Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 160 (10.10.1930)
- Date
- 1930-10-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Vi b« tfci BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreichmonatlfch S 1.50, vierteljährig S 4*20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty'2.—, vierteljährig. Zloty 6.—; Tschechoslowakei monatlich Kc. 6.—, vierteljährig Kc. 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.--, vierteljährig1 Dinar 40.— Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U I BE2ÜOSBED1NGUNGEN Deutschland monaUlch Märte l.^t vferteljlhfig M«tk 3.-; Bulgarien rnooatiteh Lewa 40.-, vierteljährig Lewa 1.20; Hatten /„ monatlfch Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.-*-. Schwel* •„ > und die übrigen Länder monatlich Schweteer ' Francs 1.50» vierteljährig Schweizer Tranes 4*50*1 H E RA U S GEBER: ROBERT STRICKER Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephone J-48-504 — Erseheint ieden Freitag I ans Freitag, den ÖA^er 193& Nr. 160 Seidenhaus Wien I, Herrengaste 2 (Ecke Hichaelerplats) Ei nSUhru nassen lag er: fA!A ImiiaLIa für Wäsche und SdVdDBe Blusen, garant. *jg% echtfärbig, 100°/0 Naturseide. . . . ,S 9mm-V- Flamengafaconne ««an Krawattenseide ........... S I Vi?V Autobus» Iii, 4, 8, 9______ . Hitler lehnt den Rar. seines Freundes Rotherniere ab. München, 6. Oktober. Lord Rotherme re, der dem Faschismus huldigende englische Zeitungsmagnat, der bekanntlich vor kurzem in einem im „V ö 1 k i s c h e n Beobachter" und in der gleichzeitige veröffentlichten1 Aufsatz den-ßieg Hitlers als Beginn " der Erneuerung des,- deutschen Volkes feierte' und eine'1 Hitler» Regierung empfahl,. rät«ii^einem' in i'der „Daily -Mail" veröffentlichten ' Artikel Hjtler, sich: Mussolini zum. Vorbild zu machen und derV A n ti s em iti smu s aus1 seinem P r o g r a m m ■ z u s t r e t oh e'n,' Hitler aber« scheint diesen Rat nicht befolgen -3U;'iWollen. 'Iirreinem, voni „Völkischen Beobachter".gebrachten Artikel heißt es: „In jedem Fall wird es Aufgabe .der »Partei -sein, durchorganisatorische und, was ttotjliwichtiger ist, planmäßige Erfassung der vielen Neugewonnenen bewußte, ent« schiossene Judenfeinds C ha. f t auch da zu schaffen, wo si«. bisher nur in Ansätzen. bestand. Dieser Aufgabe wird sich der starke Organisatiönsappärät" mit allem Nachdruck unterziehen." , Arbeiterscjuaft ihrer sozialem Err^ rauben, unter, eine-*-Diktatur; ^y?^ tigen. Pie Leute. hörea ' ruhig \^ut:'^iffi^Gi^Bch^i Nadi Deutschland :m Oesterreich Vor den Parlariieniswahlen — Auf dem Heldenplali und in der Arbei|eryer$änitti|ung Schmutzige Asiaten/ krummnasige Xeitungssthmievev, gewalttätiges Großkapital — Die jüdische Kandidatur Auf dem Heldenplatz yor der kaiserlichen Burg, Heimwehraufmarsch als Auftakt zu den t|£!fe§$^^ -sint-. gekp#rnen. Tröiä; der Menge von Windjacken, HäM^ und Patronengürteln geht es gar; picht bedrohlich her. Die Leute seheinen zum Blutvergießen wenig aufgelegt. Ein Wiener Gesicht unterm Hahnenschwanz ist , noch lange keine Berliner "Visage unterm Stahlhelm. Einige Heimwehrführer gestikulieren