Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 157 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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' Seite i DIE NEUE WELT Nr. 157 V»»4*»»»»»< I.......MMIMMI MM» Für die hohen Feiertage i >.- a^ä^ä^aJat,* iL** gk^^^f ■VffwWM Wf nRnmVfWy URO MWnf Hl wiMm und mHmwnm TALAREN BARE welche ia den m&nnigftf* tigsteiiFoiilttfhfOWöhltöfrsttg «fi auch «gel M*6 fti dtf alibÄanlrtWilM^ mlttung tt» Mi RUDOLF GOLDSTEIN BJ, Wien II»» Taborstraft« wT zu billigsten Preisen u. schönster Ausfflhpüftg erhSHH^ Lieferant vieler in- und ausländ. Kultusgötnelridert Zahlreiche spontan erfolgte Anerkennungsschreiben bedeutender Persönlichkeiten. | Qftflr. 1896. Nanaa Telephon R-49-0*4ft Aohtuno auf dl« ItaMenummarl Landeskomiteee des Keren Hajeesod, mit welchen ihn seine Arbeit in Beziehung brachte» wußten seine Fähig* keiten wie seinen Eifer gebührend zu schätzen. Aus traditionellem jüdischen Milien des Ostens stammend, wö er schon in früher Jugend den Grund zu seinem wohlfundierten jüdischen Wissen legen konnte, welches-er-dann in Wien vervollkommnete, ging Doktor K o f f 1 e r völlig auf in der ihm so wohlvertranten geistigen Welt des Judentums. Für ihn waren Zionismus und Palästina; nicht bloß Parteiprogramm, sondern die natürliche Selbstverständlichkeit eines vollen jüdischen Lebens. So erklären sich die Hingabe und 'Unermüdlichkeit in seiner Arbeit die mehr war. als bloße Pflichterfüllung. Erst in den allerletzten Tagen hatte Dr. Kof-Her die Aufforderung erhalten, die Palästina-Arbeit in einem östlicheren Lande zu organisieren und er war daran, die verschiendsten Pläne zu entwickeln, die leider nicht mehr zur Reife gedeihen werden. Ein Mensch mit reichen Gaben des Geistes, eine Froh- und Vollnatur ist mit ihm dahingegangen. : Wenn etwas die bedrückende Tragik dieses 'plötzlichen Hingangs zu mildern vermag, so ist es der Gedanke, daß das Wirken Dr. Kof f ler s, welchem die volle Entfaltung versagt geblieben ist, dennoch nicht umsonst gewesen ist und daß es seine Spuren ins jüdische Aufbauwerk in Palästina dauernd miteingezeichnet hat. Die jüdi§die tileadiberediticfuiig in Italien bedroht* Das Konkordat zwischen dem Vatikan und der faschistischen Regierung enthält Bestimmungen/: die in der italienischen Gesetzgebung verankert werden sollten. Da in Italien alle Bürger vor dem Gesetze gleich sind, nahm man an, daß diese Bestimmungen keine B e gü ns t igu n g d.es ka t h o lisch en Kultus enthalten, sondern sich auf alle Kulte gleichmäßig beziehen werden. Dies ist nun nicht der Fall; die uichtkatholischen Kulte in Italien werden sowohl auf dem Gebiete des obligatorischen Religionsunterrichtes, als auch in der Ehegesetzgebung zurückgesetzt. Einen noch krasseren Unterschied macht das neue Strafgesetzbuch in bezug auf den Schutz der verschiedenen Religionen vor verbrecherischen Handlungen gegen den Kultus selbst wie gegen Gegenstände und Personen der Kulte. Der bekannte jüdische Jurist Dr. Mario F a 1 c o, Professor für kanonisches Recht an der Universität Mailand, veröffentlichte hierüber eine Studie, der zu entnehmen ist: ••"'•»•' Das bisher geltende Strafgesetzbuch.pachte mit Bezug auf Verbrechen gegen die Religion keinen Unterschied zwischen Staatsreligion und den übrigen zugelassenen Kulten. Bestraft werden: 1. Beschimpfung der Religionen und der Kulte durch die; Presse; 2, Beschimpfung der Kulte durch Verhinderung oder Störung religiöser Zeremonien; 3. Beschimpfung der Kulte, begangen durch Beschimpfung derjenigen, die sich zu einem bestimmten Kultus bekennen oder durch Beschimpfung oder Mißhandlung der Priester dieses Kultus; 4. Beschimpfung der Kulte, begangen durch Beschädigung, Zerstörung oder Beschimpfung der Kultgeiiite. ^llllllllllllllllillllllllliiilillilH I VORNEHME FAM1UENPENSI0N 1 vormais Dr. GRÜNBERG AM SEMHERING HOCHSTRASSE Nr. 49 (Bit HOT8L PANHANS) K&tfejhauß uud Tm??r; I „_____________... ______ Besitier; i<ICST!tN > fei I fciaraering Niwll / tHaftaitd