Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 157 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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r . 4fe 3 DIE NEUE WELT Nr. 157 & Ui g GRUN^NggRGASSE o ScKuIewir/Gronaii^ Bereits eröffnet! Der Parteirat erklärt, daß die Endziele des pölitiachen Zionismus darauf hinausgehen, eine endgültige Lösung der Frage des jüdischen Volkes zu finden, die ihre Krönung in der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina erhält. Der Parteirat ist dafür, daß die Leitung der zionistischen Politik nicht weiter in Händen von Führern bleiben könne, die das Endziel des Zionis" mus, den Judenstaat in Palästina, verleug* nen. Der Parteirat fordert die Einberufung des 17. Zio* nistenkongresses noch. imT^hre;.I93CV . : - / •.-..»;"$ ' * * ' "' Aus Tel«Awiw wird uns .geschrieben: Die Er^ klärung Weizmanns hat hier wie eine Bombe gewirkt. Man wollte anfangs dem diesbezüglichen Telegrämm der JTÄ, iceineti Glauben schenken.' Aber die -Presse5 reagierte spforfc Als erstes BJatt äußerte sich der revisio* nistische „Doär Häjörn", Weizmann wurde hier mit allen zweideutigen Gestalten der. jüdischen Geschichte verglichen: mit Josefus Flaviiis, Sabbatai Zwi usw. „Der Führer hat über sich selbst das Urteil gesprochen. Die Forderurig der jüdischen Oeffentlichkeit habe zu sein: W e i z m a n n, abtreten!" Das Blatt schreibt ferner, daß die zionistische Bewegung nicht geschaffen würde, um aus dem Land Israel das Land I s m a e V zu schaffen. RUNDSCHAU Ein neues Jahr beginnt ♦ ♦ ♦ Ein neues jüdisches Jahr beginnt. Das Jahr 5691. Das 17 Millionen starke Judenvolk der Erde hat wieder ein Galuthjahr hinter sich: ein, schicksalsvolles, an Ereignissen reiches Jahr. ' Die Judenheit der ganzen Welt hat Stunden schwerster Besorgnis durchlitten. Falten tiefster Erschüttertheit haben sich in die Stirn jedes einzelnen jüdischen Menschen eingegraben. Es gab eine blutige Revolte im neuen jüdischen Laad Erez Israel, es gab Mord, Totschlag, Brandstiftung bei (Uns^rgn^ Brüdern in Rumänien, es gab unbeschreibliche Wirtschaftsnot unter den vier:;- Mjlliöjiei|S"Ju-^ Polens, es gab zum erstenmal in Cdei«^ QesbjM^ des amerikanischen Judentums ejn^n vehenien Angriff auf die fundierten jüdischen*: ^dsitioaeji | in den Vereinigten Staaten, was auch das europäische Judentum, ja sogar die Judenlfeit^#fiwi^ Israels im Aufbauwillen zu behindern befähigt war. Nach wie, vor hat —- auch ,im Jahre. 5690. . — , die Judenheit Rußlands ihre Auferstehung nicht begehen können. Im Gegenteil. Die Verfolgungen des jüdischen nationalen Willens und Glaubens haben sich ins Unermeßliche gesteigert. Ein bitteres, schweres Galuthjahr! Ein Jahr auch schwerster zionistischer Krisis. Unsere Leser'wissen um die Ereignisse, die wir ihnen schweren Herzens, um der Wahrheit willen, vermitteln mußten. Sie kennen den S h a w - B e' r i eh t, sie kennen die Sperre einwanderung, sie kennen des englischen Kolonialministers Unterstaatssekretärs Shiels und Schritt uüd Tritt mit ihnen marschierenden Prä si denten der Zionis t i schen We116fgarii der. A r b e. i t e rdie Erklärungen P a s s'f i e 1 d, des des im gleichen s a t i o n> Professor Dr. Gh a j i nt We i zm ann, der das zionistische Ideal, den Herzl-Zionismüs, preisgegeben hat . , ■. ■■<■ -"- _( ' Wir "büßten-aber'' das 'Schicksal anklagen und dem Eatum rettungslos verfallen, wenn wir nicht unseren z i o n i s t i sehe n Glauben hätten, einen Glauben, um den uns Defaitisten und Sehwftßhljnge^beneiden.^.Ein^Glatibe; der sieh wie eh und je bewährt hat: in der gewaltigen ICraftanstBengungs: des; jüdischen - Volkes der '--ganzem Welt JL-iS5er if'-wi ^iJwStt. ' i ' .r» a -"a i ' i\ "I : '«' ''".1 tm$& ld»enk;et |an den Jrroteststurm!) ,und m der Stellungnahme des Völkerbundes zu den palästi- ^nsM^en Ereignissen und der britisch/en ]tyßfytfts?:'. ~"-1'-L ^bezogen aus dieser unversiegbaren' Kfaftin cler ^großartigen; Entfaltung''1..der nej'eh1 iMhen^.jÖe^tg', die sich in diesem ^'Jäb?