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Die neue Welt · 1931-01-09 · Heft 173 (9.1.1931) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
5 (1931)
Issue
Heft 173 (9.1.1931)
Date
1931-01-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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DIE NEUE WELT SeH« 1 mmmmmm/p tfhdl, zaxt, mich und moUiff bleibt die Wolle durch Persil! So oft Sie auch Wbllsachen in Persil waschen: immer wieder wird Sie das prächtige Aus« sehen und die Farbenfrische erfreuen. Und wie einfach ist diese Wäsche! Drücken Sie da« Stück leicht im kalten Periilbad durch I' Spülen Si« kalt, und gehen Sie iur Auffrischung der Farben etwas Ktichenettlg heil Zum Trocknen in Feuchtigkeit« aufsaugende, weiße Tücher wickeln I Da« Stück auf tuchbedeckteo» Ti*ch «um Trocknen autbreJtCO. nicht aufjiingen( Alles Wollne schont Persil Nr. 173_ Dieser Beschluß unterliegt noch der Sanktion durch die Londoner revisionistische Exekutive. Wedters wurde beschlossen, die Weltunion der Zionisten-Revisionisteu aufzufordern, aus der Zionistischen Weltorganisation auszutreten, falls der Zionistenkongreß nioht die Mißbilligung der Politik Dr. Weizmanns aussprechen sollte. Zum Präsidenten der Union amerdkaniscler Revisionisten wurde Mordecai Danzis wiedergewählt. — Zwei Führer der Arbeiterpartei Zeire Zion, der ehemalige Herausgeber des offiziellen zionistischen Arbeiterorigans „Farn Folk", Ezechiel Rabbinowitz, und der ehemalige Landessekretär der Zeire Zion Hitachduth, S. Bookspan, sind aus der Zeire-Zion- Partei ausgetreten u>nd haben sich den Revisionisten angeschlossen. In revisionistischen Kreisen erwartet man einen Massenaustritt von Mitgliedern der zionistischen Arbeiterpartei in Amerika als Protest gegen die Haltung der paläsinensisohcn Arbeiterführer, die Dr. Weizinann und seine Politik stützen. Motzkin muß wegen geschwächter Gesundheit vorübergehend jeder öffentlichen Tätigkeit entsagen. Paris, 2. Jänner. Auf ärztliche Anordnung hat sich der Präsident des Zionistischen Aktionskomitees Leo Motzkin zu einem Kuraufenthalt nach Nizza begeben. Motzkin ist durch seinen Gesundheitszustand genötigt, sich in nächster Zeit von jeder politischen Betätigung fernzuhalten. Er wird daher auch an den weiteren Verhandlungen der Jewish Agency mit der britischen Regierung nicht teilnehmen und für die Dauer seiner Erkrankung im Politischen Komitee der Jewish Agency durch Isaac Naiditch, der bereits nach London abgereist ist, vertreten werden. In letzter Zeit war Motzkin, wie er einem Vertreter der Jüdischen Telegraphenagentur mitteilte, mit der Abfassung seiner Memoiren beschäftigt und wird diese Arbeit, sobald es ihm sein Gesundheitszustand erlaubt, fortsetzen. Marannen gründen eine talmudische Lehranstalt in Oporto. Saloniki, 51. Dezember. Auf Einladung eines in Amsterdam zu dem Zwecke, den portugiesischen Marannen die Rückkehr zum Judentum zu erleichtern, gebildeten Komitees hat sich Rabbiner Baruch Ben Jacob aus Saloniki nach Oporto begeben, um die dortigen Maranen mit jüdischer Lehre und jüdischen Gebräuchen vertraut zu machen. In einem an einen Freund in Saloniki gerichteten Briefe schreibt Rabbi Ben Jacob: In Oporto, der