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Die neue Welt · 1930-12-05 · Heft 168 (5.12.1930) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 168 (5.12.1930)
Date
1930-12-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Seite 5 Emil Jannings Liebling der Götter m,t Renate Mütter, OtgaTschechowa Hans Moser, Wladimir Sokotoff Eine Spredbfilm-Kom6d<e von Hans Müller und Roberl Ltebmann Erich-Pommer »Produktion der UFA Regie: Hanns Schwarz MatlkalUdie Leitung* W. Schmtdi-Cteataer Uraufführung im: APOLLO 255525 Telephon A-33-5-50 SSSSSSSSl ~ Nr. 16L Wechsel ergeben hat, daß prominente Mitglieder das radikalen Zentralkomitees, so Abg. Grünbaura und Dr. Margulies,'den Eintritt billigen, hat sich der Verband demokratischer Zionisten genötigt gesehen, seinen Austritt zu vollziehen. Zum 17. Zionistenköngrel. Halbamtlichen Meldungen zufolge, dürfte der 17, Zionistenköngreß im Frühjahr. 1931 tagen. Die Zionistische Exekutive gibt bekannt, daß das Wahlstatut, welches in verschiedenen. Punkten von dem alten abweicht, in den nächsten Tagen verlautbart wird. Auf dem 17. Zionistenköngreß wird die Zahl der stimmberechtigten Mitglieder wesentlich kleiner sein, da die Virilstimmen abgeschafft wurden. Auch die Mitglieder des Aktionskomitees können nur dann am Kongreß vollberechtigt teilnehmen, wenn sie als Wahlwerber ein Mandat erreicht haben. Als Kongreßort dürfte vor allen anderen Karlsbad in Frage kommen, wo bereits in den Jahren 1921 und 1923 Zionistenkongresse abgehalten wurden. Die Ziom§ten-Revisionu slen und die Zionistische Weltorganisation* Die Zionisten-Revisionisten bleiben in der Weltorganisation. Tel-Awiw, 28. November. In Tel-Awiw wurde die Jahreskonferenz der revisionistischen Partei P a 1 ä s t i n a s abgehalten. Der extreme Flügel, der sick für den sofortigen Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation einsetzt, hatte eine starke Majorität. E wurde ein neues Zentralkomitee mit Wolfgang von W e i s 1 als Obmann und Dr. Wunderlich als Vizeobmann gewählt. Außerdem gehören dem neuen Zentralkomitee noch Achi Mayer, der Führer der nationalen Jugendliga, und Mosche Segall an, der bekanntlich am Jörn Kippur bei der Klagemauer verhaftet wurde, weil er gefordert hatte, daß der Schofar geblasen werde. In einer Resolution wurde die Weltexekutive aufgefordert, Schritte zur Loslösung der revisionistischen Union von der Zionistischen Organisation einzuleiten, Verhandlungen mt der Regierung zurückzuweisen, eine gesetzgebende Körperschaft für Palästina abzulehnen und die vom Kolonialamt bewilligten Einwanderungszertifikate diesem wieder zur Verfügung zu stellen. .. i London, 29. November. Die Jüdische Telegraphen- Agentur hat sich im Hinblick auf die Beschlüsse der revisionistischen Landeskonferenz von P a 1 ä s ti n a. an die. revisionistische Weltexekutive in London mit dem Ersuchen um Informationen über die in nächster Zeit zu erwartende Haltung der Revisionistischen! Union-gegenüber der Zionistischen Organisation gewandt« Sie erhielt die Auskunft,. die gegenwärtige Exekutive der Revisionistischen Weltunion halte an dem Beschluß der letzten revisionistischen Weltkonferenz, weiterhinj.in/ der Zionistischen Organi s ation zu ve rb ie-ib en, f e s t. Eine Aenderung dieses