vor Lautsprechern.. Dann der neue Plerr justizmmister und schließlich der frischgebackene Innenminister,; ein schlanker 'Jüngling aus dem fürstlichen Geschleehte der Starhemberge, Ururenkel des Befreiers der Stadt Wien aus türkischer Gefahr. Man hört zu, wienerisch, ein bißchen gelangweilt, ein bißchen spottbereit, aber artig. Da gibt sich der Ministerjüngling einen Ruck und legt gegen die Juden los, Gegen die schmutzigen „Asiaten",* gegen die roten jüdischen Arbeiterführer, welche das Volk aussaugen, gegen, die plattfüßigen, krummnasigen Zeitungsschreiber, welche das Volk belügen. Und manierlich, nie und da ein „Hört!", ein »3» is£« recht!" Dann aber, hebt der RednercStiniöie uiicl]. Hände: „Wer bezahlt die Hahnerischwänzler, die bewaffneten Horden, unsere Mörder? Das jüdisch e G r q ß k a p i*t all . . ." Und jetzt geht's los! Krawall,Wutgöschrei, zappeliMe Fä^tel^Wie; auf dem Heldenplatz. Hier unter; der roten Fantje wie dort unterm Hakenkreuz. i . „ h '.. ■' '.:'• Wie soll die Sache enden, wenn den Volksmassen immer und immer wieder das Judentum nur in zwei abschreckenden Gestalten vorgeführt wird!? Einmal als blutsaugerischer jüdischer Kapitalismus, der mit seinem Gelde Söldner gegen die Freiheit wirbt. Das andere Mal als Umstürzler,' [Mti rhcuinetiscjben 6dime*zcif/ 7k op f weh, [Schmerzen-in den 'Gelenken- und Gliedern wirken T ogal-:;. Tabletten; ganVhervorjagend. Absolut unschädlich. Ein Yer*, >such überzeugt! ~ ln; allen Apotheken, — Preis S 2.40, tFein4 , tder ~ völkischen Tra^tioiv. Hetz;er4: Vplksr, Verführer. . Zeigt doch den Völkern pudlich das wahre jüdische Gesicht! Sollen die wenigen, dem Judentum längst abtrünnigen Kapitals- und Parteiführer in aller Zukunft die einzigen^ ,si<Ajtbarqn Repräsentanten des Judentums vor der Welt •bleiben? Was haben sie mit demJudentums,, wag hat ■' das Judentum mit ihnen denn gemein,'daß die jüdischen Massen, die treu jüdischen Massen imgier1 und iirimer wieder für sie büßen sollen? Mögen sie ihre krummen Wege gehen und das jüdische Volk den .seinen, den geraden! ' ■ '. , '.; Es. ist,notwendig,, daß. Jfyci den kommenden; Parlamentswanien in Oesterreich das . Judentum uSverMscht; m die. Erscheinung tritt« Emg' ffi&ir s che j^an|BdatiKr' ist däis <&fcqt der S&43^! Wer hin und her rechnet und; ypn Möglichkeit odeV^JJnr. möglrchkei't eines Erfolges, der Erwerbung .von »& ^ttSi W I E N I, Rotenturmstraße 20 XIII, ünzerstrafis 60 GRAZ Murgasse 6 da ist'urplötzlich die Wiener Artigkeit, die Wiener' Langeweile verschwunden, wie von einem Sturmwind * weggefegt. Die Leute j ubeln, brüllen, johlen. Die Stimmung ist da, blutrünstige Stimmung. ■ Tags darauf schreibt in einem großen, bürgerlichen Blatte der jüdische Leitartikler: „Man würde es sicher nicht der Mühe wert halten, derartigen Tor h e i t e n irgend welche besondere Bedeutung beizumessen, wäre nicht der Mann Minister in- Oesterreich . ..." Derartige, derkleinsten Aufmerksamkeit nicht würdige „Torheiten", haben die: Juden; Deutschlands an den Rand des, Abgründig geclrängt. In der Gegenwart, In dor Vergangenheit,; auch1 in der jüngsten