantworten, daß diese nicht schon zur Zeit .der amerikanischen Prosperity gegründet wurde und daß uns dadurch viele Millionen Dollars für den Aufbau verloren gingen?" Es liegt kein Anlaß vor, Herrn Dr. O. Grünbaum einer wissentlich falschen Darstellung zu beschuldigen. Er hat das scheinbar gehört und gibt es weiter, ohne sich die Mühe zu nehmen, die Beschuldigung auf ihre Stichhältigkeit zu prüfen. In Wirklichkeit hat sich die Sache so abgespielt: Bereits im Jahre 1924 hat Weizmann nach Niederstimniung der Opposition Vollmacht erhalten, mit den amerikanischen und europäischen Nichtzionisten über die Erweiterung der J. A. zu ver* handeln. Fast fünf volle Jahre wurde verhandelt, ohne daß die Opposition — sie betrug kaum 10 Prozent — auch nur den geringsten Einfluß auf den Gang der Verhandlungen nehmen konnte und genommen hat. Keiner ihrer Vertreter war. an diesen Verhandlungen beteiligt. Wenn der Pakt erst im August 1929 besiegelt werden konnte und inzwischen — nach Ansicht des Herrn Dr. Grünbaum — „vieje Millionen Dollar" fortgeschwommen sind; was hat das mit der Opposition zu tun? In diesem Falle hat das „Verbrechen" der Opposition lediglich darin bestanden, daß sie mit ihrer Ansicht von der Unmöglichkeit der Konstruktion nadi den Plänen des Präsidenten Weizmann und seiner Freunde recht behalten hat In Europa ist so gut wie gar nichts zustande gekommen. Ist vielleicht die Opposition auch daran schuld, daß die Nichtzionisten Oesterreichs vor wenigen Tagen ihren Vertreter aus der Jewish Agency zurückgezogen haben, ohne jede Begründung, ohne Sang und Klang? Hat vielleicht auch da die böse zionistische Opposition ihre Hand im Spiele? Was die Gründe des Mißerfolges in Amerika betrifft, sei ein Urteil wiedergegeben, das von der Opposition bestimmt nicht beeinflußt ist. „Dawar", das Organ der zionistischen Arbeiterpartei, welche für die Erweiterung der J. A. gestimmt hat und an ihr voll beteiligt ist, schreibt: „In diesem Augenblick sind unsere Augen auf Amerika gerichtet. Auch die schwere amerikanische Krise reichtnicht aus, um die Vernachlässigung der Interessen Erez Jisraels in den letzten Monaten zu entschuldige n." „Die Zionistische Organisation hat sich mit den Nichtzionisten verbündet und ihr Wort gehalten. Ohne Rücksicht auf persönliche Fragen und auf ihr Prestige, ohne die geringste Störung hat sie sie an der Leitung der wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten teilnehmen lassen, als gleichberechtigte Mitglieder an der gemeinsamen Aufgabe. Die Warburg-Gruppe hat auf ihrem Anteil an der politischen Leitung durchaus bestanden, ja zuweilen schien es, als ob sie vergessen hat, daß sie doch nur Teilhaber ist,' und keine Alleinrechte beanspruchen darf; aber ihre Pflicht an der Verantwortung für das Gesamtwerk und in der Stellung der Mittel hat sie nicht erfüllt. Will sie nur ihre Rechte wahrnehmen und ihre Pflichten vernachlässigen? Ein so einseitiges Bündnis hat kein 8° .DOLLAR Hypotheken Pfandbriefe 11° .SCHATZSCHEINE PMÄ BANKOIMHAfT Dr. THAUSING & SCHLESINGER Wien l, TegetthetfatraBe 4 Telephon R-23-2-88, R-23-3-92 Existenzrecht in dem zionistischen Werke, dessen ganzer Sinn in Arbeit und Opfer besteht. Die Probezeit muß schließlich einmal ihr Ende finden." Wie man sieht, hat es sich Herr Dr. Griinbaum wirklich zu leicht gemacht, wenn er die „verlorenen Millionen Dollar" einfach der Opposition aufs Konto schreibt. Wenn man gegen eine zionistische Gruppe Beschuldigungen erhebt, muß man sich auch um Beweise kümmern. Das ist sicherlich zu viel verlangt. Herr Dr. Grünbaum nimmt auch