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Die neue Welt · 1930-10-03 · Heft 159 (3.10.1930) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 159 (3.10.1930)
Date
1930-10-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Dffi NEUE WELT »Jekeli- Wachs« da« beste und leichteat an wen<)brfre Einlaß- und Glanzmittel für harte oder welche Fußböden und Linoleum Ueberau erhältlich Karl F. Jrtoll's Wwb, & Oft. Wien xil. Frage für sich. Eines ist klar; Seine Anwesenheit im Lande wird keine wichtigen Nettigkeiten bringen, l'f wird das beenden, was schon lang begonnen wurde, und was siehbesonders klar im letzten Jahre offenbart hat.. Die arabische .l'resfle.jmeldet, Shieis habe die Absieht, sjch mit derJttimigfAtlpJtft- und Bodciilmge zu beschäftigen. Gleichartig hören die Ärnlttr4 nicht' Mti; davon tu sprechen, dnß die Kroge einer »eingebenden Institution last, wenn nicht gnn* gelöst sei. Eine arabische Zeitung schrieb jüngst, daß ohne Zweifel seitens der Araber der Vorschlag zur Schaffung eines Parlaments gemacht werden wird, und daß sich die Juden dem nicht entgegenstellen sollen, wenn sie Frieden wollen. Vor drei bis vier Jahren haben sich die Gerüchte von der Schaffung einer gesetzgebenden Körperschaft hartnackig behauptet. Und wir haben damals darauf hingewiesen, daß Mills ».harmlose" Unterhandlungen mit den arabischen Führern grolle Gefahren in sieh beugen. Man sagte uns, das habe gor keine Bedeutung. Seit damals wiederholtem sich die Verhandlungen. Und nicht nur solche. Im Vorjahre vor den Unruhen versprach der ObcrkommissÜr den Arabern vör seiner Abführt nach London das P a r 1 a m e n tsge.se h e n k. Und man muß annehmen, daß nur die Hebron-Schlächterei den Mufti behindert habe, Volksreprüscntant zu werden. Dessen ungeachtet, daß der öberkommissür nach den Augustercignisscn erklärt habe, von der Schaffung eines Parlaments könne jetzt nicht mehr die Rede sein, sind die Unterhandhingen' darüber wieder aufgenommen worden und werden jetzt, mit besonderer Ausdauer geführt. Die Araber wissen darum. Ihre englischen Freunde in London und Jerusalem werden ihren Zusagen, Palästina in einen arabischen Staat zu verwandeln, nicht untreu. Und deshalb hören die Araber nicht auf, davon zu sprechen, daß ihre Anteilnahme an der Verwaltung des Landes jetzt nötig sei, und „El Chiat" findet, daß die Regierung schön gehandelt habe durch ihre Erklärung vor der Mandatskommission, daß die Gründe für die administrativen Unznlling'- lichkeiten in der Niehtanteilnähme.-der Araber an der Verwaltung und im Fehlen einet gewählten, die Araber zufriedenstellenden Körperselmft lagen. Zieht man die aligemeine politische Situation in Palästina und in England in Betracht und vergißt man nicht daran, daß die Berichte Simpsons und. Stricklands, Shieis Besuch — und wer weiß wie viele Revisoren noch kommen werden — auf die endgültige Formulierung einer vollständigen Liquidierung des Mandats gerichtet sind, so wird die Verstärkung des Druckes der Araber auf Shieis und Genossen klar. Sie wollen damit zeigen, daß, wenn England sieh auf das Besteh e n eine r nationalarahisch.cn B e w c g u n g i n P alä s t i n a beruf