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Die neue Welt · 1930-11-21 · Heft 166 (21.11.1930) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 166 (21.11.1930)
Date
1930-11-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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bestrahluncmitPROFU NDUS APP/vPAT J 105.-JA' i£!M,Vf".| 'WIEN IV.PAIMFPC-79 T£l 0 -tl? £6 Nr. 166 DIE NEUE WEL1 jliiranmutiiiiiiimfiiiiiniiiiit trnifiiffiiitfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiifiiiintiiiiifiiitiiiiijL^ LESE- UND REDEHALLE | JÜDISCHER HOCHSCHÜLER 3 ladet alle Gesinnungs* 3 genossen zu ihrer am 1! 27. NOVEMBER (DONNERSTAG), 8 UHR ABENDS IM § 1 HOTEL POST (FLEISCHMARKT 24, Eing Dracheng.) S S stattfindenden | ÖFFENTLICHEN TAGUNG } S geziemend ein 3 (GEGENSTAND: DIE RECHTE DES 1 JUDENTUMS IN DER DIASPORA | | REFERENTEN: LUD W1GBATÖ. ROBERT STRICKER j 1 Gäste willkommen! ^riltitiiiifififiif tiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiitiifiiniiiiiiiiitif lim ifimiii.....i tiiiiniiniTf ifittltT^ jüdischen Wählerstimmen, die heute, auf alle Parteien verteilt, wirkungslos bleiben, konzentriert Die einzige politische jüdische Organisation im Rumänien, die meiner Ansicht nach ehrlich eine Organisation, wie ich sie eben skizziert habe, anstrebt, ist der Jüdisch- Parlamentarische Klub. Die luden im polnischen Parlament* Wahlergebnis vom 16. November:? Zionisten, 2 Kaufleute, 2 Agudisten. Bund und Poale Zion ohne Mandat* (Telephonischer Bericht unseres Warschauer N. Tl.»Bericht« erstatters.) An jüdischen Listen waren eingereicht: 1. Block zur Verteidigung der Rechte des jüdischen Volkes, Listen« führen Präsident der Zionistischen Organisation in Kongreßpolen; 2. Jüdischnationaler Block in Galizien, Listenführer: Dr. O. Thon; 3. Aguda und ein Teil der Kaufleute und Handwerker; 4. Bund jüdischer Sozialdemokraten und Rechte Poale Zion; 5. Linke Poale Zion; jüdische Kandidaten waren auf der Liste des Marschalls Pilsudski und der polnischen sozialdemokratischen Partei. Die Wahl fand unter den ungünstigsten Bedingungen statt. Nicht nur die Opposition, auch die jüdischen Parteien, Zeitungen und Wähler waren Gefahren und Schikanen ausgesetzt. Versammlungslokale wurden aus Gründen der „Sicherheit" und „Gesundheit" gesperrt. In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag wurden die Druckerei und Redaktion unseres Bruderblattes „Hajnt" verwüstet, um das Erscheinen der Wahlnummer zu ver« hindern. Das muß bei Beurteilung der zionistischen Wahl« ergebnisse berücksichtigt werden. Gewählt sind: Warschau I. Grünbaum (Zionist), Lodz Dr. Rosenblatt (Zionist), Kaiisch Ruß (den Zionisten angeschlossen), Krakau Dr. O. Thon (Zionist), Lemberg Dr. Sommerstein (Zionist), Sfaoislau Dr. Rosmarin (Zio* nist),Stryj*Drohobycz Dr. Rottenstreich (Zionist), Warschau Rabbiner Levin (Aguda), Lemberg Jäger (Regierung), In Kongreßpolen verlieren die Zionisten fünf Man» date: in Wilna, Bialystok, Petrikau und zwei von der Reichsliste: Wislicki (Regierung), Münzberg (Regierung). Sie gewinnen I Mandat in Kaiisch, In Galizien verlieren die Zionisten drei Mandate: je ein Mandat in Lemberg, Tarnopol, Zloczow. Sie gewinnen ein Mandat in Stryj. Der Umstand, daß die galizischen Zionisten eine gesonderte Reichsliste eingereicht hatten, bedeutet den Verlust eines zionistischen Mandats. Dr. Samuel Wahrhaftig gestorben. In Krakau ist im Alter von 54 Jahren Dr. S. Wahrhaftig gestorbea Als Student schloß er sich unter Herzl der zionistischen Bewegung an, für die er dann sein 'ganzes Leben hindurch an führenden Stellen wirkte. Er war eine der liebenswürdigsten Gestalten im polnischen