Standpunktes; käme vor dem nächsten Kongreß nicht in Frage. Die vpn der palästinensischen revisionistischen Konferenz formulierten Punkte könnten demnach nicht als Fprder;,u;agen. sondern bloß als Meinung slä u ß e r ü n gen ge wert et werden. Die Vertreter der Revisionisten verbleiben weiterhin im A ktionskomitee der Zionistischen. Weltorganisation und betrachten die Revisionistische Union als Teil der Zionistischen; Weltorganisation. Ein englisches Urteil über die Arbeiterregierung. London, 29. 'November.'. Der bekannte Pazifist Norman- Ahgel 1 ' schreibt dn den „Foreign A ff ai rs":: England ■ hätte in Palästina wirkliche Staatskunst zejgen' können, ohne das Dazwischentreten eigennütziger materieller Motive, und hätte Dank und Anerkennung ernten können. Statt dessen sei der Erfolg, daß heute viele Millionen von Juden, die im. Bankwesen-, im Handel und im Journalismus der ganzen Welt einflußreiche Stellungen einnähmen und die britischen Interessen schwer schädigen könnten, nicht nur Antipathie, sondern, sogar Verachtung und Mißtrauen gegen England zu hegen begännen. Nach den Pogromen von 1929 sei fetzt das Weißbuch gekommen, das nicht nur die Zionisten, sondern a/uch viele prominente Engländer für einen Bruch feierlicher Versprechungen hielten. Das traurigste sei, daß ' sich die brdtische öffentliche Meinung, mit anderen Sorgen beschäftigt, offenbar wenig dar über aufrege, daß England, nach Ansicht /vieler Menschen, die Balfo'ur- Deklaration als einen „Fetzen pllllM | VORNEHME FAMILIENPENSION | | vormals Dr. GRÜNBERG I AM SEMMERING | HOCHSTRASIt Nr. 43 <BII HQTIL PANK ANS) | I Pension von S 12.— aufw. Kaffeehaus und lanz- § 1 gelegenheit im Hauae < Besitzer: MKSTilN Tel s 1 Semmering Nr. 11 / FlieBende« Warm* u. Kalt- § g W9*»«r In jedem Zimmer | ibpipiM _______PfE NEUE WELi_ Papier" behandle. Angcll preist dann die Größe und romantische Schönheit des Palästina-Mandates, der Aufgabe, eine Nation, der die Christenheit ihre heiligen Schriften und ihre religiöse Inspiration verdanke, in gewisser Weise wiederherzustellen und Treuhänder der heiligen Stätten dreier Religionen zu werden. Eine solche Aufgabe hätte den Sinn eines imperialistischen Volkes entflammen sollen, aber statt dessen hätten gerade die Imperialisten der Rotherraere-Schule nur gefragt: „Was ist dabei zu holen?" Und jetzt triumphierten diese Kreise darüber, daß man die einst feierlich übernommene Aufgabe fallen ließe, und gäben sich nicht einmal Rechenschaft über die Macht einer eingland-feindlichen Weltjudenheit, obwohl die unheilvolle Geschichte des irischen England-Hasses noch kaum abgeschlossen sei. Zum 70. Geburtstag von Miß Szold. Miß Henrietta Szold, die Gründerin und langjährige Vorsitzende der amerikanischen Frauenorganisation Hadasisah und ehemaliges Mitglied der Zionistischen Exekutive, vollendet am 21. Dezember ihr 70. Lebensjahr. Zur Vorbereitung einer würdigen Feier dieses Anlasses hat sich in Jerusalem ein Ausschuß gebildet, den Vertreter aller Bevölkerungskreise angehören. Dem Ausschuß liegen Vorschläge zur Ausführung von gemeinnützigen Projekten vor, die den Namen von Miß Szold tragen sollen. Ein .Jabotinsky-Flugzeuggeselnvader" für Palästina. Warschau, 27. November. (J. T. A.) Anläßlich des 50. Geburtstages