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Die neue Welt · 1930-09-12 · Heft 156 (12.9.1930) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 156 (12.9.1930)
Date
1930-09-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Hr. 156 DIE NEUE WELT Seif« f Oiw i&n* MM GRÜNAN6£ß<SrtSS£ ÜjyubQJlA* ^cKuIei^fivGründn^ei^ <2/u£ -Tabriltf 5c ^t^^mJjU^ j^wlcjiei'tyrjf en. de ______eßf fceV dWei'käuten HffiÖP «AA£ * S sation (Posten III, 5) darf erst im zweiten Halbjahr zur Auszahlung kommen. Sollten bis dahin die durchschnitt« liehen monatlichen Eingänge nicht die Höhe von Pf. 55.000 erreicht haben, so sind an allen Ausgaben, die es irgend zulassen, entsprechende Kürzungen vorzunehmen. — Auf keinen Fall dürfen neue Schulden aufge« nommen werden. 665.000 englische Pfund sind eine schöne Summe. Aber die Finanzpolitik der Weizmann^Regierung hat es glücklich dahingebracht, daß diese gewaltige Summe zum größten Teile auf u n p r o d u k t i v W Ä ü s g a Ke'n, wie Gehalte^ Spesen, humanitäre Zwecke usw., festgelegt sind und für den Aufbau, für Neukölonisätiön 'lind Stützung der alten Kolonien so gut. wie n i c h t s bleibt. Von den 94.000 Pfund für Kolonisation sind bereits zwei Drittel teils vorkonsumiert, teils als Verwaltungsaus* gaben festgerannt. Das Zusatzbudget für Kolonisation in der Höhe von 120.000 Pfund wird, nach den gestellten Bedingungen, wohl nie zur Auszahlung gelangen. Wie das Budget tatsächlich beschaffen ist, geht daraus hervor, daß der verantwortliche Leiter der Kolonisation Dr. A. R u p p i n mit seiner Demission drohte, da es, wie er erklärte, sinnlos ist, mit einem solchen Budget das Res« sort „Kolonisation" zu leiten. Die Arbeiterparteien wollten zuerst gegen das Budget stimmen, entschlossen sich dann dafür, sich der Abstimmung: zu enthalten. Wir be* halten uns vor, auf das Budget eingehend zurückzu* kommen. z/Aiisdiluß und Anleihe*" Ein aufsehenerregender Artikel der „Neuen Welt". Der in der vorletzten Nummer der „Neuen Welt" erschienene Aufsatz „Anschluß und Anleihe" von Ludwig Bato. hat — wie die Budapester „Zsido Szemle" berichtet — großen Staub aufgewirbelt. Die jüdische Oeflfentlichkeit in Ungarn hat erst durch diesen Artikel trfahren, daß die aus ungarischxjüdischen Assimilanten« juden bestehende Delegation nie h t,. wie vorgegeben wurde, zur Aufnahme von Beziehungen zum ausländischen Judentum nach Paris gereist ist, son* dern vielmehr den Zweck verfolgt hat, auf Befehl des Ministerpräsidenten Bethlen den Weg zur Unterbringung der ungarischen Anjeihe zu ebnen. Unter dem Eindruck des Aufsatzes hat „Zsido Szemle" an Hof rat Samuel Stern, Präsidenten der jüdischen Gemeinde in Budapest, das Ersuchen gerichtet, sich zu dem Inhalt des Aufsatzes In der „Neuen Welt" zu äußern. Hofrat Stern erklärte jedoch, „daß er es vorderhand nicht für notwendig erachte, auf den Artikel zu erwidern. Dafür, was er getan hat, wird er als Jude und als Ungar immer einstehen." Diese Erklärung des Führers der Pariser Delegation ist die beste Bestätigung der gegen ihn und seine Freunde in der „Neuen Welt" erhobenen Beschuldigung, daß sie die jüdische Solidarität mißbrauchen, um d«n Bestrebungen der a n t i» e m i tisch * n Bethlen* Regierung Vorschub zu leisten. Wie die jüdische Presse in der Vorwoche auf Grund einer Meldung aus Budapest berichten konnte, hat Hofrat Stern unter dem Namen „U n g a r i s c h »j ü d i s c h c U n t o n" eine Spitzenorganisatiou. geschaffen, die den Zweck haben soll, die Beziehungen zum Judentum im Auslände zu pflegen und der er bereits über seine Pariser Reise Bericht erstattet hat. Ueber das Ergebnis der Pariser Reise schweigt sich das Kommunique" wohl* weislich aus. 0 Daß es bei der Gründung der „Ungarisch* jüdischen Union" nicht darum geht, das ungarische Judentum wieder in den Kreis des jüdischen Volkes ein* zuschalten, beweist übrigens auch der Umstand, daß die Herren es unterlassen haben, Von den großen jüdi* sehen Ö r g a n i s a t i ö ri e n Uh g a r n s. den Zioni* Stischen Landesverband und den Pro*PaIä* stina*Verband, ja selbst die ihnen nahestehenden Orthodoxen einzuladen Es ist daher klar, daß sie unter sich bleiben wollen. Warum, werden sie wohl schon wissen. Aber auch das Ausland wird von nun an wissen, wie die Mitteilungen über das Wirken der „Ungarisch* jüdischen Union", dieses neuesten Schwindels der jüdi* sehen Assimtlanten, zu werten sind. L. B. Jüdisches Mädcheninllernaf in Paris Am IS. September eröffnet!!! Für junge MHdchen von 14—20 Jahre, herrlich gelegenes Institut' 20 Zimmer, wunderschöner Park, mütterliche Pursorüe Da» jüdische Mildcheninternat „Robinson." in Pari» wird von r-'rau Dr. Jacob Szarvas geleitet, sämtliche europäischen Sprachen werden durch geprüfte Professoren unterrichtet. Verlanget Auskunft und Prospekte. Einziges jüdisches Mädcheninternat in Frankreich! 