Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 157 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Preis *«* V.b.b. BEZUGSBEDINGUNGEN Oesterreich monatlich S 1^0, imm* mmg MM ■ ■ HÜ BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich vierteljährig S 4.20, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich WM mm II ■ ■ MMn Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.— , Bulgarien monat- Zloty 2.-. vierteljährig Zloty 6.-.. Tschechoslowakei i# .mm If MM mm lieh Lewa 40.-, vierteljährig Lewa 1.20, Italien monatlich Kc. 6.-, vierteljährig Kc 't& -; Jugofei VPf ^mW ■§ monatlich Lire 5.~, vierteljährig Lire 14.- Schwel slawlen monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; .. n . .,« ~ ~ ~ _>*%~~~~. und die übrigen Länder monatlich Schwede Rumänien monatlich Lei 40.- vierteljährig Lei 120.-. HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Francs vierteljahrig Schweizer Francs 4.50 Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: 8-48-504 — Erscheint jeden Freitag Jahrgang 4 Freitag, den 19* September 1930 Nr. 157 Das siegende Hakenkreuz* Nach den deutschen Reichstagswahlen. — Der einzige Vertreter der Juden: ein Renegat. — Oestelreich? Und in Gut die Hälfte der Bevölkerung eines hochziyilisierten Großstaates hat antisemitisch gewählt. Die entschlossenste unter den antisemitischen Parteien, welche ohne jede Umschreibung Totschlag und Vertreibung der Juden auf ihr Programm gesetzt hat, marschiert voran. Sie hat mehr Stimmen erhalten als die in ihrem Judenhaß etwas zurückhaltenderen Parteien zusammen. Sie wird in Hinkunft den Ton angeben, den Ton des Pogroms. Und was das Entscheidende ist: Der ganze Wählernachwuchs, vor allem aber die Jugend der Intelligenz stände, hat hakenkreuzlerisch gewählt! Das bedeutet, daß die nächste Generation der .Fuhrenden im. deutschen Volke, die Richter, Beamten, Lehrer, Wissenschaftler, Publizisten usw., Menschen sein werden, die in der empfänglichsten Zeit ihres Lebens mit antisemitischem Gejste durchtränkt, wurden. Ob die allgemeinpolitischen und sozialen Grundlehren der siegenden Hakenkreuzler sich.; als haltbar erweise« werden, ob Deutschland in seiner allgemeinen Innen- und Außenpolitik durch diese .Lyhren -wird wesentlich beeinflußt werden, ist fraglicji. Sicher aber ist, daß die Haltung der Deutschen zur Jude n f rage durch diesen Sieg auf lange, länge Zeit festgemacht ist. Gesiegt hat und verankert wurde der Gedanke, daß es für s e c h z i g Mi 11 i o n e n Deutsche Hauptaufgabe bleibt, fünfhunderttausend Juden ängstlich zu überwachen, rücksichtslos zu bekämpfen, weil sie die größte Gefahr für das deutsche Volk bilden. Hitlers Außenpolitik und faschistische Innenpolitik dürften bald scheitern, wenn sie sich nicht billiger geben. Seine Judenpolitik wird für lange Zeit bestimmend bleiben. * Was haben die Juden Deutschlands von diesem Wahlresultat zu erwarten? Sie werden in einer Atmosphäre von Haß und Verachtung zu leiben haben. Immer von Angst erfüllt, immer im Zustande der Verteidigung, überall zurückgestoßen. Die jüdische Gesellschaft in Deutschland hat sich einerseits damit begnügt, den Antisemitismus mit hohlen Phrasen zu bekämpfen, ihn als ein Nichts, als eine vorübergehende Verirrung zu charakterisieren, ihn zu — bewitzeln. Anderseits hat sie alles getan, um das ehrliche jüdische Antlitz zu verhüllen, in widriger Geschäftigkeit, die ans Kriecherische und Verächtliche grenzt, deutschnational zu tun. Statt als Juden ruhig und konsequent Recht und Anerkennung zu fordern, haben die führenden Juden mit allen Mitteln danach gestrebt, als Nationaldeutsche gewertet zu werden! Sie, für die die Majorität der deutschen Nation heute nur Haß und Geringschätzung übrig hat, trachten in der aufdringlichsten Weise nach geistiger Führe isch af t im de u tschen Volke. Eine Folge dieser Tendenz des Verhüllens und des 3ich<Anbiederhs ist, cjaß gerade die minderwertigsten Elemente der- Judenschaft in die ersten Reihen gelangen, daß sie, die Meister in der Verleugnung des jüdischen 'Volkstums, und Meister der Wetterwendigkeit, Anpassungsfähigkeit^ und Aufdringlichkeit, dank jüdischen Mitteln und jüdischem .Einfluß zu öffentlicher Geltung gelangen. Die Abfall- und Tauf juden der deutschen demokratischen und sozialistischen Parteien. Eine überaus charakteristische Erscheinung! Vor den Reichstagswahlen hat die deutsche Judenschaft in Angst vor der mächtig aufstrebenden Hakenkreuzlerei den Versuch eines politischen Zusammenschlusses unternommen. Sie hat Wählkomitees gebildet, Geld gesammelt und für gewisse Parteien und Kandidaten gearbeitet. Das einzige Resultat war ein überwältigendes! Der von der Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeltlichen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet. ITeppich