%;jvf r- 8chielfemliclrvprä's^Wtierthaben. 1 ' ' Das nächst© Jahr, das ist unsere iiiierschütter- |chW Uebe^zeugung; wird sich 'dem notleidenden Indischen Volk anders geben. Das kommende Jahr" wird die in die große jüdische Volksbewegung Angerissenen ^struktjven, Tendenzen radikal |i^|e s 11 e n. Das kommende Jahr wird eine pBue'Äera einleiten, eiiie Aera, die den Namen des: |tidischen Jahres 5 6 9 ,1 tragen wird. S Wir ,sind'.lp%^ngsyolt W i r gl a u b e n. Wir werden unsere Kräfte für die neue Äera einsetzen;: f. '': *" ■' ■ t % '*i,^ä!S.1<s :\<: ■-. >.">''.■<;■ V. - ••-!*. wenn der Onkel mit dem Netten § pndift ♦ ♦ g . }•"•> '■■ ■'•■-■v" *>1 > . . V ff Die. österreichischen Heini wehren haben .eiheni |pcharistokratischen Führer bekommen, den Fürstenj ijjrnst^ R4idiger Starhemberg .aus dem alten Ge* jhleonte des Befreiers Wiens aus deir türkenhot. .Diesem, lingen Aristoksttt^n .wird^ wahrscheinlich mit Recht -| nachgesagt, daß er ein strammer Antisemit, und zwar ein Antisemit Hitlerscher Färbung ist. Dieser Fürst Starhemberg .hat nun? einen Onkel, den Altgrafen Erich Salm, der sich im Judenpunkte sehr wesentlich von seinem Neffen unterscheidet. Altgraf Salm ist nämlich ein entschiedener Gegner des Antisemitismus. Er betrachtet den' politischen Antisemitismus als große Dummheit und ist nun bemüht, seinen Neffen vom schlechten "Wege abzubringen. Er liest ihm' ioj .„Neuen Wiener Journal." gehörig die Leviten und schreibt dort: „Die österreichischen Adeligen sind ganz gewiß nie im Gegensatz zur Arbeiterschaft gestanden und sicher ist die Aristokratie als solche auch nicht antisemitisch. Einzelne Adelige werden vielleicht in die . Gefolgschaft der Apostel des Rassenantisemitismus getreten sein. So sind auch die politischen Wege . des Fürsten Starhemberg gewiß von unvernünftigen politischen Ratgebern bestimmt. Doch man muß. in Betracht ziehen, daß Fürst Starhemberg noch sehr unerfahren und noch sehr jung ist. Falls Ernst Rüdiger Starhemberg_ wirklich in das Horn der R a s $ e n a;n t i s e in i i e n stoßen wollte, müßte ich ihn schon als Onkel daran erinnern, daß es wirkliche Rassenreinheit auch im besten Adel nicht gibt und;nicht geben kann. ' Der regierende Fürst Liechtenstein ist auch mit einer geborenen Jüdin verheiratet. Die Nächstenliebe und Wohltätigkeit der regierenden Fürstin Liechten- - stein k^nnte^vieTen Christen als Beispiel dienen, , Paßfich;^em töimir verehrten angestammten ■ He^isch^ r ha^s e Habsburg Böses hachr e (Ve^ w ollt e, wird wohl niemand behaupten, und doch1 mochte ,ich dätauf hinweisen, daß unter den älteren Habsburger* eine Alliance mit einer jüdi- , schen: Famiiie, übrigens vornehmster Abstammung, vorkommt. Es ist dieselbe jüdische Familie, die auch mit den großen italienischen Fürstengeschlechtern alliiert ist. Diese Tatsachen zu bemänteln oder zu beschönigen, erscheint mir nicht notwendig. Denn niemand hat nachgewiesen, daß diese jüdische Familie nicht anständig war. Und der Ver- ' wandtschaft mit anständigen Menschen, ob sie nun aus dieser oder jener Rasse sind, muß man sich nicht schämen. Ich binstammbaummäßig nicht mit Juden verwandt, wäre aber stolz, wenn mir jemand nachwiese, daß ich von König David oder einem der Apostelabstamme. Warum auch sollte die semitische Rasse denn schlechter als die anderen Rassen sein? Gott hat Sem, den Sohn Noähs, gesegnet, seine Nachkommen sind ' Gesegnete Gottes; wer Anti- (das heißt gegen) Sem ist, VERBAND DEMOKRAT! SC ♦ ♦«»♦♦••«»»♦•••«*•♦»*♦»*«•«*«»«»«»*«♦ ■ Feiertags-Got kÄÄA A Pfff R Z I O H I SYEN f.«,^..«*.; <i * ►<♦♦♦»♦♦♦♦♦♦»< Im Hefzl- und £h,ajös-Saale des Verbandsheimes findet anläßlich der hohen Feiertage -$in '« GOTTESDIENST statt. Karten erhäHIim Vorbandsheime, II« Unt. Auaartenür. 88, täglich von 9 bis 3 Uhr und^abends von 8 bis » Uhr,Tel. A-45-6-34, bonntag von '0 bis l'l und 4 bis 9 Uhr, s<Jwie im Warenhaus Brüder Schilfmonn, II, Taborntr. 4t %