von Wladimir Jabotinsky hat da3 Direktorium des Tel«Chai*Fonds in Polen, bekanntlich einer Gründung Jabotinskys, beschlossen, dem jüdischen Flugsportverband in Palästina ein Ge* schwader von fünf Sportflugzeugen zu schenken, das den Namen Jabotinskys tragen soll. Die Flugzeuge sollen unter Verwendung vorwiegend palästinensischen Mas t e r i a 1 s durch Mitglieder des Flugsportverbandes und Schüler des Haifaer Technikums in Palästina selbst gebaut werden. p En sie las Uwerk ioirof Gc§ ift ein »örtliches S&or&cu.flunifl§mittd fleßen Sölut» atmiti, 9KaßcnIeil>cit, Bucfctfrcmflbeit; n>eß.cn feines SReid)- ttwng an 9läif|üf«Iäcn itwb ©itantimen tocrttroll für ®tnfocr. •£>a§ ettutfl* Sörot in htyyieimjdjer Skrpadinin. ftn 5>ßn fluten ^e-mfo^oanMunflien urtb 93äcfeEeten erBöltliä). &e1)r bequem: ©imon&brot in @ä)eiben (Stanniolpadung). SimonSbrotf abritt 2Bfen?&agratt 11; Säftlidjer $bftoe«fänti: — <gg»ort' _ J Zwei Monate Gefängnis für Zeitungsangriffe gegen den Joint. Prag, 29. November. (J. T. A.) Der verantwortliche Redakteur der in Munkacz (Karpathorußland) erscheinen* den ungarischen Tageszeitung „Az Elet", der im Vorjahre eine außerordentlich heftige Kampagne gegen den Joint, das große jüdisch*amerikanische Wohlfahrtswerk, und seine karpathorussischen Funktionäre führte, wurde nunmehr Vom Bezirksgericht in Uzhorod zu zwei Mo* n a t e h Gefängnis sowie zu einer Geldstrafe von 1000 tsch. K verurteilt. Der verurteilte Redakteur ist außerdem verhalten, der klagenden Partei an Scha* denersätz 2000 tsch. K und an Gerichts« und Verteidi* gungskbsten 1000 tsch. K zu bezahlen. Das Urteil ist be* reits in Rechtskraft erwachsen. Ton und Perspektiven. Dein britischen Weißbuch vpn 1930 hat die Jewjsh Agency ein von ihrem Ehrenanwalt Leonard Stein verfaßtes Memorandum entgegengestellt, das eine umfassende Analyse und Kritik des Statements der englischen Regierungenthält. Das Memorandum ist, soweit es Ton und Perspektiven des Weißbuchs kritisiert, ziemlich scharf gehalten, entbehrt aber in ihrem wesentlichen poTitisVhen Inhalt die jetzt so notwendig gewesene zionistische Präzisierung. Zunächst vermißt mar eine klare Formulierung dessen, was die heutige Jewish Agency unter jüdischem Nationalheim versteht und unter diesem Aspekt eine ebenso klar formulierte politische Forderung über Simpson-Bericht und Weißbuch hinaus. ..äemlicb unklar und keine eindeutige Tendenz verratend, sind die Bemerkungen in Beziehung auf das von Palästina losgetrennte transjordanische Gebiet und die von Herbert Samuel der jüdischen Kolonisation entzogenen Beisan-Böden, Einleitend beruft sich das Memorandum auf die von H e n der s o n abgegebene, Erklärung auf der letzten Tagung' des Völkerbundrates und 'konstatiert, daß das Weißbuch im strikten Gegensatz zu dieser Erklärung stehe; - Poppelte Verpflichtung und Nationalfonds. Die von der Mandatskommission geübte Kritik an de,r englischen Palästinaverwaitung werde vom Weiß* buch gleichsam mit Absicht falsch wiedergegeben, um Schächten keine Tierquälerei. Berlin, 20. November. (J. T. A.) Das Büro für Schächtangelegenheiten teilt mit, daß von dem Prager Arzt und Physiologen Dr. S. Lieben zwei neue Publikationen zur Schächtfrage erschienen sind; 1. S. Lieben und H. R. Kahn (Professor der Physiologie an der deutschen Universität Prag), Die emotionelle Reaktion der Pupille. 