Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1930-10-10 · Heft 160 (10.10.1930) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 160 (10.10.1930)
Date
1930-10-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2711613-2711736-2711778--2100-2715365
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seife 2 orc neue welt Nr. 160 y ifffiiiiintf iiiiiiiiiiiii iitfiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiitf iiiiiiiiifiiiiiitiLL I Verband demokraiUcfagr Zioniiten | s MltfWtl», den 15. Oktober im HÜMM«M de« «#*bantf||liHMjt AugärtÖöÄlraße 38 I Große Wf1*- r»,v UlpüNgta« Mfc1' ,^ .•tt^ ■• <v - ^miä1/ * * * <" } {rvt?'**'" <-y 41' *|.;XT,v S Gegenstand: I Die Nationalrats^ en | iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiuiiiiiiiiiiiHiiiuiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiti?. Jahre durchgeführten Erweiterung der jewish Agency durch Nichtzionisten, auf die Möglichkeit des Lands cfwerbes in Palästina, auf das Verhältnis zu den Arabern, auf.die-Tätigkeit desf,Brith Schalem, invtfaU^tn\a. Ussischkin verurteilte in entschiedener form die H als tüng Weizmanns. Er wies darauf hin, daß die zwölf .Monate des . B c stand es der, er'weit er t.e n, Jewish Agency ohne jedes ersprießliche Resultat verstrichen sind und sich' aus diesem Umstand das Urteil( von selbst ergibt. Trötfc def femdlfchen T^ftffteWgen der- PalästinasRegierung sind große Möglichkeiten " 'für Bodenerwerb durch Juden, vor allem durch den ' jüdischen Nationalfonds, gegeben. Das Verhältnis zu ein zelnen arabischen Führern ist wohl schwer zu ver bessern^ aber die arabischen Massen sind nur verleitet und stehen im Grunde den Juden freundlich gegenüber.' Bei vernünftiger Politik müßte es gelingen, den schlechten Einfluß der derzeitigen britischen Regierung', und der eigennützigen Hetzer zu brechen und ein Ein*' vernehmen herzustellen. Die Tendenzen des von Magnes,1 Bergmann, Kohn u. a. geführten Brith Schalom sind von ' allen maßgebenden Faktoren der palästinensischen Judenheit unzweideutig abgelehnt worden. Daniel Hopkin über den voraussichtlichen Inhalt des Simpson-Berichtes, London, 4. Oktober. (J. T. A.) In einer zionistischen Versammlung machte der .Abgeordnete der Labour- Pariei, Daniel II o pfk i u, Andeutungen über den vorsieh tlicfiiltö*!^ v'üek Ifteticht6s tbn if n 11 of% 9;f;iö p 6 oft,- Der Bfcrfd\t, meinte Hopkin, l'irei<le der engliStheltt rte^etung die Auswcrfun| eine« größeren ^Ö^ragäS Wir Förderung der Einwanderung ..Aich Paläsitottj eflipiehlen, da .Palästina genügend vflaum für efftfc" Y.tft We ö^e'f u n g gfrofiereft ' Sa flstabe« j$<(fe. Gleichzeitig' aber tvirdin dorrt (bridi t 4itt£ /neue B o d e h g eis e t z g e b u ri g und die Schaffung 'einer |es e t z ge Se t4 i«c he n Kö5r p e rvschftft vorgeschlagen werden. Abgeordneter Hopkin i&tfa «fl&ftef Ittit, daß die Regierung' demnäcriÄt das -j ■ jprogrnrnnl ' ihrer-■ künftigen Politik in Palästina ver- ,|^(cntlithen jsVirdj' llieses Programm \verde wohl die mhtigsten Grundsätze HiM-deii*Aufbau des jüdischen National hei ms berücksichtigen. Jüdische Einwanderung auf breitester Basis und engo Kooperation zwischen Palästina-Administration und Jewish Agency ßeien seiner Meinung •" nadi nncr,lüßlidi für die Sicherheit der jüdiadien, Kolonien. <&jfi^f$ä&i;)Mir, ft-egiu n g» engte Hopkins zum SdiMfl^..vmiiff'*':srdi 'die.'" Politik der britischen Z e n t r a 1 r e g i c r-u n g .zu eigen madien und ihre Maßnahmen im Hinblick .auf diese Politik treffen. Ist sie dazu nicht imstande, so hat sie die Pflicht, zu de in i s s i p n i e r c n. Der Wunsdi;Ifopkihs .