Zionis« mus. Er gehörte der Leitung der Organisation West« galiziens durch Jahrzehnte an, war Mitglied des A. jC, Gründer der zionistischen Tageszeitung „Nowy Dziennik". Bei den soeben abgehaltenen Wahlen kandidierte er auf der zionistischen Liste für den polnischen Senat. Von den Hochschulen. In der ^Jüdisch-liberalen Zeitung* weißt Herbert Philippsthal auf die Tatsache hin, daß unter 4en 132.090 Studierenden auf sämtlichen deutschen Hochschulen im Sommersemester 1930 4972 oder 3,7 Prozent Juden waren, während die jüdische Reichs* bevöikerung im Jahre 1925 0,9 Prozent ausmachte. Wir wissen, schreibt Philippsthal, daß der Jude das akademische Studium hoch einschätzt, eine Erscheinung, die bei allen Völkern mit alter Kultur wiederkehrt Diese Bevorzugung der Geistesarbeit wird ihm zur Vorwurf gemacht. Die Zahl 4972 verliert aber bedeutend an Größe', wenn wir erfahren daßc in ihr 1269 Ausländer jüdischer Konfession enthalten sind. So kommen wir auf die Zahl 3703, und in ihr stecken noch 1Q48 wedbliche Studierende, was das Gesamtbild umformt Der jüdischen Frau kommt auf de» Hochschujen überhaupt eine bemerkenswerte Bedeutung zu, sie MATURA-KURS PUR EXTERNISTEN Billig und raschest, Ibis 2 Jahre. Gediegene Lehrkräfte Auch ohne Vorkenntnis!«, Sprechstunden täglich 7 bis S Uhr abends« IX? Zimmermannplatz 8 bildet unter den studierenden Frauen die hohe Prozentnorm von 5,7 Prozent. Man zählte im Sommersemester 1930 an den Universitäten 3370 deutsche Juden und 1006 jüdische Ausländer, an den technischen Hochschulen und Bergakademien 251 deutsche Juden und 279 jüdische Ausländer, an der Handelshochschule 63 deutsche Juden und 89 jüdische Ausländer. Von den Universitätsstädten 6teht Berlin mit 1401 jüdischen Hochschülern (davon 370 Ausländer) an der Spitze. E6 folgen Frankfurt, Heidelberg, Freiburg, Breslau, München und Köln. * Berlin, 16. November. Die nationalsozialistischen Krawalle an der Berliner Universität sind, wie die Ullstein-Presse mitteilt, durchaus nicht als Ausfluß einer spontanen Erregung zu bewerten, sondern als eine planmäßig vorbereitete Aktion. Am Dienstag abends hat eine Versammlung des Nationalsozialistischen Studentenbundes in den Passage-Bierhallen, an der etwa 100 Mitglieder teilnahmen, auf Antrag des „Sektionßführers" von Bünau beschlossen, eine Reihe Universitätskrawalle zu organisieren, ober 60 zu Werke zu gelien, daß der Eindruck einer spontanen Handlung entsteht. — PoLizeikommandeur Heimannsberg erklärte, die Universität sei kein Parlamentsgebäude und unterstehe wie jedeS andere Haus der Polizeigewalt. Die Polizei werde jederzeit einschreiten, wenn, wie gestern, Menschenleben bedroht sind. — Der „A m t- Hche Preußische Presse-Dienst" teilt mit, daß sich schon am Dienstag im Innenhofe der Univer* eität aufgeregte Gruppen bildeten und Rufe „Juda verrecke!" und dergleichen ertönten. Nationalsozialisten als „Ordner". Berlin, 18. November. Der Rektor der Berliner Universität, Prof. Dr. Deißmann, hat zur Aufrechterhaltung der Ruhe einen Ordnerdienst aus Studenten aller Parteirichtungen organisiert. Wie diese Ordner, die zu einem großen Teil aus Nationalsozialisten bestehen, zu Werke gehen, schildert ein Augenzeuge dem „Vorwärts": Mit großen Hakenkreuzen geschmückt, patrouillieren diese Studenten durch die Gänge, um alle Personen anzupöbeln, die ihnen aus irgendeinem Grunde nicht gefallen. Der Augenzeuge fordert die Universitätsleitung auf, sich einmal Bericht darüber erstatten zu lassen, was für Studenten von den nationalsozialistischen Ordnern besonders bedroht werden. Dann würde bald festgestellt werden, daß die jüdischen Studenten hi na us ge ek e 1t werden sollen Wie nie zuvor... kaufen Sie in der Indanthren Wäsche-Propagandawodic Iim ndanihrenhaus Wien VI, Mariahilf erstrage 71 8.! 