bedeutendsten Stadt im nördlichen Teile von Portugal, ist jetzt, zum erstenmal seit der vor mehr als 400 Jahren erfolgten gewaltsamen Bekehrung der portugiesischen Juden zum Christentum, eine Synagoge im Bau. Es gibt dort eine kleine jüdische Gemeinde von sieben jüdischen Familien aus Polen und zwo 1 f Maranenf amilien. Besonders hoffnungsvoll für die Entwicklung der Rücktrittsbewegung unter den Maranen muß die Vor kurzem erfolgte Gründung einer Jeschiwah in Oporto stimmen, die unter dem Namen „Rosen Pinah" von sieben maran naschen Rabbinatskandidaten ins Leben gerufen wurde. Die Hörer dieser Jeschiwah, die aus von zahlreichen Maranen bevölkerten nordportugiesischen Dörfern stammen, Gespradie mit Elje von der Rapelje, mit Hiob und ToIsloj\ Grpteske von M. Nadir. Ich habe in den Zeitungen viel über Madame Far* facia gelesen, die berühmte Spiritistin, die die Geister aus dem Jenseits hervorzaubern und sich mit ihnen in Verbindung setzen kann. Die hervorragendsten Zeitungen des Landes sprachen von den Wunderleistungen der Mme. Farfacia. Einige Schriftsteller ergingen sich in Lobeshymnen, die sie der übernatürlichen, zur mündlichen Auseinander? setzung mit dem Jenseits befähigenden Kräfte der Mme. Farfacia widmeten. Ingenieure, Uhrmacher, Hausierer, Hosenträgerfabrikanten — alle waren von Mme. Farfacia begeistert. Ihre Photographien samt Faksimile wurden in einem schön gedruckten Buch gesammelt, das den Titel führte: „Kennen Sie Madame Farfacia?" In demselben Buch mit den genauen Beweisen, Unterschriften, Bildern, Telegrammen, Spezialberichten wurde erzählt, daß Sie sofort zugreifen müßten, wenn Sie Lu3t haben, sich mit Ihrem toten Urgroßvater bei reduzierten Preisen ein wenig zu besprechen oder mit Ihrer toten Schwiegermutter, mit toten Tanten und Schwägern und Schwägerinnen. Wahr ist, daß ich schon seit langem den Wunsch hatte, ein wenig mit meinem Urgroßvater zu plaudern, zu erfahren, wie es ihm im Jenseits geht, ob er noch immer mit meiner Urgroßmutter auf Kriegsfuß lebt und warum er so wenig von sich hören läßt. Ich hielt dies aber für unmöglich und phantastisch, Aber jetzt 1 Ich begab mich zu Mme. Farfacia und erklärte ihr, mit meinem Urgroßvater sprechen zu wollen. Was das kosten würde? Mine. Farfacia, eine jener Frauen, bei deren An« feUsk BMA ausruft! Q wie süßt lieb, sanft, still!, kam mir. wmmmmmmmMmmB^mmKnmmmmKmmmmmumBmmm&mKm werden nach Vollendung ihrer Studien in ihre Heimatsorte zurückkehren, um die jüdische Lehre unter den Marannen, die zum Judentum zurückzukehren beabsichtigen, zu verbreiten. Von Deutschlands „hohen" Schulen. Berlin, 5. Jänner. Die Abendausgabe des sozialdemokratisdien „Vorwärts" bringt eine Reihe von Tatsachen über das antisemitische Treiben der nationalsozialistischen Studentenschaft an verschiedenen ■■MBMMMBBMWMMMh^^ entgegen, in einen chinesischen Kimono gehüllt, führte mich ins Zimmer hinter eine spanische Wand und sagte mit ihrer molligen Stimme: „Wie nannte man Ihren Urgroßvater seligen An* denkens?" „Elje", antwortete ich. „Was? Elje?" „Elje von der Rapelje!" „Ein Deutscher?" „Nein, ein Tot-. „Spaß beiseite — Ihr Urgroßvater war ein .Jude?" „Was denn sonst. — ein Chinese vielleicht?" „Sie