2. S. Lieben, Die Strömungsverhältnisse in der Arteria vertebralis nach dem Schächtschnitte. Entgegen den theoretischen Behauptungen der Schächtgegner und ihrer nur theoretisch begründeten Gutachten wird in den genannten Schriften an Hand neuer wissenschaftlicher Experimente wiederum bewiesen, daß die Tiere nachdemSchächtschnittkeinBewußtsein haben und das Schächten daher keine Tierquälerei ist. Schreibdispens am Sabbat für jüdische Schüler in Schweden. Malmö, 28. November. (J. T. A.) Den wiederholten Bemühungen des Herrn Rabbiners W o h 1 s t e i n, Mitgliedes des Zentralkomitees des Weltverbandes Schomre Schabbos, ist es gelungen, für die jüdischen Gymnasialschüler, in Schweden einen Schreibdispens an den Sabbat- und jüdischen Feiertagen zu erwirken. Der Erfolg ist um so mehr anzuerkennen, als hier die Klassenarbeiten gewöhnlich am Samstag geschrieben werden. , Judenfeindliche Ausschreitungen in Galatz. 1 Bukarest, 2. Dezember. In Galatz kam es heilte nachmittags zu großen antisemitischen Ausschreitungen. In Braila tagt gegenwärtig ein Studentenkongreß, der hauptsächlich von extremnationalistischen Elementen beschickt ist. Heute nachmittags begaben sich die Studenten in das benachbarte Galatz, wo sie in ^flen Geschäften, deren Besitzer Juden sind, die Fenster ein* schlugen. Auph die Moldauer Bank wurde gestürmt'.'.und die Einrichtung zertrümmert. Jüdisch aussehende;Passanten wurden angehalten und tätlich insultiert« Die Polizei verhielt sich vollkommen passiv. In der Stadt herrscht Panikstimmung. , . *'„„. zu ihr entgegengesetzten Schlußfolgerungen gelangen, )su können. Die von der Mandatskommission festgestellte doppelte Verpflichtung werde vom Weißbuch mit gewollter Irreführung einseitig interpretiert, ebenso wie der Mandatstext falsch zitiert und falsch, aufgelegt werde. Die Präambel des Mandats von der, V e^;r,-, pflichtung gegen das jüdische Volk werde auf die in Palästina wohnenden jud eit eing es c h r ä n k t. Die Behauptung, daß die Jewish Agency dem Mandat zuwiderhandle, indem sie Boden erwerbe, der unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volk.es bleibe, wird genau analysiert und der Nachweis geführt, daß dies nicht nur dem Sinn des Mandats entspreche, sondern auch von der englischen Regierung voll akzeptiert wurde. Die Kritik am N a t i o n a 1 f o n d $ wird dokumentarisch als haltlos abgetan, mit dem Hinweis, auf die vom Mandat ausdrücklich geforderte „g:e-sio'fylotsen eA n s i e d 1 u n g v o n J u d e n a u f dem Lande". Es wird auch auf die Gefahren hingewiesen, dje entstünden, wenn die aus öffentlichen jüdischen Mit.ta.ln erworbenen Böden verkäuflich wären und zum Spekulationsobjekt würden. Die vom We|||^ii^:;(|^ gestellte Behauptung, die Jewish Agency s4 J^tJ^s fakultativ zu betrachten, wird als völlig irreführend bezeichnet. Zum gesetzgebenden Hat. Das Weißbuch vom Jahre 1930 steht im strikten Gegensatz sogar zu iem von den Juden, wenn auch mit Verstimmung/akzeptierten, von ihnen immer loyal erfüllten ChurehiUachcn Weißbuch 1933, Ufber Memorandum der Jewish Agency Antwort auf das Weißbuch 1930«

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