1! Adresse : Siarva», Vjlja jGenedi$\re) 14 Atfe&ue de Robinson, Rohinten bfttttiei» €*«» Parts ( eine) Aus SowjetruLpi«««* -'■iO;'V ' , ■ * ■■"<!-•"{%•:, ,f . \- V Hochschulen iü* antireligbse Propaganda. „Osservatore Romano", das offizielle Organ ues Vau«;ans, berichtet, daß inWologda in Sowjetrußland' eine eigene Hochschule für ' antireligiöse '■ Propaganda eröffnet wurde. Die Schule besitzt drei F a k u 11 ä. t e nf die der Ausbildung antireligiöser Propagandisten, für die drei Hauptkonfessionen, J u d e ntum, Griechisch-Orthodoxe Kirche und Römisch - Katholische Kirche, gewidmet sind. Die Hochschule verleiht akademische Grade. Ein „Monat für antireligiösen Kulturvormarsch" proklamiert. Eine vom Zentralkomitee der kommunistischen Partei der Ukraine einberufene Konferenz der sozialen und kulturellen Organisationen fällte den BescWuß, die Zeit vom 15. September bis J5. Oktober, in die die hohen jüdischen Feiertage Rosch-Haschannh, Jom-Kippur und das Sukkoth«Feat fallen, als einen „Monat für antireligiösen Kulturvoim a v s c h" zu proklamieren. Ziel dieser Aktion ist es, einerseits die „bourgeoisen Frömmler zu demaskieren", anderseits eine Propaganda für die „konkreten A u f g a b e u der Kulturrevolution' durchzufühlen. Unter den jüdischeu Arbeitern, Bauern, Händlern und Angestellten soll kräftig dafür agitiert werden, daß sie an den hohen jüdischen Feiertagen die Synagogen meiden und ihr Tagewerk verrichten. Unaufhörlicher Steuerdruck in den jüdischen Kleinstädten. Die in Minsk erscheinende jiddische kommunistische Zeitung „O k t i a b r" bringt weitere Tatsachen über die steuerliche Bedrückung der ärmsten jüdischen Bevölkerung in den Kleinstädten. In dem Städtchen Schurowitsch wurde ein TOjähriger Kleinhändler, der verkrüppelt ist und nicht einmal genug verdient, uim sich satte&sen zu können, mit 70 Rubel besteuert; ein armer Schmied, dessen ganzer Besatz sein Hammer und sein Amboß sind, wurde mit 120 Rubel, der Pächter eines Obstgartens, der insgesamt 270 Rubel Pacht zahlt, Wurde mit 1000 Rubel besteuert. Ein ner Schuster, bei dem man etwas altes Leder ge* funden hat, mußte 400 Rubel Strafe zahlen. Ein 70jähriger Jude wurde seines Wahlrechtes für verlustig erklärt, weil sein vor mehreren Jahrzehnten verstorbener Vater Gutspächter war. Einstige Pogromführer erschossen. Das Sowjetgericht in Kiew hat zwei Banditenführer, Donzow und Schwejko, zum Tode durch Erschießen verurteilt; das Urteil wurde bereits vollzogen. Während der Gerichtsverhandlung wurde festgestellt, daß die beiden Banditen in der Zeit der ukrainischen Pogrome Unterführer des Atamans Kliraenko waren und als solche die jüdische Bevölkerung ganzer Städte ausgerottet hatten. Allein in Uman haben die Banden Donzows und Schwejko» 3000 jüdische Seelen umgebracht. Nach dem Zusammenbruch der Petljura-Macht gelang es den beiden Banditen, einflußreiche Stellen unter der Sowjetmacht zu erhalten. Donzow hat als hoher Beamter im Landwirtschaftskommissariat der Ukraine dem jüdischen Kolonisationswerk immer mehr Hindernisse in den Weg gelegt; Schwejko hat in der Epoche der „Reinige u n g" des Sowjetapparates für die Entlassung hauptsächlich jüdischer Angestellter gewirkt. Schließlich wurden Donzow und Schwejko wegen Amtsmißbrauchs vor Gericht gestellt und während der Untersuchung wurde ihre Vergangenheit als Pogromführer enthüllt. Die sozialökonomische Struktur der jüdischen Bevölkerung. Eine Gruppe jüdischer Studenten der Moskauer „West"-Universität hat in 45 Städten der Ukraine, W e i ß r u ß 1 a n d s und des westlichen Zentralrußland eine Enquete über die sozialwirtschaftliche Lage der jüdischen Bevölkerung veranstaltet. Erfaßt plMpillUUUlM^ Jüdisch® Eltern! Kauft Schulbücher für Eilte Kinder nur in der judUchen Buchhandlung Hermann TllCllf36l* Qr!*fta4t«Mt«. 7 [ <!<!<e Taborsuaöe52) Tel. R-41-4 2Ü Lehrbücher für alte Lehranstalten in den richtigen 1 Auflagen ~- auch antiquarisch - zu sehr mäßigen Presen. Verzeichnisse kostenlosl ^N'llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllW

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