Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 167 (28.11.1930)
- Date
- 1930-11-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2711613-2711736-2711785--2196-2715468- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
wwz ä 1 niii BIBNEÜB WELT -2££ Seife?11 mimrim Zentralsparkasse nmmimin»mmmTnntiiificiiifiiTiniiiiiiiiiiiiniiuiiiiiiitmtiiiiitiiiiifnnnnftnfiiiTfttmt derGemeindeWien I I ] N *N Wiehl Wipplingerstraße 8 Fernruf: U-23*5-60 Kreditverein der Anstalt: VII, Neubaagasse 1 Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem gesamten Vermögen für alle Einlagen in der Anstalt Aufsicht der Behörden leben, sind arbeitslos, da sie sofort entlassen werden, wenn sich andere Leute finden, die sie ersetzen können. Nach vielen, Bemühungen or» hielten sie Mitgliedskarten für eine Kooperative, auf Grund deren sie eine Ration von 300 Gramm Brot täglich, 300 Gramm Zucker monatlich und 400 Gramm Grütze monatlich erhalten. Kleide? und Schuhe sind nicht zu foe< kommen. Em Paar Schuhe kostet C5 Rubel. Aus Moskau wird berichtet: In der letzten Zeit ist eine Verstärkung des Antisemitismus in Arbeiterkreisen zu bemerken. Besonders die jüdi* sehen Arbeiterinnen haben unter den Verfolgungen ihrer russischen „Genossinnen" zu leiden. Die A s s i m i* 1 a t i o n der Moskauer Juden wächst. Nur die „Li* schenzy" (die politisch Rechtlosen) sind ddvor „bewahrt", da sie völlig außerhalb der Gesellschaft stehen und eine geschlossene Gruppe bilden. Unter den Mitgliedern der legalen jüdichen Kultusgemeinde werden täglich Ver» haftungen vorgenommen; Aus Odessa» wird berichtet:' In der Mdlda« wanka, dem Judenviertel von Odessa, sind Veränderung gen eingetreten. Man sieht einen neuen Typ unter den Bewohnern der Moldawanka; das sind die „Lischenzy"i die ihre Wohnungen in den anderen Stadtvierteln ver* lassen mußten und hieher übersiedelten. Die früheren Bo* wöhner der Moldawanka leiden an völligem Schuh» und K1 ei d er m an g ei. Die Handwerker sind arbeitslos1, meist infolge von Mangel an Rohmaterialien. Viele von Ihnen sträubten sich, sich den Kooperativen anzuschließen, weil sie dort gezwungen sind, am Sabbat zu arbeiten. Die Kleinhändler "werden wegen Nicht» bezahlung der unerträglichen Steuern, aber oft auch völlig grundlos verhaftet. Nach Abbüßung der Gefängnisstrafe werden sie gezwungen,; o h n e L o h n z u a r b e i t e rt. Die Bewohner der Moldawanka erwarten mit Schrecken das Herannahen des Winters: Ohne Hölz, ohne Kleider Die Kinder der Moldawanka leiden ständigen Hunger. — und Hunder, Hunger... : j In B i r o * B i d j a n herrscht ein Arbeitermangeli. Die lokalen Behörden wenden sich an die Zentralbehörden mit der Bitte um jüdische Arbeiter, aber solche sind nicht aufzutreiben. Sogar die verfolgten „Li* schenzy" sträuben sich, dorthin z'u fahren. Die Flucht aus Biro'Bidjan dauert fort. Manchen gelang es, über die chinesische Grenze zu entkommen. * Zionismen von der Amnestie in der Krim ausge-; schlössen. Moskau; 20. November. Anläßlich des zehnjährigen Bestandes der Sowjetrepublik Krim wurde eine Amnestie erlassen, die allen kriminellen Verbrechern, die bis zu zwei Jahren Gefängnis oder Zwangsarbeit verurteilt sind, NGELEN U6 der vollendetste Radioapparat Europas! Empfand aller Weltstatonen. Ueberaus preiswert (In allen besseren Fachgeschäften zugute kommt Von der Amnestie ausgenommen sind die politischen Verbrecher, unter ihnen auch die, Z i o n i s t e n, die als sowjetfeindliche Politiker bezeichnet werden und neben den wegen Bestechung und Bandenbildung verurteilten Personen rangieren. Berliner Lügendienst. In Deutschland hat sich bekanntlich eine „Gesell* schaft der Freunde der Sowjetrepubliken in Rußland" ge* bildet, welche im Auftrage und mit Hilfe der Gelder Moskaus Propaganda für Moskau betreibt. Auch