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Die neue Welt · 1930-07-25 · Heft 149 (25.7.1930) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 149 (25.7.1930)
Date
1930-07-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 110 Dffi Nlim WEtt Seite T Haben, und ich selbst kannte persönlich »inen von innen, Senor Bauer, der Mitglied de» spanischen Parlaments geworden ist. Ich persönlich, sagte der Heratog Alba, bin der Meinung, daß die Vertreibung der Juden aus Spanien ein Fehler war. Aber die Juden sind nicht das einzige Volk, das au jener Zeit aus Spanien vertrieben worden ist. Auch die Mauren sind damals vertrieben worden, obwohl diese Massnahme auf sehr starke Gegnerschaft stieß. Juden und Mauren waren beide fleißige Bevölkerungsdichten, und so wie difc Großgrundbesitzer in den Mauren eine sehr nützliche Schicht von landwirtschaftlichen Pächtern fanden, so wußten auch die maßgebenden Handelskreise den Wert der Juden einzuschätzen undl sie machten die grüßten Anstrengungen, um den Beschluß der Jnquiti'' tion an mildern. Die Inquisition war keineswegs, wie weithin angenommen wird, das Instrument der katholischen Kirche, die mit deren Grausamkeit durchaus nicht immer einverataden war. Die spanische Inquisition war eine Einrichtung des «panischen königlichen Regimes zur Herstellung der religiösen Einheit im Lande, weil man damals annahm, daß es ohne religiöse Einheit keine Einheit der Bevölkerung und keine Autorität der Krone gäbe. Gegen eine starke Opposition setzten Ferdinand und Isabel)« ihren Willen durch und Juden und Mauren wurden ans Spanien vertrieben. Das sind aber alles Fragen einer längst vergangenen Geschichte, die jetzt neu aufzurühren nichts Gutes bewirken würde. Die Loyalität der Sopbardu». — Keine Aussicht fttr Massenrücjkwonderimg. Herzog Alba ging dann auf Fragen der Gagen* wart ein und sagte» Die spanische Regierung kennt die noch heute anhaltende Loyalität und innere Neigung für Spanien und die spanische Sprache bei Hundert teufenden von Abkömmlingen spanischer Juden in nlchtspanischen Uinderu« Die spanische Regierung hat et schon vor Jahren unternommen^ enge und re8e kttltnrelle Beziehungen mit diesen Sephardim in verschiedenen Teilen der Welt aufzunehmen, und trägt zur Unterhaltung ihrer Erziehungsinätitutionen, besonders in Marokko« bei. Wir wissen, wie diese Joden über die spanische Periode der jüdischen Kultur denken, die in Wahrheit ein ruhmvolles Blatt in der Geschichte füllt. Es gibt noch eine große Anzahl von Juden in Marokko, s. B. in Telnan, die noch immer spanische Staatsbürger sind, und in einer gewissen Zahl kommen auch Juden ans Marokko nach Spanien und siedeln sich dort an- Die Zahl ist nicht sehr groß, das hat eher seinen Grund darin, daß Spanien ein arme* Land ist und daß es für einwandernde Juden daher keine großen Möglichkeiten bietet. Das bringt uns zu> der Frag«, ob eine große Rück- Wanderung spanischer Juden nach Spanien wahrscheinlich ist. In Spanien gibt «* Arbeitslosigkeit» nattirlidi nicht in einem solchen Ausmaß wie hier in England, Spanien tat ein industriell nicht «a hoch entwickelte* lind wie England, aber die Einwanderung in ein Land muß sich immer nach den ökonomischen Bedürfnissen des Landes und seiner Absorptionsfähigkeit richten. Ich glaube nicht, daß die pfötaM« Ankunft