e, dies nicht leere Worte, sondern Tatsache sei. Also: das'-Hauptziel 'des VIIL arabL sehen Kongresses, wenn ein solcher zustande kommt, ist die V e r s t ü rk tt n g'cl e Y ar a L i Seh e"n" Offensive. Und in einer solchen Zeit wurde von den Führern der zionistischen Bewegung die politische Demobilisierung des Zionismus proklamiert. Drummond Shieis abgereist. London. (J. T. A.) Der Untcrstantssekretiir für aic Kolonien Dr. Drummond Shieis ist nach Palästina ab« gereist, um die gegenwärtige Lage im Lande zu untersuchen. Seine Beobachtungen sollen die Grundlage für die künftige Gestaltung der britischen Politik in Palästina bieten. Mit Dr. Shieis reisen auch das Mitglied des Unterhauses George Mathers, Shieis' parlamentarischer Privat« sekretär, und A. L Dawe vom Köloniälamt. Dr. Shieis wird sich von Palästina nach Cypern begeben und Ende Oktober wieder in London eintreffen. yiiiiiiifiiiaiiiiiiiifiiiiiiaiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiuiiiitiiiiiiiiisig I Vcrban(d demokratischer Zionitten g I Mittwoch, den *. Okt. 1930 um halb 9 Uhr abends im HtraMaal des Vertoortushelm*, 11., Untere Augartenstraße 38 Tagesordnung: {.Berichte 3 % Unser Verhältnis zum Well« 1 . verband radikaler Zionlsten | 1. Neuwahlen g Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen [ TlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUIIIIIIIIIIIIIIIUIIIUllllll". Misradii und Judenstaaf Gedanken nach der Berliner A.-C.-SUzung. Von Lad. Rosen zweig (Nitra). Wir erhalten diese interessanten Darlegungen von einem Anhtinger de« Misrachi. der die inkonsequente Haltung seiner Frak-. i iioii feststellt und e.ine ^beachtenswerte An-i , regitng gibt (Anm.. d.- Red.) \ V . Der Judcnstaat war nie Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zwecke, sagte Weizmann. Es klingt paradox, wenn er am Judenstaat nicht festhalten will, um ihn alsogleich als Mittel zum Zwecke hinzustellen, ohne allerdings diesen Zweck 211 nennen. Der Misrnchi kann gewiß diese These akzeptieren. Denn auch für uns ist der Judcnstaat nicht Selbstzweck, sondern Mittel zur Erhaltung des jüdischen Volkes und «einer Kultur (Tradition). Ist aber dieses Mittel, der Judenstaat» nicht vorhanden, so ist auch das Ziel nicht zu erreichen. Der Misrachi, dem Judenstaatsgecknken treu, den er auf jedem Kongreß auch auf dem XVI-1 offiziell vertrat, fühlte sich vepanlttllt, zu Weizmanns Rede Stellung 211 nehmen. Das geschah In der bekannten Judensfcaatsrespltttion, die^cier 'Misrachi auf der Berliner A.-C.-SitMhg - vor Wei|mÄnnÄ^ 0&imssi6ttsangebot nbgegehen hat. Weizmnnn demissionierte. Diese Demission; war aber nur ein taktischer Sehritt, der'auch dies"-.- mal wieder gelungen ist. Nicht nur die Allgemeinen erschraken, leider auch der Misrachi, der. dann nicht, gegen, cl 1 c f Rcs,ol\i11 diuv vom birjatiöiialen; Staat ^und gegen-.dje ^viffbtclerung a^.l^iÄinÄnn,.: zu ^leiben, ^stimmte. i<leafe Konsequent! Llat clenü der ilisrnchi\' durch €lc^ zweite JE^klärung Weiz- HPH KIIPFN fl^Ä*nJicWai^M^iaiiÄCliiiiO* Netir. nEILIVuKuu Mfltn uncTlth^iirtiamnitis in clor EftnArihAf rfftlf lifiif ' Wiener iCt'tivmshut UäU.Saimtorium) rnnspneiiiinsiiiii txv ^«ir«!!