Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 164 (7.11.1930)
- Date
- 1930-11-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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N*. m DIE NEUE WELT Seit« t steht, die Schwierigkeiten aufzuklären und den Frieden wiederherzustellen. Es soll nicht länger Klage darüber geführt werden können, daß eine englische Regierung, in der Absicht, eine gan„ bestimmte politische Situation zu schaffen, während des Krieges gemeinsam mit Alliierten und assoziierten Nationen, wie den Vereinigten Staaten, i h r Wort verpfändet habe und nach dem Kriege, als sie sich vor gewisse Schwierigkeiten und Gefahren gestellt sah, einen völlig veränderten Standpunkt eingenommen und ihr gegebenes Versprechen nicht eingelöst habe. Ich kann schwerlich annehme.', daß dies tatsächs lieh die Absicht der Regierung ist. Möglicherweise war die Regierung ungeschickt in ihren Acußcrungen und ihrem politischen Statement. Jedenfalls muß ich er* klären — wenn ich auch die Frage im gegenwärtigen Augenblicke nicht im einzelnen behandeln kann — daß die Regierung meiner Ansicht lach einen schweren Mißgriff getan hat. Die Regierung hat erklärt, sie müsse beiden Teilen Gerechtigkeit widerfahren lassen und die bürgerlichen und religiösen Freiheiten der Araber ebenso respektieren wie jedes anderen Bevölkc« rungsteils. Hierüber ist niemand anderer An» sieht, und zweifellos ist dieser Grundsatz ebenso wich* tig wie die Rechte, die — welcher Art immer sie sein mögen — den Juden gegeben wurden. Dennoch fühle ich mich genötigt zu sagen, daß die Regierung, nachdem sie das Versprechen gegeben hat, sich für die Errichtung eines jüdischen Nation alheimes einzusetzen, nicht berechtigt ist, in späterer Zeit willkürlich Maß« nahmen zu treffen, durch die in vielen interessierten Kreisen aller Länder der Eindruck erweckt, wird, daß die Regierung ein falsches Spiel treibe. Ich Wiederhole, daß ich selbst nicht an eine solche Ab* sieht der Regierung glaube, und ich hoffe, daß sie uns zu gegebener Zeit im Zusammenhang mit anderen De» hatten eine spezielle Erklärung über diese Frage geben und sie in völlig anderer Weise als im letzten Statement beantworten wird. ipiii!i>!:!i!.;"iii;iii:;iiiiiii!:!ffl I Zum) 2 Preis 1 1000 Stüde wird noch ein Rest von zirka — jüdischer und hebräischer Schaiiptatten sowie rund 3000 Stüde ander er moderner Schlager'und §§ Tonplatten, die in den neuen 1 Katalogen nicht mehr enthatten 1 sina, g abgegeben | Nor solange der Vorrat reicht / § Wer früher kommt kauft besser! ' W MUSMBAVS EXCELSIOR I WIEN, ADLERGASSE 5, Tel. R-23-4 90 i ich teile ihren Schmerz. Wer über eine «so grofle und etile Suche wie die unsere zu verfechten hat, darf mit Recht auf eine bessere Zukunft hoffen." Die amerikanischen Banditen und die Juden* Schächtmesser um 500 Dollar. Im „freien" Amerika vollzieht sich ein eigenartiger Prozeß und niemand weiß, wie er enden wird. Das fromme Antialkoholgesetz hat das unfromme Saufen in ungeahnter Weise gefördert und die Alkoholschmuggler sind zu tingeheurer Madit gediehen. Sie beherrschen heute dank ihrer Reichtümer und ihrer be- Wie werde uh rehhund glütMhh f äunh Ktassenlotteriegewinne bei der Gliitkslelle Stein! aoo.ooos 5 0 0.000 s 3 0 0.00 0 s lOO.OOOs lOO.OOOs 8 O.O O O s ao.ooo eo.ooo 60.000 50.000 riete Treffer tu \ 40.000i ao.ooo tl 30.000 t| •fO.OOO Bestellen Sie noih heutemil Postkarte: ■ ■ VsLosSöl l'ALossnl IHatMMII^WI4aHMHMMMaBHjl 1AlosS48\ GlufkstelleStein Wen LWippHngerstr. 