haus Judenschaft' gestützte und deshalb von der Deutschen Staatspartei kandidierte Dr. Gustav St o lpe r ist gewählt worden! Wer ist Herr Dr. Stolper? Em getaufter, ein,weggelaufener Jude! Er stammt aoe Czernbwitz. Wenn eejtn Vater seinerzeit nur bis Lemberg gefahren Ware, hätte sich Dr. Stolper taufen lassen und wäre Nationalpole geworden. Wäre der Vater bis Budapest gefahren, hätte sich Dr. Stolper taufen lassen und wäre Magyare geworden. Da aber sein Vater bis Wien gefahren ist, hat sich Dr. Stolper taufen lassen und ist Germane geworden und diesem Manne hat die deutsche Judenschaft zur Führerschaft in Deutschland verhelfen! Ueberläufer, deren sich ein anderes Volk schämt, die es von sich stößt, präsentieren die Juden als ihre Vertreter. Dieses Schauspiel hat das Judentum dem deutschen Volke geboten! Was Wunder, daß man uns nicht liebt, nicht achtet! * " ' ' In einigen Monaten wird das österreichische Judentum vor die'gleiche Frage gestellt sein. Bisher hat die Mehrheit der österreichischen Juden dem gleichen' unseligen Systeme gehuldigt, wie die deutschen Juden, / dem . Systeme, einer offenen,, jüdischen Stellungnahme auszuweichen, dem ""Systeme, sich durch solche Menschen politisch vertreten zu lassen, welche dem Judentume den Rücken gekehrt haben.' Auch in Oesterreich gilt es bei vielen Juden als höchste politische Weisheit, unjüdisch zu tun. Der Ausgang der Wahlen in Deutschland wird hoffentlich belehrend wirken. Der einzige Weg, der zu einer Milderung der Gegeusätze führen kann, ist der Weg der ehrlichen Verständigung von Volk zu Volk, von Gesellschaft zu Gesellschaft. Ein Judentum, das seine Treuesten und Stolzen vorausschickt, wird Erfolg haben. Ein Judentum, das seine Ueberläufer vorausschickt, wird Haß und Verachtung ernten. r. st. Gegen Weizmannu Polen verlangt seinen Rücktritt — Stimmen aus Palästina Für den Judenstaat gegen Weizmanru Das Auftreten des Präsidenten Weizmann auf der des Endzieles des Zionismus und seiner Ideale bedeutete, I g N I, Rotenturmstraße 20 XIII, Linzerstraße 60 Q RA Z Murpasse 5 ORENDI und A.G. WIEN I, Bauernmarkt Nrn. 10, 12, 14 VII, Mariahilferstr. 90 (Ecke Zieglergasse) Zu- Pogromen, zu gesetzgeberischen Maßnahmen, welche die Juden der papierenen Gleichberechtigung berauben, wird es wohl kaum kommen. Aber die Juden in den deutschen Großstädten werden ständig boykottiert, schikaniert und provoziert werden, und das Schicksal der Juden in den kleinen und mittleren Städten, welche schon früher viel leiden hatten, wird schier unerträglich sein. Der deutsche Jude, der dazu verurteilt ist, unter Kleinstädtern und Kleinstaatlern zu leben, wird schwer zu dulden und verzweifelt zu kämpfen haben. ,. ,MJas haben, die Juden Deutschlands getan, um gegen diese unselige Entwicklung anzukämpfen? Die. Juden. Deutschlands sind nicht geistig und nmjteriell; p hilflos wie die Juden der östlichen Pogromländer. Sie sind im Vollbesitz geistiger Waffen. Sie siud wohlhabend. Sie leiten und beeinflussen Hie größten Zeitungen Deutschlands. Sie wirken im'Wirtschaftsleben, in Kunst und Literatur an hervorragenden Stellen mit. Wie haben sie diese großen Mittel im Dienste der jüdischen Sache verwendet? Was haben sie getan, um auf eine ehrliche Verständigung zwischen dem deutschen und dem jüdischen Volke hinzuarbeiten? Nichts! Weniger als nichts! Sie haben alles getan, um die Kluft ii rertiefen. immer an der Spitze durch Leistungsfähigkeit Gediegenheit der Ware Riesenauswahl und Billigkeit OrttBU» lagnr Wltns In Oesterreichischen Bänyai-Knüpfteppiqhen Alle Dessins, alle Größen Pertvrtepplch« sia linhniteprnistui % Eohter Per»•r.Worloooi» '• ■'•per 8 § EohU Pvrser-Brüokon bU; 2 m» . . . fcohte P«r«er.Llufer, bis 3V, m» EpMa Pereep-U^fer, b£57» 'S j Echte Peraertepplofte 'Hertz, Manai' Towghan;- Mein dfffi» zur Größe 800*4(0 Eohf ~ " "-------'-"* per stück S . per Stftct S . . .per Stück S laK'Täbrlz, _„_____,.......__________ . «Ocm p. Stück S MSvjte SmyrnatepBlohe in allen Orößen, per m» ä 4*»"~ Echte CrTlnetSpolohe (Handarbeit) . . .'.per m> S IE- . »brlz, cmp. Stück s aas.— Seltene, antik» Pereerteppl'h« und Sammler für Liebhabar T«l*«t'T«pp!c!t« zu tief reduzierten Preisen! 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K a h a n (Revisionist) . eingebrachter Resolutionen mit Mehrheit angenommen, die besagen: , Der Parteirat drückt sein tiefstes B e d.a u er u darüber aus, daß Dr. Webmann in der Berliner Sitzung des A. C. eine Erklärung abgegeben hat, die als eine Verleugnung des Endzieles des Zionismus gedeutet werden muß. Der Parteirafr steht in dieser Erklärung eine Tenden«, der englischen Regierung weiterhin in einer Weise entgegenzukommen, die zu Balfour>Deklaratiqn uni Mandat in Widerspruch steht.