^^«^ o&i 11 Italien» MMMMm. fl Aiakuren in WUmakammofti! I GesamtoajlihyaiNa^ <: Darmlnnanbäder No<hff«outtnxbdhandlung mannte «einjb '*.ßeii)ta^i)l^^^i^ <:daß er^ seirie.: Vertreter viü dei' P^KiiPtlvW% /iWeiz-. mann loyal mitzi^rb^teh^ vers^clj? Wozu dien|©;. dW ganze''6pp<jisfäm\thtvs'^itä]&ri, - Venn man sör fort nach der Abdankungserklärung Weizmanns - oder bei der Abstimmung über das" Ziel des Zionismus erschrak? Ein. sölches : Vorgehen: kompromir tiert mir^enw.giiteävltttf,de#- Misrachi. Es wäre , zu Begreifen gewesen*-, wjenjnx Weizmann durch eine zweite Erklärung :rrevozie-rt..hUtte, Hat er doch dureh. Verzicht auf d.en > Judenstaat, nach Ansicht des Misrachi ctie ^Grundlagen des ßiojöismus . er- #hütie^ DejnseÖjteh AVetaattn aber machte der. Misraehii das Verbleiben i^Äffit möglich ^- durch Nichtteilnahme an der .Abstimmung, wiewohl WeizVaann die Annahme «eines binationalen Programms als :^Voraussetzung für, . sein Bleiben forderte. . ■ . .. \ ■ ... ■■ Ich zweifle, ob Weizmann geblieben wäre, wenn der Misrachi auch nach der zweiten Erklärung Weizmanns an seinem Standpunkt festr gehalten hätte. War doch «ein Demissionsangebot die Folge der Misrachi-Erklärung. Aber hätte es auch keine Majorität gegen Weizmann im A. C. gegeben, so wttre das Bleiben Weizmanns bei einem Verhältnis von 24: 15 (Misrachi, Revisionisten, Radikale) unwahrscheinlich. Denn das würde eine starke Opposition bedeutet haben. Wie immer dem sei, man hat aus der eigenen Meinung die Konsequenz zu ziehen. " Es wird argumentiert, der Misrachi müßte in der Exekutive vertretensein, dd man sonst seinen Forderungen nicht Rechnung tragen würde. Zunächst ist diese „These" gleich jenem assimilatorischen Denken,! wohacti^dei? Jude Imme* mit: der Regierung stimmen muß. Dann ist es auch unrichtig, daß man mit dem Misrachi, wenn er in die Opposition ginge, tun kanu, was man will. Der Misrachi ist in der zionistischen Organisation ein Faktor, gleichgültig,, ob, er «ich üv einet; Koalition oder Opposition befindot. Qhne Misrachi kann die heutige zionistische Organisation nicht existieren. Denn der Großteil des jüdischen Volkes, mag er auch in religiösen Dingen indifferent sein, würde ein ganz ohne religiöse Tradition aufzubauendes Palästina nicht untcrfitütacii. Ueberdies wäre es für die Exekutive schwer, für dio Fonds zu sammeln, wenn der Misrachi für die Arbeit die Mitverantwortung nieht übernimmt. Fornor ist es im Rahmen des demokratisch-parlamentarlschen Systems clor Zionistischen Organisation unmöglich, mit einer Partei, weil sie in Opposition steht, nach Belieben umzuspringen, Es ist ganz ausgeschlossen, dafl einem oppositionellen Misrachi die ontspreehonden Zuweudungßcjuoten für Sein Schul werk oder für den Mechaluz-Mlsrachi verweigert würden. Auf dem Kongreß..' muH die Entscheidung kommen,. In der Generaldebatte des A. C, rmt der. Vertreter des Mierachi, F a r h «t e 1 n, der große V»«a/ S 26.- S 36.- S 45.