Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 157 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mfe § DIE NEUE WELT Nr. 157 y Die größte Auswahl «t u r erstklassigen a n IL Die modernsten Schlager und Opern, von den §f prominentesten Künstlern gespielt und gesungen g die hasten Spreehmasohinen der Watt 1 Radio- und Rundfunkgeräte | f. den Ortsu. Fernempfang mit direktem Netzanschluß || zu den angenehmsten Zahlungsbedingungen nur im j iiam um Inhaber t R. Hmog Unverbindliche Vorführung / Kataloge gratis, drei- | jährige Garantie, keine Recherchen m Permanente Schaustellung ohne Kaufzwang // Hin g Besuch genügt. Sie zu unserem ständigen Kunden § zu machen a , L Aipie 51 T«l. I (1927) 37.000 Ew., sehr rasch wachsende, rein jüdische Stadt bei Haifa, nördlich von J a f a, gegr, too7, Badeort, das geistige Zentrum des Judentums in Palästina, hat Synagoge, hebräisches Theater, High School (Universität), mit landwirtschaftlichem Institut, Gymnasium etc. ..." „Wenn die Herten Herausgeber von Meyers Lexi» kon bei einer zionistischen Jugendgruppe in Leipzig (wo das Lexikon erscheint) angefragt hätten, würden sie bessere und genauere Informationen bekommen haben, als durch ihren sachlichen und genauen Geogra» phen. Mit Zionsgruß Dr. Dawid Wdo w.in ski." * Es ist allerdings mehr als sonderbar, daß der „wissenschaftliche" Mitarbeiter des Welt#Verlagshauses nicht weiß, daß TehAwiw nicht bei Haifa, sondern bei Jaffa liegt und die Universität in Jerusalem ist. Bei der Beschreibung eines albanischen Bergnestes wird größere Sorgfalt an den Tag gelegt. Wir werden dem Verlagshause das Schreiben übermitteln. * Die antisemitische Juwelier»Zeitung. Die „Neue Welt" erhielt dieses, von mehreren Wiener Juwelieren gezeichnete Schreiben: „In der Fachzeitung der Genossenschaft der Ju» wehere, Gold» und Silberschmiede, die jedes Mitglied dieser Zwangsgenossenschaft beziehen muß, leistet sich der Schriftleiter, Herr Kammerrat K a n d 1, anläßlich eines ,„H e im w eh r" betitelten Artikels, der von Be* geisterung für diese „Volksbewegung" überquillt, folgendes: f,Es ist aber lächerlich, mit langatmigen „Schwü* ren" zu überrumpeln, die anwesenden' Parlamentarier sozusagen mit dem nassen Fetzen zu fangen, den Schwur dann auszulegen wie Talmudgelehrte dein Talmud, um.dann zu sehen, daß die §chwö* rer eine Art jüdischen Sch/wur leisteten, der bekanntlich nicht gilt, wenn die Fin!gerha|tung , nicht genau der Vorschrift e n t s p r i c h t." Kennt Herr Kandl die vielen jüdischen Mitglieder seiner Genossenschaft so gut oder so sch 1 echt, daß er Solches zu schreiben wagt? Wir sind neugierig, ob sich nicht wenigstens ein jüdisches Vorstandsmitglied findet, das dem Herrn Vorsteher und Schriftleiter be» greiflich macht, daß das Genossenschaftsorgan nicht den Zweck hat, die antisemitischen Ergüsse des Schriftleiters zu veröffentlichen. Uebrigens ... was sagt Herr Fritz Steinitz dazu?" * Anmerkung der Red.: Herr Kandl ist reichlich unverschämt. Aber er hat auf eine Entschuldigung hinzu" weisen: Auf die jüdischen Mitglieder, die sich so was gefallen lassen. . . . AB MONTAG DEN 15. SEPTEMBER ALLE UNSERE KLEINGEBÄCkSORTEN 6 OROSCH E N HAMMERBROT WERKE A. G Textiland Wüsahehflus Adolf Weinstock I., Morziuplatz 1 gratuliert allen Kunden. Freunden und Bekannten TO ♦ww RESTAURATION UND SELCHWAREN „HOROWITZ" Theo Steinherg und Frau IL, Kleine Pfarrgasse 29 entbieten allen verehrten Güsten, Freunden, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche Max Weitzner und Frau Teppichhans VI., Mariahilferstrofle 1Ö5 wünscht allen' seinen Verwandten, Freunden und' Bekannten ein glückliches Neues Jähr Max Zuckermann und Frau Spezereiwaren und Delikatessen IL, Rotensterngasse 10 Frühstückstube IL, Stuwerstraße 