Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 166 (21.11.1930)
- Date
- 1930-11-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1fr. 1t& MP NEUE WELT Seife LERNET FREMDE SPRACHEN is der Berlitz School, Wien I, Graben 13 Prospekt 7 auf Wuntch auf« ob England sich die mohammedanische Welt, die den vierten Teil der Menschheit darstellt, zurFeindin machen wolle. Mohammed Ali berichtete sodann Uber eine Unterredung, die er tags zuvor mit Lord Passfield hatte. Als dieser erklärte, er werde am Weißbuch festhalten, es werde jedoch eine erläuternde Erklärung zum Weißbuch veröffentlicht werden, habe Mohammed Ali Lord Paßfield ersucht, er möge dahin wirken, dafl bei dieser Gelegenheit nicht der ganze Inhalt des Weißbuches fortinterpretiert werde. Obwohl sämtliche Redner als Antisemiten bekannt sind, versuchten sie, den Eindruck zu erwecken, daß sie bei aller Ge£uerschaft gegen den Zionismus dem Judentum nicht feindlich gegenüberstehen. Es fiel auf, daß an der Versammlung zahlreiche Mitglieder des Unter- und Oberhauses, die stets eine a n t i z i onis tische Politik betrieben und jede Gelegenheit ergriffen haben, gegen den Zionismus Stellung zu nehmen, nicht teilnahmen. Die Zurückhaltung dieser Kreise in letzter Zeit wird darauf zurückgeführt, daß sie sich, von der Tendenz leiten lassen, auf die jüdische Wählerschaft Fettdruck zu /nachen. Er kennt sie! New York, 17. November. Die Zionistische Organisation von Amerika veröffentlicht eine Erklärung des amerikanischen Bundeskommissärs für Meliorationen, Professor Elwood M e a d, eines der hervorragendsten Agrarfachleute, der große Meliorationen in Kanada, Mexiko und Java durchgeführt hat und in den Jahren 1923 und 1927, zuletzt im Auftruge der Palestine Survey Commission, in Palästina Expertisen über landwirtschaftliche . Entwicklungsmöglichkeiten ausgearbeitet hat. Prof. Mead sagt voraus, die Politik des neuen englischen Weißbuches werde der Wirtschaft Palästinas solchen Schaden zufügen, daß nach zwei Jahren sich die Araber mit den Juden in der Forderung nach Beseitigung des Weißbuches vereinigen werden. Die Lage der Fellachen, die nicht imstande sind, jenen Opfermut aufzubringen, der den Juden bisher die U eberwind ung aller Hindernisse ermöglichte, werde sich durch die zu erwartende Stockung im Zufluß jüdischen Kapitals bis zur Unerträglichkeit verschlechtern. Die englische Regierung aber werde kein Geld zur Verfügung stellen, um den Fellachen zu helfen. Palästina-Pavillon auf der Pariser Internationalen Kolonialausstellung. Paris, 17. November. Das Komitee „France- Palestine" und die Eranzösiisdi-palästinensi'sche Handelskammer organisieren gemeinsam eine Palästiua- Abteilung auf der dm Jahre 1931 in Paris stattfindenden internationalen Kolonialausstellung. Der Palästina- Pavillon wird die jüdische Produktion an Palästina auf dem Gebiet der Industrie und der Landwirtschaft darstellen. König Georg antwortet den jüdischen Frontsoldaten. London, 17. November. (J. T. A.) Auf die Begrüßung, die der Verband ehemaliger jüdischer Frontsoldaten an König Georg von England aus Anlaß der Waffenstillstandsfeier gesandt hat, ging dem Verband die folgende vom Privatsekretär des Königs, Lord Stamfordhan,1 unterzeichnete Antwort zu: „Ich bfoi ermächtigt, allen denjenigen früheren jüdischen Soldaten, deren Begrüßung der König mit großer Schätzung empfangen hat. Sr. Majestät Dank für die in der Begrüßung zum Ausdruck gebrachten Gefühle der Loyalität und der Liebe auszusprechen." Jüdische Teilnahme an der Feier für die Unabhängigkeit Polens. Warschau, 17. November. Der Verband jüdischer Frontkämpfer und der