w«»a«r in j«dam P^wjm s *u{^ gelegenhslt im Hause / FliaftaitdM. Wfttni* «p* Kitt» i gJmntar Die fasenfstrsebe Regierung war es, die dieser alt» hergebrachten Gleichheit der Religionen vor dem Gesetz ein Ende mächte; sie tat dies schon vor Ab schloß des Konkordats. Schon im königlichen Dekret vom 16. Juli 1925 wurden dl« Bestimmungen «her Presse» vergehen gegen die Religion in der Weise geregelt« daß der verantwortliche Redakteur einer Zeitung bestraft und die Zeitung selbst konfisziert wird, wenn die katholische Staatsfeligion in ddn Spulten dieser Zeittthg beschimpft wurde. Für Beschimpfungen anderer Religionen war eine Strafe nicht vor» gesehen. Noch krasser wird dieser Unterschied herausgearbeitet in dem Entwurf zum neuen Strafgesetzbuch« welcher eine Beschimpfung der katholischen Staatsreligion nicht aber eine solche anderer Religionen unter Strafe stellt. Ferner wird der Fluch gegeii die Gottheit oder Personen und Symbole der katholischen Staatsreligion bestraft, während ein solches Verbrechen gegen andere Religionen ungesühnt bleibt. Nur bei Beschimpfung von Priestern oder Knltuägegen- Ständen anderer Religionen sieht da» Gesetzbuch eine Bestrafung vor. Einige juridische Gesellschaften, deren Gutachten das Ministerium eingeholt hat, hatten sich gegen diese ungleichmäßige Behandlung der Kulte erklärt, auch das Konsortium der jüdischen Gemeinden Italiens hat dem Justizministerium ein Memorandum In diesem SinUe Überreicht Die parlamentarische juridische Kommission hat ebenfalls den Wunsch geäußert, daß eine unterschiedliche Behandlung der einzelnen Religionen nicht Platz greifen solle. Der Jttstizminister bat aber bei der Redigierung des endgültigen Entwurfes alle diese Vorschläge n,nberücksichtig t gelassen. Noch haben Regierung und Parlament nicht das letzte Wort gesprochen. Aber Professor Mario Falco ist wenig Optimistisch; er meint, wenn eine Frage des Rechtes, nach politischen Notwendigkeiten gelöst wifd* So;hhben ...Vertreter des Rechtes nichts mehr zti Sägen. K ' : > . "> Die Juden m Peru. Die Juden organisieren sich in der „Union israellta del Peru". — Antisemitismus in Südamerika. — Der polnische Generalkonsul beschimpft die Juden. Die Juden wehren sich. Aus Lima (Hauptstadt Perus) schreibt uns ein Leser der Nauen--<WeW: ■ - •»•-,■..■...„-.•.•.. In Lima und anderen peruanischen Städten leben einige Hundert'.jüdische Familien«,, Die;$jteren Ansiedler;kamen äüs der Türkei ('spagriÖllscneV!'Jüden) "Und Öett'tscn1* land. Später siedelten sich Rumänische, .und, wenige. Juden aus Polen, Ungarn und Oesterreich an. Viele begannen als reisende Händler und sind jetzt zu relativem Wohl» stand und stabilen Geschäften gelangt. Bis vor zwei Jahren lag das jüdische Gesellschaftsleben im argen. Es bestand kein Zusammenhang. So ziemlich die einzige jüdische Institution war der vun den deutschen Juden angelegte Friedhof. Dem Bemühen einiger Männer, vor allem den Bemühungen des Herrn S. Ei del mann ist es nun gelungen, alle Juden Perus zu organisieren, und zwar in der „Union israelita del Peru". Die Union, welche noch kein Jahr besteht, hat in kurzer Zeit viel geleistet. Heute herrscht reges jüdisches Leben in Lima. Die Union sorgt für Befriedigung geistiger Bedürfnisse, Unterricht, Empfang, Verpflegung und Beratung jüdischer Ein* und Durchwanderer. Sie unterhält auch ein z i o n i s t u sches Referat. Die Leitung besteht aus den Herren: Samuel Eidelmann, Präsident; Aron Lerner, Schriftführer; Jose Gleiser, Kassier; Abr, Chlimper, M. Gorenchkin, Abraham Ossok, Moise Hnideck, Isaac Rabinowich, Salim Accerman. Die Union ist von der peruanischen Regierung mittels Dekretes anerkannt. ' ' Vor wenigen Wochen efgab sich für die „Union" bereits Gelegenheit, im Interesse der Juden politisch ein« zugreifen. Die antisemitische Agitation in Argentinien, von welcher auch die „Neue Welt" be* richtete, wurde in Peru bekannt. Zeitungen in Lima brachten Mitteilungen, daß den Juden, insbesondere den „Pottaoken", vorgeworfen