- UH, Ratserctrafie 123 IX, Mewlniße 6 Führer des radikalen Flügels des Misrachi, erklärt, daß unverzeihliche Fehler geschehen seien und daß der Misrachi zum zukünftigen Programm der Exekutive kein Vertrauen habe. Wir brauchen ein neues System. Aber die erste Vorbedingung für dieses neue System ist eine klare Formulierung des zionistischen Ziels, das Judcnstaat heißt. Da aber heute eine einzelne Partei zu schwach ist, ein neues System zu inaugurieren , SÖ wird es notwendig sein, aus jenen Gruppen, die an dem Judenstaat festhalten, einen Judenstaatsblock zu bilden, der eine neue Exejsmtiye bilden wird. Sdhalom*La!ier M, M. Ussisehkin in Prag. ■ ' \ Von unserem Präger Berichterstatter. Prag, den 28. September. : Im Verlauf dieser Woche fand in Prag eine Konferenz des tschechoslowakischen Kercn Kajcmeth statt.! M. M. Ussisehkin Weilte in der Tschechoslowakei im lutereese einer K. K.-Kampagne. Es ist begreiflich, ' daß die von der „Neuen Welt" aufgedeckte Einechmuggelung dcö zur Genüge charakterisierten Brith Schalom- Aufsatzes von Ernst Simon Gegenstand der Erörterung auf der genannten Konferenz War. Die Erörterung hat allerdings eine kleine pikante Vorgeschichte; Pikant schon aus dem Grunde, weil nun endgültig, auf frischer Tat ertappt und wie ajle Schuldigen aus dem Konzept gebracht, unsere Prager Brith Schalöm-Üerren sieh selbst den •Schitricr' heruntergerissen habem ■'< - -: \ > -Auf "deitf "ÖtmiMa^i ideh- ^'Se¥fe'm'he^:^st»ttg^-- f undenen Massenrüfeeting eprach neben Ussißehkinv; denw die Massen zujubehen, auch der Abg. Dr. Ludwig Singer. Einen größeren Schlag ins eigene Brith Sehalom-Gcsicht konnte er wohl nicht führen. In der denkbar plumpsten Weise behützte er das offizielle: Forum zu gehässigsten Angriffen auf die ♦,Wi«ner" radikale Sphäre", wobei nnsdiWer Invektionen gegen Robert S t ri cke r-herauszuhören waren, Herr Dr. Singer war tapfer* Er sprach tschechisch," damit Ussisehkin ihn' nickt verstehe, wie dieser später prlteise erklärte. Solort nach der Versammlung fand eine Sitzung der Prager Ortsgruppe der Zionisten-Reviöionisten statt, die" die entsprechenden Schritte gegen ein solch unerhörtes Vorgehen einzuleiten beschloß. Zunächst wurde ^auf der Konferenz des K. K. selbst ■tam "Redner der Zionistfen-Revisionisten Dr. Karl Blan die Angelegenheit, des K. K. Almanachs aufs Tapet ge- '!>rächt/ Dr. Blan sprach sich natürlich im Sinne der von der „Netton Welt" gemachten Feststellungen und brachte elnö diesbezügliche, von der revisiontetischen Union gefaßte Resolution ein, worauf Ussisehkin folgende Erklärung abgab: „Ich kam nach Prag, um mit Ihnen über wichtige Bodenprobleme zu sprechen. Ich möchte daher diesen unglücklichen Artikel nicht in den Vordergrund meiner Erklärungen stellen. Bereits in Berlin wurde ich auf ahn' aufmerksam gemacht, Ich schrieb sofoft 'riaßh' Ptteg. Ich erkläre, daß ich es für einen Fehler halte, wenn eich der K. K. L. mit Problemen, die in unserer Bewegung strittig sind, befaßt. Die Publi- Allgemeine Versicherungs-Gesellschaff „PHÖNIX" Gegr, 1880 Gegr. 1860 (Zusammenschluß von „Phönix", „Wiener" und „Providentia") -Direktion urt4 dtnerai fttpmuntaits t -. ^ywiöiif ix»t - Otto WftgnerpLS/ Alserpl. 1 T«lttphon: B-41*ft«i0 Ittrl« (tbornähms «^mt|loH|f So?lalyorslq(i^ vi dan kulant^eten>^ dodingungen und Mmltn:

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