eine Zweiggesellschaft zur „Förderung des jüdischen SiedlüngsWerkes in Rußland" wurde einge* richtet. Sie gibt ein Korrespondenzblatt heraus, welches die jüdische und allgemeine Presse Europas mit Tendenz« nachrichten versorgt, und zwar mit solchen größten Kalibers. Die letzte Nummer dieses Korrespondenzblattes ist der Verhöhnung des Zionismus gewidmet. Und dann wird ein neues Projekt Moskaus bekanntgemacht. LERNET FREMDE SPRACHEN in der Berlitz School, Wien I, Graben 13 Prospekt i auf Wunsch Die arbeitslosen tind verfolgten Jnden aus aller Welt sollen in den „Juderistaat" Biro'Bidsjan aufgenommen werden. Zur gleichen Zeit, xla in Rußland Juden buchstäblich zerrieben und ausgehungert werden, wird mit größter Unverfrorenheit von dem „Judenparadies" Biro*Bidjan gesprochen und tön „massenhaften" Anmeldungen von Juden aus «Her Weit! Auch aus Uruguay, Argentinien, Brasilien usw. > Man fcxi'nnte über'. diesen , Lügendienst leichteren Herzens hinweggehen, wenn sich nicht gerade Juden her* geben würden, ihn moralisch zu decken. Einer dieser Juden ist Professor Albert Einstein, Vizepräsident der Berliner Gesellschaft der Sowjetfreunde! Urteil in einem politischen Mordprozeß. Warschau, 29. November. (J. T. A.) Das Kreisgericht verurteilte Mische Fischbein zu 10 Jahren, Abraham Weinberg zu 8 Jahren Zuchthaus unter der Beschuldigung, im August 1929 während einer Protestkundgebung der Warschauer Linken Poale Zion gegen den arabischen Ueberfall auf den jüdischen Jischuw in Palästina den Links-Paole-Zionisten Jakir Markewicz in Ausführung eines kommunistischen Parteiurteils ermordet zu haben. Die politische Niederlage — eine Folge der zionistischen Wirtschafts^ Politik* Statt Kolonisation nadilässfgung von — teure soziale und parteipolitische Experimente« — Grundsätslidie Ver* Handel^ Gewerbe und Industrie» — Statt rVfasseneinwanderung — geistiges Zentrum» Von Julius Berger (TefcAwiw). w Zahlung) Der Verfasser ist eine der bekanntesten Figuren im Zionismus und hat Jahrzehnte an wichtigen Stellen zionistische Arbeit ge» leistet; Er-war erster Sekretär der Exekutive, dann Leiter des deutschen Palä$tina*Auf* baufonds (Keren Hajessod), dann Geschäfts* führer der Zentrale des Nationalfonds in Jerusalem. Er steht heute im Wirtschaftsi leben Palästinas. Wir beginnen mit diesem Artikel die Erörterung der wichtigsten Pro« bleme des kommenden Ztohistenkongresses, Die berechtigte Empörung über den Treubruch Englands sollte uns nicht hindern, den Gründen nachzu» gehen, die zu der S t e 11 u h g 8 ä ri'd e r u n g Eng» länds gegenüber dem Zionismus geführt haben. Denn da{} eine Stelliingsänderung vorliegt, ist offenbar. Niemand hat je daran" gezweifelt, Baß es seh* gut duVch* UllllllllllllllllllllllllllltlllllllUllIIIIIIIIIIIIIIIIllllllllllllllllll^ I UFA-TON-KINO V&W?4!S£? I 5 Heute und täglich: i Das gestohlene Gesicht S EINE IOO /oIOE SPRECHFILM-KHIMIMJkL-KOMÖDIE 5 Manuskript nach einer Idee von I. Bachrach von — Ph. L. Mayrlnff 'und I. v. Cttbe S £ mm Produktion: Bruno'Du3ay. Regle: B. Schmidt gf g , . und Ph. L. Mayrlng. Musik. Hans May 3s In d e; n H a u p t r 0 1 i e n: £ g Miftx Adalbert; Edith Edwards, Hans Otto, 5 | Fricdl Haanin 5 E Beginnt 5, 7 und 9 Uhr, Sohntag: 3, 5,.7 and 9 Uhr £?IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIHIHIIIIIIIIIII!llllllllIIIIIIIJlii dachte Gründe politischer Zweckmäßigkeit waren, die England, veranlaßtcn, in der Balf.our*Erlclärung eine' Art Interessengemeinschaft mit dem jüdischen Volke einzugehen. Wenn sich England jetzt anders ein* stellt, so ist klar, daß die heutigen politischen' Macht* haber in England das Geschäft ,,E n g 1 a n d * J ü d i* sches Volk".anders bewerten als die von 1917. '" , Miit der;Balfour*Deklaration wollte sich England die Unterstützung sichern, die ein starkes