wird, Träger des Mädchen« h ft n d e l s zu sein. Die peruanischen Zeitungen verhielten sich objektiv. Der polnische Generalkonsul in Lima, Professor V. de Szyszlo; benützte die Gelegenheit, um in ganz häßlicher Weise gegen die Juden loszuziehen. Er veröffentlichte in den großen Tagesblättern, Vor allem im „EI C o m e r c i o", Erklärungen gegen die in Polen lebenden Juden. Er sagte, die Polen hätten mit den pofni« sehen Juden, von denen mir wenige als anständige Meu« sehen zu werten seien, nichts gemein. Die Juden sprechen ihre eigene Sprache, sie leben in eigenen Stadtvierteln, Von der übrigen Bevölkerung getrennt. Niemand will mit ihnen etwas zu tun haben. Angesichts dieses ungeheuerlichen Vorgehens des amtlichen Vertreters Polens griff die „Union" ein. Sie Veranstaltete eine Pfotestversammlung und ergriff in der Presse das Wort. In der großen Tageszeitung „E l Mundo" rechnete deren Redakteur Oskar Fritz, ein* deutscher Jude und Mitglied der „Union", mit dem anti* semitischen Generalkonsul ab. Er erinnerte ihn an Spanien, das die Vertreibung seiner Juden schwer gebüßt hat, und prophezeite einem Polen, das solche Beamte in die Welt schickt, ein ähnliches Schicksal. Unter dem Eindrucke dieser Proteste gab der Herr Generalkonsul klein bei und bequemte sich zu einigen abschwächenden Bemerkungen. Der Vorfall hat bewiesen, wie notwendig eine Organisation der Juden ist, überall, auch dort, wo es noch keinen Antisemitismus als Allgemeinerschei« nung gibt. Herzls Tochter Pauline gestorben. ~\ Die Tochter Theodor Herzls, Pauline, die mit dem Wiener Ingenieur Hift verheiratet war, ist vorige Woche in der französischen Hafenstadt Bordeaux gestorben. Bekanntlich hatte Herzl. drei Kinder, Hans, Trude und Pauline, welche die älteste war. Man weiß, mit welch zärtlicher Liebe Herzl seine Kinder umfing. Die Tagebücher, Briefe und Feuilletons Herzls sind überreich an Schilderungen und Mitteilungen väterlicher Sehnsucht und Fürsorge. Theodor Herzl ist seinen Kindern früh entrissen worden. Im Zeitpunkte seines Todes war selbst Pauline, die älteste Tochter, noch ein ganz junges Mädchen^ das* der. Verlust der väterlichen (Hand schwer .treffen mußte. Sie: blieb .eine Zeitlang in; der Obhut -guter Freunde der Familie, bis sie heiratete und später nach ihrer Scheidung. Wien, verließ, um sich schließlich in Frankreich niederzulassen. Die herzkranke junge Frau wurde von den in Bordeaux wohnenden Zionisten in ein Sanatorium gebracht, wo sie nach kurzem Leiden ihrer Krankheit erlag. Das Präsidium des Weltverbandes der Sabbat- \ Freunde an den Völkerbund. ,t Berlin, 16. September. Das Präsidium des Welt- Verbandes der S c h o m r e S c h-t^b b o s sandte das ■folgende'i'S^breibeU'''aUv'den Völker&un^: 1 .'.j? ' „Sir Eric Drummpnd, Generalsekretär des Völkerbundes," Genf. Sir. Das unterzeichnete Präsidium des Weltverbandes' für Säbbatschutz „Schomre Schabbos" beehrt sich, Ihnen ergebenst von der nachstehenden Resolution Kenntnis zu geben, die von dem ersten Sabbat-Weltkongreß einstimmig angenommen worden ist: „Der in Berlin vom 24. bis 26. August 1930 tagende Sabbat-Weltkongreß hat sich mit der geplanten Knienderreform eingehend beschäftigt. Von der Erkenntnis getragen, daß die Heiligung dessiebenten Wochentages im göttlichen Schöpfungswerk unlöslich verankert ist, richtet der Weltkongreß den* Appell an die gesamte Kulturwelt, im besonderen an alle Instanzen, die sich mit einer Abänderung des Kalenders befassen, diese in einer Weise durchzuführen, durch die die Unverrückbar keit des Sabbats gewährleistet wird. Unerträgliche Seelennot müßte für die gesamte Judenheit die Folge sein, wenn der Kalender durch Ein- Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft „PHÖNIX" Begr. 1860 Gegr. 1860 (Zusammenschluß von „Phönix", „Wiener" i|nd „ProWdgntia") Direktion und qM««r^Qf|rttiieiifans t Wien, IX*, Otto Wagnerpl. 5/ Alserpl. 3 Tajtepttoni B-4a.».80 Saria Übernahme sämtlich«? SozIalversloheVngen il den kulantesten Bedingungen und Prämien