von hunderttausend sepbardUehen Juden auf einer Arche Noah in England durch die Bevölkerung geradezu begrüßt werden würde» und in Spanien liegen die Dinge in dieser Hinsicht nicht anders als in irgend einem anderen Lande. Insoweit es Jedoch wirtschaftliche Möglichkeiten im Lande gibt, sind die Juden als Einwanderer in Spanien ebenso willkommen wie irgendwer sonst und können einer sehr liberalen Behandlung gemäß den Gesetzen des Landes sicher sein. Die Frage einer Rückwander iingdersephardischen Juden nach Spanien ist in weitem Umfang von ökonomischen und anderen Erwägungen delikater Natur abhängig, und es scheint, was immer in Zukunft geschehen mag, für eine Masseneinwanderung nach Spanien geringe Auasichten?u geben. Das Problem ist allerdings eines von vielen, die jetzt Gegenstand der Untersuchung durch die spanische Regierung sind. Die bolsdieuislisdie Gefahr, f England und Palästina Wni 4ef Yati|t«n gern fcftri, - <lo!«JruM jn tlle Taschen der arabischen Notabeln. - Phantasie* eine« britische« OenefaVf* — Kommuiiislenfang und GroBmufli. Wir haben während der Augustunruhen von Provoka» teuren gehört, die mit den arabischen Mordgeaellen in Seit den Augustunruhen des Jahres 1999 ist Pa* lästina wiederum das Objekt konstanter Aufmerksamkeit der Weltpresse geworden. Man muß es begreiflich finden? daß hier divergierende Einflüsse und die extremsten Interessen auf die Beleuchtung der Kräfte abfärben, die hinter den Ereignissen wirksam sind. Und man weiß, daß. seitens der zionistenfeindllchen Kreise aller Schattie« Hingen die hirnrissigsten Motive zur Begründung und Rechtfertigung sowohl der arabischen Mordbrennereien wie des jude.nf etndljehen, manda.t3widrlgen Kurses der englischen Re#lerUng bfrvprgebolt werden. Wieder ein« mal wiederholt sich d^S hysterische Lügenspiel des euro* päiSQhen Antisemitismus, <Jer in gerissener Schlau» heb) das Gegensätzlichste zusammenkoppelt. So sind die. Juden bekanntlich nach diesem; Rezept ausbeute« rlsehe Kapitalisten und eigentumsfein d« liehe Umstürzler, blindwütige jReligionsfanatiker und hQhnlftehe]nde Atheisten, mittelalterliche Tradition!» bewapher und Entwur?ler jeder Moral, Nun sind auoh die jüdischen Palä«tjna.«Bestrebun&en in das Feuer dieser Argumentation geraten. Während einerseits das Schlagwort vom nationalen Chauvinismus, der in Palästina die Araber unterdrücken, und kn«ht«n will, ihnen den Soden raubt, um m «ug dem J*ande zu verdrängen, in die Welt gesetzt wurde, und die Juden in solcher Beleuchtung als Avantgarde des britischen Im* perialifimus gelten, stellt man sie ebenso gern als Vortrupp des Moskauer Spwjetkommunismua hin, der das britische Reich unterminieren, den Orient in Flammen setzen und die Weltrevoiution inszenieren will. Wie überall gibt es auch in Palästina eine kam* munistische Organisation. Wie man weiß, handelt es sieh hier um ein Grüppcben von Marodeuren, denen die jüdische Arbeiterschaft Palästinas mit Abscheu ausweicht. Diese Tatsache hindert gewisse Sprachorgane nicht, von Fall zu Fall* wenn gerade einer der wenigen palästin§nsU sehen Kommunisten verhaftet wird, über die gefährliche bolechewistisch«jüdiiche Agitation Lärm zu schlagen. Die Wiener „Relehspost", da« österreichisch« Organ des Vatikans, das bis vor kur«em noch in ihrer antialonistUeheh Betätigung vom