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Die neue Welt · 1930-09-19 · Heft 157 (19.9.1930) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 157 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr.Tr ■■MM Äofenmontog Ein neuer deutscher Ufaton-Sprechfilm Nach dem gleichnamigen Bühnenwerk von Otto Erich Hartleben Mamukripti L. t. Wohl und Ph. L. Mayriiif Produktionsleitung: Bruno Duday Regie: Hans Steinhoff Musik: Schmtdt-Qentner Hauptrollen: Man Deyers, Matthias Wiemann UrauflUhrung imt Burg-Kino I., Opernring 19 Tel. B-20-3-99 Ufa-Ton-Kino IL, Taborstraße 8 Tel. R-41-2-41 Flieger-Kino IX., Liechtensteinstraße 37 Tel. A-18-1-52 schlössen, im Jahre 1930 den Kongreß nicht einzuberufen. Mit dem schädigenden Eindruck der Rede Dr. Weizmanns im Gemüte, ohne Aussicht auf eine Wendung zum Besseren in der politischen Lage, mit einem geschmälerten Budget, mit einer völlig kompromittierten Führerschaft und der usuellen immer wieder sich wiederholenden Tragikomödie des Rücktrittes von Dr. Weizmann und der Zurückziehung seines Rücktrittes hat das Aktionskomitee seine Tagung beendet. Protest gegen den Simon-Artikel im Almanach des Nationalfonds. Im Verlaufe der am 11. d. abgehaltenen Versammlung der Wiener Zionisten-Revisionisten, in der über die Konferenz in Prag berichtet wurde, wiesen die Redner darauf hin, daß auch von offizieller zionistischer Seite her antizionistische Propaganda getrieben und zionistische Gelder antizionistisch verwendet werden, wie in dem Falle des Almanachs des Jüdischen Nationalfonds. Die Versammlung beschloß energischen Protest gegen die Veröffentlichung des Artikels Dr. Simons im Keren-Kajemeth-Almancb einzulegen, wie überhaupt gegen jede, von. offizieller zionistischer Seite ausgehende Anti-Judenstaats-Propaganda. AUS PALKSTINA. Waffenfund bei Jerusalem. Jerusalem, 10. September. (J. T. A.) In dem arabischen Dorfe A b u a i n bei Jerusalem wurden von der. Polizei mehr als 50 Revolver beschlagnahmt. Zahlreiche Verhaftungen wurden im Zusammenhang mit dem Waffenfund vorgenommen. Einem jüdischen Arzt wird die Niederlassang in Palästina verweigert. Jerusalem, 11. September. (J. T. A.) Die Palästina-Regierung lehnte das Niederlassungsgesuch eines jüdischen Arztes aus Jugoslawien, der als Tourist nach Palästina gekommen war, ab, obwohl er eine festbesoldete Stelle erlangt hatte und sich über den Besitz eines Barvermögens von 500 Pfund ausweisen konnte. Zurücksetzung der Juden im palästinensischen Zolldienst. Jerusalem, Ii. September. (J. T. A.) Die hebräische Presse drückt ihr Befremden darüber aus, daß es unter den 35 Beamten des Hauptzollamtes nur einen einzigen Juden, unter den 32 Zollbeamten von Haifa nur zwei Juden, unter 60 Beamten in Jerusalem nur 15 und unter den 60 Zollwächtern aller übrigen Städte nur einen Juden gäbe. Unter den 15 Tabak-Kontrolleuren gibt es überhaupt keine Juden. Blutiger Streit zwischen moslemitischen nnd christlichen Arabern. Jerusalem, 12. September. In Haifa kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern. Der Streit wurde dadurch veranlaßt, daß die Mohammedaner auf einem gemeinsamen ehemaligen Soldatenfriedhqf Bestattungen vornahmen, obwohl vereinbarungsgemäß vorerst ein Schiedsgericht darüber hätte entscheiden sollen, welche der beiden Konfessionen auf den Friedhof Anspruch habe. Der Redakteur eines christlichen Lokalblattes und ein Mohammedaner wurden getötet, weitere sechs christliche Araber v e r w u n d e t. Zwölf Mohammedaner wurden im Zusammenhang mit den Ausschreitungen verhaftet. Einer der Gründer Tel-Awiws gestorben. Jerusalem, 12. September, In Tel-Awiw starb an den Folgen eines Schlaganfalles David W e i ß b o r d im Alter von 60 Jahren. Weißbord