-nachi - Entfernung einer Palosüua-Regieruug, welche f; ihre Pflicht nidit erfüllt, wird leider solange ein frommer- Wunsch bleiben, als die Herren MaeDonald, Shiels und Passfield, gute Freunde Hopkins, auf ihrem Posten sind. Bodengesetzgebung ist eine 6diüne Sache. Wie aber wird sie ausschauen, wenn das jetzige, antizionistische Regime sie schafft! Wird sie nicht gegen die Juden gerichtet sein? Daß jede gesetzgebende Körperschaft in Palästina eine schwere Gefahr für den Zionismus bedeutet und ihre Einrichtung unter den gegebenen Umständen dem Mandat widerspricht, ist klar. Wir können der Hoffnungsfreudigkeit Hopkins leider nicht beipflichten. Wir wollen,)den Bericht Simpsons erst sehen. Dann werden wir urteilen. Weizmann und der Judenstaat. Von Richard Lichtheim (Berlin). -v... gen nidit zu bewegen w-arrHßcvgab Herr Sokolow „für die Exekutive" eine* ETkJäf üng .ab; worin ah die bekann^S^^ Deklaration 'söwie'^ari die ^Ifes'atgÖ des Herrn S% eher 'fdrjfder^a m i £s*p^r/ääf^^hd^f ' ■ ' 'feie^'e^-'^-'ÄnSsÄge^-beruifte •anf'i*>-.eiher^-'l'Instrnktioh. Dr. Weizmanns, unteBsdiiied sich Aber von dieser In struktion sehr wesentlich, Was' Dr. Weizmann selber auf Der Verfasser dieses- Artikels, welcher die jetzt im Vordergrund der zionistischen Diskussion stehende Frage behandelt,, war mehrere Jahre Mitglied der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation, ist jetzt Vizepräsident der Weltunion der Zionisten- Revisionisten und Führer der deutschen Revisionisten. Die Rede, welche Präsident Weizmann in der letzten Sitzung des Aktionskomitees über die zionistische Zielsetzung gehalten hat und die in der Ablehnung des Judenstaatsgedankens gipfelte, hat viele Kommentare gefunden. Der Vorsitzende der Zionisten Deutschlands, Herr Bluraenfeld, hat unmittelbar nach der Rede des Herrn Dr. Weizmann seine volle Zustimmung zum Ausdruck gebracht, und das offizielle deutsche Organ, die „Rundschau", hat erkltfritfmit dieser Rede■ habe Dr.--'WeiMänn'isich-Jals „großer Führer" erwiesen., A,uf der anderen Seite haben die Aeufierungen Dr! Weizmanris starke Mißstimmungen im Aktionskomitee hervorgerufen. Der Misrachi wollte daraufhin seine Mitglieder aus der Exekutive abberufen und die Erklärungen sämtlicher fiarteien^.- sogar der Linken r-* «eigen*#9!&!?l$%t sich von den Formulierungen Dr. Weizmanns zu distanaieren* Dieser selbst war ßjldi ..^Je.|^dij^a|i t)iffer6nz, die ihn vpn der üb/erwlpgen!^11 .PJ 4ktionskomitees trennte, voll^^ni^n^larZr däies in seiner — natürlich n»r tÜp^etir^l und vom Aktionskomitee auch nur "theore^isdi vor standenen — Demissionserkliirung zum drastischen Ausdruck/ ■vv■ wm> Die Exekutive war in peinlicher Lage. Mit den Erklärungen Dr. Weizmanns, daß er nicht mehr an den Zionismus glaube, an den er, B a I f o u r und Lloyd George vor zwölf Jahren geglaubt hätten, daß es den Judenstaat, auf den die Zionisten immer gehofft hätten, nicht geben könne und nicht geben werde — mit diesen niederschmetternden Bekenntnissen des Präsidenten der Zionistisdien Organisation wollte sich die Exekutive offenbar riidit ~ tdentifizieren. Da aber Dr. Weizmann zu einer Zurücknahme seiner Aeußerun- ^tiiiiitifttffiifiifififif nif ttiffiiiitfriitiifi iiniiiitiif iiiiiiiitfiiiiiiittiiiiififiijiiiififiiiiifiiit.u= 1 Moderner jfldisdier Spitikurs j | Ii., Untere Augartenstr. 38 i Vormittagskurs 9 bis V»1 Uhr / Nach- | mittagskurs '/o3 bis »/;6 Uhr / Kurs fU' | rhythmische Gymnastik / Nachmittags- § kurs für Scnulkmder bis zu 10Jahren / g Einschreibungen täglich von 9 bis I tu Uhr vormittags g iiifliinminmiiiuiifliiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiHiiuiiuiinu^ Freude trinken alle Wesen ,A" den Brüsten '.der.'