4 wünschen allen ihren Kunden, Freutiden und Bekannten ein glückliches Neues Jahr - Bruder Schiffmann 11» Taborstraße 48 gratulieren allen Verwandten* Bekannten «. Kunden zum Neuen Jahre! Aus der zfonisgisdhff t evfeionistfedien Bewegung« Pressekonferenz in London. — Glaube an die Gemeinsamkeit britischer und jüdischer Interessen. — Erfolge der politischen Tätigkeit der revisionistischen Union beim Völkerbund, — Gegen den verschärften Klassenkampf in Palästina, — Gegen Weizmanns Rücktrittskomödien. London, 12. September. Die Weltunion der Zionisten-Revisionisten veranstaltete in ihrem Londoner Hauptbüro einen, Presseempfang, bei welchem Herr Meir Groß man u. a. ausführte: Die P r a g e r Konferenz hat das Parteiprogramm hinsichtlich der den Palästinaaufbau betreffenden poli- LERNET FREMDE SPRACHEN in der , Berlitz School, Wien I, Graben 13 Pro»p«t<t 7 auf Wunsch tischen, ökonomischen und sozialen Fragen gefestigt. Was 1925 von einer kleinen Gruppe begonnen wurde, ist in Prag von einer Konferenz fortgesetzt und erweitert worden, an welcher mehr als 20 0 Delegierte, die fast jedes jüdische Zentrum vertraten, beteiligten. Die Tagung hat der Kritik an der Tätigkeit der Zionistischen Exekutive weniger Zeit gewidmet als frühere Konferenzen, da jetzt keine weitere Notwendigkeit bestand, das zionistische Publikum davon zu über» zeugen, daß Politik und Taktik der gegenwärtigen zionistischen Führerschaft vollständig versagt haben. Die der Konferenz bestimmte Aufgabe bestand vielmehr darin, die gegenwärtige politische Lage und den inneren Zustand der Bewegung deutlich abzugrenzen und soweit dies für eine Opposition möglich gewesen ißt, Mittel und Wege anzudeuten, um die zionistische Bewegung aus dem Sumpf, in den sie geraten ist, herauszuziehen. Die revisionistische Bewegung glaubt immer noch au eine Gemeinsamkeit der Interessen des Britischen Reiches und des Zionismus bei der Errichtung eines jüdischen Gemeinwesens in Palästina. Noch einmal muß der Versuch gemacht werden, England zur Wahrnehmung dieses gemeinsamen Interesses zu bewegen. Ein solcher Versuch ist notwendig, weil die Schuld für all das, was in den letzten 12, Jahren geschehen ißt, nicht der englischen Regierung allein, sondern auch der jüdischen Führung aufzubürden ist. Die Gelegenheit zu einem letzten Kooperationsversuch hätte einer neuen zionistischen Führung gegeben werden müssen. Man hat den Revisionismus beschuldigt, daß er die politische Arbeit des Zionismus durchkreuze* Wie nützlich aber die Tätigkeit der Revisionisten gewesen ist, ist daraus 2U ersehen, daß eine ganze Reihe von Punkten, auf die die Revisionisten hingewiesen hatten, in dem Bericht der Mandatskommission Berücksichtigung fand, so zum Beispiel das Fehlen einer Waffenkontrollr in Transjordanien; der Zusammenhang zwischen Beduinenproblem und Unsicherheit: das Versäumnis, den Mangel an Voraussicht seitens der Palästinaregierun^ zu untersuchen; die Rolle des Mufti und die geheime Polizeiliste, die seinen Namen enthält; der gefährliche Und unlogische Charakter der Feststellung, die Unruhen seien nicht gegen England gerichtet gewesen; die Bedeutung Transjordnniens für das Immigrationsproblem. Eine Unterbrechung oder Pause in der Palästinaarbeit, führte Groß man weiter aus, wurde von der Prager Konferenz nicht empfohlen. Auch nicht eine Einstellung der Sammeltätigkeit für die zionistischen Fonds. Es wurde nur der Meinung Ausdruck gegeben, daß durch die den Juden seitens der Britischen Administration in den Weg gelegten Hindernisse und im Hinblick auf die allgemeine Lage in Palästina eine Verlangsamung des Aufbautempos eingetreten sei. Diese Periode müsse die zionistische Bewegung zur Schaffung von Reserven an Geld und Menschenmaterial