21 m d—>.Hohen BrOdi*» Ziehung f& u.2QNovBmber / granten wohl hineinzulassen ~ aber wenig. Juden wohl Boden kaufen zu lassen, ober wonig. Dos kann ich Warburg ^iirnntioreti Warburg mag ganz ruhig sein. Passfield will dasselbe, was jene assimilatorischen Freunde der jüdischen Kolonisation in der Krim wollen, in Palastina und in anderen derartigen Gegenden, die sich fon den kindischen Träumen von nationnljüdisdien Staaten fernhalten. Dasselbe. Absolut dasselbe. Herr Passfield hat es bis ans logische Ende durchdacht und Herr Wartburg noch nicht. Ich verzweifle nicht. Herr War bürg hat wahrscheinlich gut« Sekretäre, die ein politisches Dokument zu lesen verstehen. Die werden Herrn Warburg bald auf seinen Irrtum aufmerksam madien u nd — dann w i r d F r i e <1 e her rschen. Täusdi dielt nicht, geehrter Loser! Es wird Friede sein. Englische Regierungen lieben unnütze Konflikte nicht, d. h. Konflikte, die dem Mißverstehen gemäßigter Menschen entspringen, deren Anschauung eigentlidi mit der der Regierung konform geht. Mau wird bald Schadchonim entsenden, der Engländer ist in solchen Kleinigkeiten nicht hochmütig, er wird sieh nicht schämen, Schadchonim zu schicken, im Gegenteil, man kann gewiß annehmen, daß er solche schon abgeschickt hat. Die Schadchonim werden zu Herrn Warbürg sprechen und überhaupt zu seinen nichtjudenstaatlerischen Freunden der Agency ohne Unterschied folgendermaßen: Was fürchtet ihr eudi vor Worten? Vielleicht klingen die Worte des Weißbudies ein bißchen zu herb. Aber das ist eine Kleinigkeit. Setzen wir uns an den Tisch und gehen wir der Sache auf den Grund, was sind eure Ziele? Ein paar tausend Einwanderer jährlidi wie bis jetzt? Wer sagt euch, daß das unmöglich ist? Was stellt ihr euch vor, daß wir wirklich aus der Balfour-Deklaration eine glatte Lüge madien wollen? Wir wollen nur eines, dasselbe was ihr — aus der Balfour-Deklaration ein Wertchen, ein kleines, bequemes, handliches Westentasdienwertchen machen, ein für allemal Schluß machen mit den Extremisten, die von großen Idealen lärmen. Aber euch anständige Leute werden wir unterstützen. Ein paar tausend Immigranten von Zeit zu Zeit, ein Stüdechen Boden von Zeit zu Zeit und freundliche Beziehungen und salonmäßige Besudle zwischen euch, feinen Bürgern, und uns, .englischen Ministern und Oberkämmissären. Es ist mir schon eklig, bittere Prophezeiungen au machen. Das aber ist keine Prophezeiung. Es ist allen klar, daß Menschen einer bestimmten Sorte, die niemals große, weite Ziele besitzen, bezüglich der Zukunft in Erez Israel nicht zu kämpfen vermögen und verpflichtet sind arar Erreichung kräftiger zionistischer Ziele. Sie ziehen in den Kampf I Ja. Die Frage aber ist, wofür gehen sie sich schlagen, mit welchem Sieg werden sie sich zufrieden geben und mit dem Gegner Frieden schließen. Ich warne den Leser. Deren Ziele sind nicht eure Ziele. Sie wollen den Status quo vor dem Weißbuch. Nicht mehr. Wenn sie da» erreichen, werden sie das alte ewige Liedchen anstimmen, das so ähnlich der Moschko-Weise klingt. Warburg ist hier natürlich nur ein Pseudonym. Ich spreche hier vom all den Nichtjudenstaatlern, von den Führern, die den Glauben verloren haben und predigen, daß es nicht wichtig sei, ob man an den Zionismus glaubt oder nicht, ob man ein Ideal hat oder nicht. Täuscht euch nicht. Sie kämpfen für den Status quo ante, für die guten, schönen, alten Tage von Samuel und Phimer, die immer geführt haben und fuhren müssen zu demselben schwarzen und roten Ende. * Ich höre eine Stimme: Heute hättest du die englische Regierung und nicht die jüdischen Führer angreifen müssen! Amen., Das tu ich. Ich will den Juden helfen, die englische Regierung zu bekämpfen. Zu bekämpfen, wo sie bekämpft werden