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Die neue Welt · 1930-12-19 · Heft 170 (19.12.1930) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 170 (19.12.1930)
Date
1930-12-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Sh 1 Nr. m DIE NEUE WELT Verband demokratischer Zionisten Gruppe Vl-Vill_ Donnerstag, den 25. Dezember 1930 Große Makkabäer-Feler in den Lokalitäten des Restaurants zum grünen Baum, VII, Mariahilferstraße 56 PROGRAMM: 1 Eröffnung. — 2 Maos zur, gesungen vom Chor der Vereinigung dem Zionisten. — 3. Festrede Dr. Nahuni Samonsky aus Erez Israel. — Pause. — 4. Rezitationen aus jungjüdischen Schriften, vorgetragen von einem berühmten jüdischen Schauspieler. — 5. Hebräische und jüdische Lieder <Chor des Jugendverbandes der dem. Zionisten), Solo Fr. Esther Schächter. — 6. Keulenschwingen vom Mitgliede des Makkabiverbandes Herrn Reiskin. — 10 Uhr Schluß des offiziellen Teiles. Nachher Tanz. Die „allgemeinen" Zionisten Palästinas und Diu Weizmann* Die letzte Sitzung des Aktionskomitees in London und die Haltung seiner allgemein-zionistischen Mitglieder aus Palästina rief eine Debatte im Klub der allgemeinen Zionisten in T c 1 - A w i w hervor, welche in der palästinensischen Tageszeitung „Haarez" ihre Fortsetzung fand. Herr J. S u p r a s k y, der im allgemein-zionistischen Klub Tel-Awiws über die Aktionskomitee-Sitzung referierte, kam, anknüpfend an die Haltung Dr. Weizraanns in der „W e i fi b u c h"- Frag e, zur Schlußfolgerung, daß die Politik der unbedingten Loyalität dem Kolonialainte gegenüber, die von Dr. Weizmann durch zehn Jahre betrieben und verkörpert wurde, sich als verfehlt erwiesen habe, daß daher Dr. Weizmann auf dem nächsten Kongreß gehen müsse. Gegen dieses Referat polemisierte im „Haarez" Dr. S. Rosenbaum und versuchte Dr. Weizmanns Kurs zu verteidigen. In seiner Antwort auf Dr. Rosenbaums Polemik schreibt Herr J. Suprasky: „Meine Kritik bezieht sich vor, allem darauf, daß Dr. Weizmann den größten Teil seiner politischen Bemühungen auf das Kolonialamt konzentrierte und diesem Amte gegenüber in einer Weise loyal war, die in der Geschichte einzig dasteht. Sogar in Momenten, als es sonnenklar war, daß wir schwere Schläge in Palästina zu erwarten haben und daß die Existenz des Nationalheims untergraben wird, war Dr. Weizmann von seiner unseligen Politik nicht abzubringen. So war es im vorigen Jahr, als Doktor Weizmann im Aktionskomitee nach dem blutigen Aufstand in Palästina erklärte, „daß nur über seiner Leiche eine Aenderung seines Systems und der Haltung gegenüber England herbeigeführt werden könne « « a" Nach einem Ueberblick übe? die Besprechungen Dr. Weizmanns mit dem Kolonialamt bezüglich des Weißbuches vom 20. Oktober 1930 setzt Herr Suprasky fort: „Und all dieses ist das Resultat der Loyalität gegenüber dem Kolonialamt. Diese Loyalität trägt die Hauptschuld an allem Unglücke, sowohl in bezug auf das Weißbuch 1922, als auch insbesondere im letzten Jahr. Parallel mit der fatalen politischen Linie lief die w i r tschafts- und kolonisationspolitische Linie, Dr. Weizmann glaubte nur an die nationale Kolonisation und hielt die Privatinitiative und ihre Leistungen für wertlos. Daher betrachtete er die Träger der nationalen Kolonisation als „erste Kategorie" und die Träger der Privatinitiative als Bürger „zweiten Ranges" in Palästina und im Zionismus. Das Resultat dieser Politik war, daß wir keine individuelle Masseneinwanderung nach Palästina anregten und es nicht dahin brachten, statt 100.000 Juden in den Jahren 1920 bis 1930, 200.000 bis 250.000 Juden ins Land zu bringen. Heute sehen wir alle den Fehler ein und wissen,, daß uns nach einer Masseneinwanderung weder das Unglück von 1929 noch seine Folgen betroffen hätten. „Dr. Weizmann ist unfähig, seine Beziehung zur Privatinitiative und ihren Trägern zu