imperialistisch orientier« ten Chauvinismus der Juden gefaselt hat, versucht nun, das Schreckgespenst des Bolschewismus an die Wand au malen. Sie läßt eich die frechsten und dümmsten Lügen •von ihrem Jerusalemer Korrespondenten berichten. So soll diesem Berichterstatter ein Konsul erklärt haben, daß, wenn alle Kommunisten aus Palästina ausgetrieben würden, der Zionismus augrunde gehen müßte. Ohne Zweifel bedeutet die aowjetistische Welt» >aganda auch für Palästina eine Gefahr, allerdings in dem Sinne, daß sie sieh mit den judenhetzerischen, natioiutli>ui.>.;h>'ii arabischen Kreisen zuweilen verbindet ptetem, Kpntakt gestanden sind. Wir haben ferner VQn jener mysteriösen Liste gehört, die kein gc« ringerer Name geziert hat, als der des Haupthetzers, des Großmufti von Jerusalem. E.5 ist kein Geheimnis, daß mancher arabische Re* dakteur sein Blatt mir mit Moskauer Qqldruheln halte« kann. . Ebensogut weiß, man aus den Geständnissen des gewesenen russischen Legatipnsrates. Bessedowsky von, Moskaus Hapd in der vorderasiatischen Politik. Schern vor einigen Jahren, sp wird jetzt bekannt, haben die Bolschewiken in den arabischen Ländern und in Pa* lästina Unruhen zu erzeugen versucht. Neben den Machen* Schäften im Yemen und im Hedschas hat ein« sowjetiatisch* Kommission mit dem Bolschewiken Qstochow an der 8pit«* auch mit den Scheichs yq» Tiansjardanien Konferenzen gebäht \m,d ihnen aiöer . de* laufenden Subventipn «inen Betrag von 39,900, Dollar bewilligt. Im Yemen empfing Ostöchow auch die Vertreter der palästinensischen Kommunisten und erteilte ihnen Instruktionen für den Kampf gegen den Zionismus.! Paß die Bolschewiken den Zionismus als einen Hemmschuh für ihre Propaganda in Vorder* agiert ansehen, beweist ihr erbarmungsloses Wüten gegen jede zionistische Regung in Sowjetrußland selbst. Syste* matisch wird mit allen Mitteln der Provokation jeder Hauch zionistischen Willens aufgespürt. Die Verhaftungen hunderte/ Zionlgten, deren Folterung in den Katakomben der G. p. U., Verurteilung zu langjährigen Kerkerstrafen mit nachfolgender Verschickung in die 'ostasiatischen Sümpfe sind an der Tagesordnung. Die, Verbindung der palästinensisehep Araber mit den Bolschewiken bei antijüdischen Aktionen ist evident, Nicht nur eine der zahlreichen arabischen Deklarationen, die sieh gegen das jüdische Nationalheim richten, läßt die Struktur moskowltischer Emissäre er* kennen, wenn auch zugegeben sein mag, daß auch, häufiger als man annimmt, militante vatikanische Kleriker hier ihre Hand im Spiel haben. Wie paradox es auch scheint, im Kampf gegen die Befreiung des jUdisehen Volkes sind der rote Nuntius Qatocnow aus Moskau und der schwarze Kommissar Barlassina aus dsm VaUkgn — Qenoosen. Nicht weniger sonderbar scheint uns die Haltung der britischen Mandatarmacht, Es ist nicht anzunehmen, daß die englische Administration nicht genau Informiert wäre über ajle die von uns berührten Zusammenhang!» Die englischen Verwaltungsbehörden wissen genau, mit welch unerhörten Schwierigkeiten es den Zionismen sei lingt, einige wenige Chalusim aus der russischen Holl« meh Palästina zu retten j sie wissen ebenso genau, w«iche jisjumsemsssummm ^o-. Ihr itf «nlMlm bauen Sie am besten durch die nsssmisiM«sssMsns>»% ,OBW ■BBMHHMBHBKOOSSBPXSn Oestentlchlsche Bauu. Sledlungagemeinschaft