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Es war ein grober Fehler der zionistischen Leitühg, daß sie im blinden Vertrauen auf die Ehrlichkeit der englischen Politik dieses Weißbuch angenommen hat, jedoch ist zu beachten, daß das Aktionskomitee hiergegen einmütig Protest erhoben hat. Es ist allerdings nicht bekanntgeworden, ob dieser Protest der englischen - Regierung jemals mitgeteilt worden ist. Der Simpsons'sche Plan verlangt im Gegensatz zum Mandat nicht die Förderung der geschlossenen An- Siedlung von Juden, sondern von Arabern, wozu die Juden mit ihren Steuermitteln helfen sollen. Ja es könnte fast scheinen, als ob das neue Weißbuch eine Belohnung der Araber für die grausame und bestialische Niedermetzelung Ein Freund Heids /,ltf-M»fi t .. » . .Ii . an Lord Meldieff. Justizrat Bodenheimers Offener Brief. In den Tagen größter Empörung •und stürmischer Proteste des gesamten Zionismus gegen das, schmachvolle englische Weißbuch . ergreift auch Dr. Bodenh^imer (Köln) das Wort. Justizrat Bodenheimer ist eine hervorragende Figur des politischen Zionismus. Er gehört zu den ersten deutsdien Juden, die sich Herzls politischen Ideen ansdilossen, ihnen treue Gefolgschaft leisteten, während der Kongreßjahre zu Herzls Lebzeiten in der vordersten Reihe der Führer standen und auch viele Jahre nach Herzls 'lod die Bewegung anführten. Er war auch Präsident des Jüdischen Natioualfonds. Dr. Bodeuheimer wendet sich in einem Offenen Brief an Lord Melchett, der in der Vorwoche durch die Niederlegung seiner zionistischen Aeniter und durch sein Schreiben an die „Times" gegen die neue britische Palästina- Politik mannhaften Protest eingelegt hat. Wir lassen Bodenheimers Offenen Brief im Auszug folgen. Mylordl Als einem der wenigen noch lebenden Mitarbeiterund Freunde Theodor Herzls ist es mir wohl gestattet, au dem Briefe Stellung zu nehmen, den Sie an unseren Führer Chaim Weiznianu gerichtet haben und in dem Sie Ihren Rücktritt als Vorsitzender des Council und,der politischen Kommission der Jewish Agency mitgeteilt haben. Ich gebe unumwunden meiner Freude Ausdruck über die männliche Sprache, mit der Sie der Heuchelei und Feindseligkeit der englischen Regierung, die in dem veröffentlichten Weißbuch zutage tritt, entgegentreten. Wir Revisionisten verurteilen die englische Regierung, weil sie die hohen Gesichtspunkte vermissen läßt, von denen die Staatsmänner ausgegangen sind, die die Balfour-Erklärung verfaßt haben, und weil sie weder den englischen Interessen noch den Hoffnungen des jüdischen Volkes gerecht wird, aber auch auf die Dauer der in Palästina wohnenden nicht jüdischen Bevölkerung keinen Nutzen bringt Eine ruhige Entwicklung Palästinas ist nach unserer Meinung nur gewährleistet, wenn die Balfour-Erklärung nicht nur eine leere Phrase bleibt, sondern nach ihrem wirklichen Sinn und nach der Absicht der Vertragsparteien durchgeführt wird. Es wäre aber ein gefährlicher Irrtum, anzunehmen, däfj die englische Politik sich erst jetzt von der Balfour* Erklärung abgewendet habe. Die ersten Schritte hierzu 35 Zentralsparkasse \ l!llllll!llllllll|llllll|!l!lllllllil!lllllll!!IIIIIIIIIIllll!llillllllllllllllll!llllll | der Gemeinde Wien 1 IHlllllllllllllllllllllllllllllllillM | Wien 1, Wipplingerstrafie 8 f Fernruf: U*23-5~6Ö I Kreditverein der Anstalt: VII, Neubaugasse 1 Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem gesamten Vermö" gen für alle Einlagen in der Anstalt

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