ändern. Auf dem Baseler Kongreß 192? erklärte er: „Wenn ich nicht das Schicksal hätte, Präsident der Organisation zu sein, raein Platz wäre neben Peil Locker" (dem Führer der Poale-Zion). Ich verkenne nicht die großen Verdienste Dr. Weizmanns, die ergebene Arbeit durch 15 Jahre seiner Führerschaft sowie die großen Opfer, die er der Bewegung brachte. Aber all das ist nicht genügend Grund für die Fortsetzung seiner Führerschaft. Wenn wir den Rest von Dr. Weizmanns p o« , litischem Erbe — Balf our-Deklaration und Mandat — und wenn wir Dr. Weizmanns Ehre und den ihm gebührenden Platz in unserer Geschichte retten wollen, dann müssen wir in der Zukunft auf seine Führerschaft verzichten 1 Zu dieser Erkenntnis gelangte nicht nur ich, sondern auch andere Mitglieder des Aktionskomitees, die immer die treuesten Anhänger, dei politischen Führung Dr. Weizmanns waren, wie die Vertreter der „Eth Liwnoth" in Polen, Herr Naiditsch v. a. Ich glaube, daß der Inhalt meines Referats nicht Verbrechen an Weizmann ist, sondern die Erfüllung einer elementaren zionistischen Pflicht." Wahlen in den judisdien Nafionalral Palästinas* Die Wahlen zur Assefath Haniwcharim auf den 15. Jänner vertagt. — Der Walilkampf in vollem Gang. — Die Wahlparolen der Arbeiterpartei und der Revisionisten. Anläßlich der bevorstehenden Wahlen zur ersten gesetzlich anerkannten jüdischen Nationalversammlung von Palästina (Assefath Haniwcharim) haben die palästinensische Arbeiterpartei und die revisionistische Organisation, zwischen denen sich der Wnhlkampf in erster Reihe abspielen wird, ihre Wahlprogramme veröffentlicht. Die jüdische Nationalversammlung, die die Vertretung der organisierten Gesamtjudenheit Palästinas darstellt, traf zum erstenmal im Jahre 1921 zusammen. Am 1. Jänner 1928 erließ die Palästinaregierung das jüdische Gemeindegesetz für Palästina, durch das die jüdische Nationalversammlung als berufene Repräsentanz der Judenhcit Palästinas anerkannt wird. Die Nationalversammlung, deren Funktionsdauer drei Jahre beträgt, wählt aus ihrer Mitte eine Exekutive, den jüdischen Nationalrat (Waad Leumi). Während sich das Wahlprograram der Arbeiterpartei in allen zionistischen Grundfragen mit der Jewish Agency identifiziert, richten die Revisionisten einen konzentrischen Angriff auf die gegenwärtige zionistische Führung und jene Teile innerhalb der zionistischen Bewegung, die sie für verantwortlich für die „politische Nie der läge und den Bankerott der Wirtschaftspolitik" halten. Die Revisionisten machen alle Anstrengungen, um sämtliche Teile der Bevölkerung, vor allem die religiösen Juden, die sonst dem Misrachi Gefolgschaft leisten und mit dem langsamen Tempo des Aufbaus un- Ein begehrtes Geschenk! tflElT) Qjuinwi in der Weihnachtspackung I Vorteile: 1. Qu'mar ist^ein praktisches Geschenk, 2. Quinar beseitigt Schuppen, verhindert Schuppenbildung und Haarausfall. 3. Enthält Quinine und Arnica. 4. Quinar führt dem Haarboden Nährwerte zu und beinflußt dadurch den Haarwuchs. 5. Quinar gibt Glanz dem Haar, belebt die Kopfnerven und Verleiht köstlichen Duft. 6. 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Eine wesentliche Rolle im Wahlkampf dürften auch die Konflikte spielen, die wie alljährlich mit dem Beginn der Orangenernte zwischen den Pflanzern und der jüdischen Arbeiterschaft wegen des Prinzips der Verwendung jüdischer Arbeit ausbrechen. „Haaretz" appelliert schon heute an die künftige Nationalversammlung, ihr Augenmerk in erster Linie der Lösung des Problems der jüdischen Arbeit in den Kolonien zuzuwenden, und weist darauf hin, daß das jüdische Volk von San Franzisko bis Warschau und von Kapstadt bis Kowno empört^ ist über den Angriff der britischen Regierung auf das Recht der jüdischen Arbeiterschaft, auf jüdischem Boden zu arbeiten. Der Jisebuw, schließt das Blatt, muß mehr für das Prinzip