jüdisches Ge* meinwesen in Palästina der englischen Araberpolitik leisten kann, England hatte, den Arabern allerhand ver* sprochen und ihre nationalen Leidenschaften geweckt. Ein unabhängiges Großarabien mit Gott weiß wie weit gehenden Aspirationen* Eine Dämpfung dieser Aspi^atio* rien durch den dauernden Einsatz militärischer Machtmittel war genau das Gegenteil von dem, was Eng* land wünschenswert erschien. Um so mehr paßte ein sich gut entwickelndes jüdisches Gemeinwesen in Palästina in den Rahmen dieser Politik. Es würde zweifellos nie, aggressiv gegen die Araber werden. Im Gegenteil, die bekannte zivilisatorische Begabung der Juden, ihre, erprobte Fertigkeit, im Handel und Verkehr und die zu erwartende starke Unterstützung seitens ihrer Volksgenossen würde die in Palästina sich nieder« lassenden Juden zum Faktor einer Politik machen, die auf Glattung der Gegensätze, auf Ablenkung des, nationalen Esfpansionsdranges der Araber.von ktfegfcltrtscher Betäti* gitrjg zu friedlicher Saturierung hinzielte, ,;.'; .-Die vjudett würden die natürlichem Hilfsquellen des Landes entwickeln und Palästina zu einem Zentrum des Orienthan-dels mächen-, beides Aufgaben, zu denen den eingeborenen Arabern sowohl die Fähigkeit ytip $*s .Kapital und auch die; Beziehungen feh^n.. 'Je m$hr die arabische Bevölkerung allmählich von dieser Entwicklung profitieren würde, um so mehr würdesie sich mit dem nationalen jüdischen Gemeinwesen und der englischen Mandatärmacht befreunden. Das Land könnte ,zu einem Grundpfeiler britischer Orient* und Wirt* .Schaftspolitik werden, ohne daß das englische Reich selbst viel dazu beitragen müßte. In der Tat, ein ausgezeichnetes Geschäft.: Es ver* langte nur eine Voraussetzung: daß die Juden ihre Chance wahrnehmen. Daß sie Geld und vor allem Menschen in genügendem Maße und vor aV.em in g e* nügender Schnelligkeit importierten und im Lahde verankerten, um den Schwierigkeiten zu begegnen, die insbesondere in der Anfangszeit von den Arabern zu erwarten waren, da extreme nationale Erwartungen noch in - ihren Köpfen spukten und die anfängliche Kleinheit der jüdischen Siedlung die Möglichkeit zu bieten schien, sie überrennen . zu können. Alles kam darauf an, diese erste naturgegeben« Schwächeperiode so weit wie möglich abzukürzen. Nichts schien einfacher als die vernünftige Planung eines solchen Unternehmens. Da es vorallem darauf an* kam, die jüdische Siedlung so schnell wie möglich stark an Menschen zu machen, hieß es, eine Siedlungspolitik zu betreiben, die diesen Quantitätserfor* derniss'en am einfachsten und schnellsten nachkam. Das ganze Mittelmeergebiet, wo es nur Wasser hat, ist seit alten Zeiten ein Gebiet intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Die Gemüse« und Obstzucht von Algier und Tunis, Italien und Spanien waren das selbstverständliche Vorbild für die landwirt* schaftliche Seite des Unternehmens.. In allen Ländern jüdischer Aus* und Einwanderung gabes bestimmte Industrien, die die Juden fast zu einem nationalen Monopol entwickelt und von allen Standortsbedingungen unabhängig gemacht hatten. Warum nicht dasselbe in Palästina ver* suchen? Die besondere händlerische Begäbung des Juden war eine sprichwörtlich gewordene Eigenschaft. Das ganze große arabische, kleinasiatische, mesopotami* sehe Hinterland wartete sozusagen nur auf die Entdeckung durch den westlich geschulten jüdi* sehen Kaufmann. Und die Menschen? Es gab Millionen von arbeit* samen, bedürfnislosen, erwerbsgeschulten Juden . aller Sensation Im 2. Bezirk Die Neueröffnung der Filiale II, Pratersl raße 38 der streng orth. ypz Selch warenfabrlk Petyan&Co. erregte durch ihre einzig dastehende Ausstattung das größte Aufsehen. Die bekannt vorzügliche Qualität und unerreicht billigen Preise werden jeden Gast zur standigen Kunde machen.