einstigen Kämpfer, für die Unabhängigkeit Polens und der Verband früherer Soldaten der polnischen Armee beteiligten sich korporativ an der aus Anlaß der Feier der .Unabhängigkeit Polens veranstalteten Parade auf dem Mpkotower Platz an dem Zug zur Residenz des MarsdialLs Pilsivdski im Belvedere. In der Großen Warschauer Synagoge fand ein Gottesdienst statt, bei welchem Rabbiner Professor Schorr die Teilnahme der I Union der Ztonisten-Reviaionteten Oesterreichs | | Montag, 24. Novamber 1930, 7,9 Uhr abends, ] H im Cafe Arkaden, I., Universitätsstraße 3 (Souterrain) § Thema: „äer Augenblick0 Frei« Diskussion Zionisteu aller Richtungen als Gaste willkommen I Juden an dem Unabhängigkeaskampf Polens echiWerte, worauf ein Gedenkgebet für die gefallenen jüdischen Offiziere und Soldaten der polnaschen Armee gesprochen wurde. — Gleiche Feiern fanden in Lemberg und in an deren Städten Polens statt. Die Friedhofschänder von Trebnitz sind Nationalsozialisten. Berlin, 18. November. (J. T. A.) Auf dem jüdischen Friedhof in Trebnitz (Schlesien) wurden, wie schon mitgeteilt, zahlreiche Grabsteine mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Leichenhalle wurde verunstaltet, auch das Grabmal des Kaufmannes Julius Hi 11er, dessen Stiftung die Stadt ihr Bürgerheim verdankt. Die Bürgerschaft war in begreiflicher Erregung über diese Untat, und dadurch sali sich auch die nationalsozialistische Ortsgruppe vveranlaßt, im „Trobnitzer Anzeiger" eine Auslobung für die Ergreifung der Täter auszusetzen und von ihnen abzurücken. Das Inserat hieß: „Die Nationalsozialistische Deutsche Anbeater- Sartei duldet keine Denkmalschänder in ihren •einen. Sie zaihlt daher 50 Reichsmark Belohnung demjenigen, der die Schmierfinken, die auf dem jüdischen Friedhof das Hakenkreuz für ihr niedriges Treiben mißbrauchten, so namhaft macht, daß sie ihrer Bestrafung zugeführt . werden können. Mitteilungen sind zu richten an Herrn L. Feöhner'Jun., Trebnitz, Wassermühle." Die Suche nach den Tätern, die von der Polizei sogleich ins Werk gesetzt worden war, hatte Erfolg. Noch nicht 24 Stunden nach Veröffentlichung jener Anzeige entpuppten sich ein vierund^wanzig jähriger Maler und zwei Burschen jugendlichen Alters als die Täter, die, wie sie selbst zugeben, eingeschriebene Mitglieder der Ortsgruppe Trebnitz der N. S. D. A. P. sind. Verhinderte Studentemmruhen in Budapest. Budapest, 18. November. An der Technischen Hochschule in Budapest wurden wieder Zettel verteilt, auf denen die geheimnisvollen Worte „Simon Hirig" wieder zu Exzessen gegen die jüdischen Hörer das Signal gaben. Als der Rektor in den Wandelgängen erschien, ergriffen die eingedrungenen Störenfriede die Flucht. Der Rektor ließ unverzüglidi die Tore schließen Dar sonsatlonella iprechflfmerfolg nach dem Burgtheaferstück von Bernaifer und; ©egSerrelcher . :l . .. •MitderWienerE(iteb;$setzting: ' Georg Alexander, Lydia Pollmann, Hans Moser, Rosa Albach»Retty, Hugo Thlmtg, Hans Thimlg» Leopold Krämer usw. ' Täg lieh : ■ Ufa-Ton-Kino . 11, Taborstraße 8 Slaffa-Kino VII, Mariahilferstraße 120 Gartenbau-Kino I, Parkring 12 Kolosseum-Kino IX, Nußdorferstivße 4 00 und verfügte, daß nur jene Hörer eingelassen werden, die bei den Vorlesungen zu tun haben. In der Umgebung der Hochschule wurden Polizeiposten aufgestellt. Rektor Dr. Nekam hat am Schwarzen Brett der Unversität einen Mahnruf an die Hodischuljugend anbringen lassen, in welchem er die Jugend darauf aufmerksam' macht, daß es nadi § 65 der Studienordnung ein schweres Vergehen bildet, wenn jemand einen inskribierten Hörer der Universität am Besuche der Vorlesungen behindert. Gegen