muß, nicht unter der Führerschaft von Männern, die nicht wissen, was sie wollen, und nicht von Männern, die wissen und klar sagen, daß sie gar nicht das wollen, was Herzl wollt« und wir alle wollen. Im Oberhaus« Lord Reading kritisiert im Oberhaus das neue Palästinaweifibuch. Der ehemalige Vizekönig von Indien Mar» quis of Reading sprach als Führer der liberalen Partei im Oberbaus in der Debatte über die Thron« rede und führte u. a. aus: Was ich vorzubringen habe, nimmt zwar kaum Bezug auf die huldvolle Ansprache des Thrones, aber es ist mir unmöglich, mich im gegenwärtigen Augen» blick an Eure Lordschaften zu wenden, ohne das letzte politische Statement der Regierung zu berühren. Dieses Statement W«r Gegenstand von Kpmmentierungen und offenen Briefen in den Zeitungen. Eine Diskussion hierüber wäre wohl im Verlauif dieser Debatte un» angebracht. Ich wünsche aber, die Regierung Seiner Majestät darauf hinzuweisen, daß es »ich hier nicht nur um eine Angelegenheit handelt, die nur Juden und Araber angeht, sondern daß hier die Ehre Englands auf dem Spiele steht, und daß es die Pf lieht der Regierung tot, soweit es in ihrer Macht Lloyd George verlangt die Eröffnung der Palästina- Debatte im Unterhaus. London, 51. Oktober. (J. T. A.) In der Sitzung des englischen Unterhauses forderte Lloyd George im Verlauf der Aussprache über die Thronrede de« Königs die balidmöglichste Eröffnung einer Debatte über das Palästina-Problem. Solange die Situation nicht in befriedigender Weise aufgehellt sei, erklärte Lloyd George, bestehe die Möglichkeit schwerwiegender Konsequenzen für England: einerseits im Hinblick auf die im Weißbuch den Arabern gemachten Zusagen hinsichtlich finanziellen Beistandes bei der Entwicklung Palästinas und andererseits angesichts der internationalen Erörterung der Palästina-!?rage und der damit im Zusammenhang stehenden tiefgehenden Bewegung in vielen Ländern. Ein Schreiben Baron Edmond de Rothschilds an Professor Weizmann. London, 2. November. Baron Edmond de .Rothschild, der „Vater" der jüdischen Kolonisation in Palästina, hat an Professor Weizmann nachstehendes Schreiben gerichtet: „In meiner Eigenschaft als Ehrenpräsident der Jewieh Agency und als G r U n d e r d e r ersten jüdischen Kolonien in Palästina schließe ich mich rückhaltlos dem Protest an, den'Sie gegen die Erklärung der britischen Regierung Uber die künftige Politik in Palästina erhoben haben. Die in dieser Erklär uug niedergelegten Grundsätze widersprechen sowohl dam Geist als auch dem Wortlaut des Palästina- Mandats, welches auf der Deklaration basiert, die der verstorbene Außenminister Lord B a 1 f o u r im Namen seiner Regierung erlassen hat. Die Juden der ganzen Welt sind in einem Zustand der Bestürzung und waffneten Organisation das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben. Die Polizei, das Gericht, die meisten Parlamente werden von ihren Kreaturen beherrscht. Sie fordern „Steuern" ein, diktieren kleinen Krämern und großen Fabrikanten und Bankleuten. Und die „fresien" Amerikaner zittern, wenn ein Sendbote der „gangster" (Banditen) bei ihnen erscheint, und zahlen rasch, was man von ihnen verlangt. Ein „Spezialforscher" auf/dem Gebiete dieses modernen Banditentums, Geo London, schreibt: Es gibt in Ghikago eine zahlreidie jüdische Bevölkerung, die zum größten Teil im Maxwell- Viertel, jenseits der Jefferson Street, wohnt. Dieser Wochen-Kalender November 1930 ]wn N"jnn Cheschwan 5691 7 Freitag 18-H3 Sabbateingang 4'30 8 Samstag 17-r Sabbatausgang 9*11 nn«* rww meon 9 Sonntag 18~rn 10 Montag 10-tD' 11 Dienstag 20-3 12 Mittwoch 21~*3 Donnerstag 12-33