erinnern sich an Ihren Ungroßvater?" „So ein bißchen, ein ganz kleines bißchen." „Was für eine Stimme hatte er?" „Weshalb fragen Sie?" „Ich muß es wissen", sagte sie, „um ihn herauszu* finden. Sie wissen gar nicht, wieviel Scherereien ich mit den Geistern habe. Oft ändern sie ihre Stimmen, damit man sie nicht erkenne. Ihr Urgroßvater muß einen Baß gehabt haben." „Ja", erwiderte ich. „Nun gut, wir werden ihn sogleich anrufen. Wie, sagen Sie, heißt er?" „Ich habe es Ihnen doch schon gesagt, daß er Elje von der Rapelje heißt." „Ein seltsamer Name! Wie lange", fuhr sie fort, »wollen Sie mit Ihrem -Urgroßvater sprechen?" „Ich weiß nicht ... So an, die zehn — fünfzehn Minuten. Was ist denn los? Er hat keine Zeit? Macht Ueberstunden?" „Das nicht, aber die Geister lieben es nicht, sehr in Anspruch genommen zu werden. Zehn Dollar, bitte!" Ich warf ihr einen raschelnden Zehner hin. Sie fing ihn wie ein Artist mit zwei Fingern auf und verschwand für eine ganze Minute» Im „Kabinett" wurde es bläulich« Hochschulen Doutslands. Der Braunschweiger national«" sozialistisdie Minister Franzen hat dem sozialdemokratischen Professor Paulsen ohne Angabe von Gründen mit Ablauf des jetzigen Wintersemesters den Lehrauftrag für praktische Pädagogik an der Braunschweiger Hochschule gekündigt. Der Senat der Braunschweiger Hochschule hat einen Protest der Studentenschaft wegen tätlicher Angriffe und Beschimpfungen in einer allgemeinen Studentcnversammlung — u. a. war eine jüdische Studentin geschlagen worden — ablehnend beantfinster. Schatten schlugen übereinander und tanzten und das Gezimper einer Geige ließ sich vernehmen. „So", sagte sie, „Sie können beginnen." Als ich allein war, legte ich, früheren Instruktionen folgend, das Telephonröhrchen ans Ohr und sagte: „Hallo, ist mein Urgroßvater dort?" „Ycs, Sir", gab eine tiefe Baßstimme zur Antwort. „Das bin ich, dein Urgroßvater." „Nun, was hört sich Neues, Urgroßvater?" fragte ich. „Was soll man hören?" gibt mein Urgroßvater aus dem Jenseits zur Antwort. „Ich lebe hier sehr nett." „Ersparst du dir was, Ungroßvater?" entschlüpft mir die Frage. „Well", kommt es von dort, d. h. von meinem Urgroßvater, in englischer Sprache. „I will teil you . . ." „.Urgroßvater!" rufe ich überrascht, „wo hast du das Englisch her?" „Well", antwortet er, „you see . . , ich hab es hier erlernt. Unser Paradieswächter, you know, ist aus Philadelphia . . ." „Sonderbar", sage ich und bemühe mich weiter* zusprechen. „Yes", spricht mein Urgroßvater weiter: »Hier ist es allright, es ist nicht eure Welt." Und wie der Geist meines Urgroßvaters so weiter* spricht, will es mir scheinen, daß seine Stimme sich ge» ändert hat — es ist schon ein Tenor. „Urgroßvater", rufe ich aus, „etwas muß mit deiner Stimme geschehen sein." „Yes", kommt es wieder im tiefen Baß, „ich leide seit kurzem an einer starken Erkältung." „Und ich glaubte, daß es im Paradies nie zu kalt ist", antworte ich. Mein Urgroßvater will wieder zu sprechen anfangen. Er beginnt sogar mit einem saftigen Schimpfwort in sehr jugendlichem Ton, aber da kommt schon Mme. Farfacia. und ruft dazwischen; „Genügt Ihre 15 Minuten sjnd ab*

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