. Natur. Alle Guten, alle „Bösen Trinken Hubec*LikÖr -nur. einen Zwischenruf sofort zugab. Herr Sacher brachte nämlich vor der Shaw-Kommission zum Ausdruck, daß es die zionistisdie Hoffnung sei, eines Tages tfür M e b'r lf e i it" irt Pafasffna' zu weixlen -~ was bekanntlich vom Revisionismus als die eigentlich wesentl^che^;-des Judenstaates betraditet Vjrird — aber gerade dieser, von unserer Zielsetzung handelnde.Sats in. der Aussage Sachers fehlt in der i|in|'/vqiii ]0r?' Weizmann erteilten Instruktion — genauer "■'gcsfigt, es steht dort ein indirekter Verzicht auf die pro-gra m m a t ist' h'e; F ordenmg der ri^'eit. ^fenn also«-ßio txiäkutiye s\cli'aü|xli-e: Aussage des tIferhi^dier^berief, und von 'dieser' Aussagt behaupteteji %il'e sei ■•lijaqf /iGrundvvon Instruktionen Dr. Weizmanns" erfolgt, so liegt hier ein Trick der zionistischen •ftlrftitun^ vpr, durch den die Oeffcntlichkcit verwi r rjt . fend|^|;^j|L':fc t.:'wetd^i':6o^J^AHe|jdini^'-:e?folgto diese ^ussage> „auf Grund" von Instruktionen Dr. Weiz- %a-PfT7: *PP% -W1 r<1 'f:i<5-' iin entscheid enden Punkte Wesentlich 'abgeändert.' "Niemand hatte diese Exekutive bevollmächtigt, die Ziele dos $ ion id m'üs z'u de'f i nie r en, Das ist im Basier Programm geschehen. Und niemand wollte wissen, Welche Deutung diese Exekutive in diesem Augenblick. Ijenii,Basler .,^r^ra^m^^ibt^. 'Worauf ,es ankam, war» j|tellung zu- Dri; Weizmanns Aeulterini'gen im Akt!oiis> koinJtee '^u nehmenr und da kann die Exekutive 's:ic|i lidxt auftpine Aus^ge Sichere berufen, die „auf Grun4f Jfo.n ganz anderslautenden Instruktionen Dr. Weizmännls abgegeben wurde. Mit solchen Tricks, die der Verle&eri.- |ieit entspringen, ist'die Situatipn nicht zu erklären.' 4 Inhaltlich ist die Rede Dr>. Weizmanns nidit editfertigen und nicht zu entsdiuldigen. Sie war unklar nd verworren. proklamierte den Verzicht und '$et(&&te$$lfä& iteelinitbn'' <!& zionist&uhen Zieles 991 §elf%.#%*'^* Quantitätsbestimmungei, pvie .igrofle jüdische Si'edlühg'', operierte. Auf meinen Pwischenruf, wa^ c)enn 4?r, Untejpsdiied. zwisdien diesfr großen jüdischen Siedlung" und dem iJude'ttßtaa tM sei, erfolgte die verblüffende Antwort, 3CT Ti»D BLAIMSCHEINS T^D PFLANZEN-MARGARINE TERMO Unerreicht in Qualität und Prtft! . Efiettfit unter «feng ritueller Aufsicht Seiner Ehr- #Ürden des Herrn Obenabbiners S Fürst Oart In kelkftiw |ll<il««lien Haushalt taMtnt Uebefäll erhältlich! KARL BLAIMSCHEINS Vereinigte Margarine- und Btiiterfabrlken, Wien, XIV., Diefenbachgasse 59 rfr';r:' ''• ■ ' '•'~——«*■ C CTL Cs solle kein Staat sein, ,,wic der preuflische Staat vor dem Kriege", eine Wendung, die klar beweist, wie '"ündurchdadit und sprunghaft diese „Programmrede" des Trüsideuten der .Organisation war. Wer hat Verlan gl, daß der Juden Staat „wie der preußische Staat vor dem K r i c g e" a u sselicn solle? Die angeblich extreme Judcnstaats-Formulierung des Revisionismus spricht von der „Mehrheit zu beiden Seiten des Jordans", vermeidet also alle unklaren und zweideutigen Begriffe und .will in bewußter Beschränkung nur ausdrücken, was als notwendige Voraussetzung für* die Existenz eines gesicherten und zur Selbstbestimmung fähigen jüdischen Gemeinwesens betrachtet wird, das eine« Tages wert sein soll, unser Judenstaat zu heißen. Nach dieser höchst unsachlichen Gedanken- Eskapade über den „preußischen Stunt" folgten dann in Dr. Weizmanns Rede jene Sätze, die den stärksten Protest hervorriefen: „Der J u cl c n s t a a t, an d e n Sie glauben — und ich