gehörte zu den Gvjründern der jüdischen Stadt Tel-Awiw. Eir hat sich auch schriftstellerisch betätigt und unter anderem ein Buch über Wilna verfaßt. _DIE NEUE WELT___ Rabbiner Julius Samuel nach Oslo bernien. Berlin, 14. September. Rabbiner Julius Samuel aus Berlin, Absolvent des Berliner Rabbiner*Seminars, der bisher die Stelle eines Generalsekretärs beim Welt« verband für Sabbatschtitz „Schomre Schabbos" be* kleidete, hat einen ehrenvollen Ruf auf den Rabbinatssitz der norwegischen Hauptstadt Oslo erhalten. Rabbiner Samuel wird, wie wir erfahren, diesem Rufe Folge leisten und sein Amt noch vor den Hohen Feier* tagen antreten. Die 93. FriedhofsschHndnng. — In Grttnstadt (Pfalz). Berlin, 12. September. Die Israelitische Kultus* gemeinde Grünstadt (Pfalz) teilt mit: Auf unserem jüdischen Friedhofe haben in vergangener Woche bübisch« Hände ihr frevelhaftes Spiel getrieben. Dis Haupttor wurde gehaltsam erbrochen, die am Einging befindliche Vorhalle, in der die Einsegnung der Töten stattfindet, in kaum wiederzugebender Weise besudelt, die Wandung teilweise hinausgestoßen und die Dachung durch Steinwürfe beschädigt. Ferner wurden 5 bis 6 Grabsteine umgeworfen und zum Teil be* schädigt, u. a. ist auch die dem Andenken des für sein Vaterland gefallenen Kriegers Schmidt geweihte Tafel mutwillig entfernt worden. Die Vorstand« _____Seite T sraosanffl^ Jüdische Eltern! Kauft Schulbücher für Etlre Kinder nur in dar Jüdisch«n Buchhandlung Hermann TllChfICF CJr^Sla&flgulffj. 7 (Icke Tabor8traBeo2) Tal. R-41-4 20 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen i Auflagen — auch antiquarisch — zu «ehr mäBij gen Preisen. Verzeichnisse kostenlos! IMHIIHMIIIIIIIIMm schaft verständigte sofort nach der Entdeckung der Schandtat das hiesige Bürgermeister* und Polizeiamt; außerdem hat der Vorstand der israelitischen Kultus» gemeinde, Herr Bertold Jacobi, dem Bezirksamt und der Staatsanwal1 tschaft in Frankenthal persönliche Anzeige erstattet, die selbstverständlich ihrer Entrüstung über diese feige Tat Ausdruck gaben und sich bereit erklärten, alle Schritte zu ihrer Aufdeckung zu unter« nehmen. In der ganzen Stadt herrscht die größte Em* pörung über das vandalische Zerstörungswerk, da hier bisher stets das beste Einvernehmen zwischen allen Kon* fessionen herrschte. Indanth Eine seltene Gelegenheit Propaganda-Woche Im IN D A N T H REN H A U § WIEN VI, MARIAHILFERSTRASSE 71 Unübertroffen wasch», licht- und wetterechte Stoffe für Kieldung und Halm Zionistische Arbeiterschaft/ Judenstaat und erweiterte Jewish Agency» Sie bekennt sich xum Judenstaat, will aber nicht darüber reden* Sie verlang! von den reichen Nfchtzionisten Demokratie. Die offizielle Berichterstattung über die Sitzungen des zionistischen Aktionekomitees und der erweiterten Jewish Aigency in Berlin ist ein Schulbeispiel für amtliche Verdr-eliungiskunsit. So zum Beispiel wurde „über die . Stellung, der Anbeiterisc^iaft zurf Erklärung Weizmanns gegen den Judenstaat nur berichtet, die Arbeiterschaft hafte ,vdie Dis^tssion Über <jas 'Endziel" abgelehnt und sich an ihr desinteressiert erklärt. Daß sich die Arbeiterschaft für die jüdische «f* , flj v ' staatliche Selb s t ä ri d i g k ei V also' f u r den Judenstaat erklärt hatte, wurde einfach unterschlagen. Ebeniso sah. der Bericht über die Haltung der Arbeiterschaft gegenüber den Niahtzionisten in der Agency- Sitizung aus. Kein Wort über die schwere Enttäuschung der Arbeiterschaft angesichts des völligen Versagens der erweiterten Agency. Um so mehr wurde über die diversen Bankette geschrieben. Diese Vorgangsweise der Zionistischen Leitung und ihrer Organe ist um so mehr zu verurteilen, als den Teilnehmern an diesen Sitzungen