Mit zm«0nlo«ent vuen Kauf u Ablöse von Zlnshypö- Or*"" '-----~ - - ■ r. Q. m, b, H., Qraz, Oelde. Auch Kauf u . . „ Ute**«. OrUSt« sinaenlos» Baitapargenaswnaebaft 0*8t«rr«ich». HatatBeseMftssleli«s WKn.l, «fnjaw« i/i. Datiungen, Zeitschrift untf Proapekie gegen 9 1.50 In Briefmarken Erbitterung im jüdischen Jischmv ob der Lage der Juden in Sowjetrußland herrscht; nicht minder bekannt ist ihnen das Ziel des Zionismus als der Verwirklichung de? jüdischen Nationalgedankens, der im striktesten Gegen»*.*» z«, bolschewistischen Tenden* zen steht. Nichtsdestowenigeroperieren auch weite englische Kreise, nicht zuht/.t Teile der Paläitlna*Adminlstration, mit dem Argument des „jüdischen Bolschewismus". Auch für sie sind die Juden einmal Ausbeuter d. r arabischen Petachenklasse und dann wieder kommunlsti* sehe Revolutionäre, Man raunt sich in der WoHpros^o zu, daß der antijüdiache Kurs, den die britische. Politik bo* sonders in , jüngster Zeit so scharf betätig. uf die Empfehlungen eines in Aegypten wirkenden b'r ft'« sehen Generals zurückzuführen ist> , der im Ff\)|o eines Zusammenstoßes mit Rußland In Varderasi^n' dci" Furcht Ausdruck gegeben habe, die Juden Palk:;tlniis könnten sich auf Seite Rußlands schlagen, da sie in ihrer Mehrzahl aus den osteuropäischen Ländern käui<.11. Wir wissen nicht, wieweit diese vqn der Weltpresse, besonders von de,r deutschen, hartnäckig auirecht* erhaltenen Gerüchte bezüglich der englischen Furcht Vor dem jüdischen Bolschewismus irgend eine Grundlage haben. Jedenfalls sind wir davon überzeugt, daß auch dieses Argument als bewußt .heuchlerische Waffe, gegen uns verwendet wird. Die palästinensische Administration betreibt letztens sehr eifrig Kpmmunistenfang. Wenn s,ie da. imd dort einige kommunistische Bürschchen aushebt, setzt sie in heller Schadenfreude durch ihre Korrespondenzbüros alarmierende Nachrichten in die Welt — Von dunklen Jüdischen Verschwörungen. So erzählt sie, jüngst von der Festnahme eines aus Deutschland stammenden Juden Ascher Landau, bei dem — sage und schreibe — „9P.9Q Flugblätter aufrühreris,chen Inhalt^ jn ara&§oh,er. hebräischer und jüdisoher Sprache" gefundeu werden geien t : I^fichter zu finden wäre der Großmufti von Jerusalem gewesen, die arabische nationalistische Exekutive und die diese täglich umgebenden sowjetistigehen Berater mit ihren Goldrubeln! Wie in a.Uen politischen Angelegenheiteft des ZJo? nismus hat die pffiz. ielle. zipnistigehe, Poli^jV auch in diesem Fall nichts dazu getan, die p(fen^Hc^e, Meinung der Weit auf dies.es ^nterkqlissentreibe^ a.Uf* merksain zu machen, der Welt z,u zeigen^ daP eine Ar*. issaMise>essseeisseseMesssaaBfsse<w»s»tses^Bi|sssiis^sa^ W8cMi0Q NetBQrs^heinwng \ 1) in Mnsei^m Vorlage ers,Qhejnt soeben (F«Sjl||ebat« iqr d|« hoh«n Feiertage) mit vollständigem, ungekürztem Text, mit einer neuen Üebersetzung von Prof. pr. Jafeob Bronn er, Wien Diese neue Üebersetzung zeichnet sich vor allen anderen, bisher vorhandenen durch ihren modernen Stil Und Uns Klarheit aus. per Name des Ueber§etzers, httrgt für deren Zuveri8§#eit und, Gründlichkeit, Sowohl der he.brftische als auch der deutsche Text (Lateinschrift) ist in klarer, schöner Type auf vorzüglichem holzfreien Papier gedruckt und sorgfältigst korrigiert. 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