beneide Sie um diesen Glauben — wird nicht sein." Die Wirkungen dieser AVeizmann-Rcdc sind nicht wieder zu beseitigen. Sic haben vielen Zionisten blitzartig den Seelenzusland des Mannes enthüllt, der die zionistische Politik seit Jahren im Geiste dieses ver-" zweifelten U n g 1 a u h c n s leitet. Das mag für die Gesundung der Bewegung gut sein. Gefährlich ist die Rede iu ihrer außenpolitischen Wirkung, denn sie klingt — auch wenn sie anders gemeint war — genau wie die Argumentation der britischen Minister und Beamten, die den Unwillen der Juden mit der Formel zu beschwichtigen suchen, England habe doch keinen .ijud en s taa t" versprochen. In Wahrheit hat England das versprochen, was wir den „Judenstaats" nennen, und woran — nach seiner eigenen Aussage — Dr. Weizmann, zusammen mit Bal- . four und Lloyd George, geglaubt hat. Weil die jetzige englische Regierung das.. gegebene Versprechen nicht halten will öder kann, sucht sie nach Ausredön,"und während sie uns die primitivsten, die selbstverständlichsten Dinge nicht gewährt, die bei bescheidenster Auslegung des Wortes „National Home" erforderlich sind, greift sie zu einer •schwindelhaften Abwehrargumentation und sagt: „Aber wir haben euch ja gar keinen Judenstaat versprochen." Indem Dr. Weizmann sich diese' Argumentation zu eigen macht, unterstützt er die Methode der uns feindlichen Bürokratie, lanciert aufs neue den verlogenen Vorwurf des Extremismus und diesmal nicht nur gegen die Revisionisteu, sondern gegen fast alle zionistischen Gruppen -und schadet so unserer Stiche» Die- Engländer werden die Konsequenzen ziehen. Die Nichtzionisten hoben sie bereits gezogen urid erklärt, daß es „nunmehr" keinen Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten gäbe. Es bleibt zu fragen, wie rDr. Weizmann zu dieser Rede kam? Programmatische Absicht und Bedeutung kann ich ihr nicht zumessen. Sie ist nur al6 Ausdruck einer Stimmung, freilich einer höchst charakteristischen Stimmung, zu werten, und nicht als Ausdruck eines durchdachten Programms. Hiefür zeugt ja auch das'^krampfhafte Bemühen der Gesamtexekutive, die;Rede umzudeuten' und ihre Wirkung abzuschwächen. Es~;'2eug<t weiter-hiefür die charakteristische Unklarheit und Sprunghaftigkeit des Weizmannschen Gedankenganges, und schließlich die Tatsache, daß ja gar kein Anlaß zu einer theoretischen Erörterung der zionistischen Endziele bestand. Das Aktionskomitee ist hiefür •gar ' nicht die geeignete Instanz und niemand hatte solche Auseinandersetzungen angeregt. Anderseits wäre es falsch, die Rede als einen lapsus linguae, als eine rhetorische Entgleisung zu behandeln. Sie ist viel mehr als das. Sie ist — so wie sie im Aktionskomitee gehalten wurde — eiu Kind des Zufalls, Ausdruck einer Stimmung, aber sie ist zugleich .das Ende einer Entwicklung, die letzte Stufe des Weizmanniinus. Die Verzichtsstimmuug, der Unglaube an die Möglichkeit der Verwirklichung des Zionismus war die geheime Krankheit, an der Weizmanns Politik seit Jahren litt, Seih seelischer Zustand machte ihn stumpf und blind gegenüber den Warnungen und Forderungen der Kritik und Heß die Ideen einer konstruktiven Politik gar nicht aufkommen. Das haben wir seit' Jahren beobachtet und haben es oft und oft ausgesprochen, leider vergeblich, da die große Masse der Zionisten sich ihren Glauben an den ungläubigen Präsidenten der Organisation nicht nehmen lassen wollte. Wenn dieser Unglaube nun no plötzlich, so kroß und für viele überraschend zutage trat, so liegt die Erklärung in dem Bestreben des gescheiterten Führers,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.