Schweigepflicht auf er legt worden war. Nimfmeihr liegen die Erklärungen der zionistischen Arbeiterschaft, von ihr selbst herausgegeben, vor. Dadurch erhält der Leser eine gan« andere Vorstellung. Die Deklaration der zionistischen Arbeiterparteien zur Judenstaatsfrage. Im Verlauf der Judenstaatsdebatte in der letzten Session des zionistischen A. C die zu der inzwischen erledigten Weizmann-Krise geführt hat, gab der Vertreter der Arbeiterparteien, Rubaschow, die folgende Erklärung ab: „Im Namen des Arbeiterflügels gebe ich dem Bedauern darüber Ausdraiok, daß sich an die Rede Dr. Weizmanns eine Diskussion dieser Art knüpfen konnte — wenn wir auch nicht mit aldean, was Weizanann gesagt hat, übereinstimmen. Die jüdische Arbeiterschlaft in Palästina und mit ihr die gesamte zionistische Arbeiterbewegung, die sioh nach wie vor der vollständigen Verwirklichung des Zionismus widmet, haben den festen und durch nichts zu erschütternden Glauben an den Willen und die historische Bedingtheit des jüdischen Volkes, in sein Land zurückzukehren und dort ein wirtschaftlich, sozial, kulturell und staatlich selbständiges Leben aufzubauen, als freie Nation, von keinem Volke beherrscht und kein anderes Volk beherrschend. In dem ehrlichen und treuen Bestreben, Beziehungen der Freundschaft, Solidarität und Zusammenarbeit zwischen uns und dem arabischen Volke zu sohaffen, sind wir überzeugt, daß es möglich ist, in Palästina Millionen Juden anzusiedeln, ohne irgendwie die Rechte, die Interesseu und die nationale Selbständigkeit der arabischen Bevölkerung des Landes anzutusten. Wir bekämpfen jede Tendenz, die darauf hinzielt, die Hoffnung des jüdischen Volkes auf Wiederau Hebung und Befreiung in Palästina herabzumindern. Ebenso bekämpfen wir den schädlichen Versuch, unsere unaufhörliche Tätigkeit zur Verstärkung und Ausdehnung unserer Positionen in Palästina durch fruchtlose und inhaltlose Debatten über politische Formulierungen und Terminologen, die in dem Baseler Programm gar nicht enthalten sind, jenem Programm, das seit Bestehen der zionistischen Bewegung als ihr offizieller Ausdruck anerkannt ist, zu verfälschen. In der Heraufbeschwörung eines solchen Wettstreits erblicken wir eine moralische und politische Schädigung der Bewegung und einen Vorwand, die schwere Last des Aufbauwerkes im Lande von sich abzuwälzen. Der wirkliche zionistische Wille muß sich vor allem erproben in einer ununterbrochenen Anstrengung, den Aufbau des Landes zu beschleunigen, die. Positionen des Jischuw zu vergrößern und unsere politischen Rechte zu verteidigen. Einzig diene Anstrengung bildet die wirkliche Garantie für eine vollständige Verwirklichung des Zionismus." * Erklärung der zionistischen Arbeiterschuft in der Sitzung der erweiterten Jewish Agency. Die Mitglieder der Arbeiterparteien im Zionistischen Aktionskomitee und im Administrative Committee der Jewish Agency erlassen die folgende Erklärung: Nachdem die Tagung des Administrative Committee der Jewish Agency in Berlin beendet wurde, bei Annahme eines Budgets, für das die Arbeit erfraktion nicht stimmte, und unter Schaffung einer Leitung, an der die Arbeiter nicht beteiligt sind, hält es die Arbeitetfiaktion für ihre-Pflicht, folgendes zu erklären; Wir haben unter gewissen Bedingungen uns für die Errichtung der erweiterten Jewish Agency eingesetzt und werden auch in Zukufut zu ihrer Er- Wochen-Kalender September 1930 .Ww snn Elul 5690 19 Freitag 26-13 Sabbateingang 5.45 20 Samstag 27-13 Sabbatausgang 6.36 wp wi »trssa 2t Sonntag 28-na 22 Montag 29-tw nnairai , wn virV9<nr>- 28,, Pienstag 1-* rwrtiwpfi TT u. Mittwoch lr-2. , iwnwm» 25 Donnerstag 011 k \i

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