diejenigen, die sich etwa eine Ehrenbeleidigung oder Strafhandlungen gegen die persönliche Freiheit, die körperliche Unversehrtheit oder gegen das Vermögen zuschulden kommen lassen, wird er mit einer keine Nachsicht kennenden Konsequenz Schritte zur strafrechtlichen Verfolgung unternehmen. Er entschuldigt sich! Budapest, 15. November. Der Rektor der Szegeder Universität Dr. Franz Kovacs teilt mit: Während der Chemievorlesung am 12. d. hatte Prof. Dr. Albert S z e n tg y ö r g y i festgestellt, daß die Studienergebnisse u nbefriedigend seien und daß er bisher nur eine einzige intelligente Antwort und gerade diese von einem jüdischen Hörer erhalten habe. In seiner Enttäuschung und Verzweiflung hielt er es, wie er sich ausdrückti für wünschenswert, daß die Hörer, anstatt zu demonstrieren, von den jüdischen Hörern lernten wie man lernen müsse. Die Jugend hat diese Erklärung mißverstanden, worauf im nächsten Kolleg Prof. Szentgyörgyi vor einer größeren Zuhörerschaft erklärte, daß die ihm zugetraute Auffassung und die Geringschätzung der christlichen Hörer ihm fernliege. Anderseits aber halte er es fUr wünschenswert, daß die Studenten in Zukunft ihren Studienpflichten mit größerem Eifer nachkämen; der Patriotismus komme gerade in der gesteigerten Arbeit zum Ausdruck. DIANA «in hoher Wimpasöing-Trotteurschneeschuh, ganz aus Gummi, mit orig. englischem Zippverschluß Die ruhige Eleganz des DIANA-Schneeschuhes fügt sich harmohlsöh zum Pelzmantal ebenso wie zum chicen SportköätUm. 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Seit einigen Wochen schon bereiten diese Leute ihre Reise ins „gelobte Land" vor, unter dem in diesem Fall unsere Heimat zu verstehen ist. Auf Grund verläßlicher Informationen können wir mittedlen, daß noch im Laufe des Monats November die ersten Kontingente jüdischer Auswanderer sich in den polnischen Hafen nach Mexiko einschiffen werden., Diese Kontingente werden aus einer großen Anzahl von Männern, Frauen und Kindern jüdischer Rasse bestehen. Innerhulb der nächsten drei oder vier Monate werden weitere Gruppen von tausenden Menschen aus Danzig nach Mexiko abreisen, so daß eine ungeheure Anzahl von polnischen Juden im Verlaufe von sechs Monaten in unser Land kommen wird. Es ist bedauerlich, daß wir die Aufmerksamkeit auf diese Tatsachen lenken müssen, wir tun es aber, weil diese Masseneinwanderung eine schwere Belastung für unser Land darstellen und die schon jetzt ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse in Mexiko noch verschlechtern würde. Die Zeitung schließt: Im Hinblick auf die hohe soziale Bedeutung des Gegenstandes müssen wir die Aufmerksamkeit der Männer, die berufen wären, Vorkehrungen gegen mögliche beklagenswerte Folgen dieser Einwanderung zu treffen, auf dieses Problem lenken. Der mexikanische Innenminister hat im September einem Vertreter der Jüdischen Telegraphen- Agentur mitgeteilt, daß die Einwanderung nach Mexiko gegenwärtig vollkommen eingestellt sei. Ein neues Einwanderungsgesetz, auf Grund dessen nur mexikanische Bürger das Recht haben weiden, ihre nächsten Verwandten nach Mexiko kommen zu lassen, sei in Vorbereitung. Die im Mai 1930 erteilten Einwanderungsbewilligungen seien annulliert worden; den Besitzern solcher Einwanderungszertifikate würde die Landung in mexikanischen Häfen nicht gestattet werden. wmtmmmmmmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmamammmmm Wochen-Kalender November 1930 y?c3 trrnn Kislew 5691 21 Freitag 1-N Sabbateingang 4*15 22 Samstag 2-3 Sabbatausgang 4*58 'n mü mtson ,nr6w 23 Sonntag 8-3 , 24 Montag 4-t 25 Dienstag S-n 26 Mittwoch 8-i 27 Donnerstag JH.