der jüdischen Arbeit tun, als bloß ein Lippenbekenntnis zu ihm abzulegen. Das Arbeiterorgan „D a w a r" fordert die Uebertragung der Leitung des Erziehungs-, Gesundheits- und sozialen Wohlfahrtswresens von der Jewish Agency auf den Waad Leumi. mm Der lustigste Film des Jahres! T/2 Stunden Lachen! HARRY GREEN in dem Schwank „Der Kiebitz" mit Mary Brian und Neil Hamilton Heute und täglich im Ufa-Ton-Kino II, Taborstraße 8a Telephon R-41-2-41 äiOümoiiM^ß^ gw»e»«e<< Das Zentralkomitee des Verbandes der Juden aus Polen in Jerusalem hat beschlossen, zu den Wahlen zum Nationalrat keine eigene Liste aufzustellen und den Mitgliedern des Verbandes die Abstimmung freizugeben. In revisionistischen Kreisen wird angenommen, daß auch diese Gruppe für die r e v i s i o* nis tische Liste eintreten wird. „Doar Hayom" berichtet über eine Versammlung der religiösen Jugend, an der 500 Personen teilgenommen haben. Nach einer Ansprache von Rabbi Schabbat aj Born stein wurde eine Resolution gegen den Plan eines binationalen Staates in Palästina gefaßt und an Jabotinsky eine tclcgraphische Ergebenheitsadresse abgesandt. In seiner letzten Sitzung hat der Waad Leumi im Hinblick auf die noch im Gange befindlichen Verhandlungen zwischen den Sephardim und der Farmervereinigung beschlossen, den Wahltag vom 15. Dezember auf den 15. Jänner 1931 zu verlegen. Die Juden im polnischen Parlament Der kleine jüdische Klub. — Die ersten jüdischen Anträge. — Noch immer Judengesetze aus der Znrenzeit. * Die jüdisch nationalen Mitglieder des poJnisdien Sejm gründeten aufs tneue den jüdischen Pardam c n ft s k 1 Ii ib, dorn vier Abgeord nete aus G a 1 d z d e n 'und z w e d aus K o n g r e ß p o 1 e <a angehören. J. Grünbauin naihim (mit aller Sdiürfe dagegen Stellung, daß die auf den Regierungslisiten gewählten jüdischen Abgeordneten und der auf der. Warschiauer Agudaih- Liste gewählte Rabbi L c w i n aufgefordert AVerden, dem Klub beizutreten. Griinbaums Standp'unikit wurde voin Klub akizeptient. Das älteste Klurjimitgflded, Dr. R o s e rabiat t, hielt die Eräfifjiungisa.nsprach'e, ziuan Präsidenten wurde der infolge Grippeerkrankung abwesende Krakauer Qberraibtbiner Dr. Thon, zum steHvertretendcn Vorsitzenden Abg. Dr. Rosmarin gewählt. ' Die drei auf der Regiertiingslisite gewählten jüdischen Deputierten gründeten eine jüdische Sektion innerhalb des Pilsudski-Klubs, der Agudist Rabbiner Lewin schloß sidi keiner Fraktion an. Es heißt, daß der Klub der regierungstreuen Abgeordneten den Deputierten Wischlicki in die HandeLskoromission, Mimzberg in die Bdlduiigiskomimisision und Rjahibmer Lewin in die Venfassungskomimassion des Sejms delegieren wird. Für den nationaljüdischen Klub besteht wegen seiner Kleinheit keine Möglichkeit, sich in den Kommissionen vertreten zu lassen. In der ersten Sitzung des Sejm machte die zusanimenigeschmolzene Gruppe der jüdischen Abgeordneten einen niederdrückenden Eindruck auf die jüdischen Journalisten und Galeriebesucher. Während im zweiten polnischen Sejm ein jüdischer Parlamentsklub mit mehr als 40 Abgeordneten bestand, sind heute die auf zehn zusammengeschmolzenen jüdischen Deputierten in drei Gruppen getrennt. Im vorigen Sejan saßen die einen einiheitllidien Kliub bildenden jüdischen.Deputierten an einem bevorzugten Platze, heute sitzen die sechs zionistischen Deputierten ganz weit hinten, die drei regierungstreuen jüdischen Deputierten sitzen versprengt zwischen den Abgeordneten des regie- ALLGEMEINE RENTENANSTALT Hervorgegangen aus der im Jahre 1834 gegründeten Allgemeinen Versorgungsaustalt WIEN, I.. GRABEN 20 RENTEN-SPAREINLAGEN (Naglergasse i% Tel. U-21-510 Serie (Altersrente, Witwenpension. Kfttferjförflotge usw.) Prospekte tu Auskaufte bereitwilligst a. kostenlos XWUOANSTAlTi 4r«i, JekemliHfKsli St »

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