sowie zur Vorbereitung neuer politischer Verbindungen für den Zeitpunkt eines erneuten Aufschwungs benutzen. Die Prager Konferenz bekräftigte den Beschluß der revisionistischen Kongreßdelegation, sich an der Jewish Agency so lange nicht zu beteiligen, als diese Körperschaft nicht auf demokratischen Wahlen basiere oder die Verbindung mit den Nichtzionisten gelöst sei. Die Union der Zionisten-Revisionisten bildet auch weiterhin einen integrierenden Bestandteil der Zionistischen Organisation. Doch beansprucht sie entsprechend ihrer von Tag zu Tag wachsenden Bedeutung einen maßgebenden Einfluß auf die zionistische Arbeit. Sollte der nächste Kongreß keine Aendcrung in Führung und Politik der Organisation bringen, so wäre die Weltunion gezwungen, ihre Stellung innerhalb der Zionistischen Organisation zu revidieren. Auf dem Boden friedlicher Kooperation aller Klassen in Palästina stehend, hat der Revisionismus seit 1925 auf die Gefahren eines verschärften Klassenkampfes hingewiesen und ist für Schiedsgerichtsbarkeit an Stelle von Streik und Aussperrung eingetreten! Im Verfolg dieser .Politik hätVldie., Konferenz die Exekutive beauftragt, „Schritte zu unternehmen, um der Histadruth Haowdim (Arbeitergewerkschaft) und der Lischkat-Awodah (Arbeitsvermittlung) einen rein professionellen und neutralen Charakter zu geben". Falls dies mißlingen sollte, wäre die Initiative zur Schaffung einer rein professionellen Arbeiterorganisation und neutraler Arbeitsvermittlungsbüros unter Aufsicht der höchsten Instanzen des Jischuws zu ergreifen. Diese Resolution deutet auf keinerlei feindliche Einstellung zur Arbeiterklasse hin -und stellt keinen Versuch dar, mit der Gewerkschaftsbewegung in Konkurrenz zu treten. Bezüglich des Araberproblems kam die Konferenz zu dem Schlüsse, daß die jüdischen Ziele durch friedliche Kolonisierung ohne Verdrängung der Araber erreichbar seien. Eine staatsmännische Lösung des Bodenproblems würde sowohl im Interesse einer zu einer jüdischen Majoritätsbildung führenden Immigration als auch in dem der arbeitenden arabischen Masse liegen; Die sensationelle Erklärung Weizmanns in der Sitzung des Aktionskomitees bedeutet nicht nur eine Verleugnung des .Judenstaatsgedankens, sondern auch eine entmutigende Prognose für die jüdische Majoritätsbildung. Ein Aktionskomitee, das nach, einer solchen Erklärung den Präsidenten auffordert, im Amt zu, verbleiben, ist für die unausbleiblichen Folgen spicher Politik mitverantwortlich. Die Vertreter der Revisionisten sind zum Aktionskomitee nach Berlin gegangen, nur um sich ihrer Pflicht als Zionisten zu entledigen. Sie haben dort im Verlaufe von mehreren Tagen eine Rückschau über die den Lesern der jüdischen Presse schon bekannten Ereignisse gehört und am vierten Tage eine ungerechtfertigte sensationelle Erklär ung Dr. Weizmanns, die auf eine vollständige Verneinung des Zionismus hinausgelaufen ist. Es war nicht nur die Verleugnung der Judeustaatsidee, sondern auch eine entmutigende Prognose, daß eine jüdische Mehrheit in Palästina unwahrscheinlich sei. Der ganze Ton und Stil der Rede hat eines dargelegt: daß die zionistische Führerschaft der zionistischen Idee nicht treu geblieben ist und auch keinen konstruktiven Plan oder Entwurf zur Fortführung der zionistischen Bestrebungen hat, Warum aber soll man Dr. Weizmann allein wegen seiner Fehler und der Leere des politischen .Ausblickes tadeln? Ein Aktionskomitee, das, nachdem es Doktor Weizmanns Rede gehört hat, ihn bat, seine Stellung als Präsident der Organisation weiter zu behalten, kann sich nicht von der Verantwortung für die unabwendbaren Folgen freimachen. Nachdem es die Einberufung des Kongresses für, diesen Sommer absichtlich verzögerte, hat das Aktionskomitee nunmehr be»