Vergangenheit, haben solche; „Torheiten" Pogrome entfesselt, zehntau§ende Juden1 ums Leben und hunderttausende1 um 'die Existenz. gebrächt, ' Das jüdische- Volk in der •■- Welt \ kann nicht sichere Ruhe bewahren, wie der jüdische Leitartikler in der Redaktionsstube, wenn, "feine .'Rede' am Wiener Heldenplatz genügt,' um. die Bewohner einer alten Kultursfadt in blutdürstige Raserei zu .versetzen, * In der Arbeiterversammlung, Der Redner »pricht über die Gefahren, welche die ArbeiteriBehaft bedrohen, Bewaffnete Schares walten die : JtidSn^'ihrerFilic%t. erkennen wird; dann sind judische Mandate sicher. Wenu die Juden inder Erfüllung ihrer Pflicht lässig sein werden, wird es wohl keine Mandate geben, aber der jüdischen Ehre und der jüdischen Sicherheit wird gedient sein,- der Zukunft vorgebaut. Die Oeffentlichkeit;' wird'' gezwungen sein, zur Kenntnis, zu nehmen, ojaß es ein Judentum gibt, welches niemandem etwas j wegnehmen, niemanden direkt oder indirekt beherrschen will, nur Recht und Achtung für sich fordert. Das ist der Sinn der jüdischen Kandidatur! Sie muß sein.___ , r. st; Zionistische Fühler über die Lage im Zionismus* Wie die Jüdische Telegraphen*Agentur meldet, haben nach der Rückkehr des Vorsitzenden , des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) Ruthenberg von der Ber< A.G. WIEN [t Bauern markt Nrn. 10, 12, 14 Vl|, Marlahilferstr. 90 (Ecke ZieglergassB) Rlesanauswalil zu konkurrenzlos billigen Preisen Teppiche, Läufer, VOrMfngs, Möbelstoffe, Jnils^throiisjtoffe, Bett- und Tisehteoken, Ueberwürfe, Doppelbettdecken, Steppdecke Flanelldecken, Auto« und Reisedecken, Fensterschützer, Linoleum, Wachetilohe Größtes Lager Wiens in Bänyai-Knüpfteppichen In der Schwemme: Reste und Ä«elegon8töpki iu Sohlaüdtrprtltfn li'ner' Sitzung des^ Aktionskomitees in TeWAwiw mehrere, äußerst bewegte Tagungen des Waad Leümi stattge- "4 fundernv• R^nth^enjfcerg^^ drückte . seine:- tief?te;: Enttäusc^ng über die Haltung der Jewish Agency, besonders des Prä.« sidenten* Weizmann, gegenüber der schweren Situation in ■ Palästina aus. Ruthenberg, der im letzten Jahre an den Arbeiten der Londoner und Jerusalemer Leitung teilge* nommen hatte, erklärte angesichts der zutage getre* ' tenen Schwäche dieser Faktoren die weitere Arbeit in " dieser- Form für aussichtslos, bot seine Demission, als Präsident des Waad Leumi an " und trat dafür ein, die '\V;erbinduiig> zwischen < der-. pa\ä,stinensischeiv^ Judenh^it und'' der. 'unzulänglich und schwach geführtem Jewjsjh f'Agency lösen.' In den folgenden1 Sitzungen^.'gelang es, Ruthenberg zur - Zurückziehung seiner Demission* zu be* ';wegen,; ,r, ■ ■' ' •■'-Vf;^iÄ, -y, s ■ '' "' . ■ i "'<;.^Aufi der Durchreise hielt sich M. Ussischkin ••TeiqigeA.Stv^enyin-4',^;» c n auf und benützte seinen A\jfi : en^hjdt,^vpr smem: Kreise gehidener Zibnisten;auf: die; wiV.htigsfVn,' jetzt} aktuellen PrpWeme im Zipni^rn^s zu* rückzukommen, und zwar in Form der Beantwortung einzelner an ihn gerichteter Fragen. Die Fragen bezogen sich hauptsächlich auf die Berliner Rede Weiznwjms gegen den Judenstaat, auf das Resultat der vor einem