anderes zu leicht. So schreibt er auch: „Revisionismus ist notwendig, aber nicht im Sinne J a b o tins ky g." Warum? Wieso? Da muß man doch etwas über das Programm Jabotinskys sagen. Man kann über Jabotinsky denken, wie man will. Aber mit einer Handbewegung, in einem Relativsatz, ist diese Gestalt nicht abzutun. diiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiii^ | Juden/ kaufet | | Palästina*Produkte! | 3 Jaffa »Orangen, Jaffa «Grape-Fruit, 2 s Karmel-Weine, Palästina-Off van, E Oet (Schemen) liefert direkt ins Haus E s zu billigen Preisen^ Kisten zu 50, 60, 75 und 90 Stück S 19 — Siimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiimiim Patriarch Barlassina wieder in Tätigkeit* Er gründet einen Jesuitenorden in Amerika. „Jewish Moruing Journal" berichtet aus New York; Die Nachrdcht, daß der katholische Patriarch von Jerusalem, B a r 1 a s s i n a, einen Vertreter nach Amerika entsandt hat, der hier unter der Patronanz des Patriarchen den Jesuitenorden „Ordensritter vom Grabe Jesu" gegründet hat, ist vom jüdischen Standpunkt nicht sehr erfreulidi. Wir werden nicht überrascht sein, wenn es sich zeigen sollte, daß ©ine der Hauptaufgaben des Ordens die Bekämpfung der zionistischen Bewegung in Amerika und ihres Einflusses sein wird. Anders kann die Rolle, die der Jerusalemer Patriarch bier spielt, nicht gedadtt sein. Die Juden Palästinas hatten in den letzten Jaihren genügend Gelegenheit, im Patriarchen einen der größten Gegner der jüdischen Heimstätte zu sehen. Nach den Morden vom August 1929 hat dieser Patriarch nicht nur seine Stimme gegen die Ahschlachtung alter Männer, Frauen und Kinder nicht erhaben, sondern hat bei verschiedenen Gelegenheiten seiner Sympathie für die Araber Ausdruck gegeben. Seine offene Stellungnahme gegen die Juden Erez Israels ging so weit, daß manche christlidie Kreise beim Papst Beschwerde führten, und es wurde damals berichtet, daß der Papst ihn versetzen wolle. Leider hat sich diese Nachricht nicht bestätigt. Die jüdischen Führer Amerikas werden ein wachsames Auge haben müssen auf die Tätigkeit des neuen katholischen Ordens, den Barlassima jetzt in New York gegründet hat und den er auch nach anderen amerikanischen Städten zu verpflanzen beabsichtigt. Aus Rumänien« t)as Verhör mit den antisemitischen Verschwörern. Bukarest, 26. Jänner. (J. T. A.) Vor dem hiesigen Gerichtshofe wurde über die Bestätigung der Haftbefehle gegen den Führer der antisemitischen Terroristen, Codreanu, und sechs andere cuzistische Führer verhandelt. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung wurden im Gerichtsgebäude zahlreiche Polizeiposten aufgestellt. Corneliu Zelea Codreanu gab beim Verhör zu, daß er eine geheime Vereinigung organisiert habe, aber nur als Gegenaktion gegen die B o 1 s c h ew i s t e n. Die gegen ihn vorgebrachte Hauptbeschuldigung wurde auf Grund eines vorgefundenen Zirkularschreibens erhoben, das er noch im Jahre 1928 versandt hat. In diesem Schreiben forderte er die einzelnen Zellen auf, sich militärisch zu organisieren und für den großen Schlag vorzubereiten. Dieses Schreiben, sagte Codreanu, ist schon längst in Vergessenheit geraten. Der frühere Innenminister V a i d a V q .e v o d war von der Üngefährlichkeit dieser Organisation übel« zeugt und hat die Fahnenweihe und den Marsjp nach' Bessarabien gestattet. — M. Lefter, der natürliche Sohn Cuzas, der beschuldigt wird, den AjtentäJ^r; Dumitrescu zum Mordversuch an S o c o r angestiftet unj|! ihn mit Waffen ausgerüstet zu haben, erklärterer habe

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