Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 146 (4.7.1930)
- Date
- 1930-07-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 146 DIE NEUE WELT Seite f •ingestellt Ist. Dieser Zustand muß sowohl *om polltii sehen als auch menschlichen Standpunkte aus als unhalt* bar und mit der Reinheit der Bewegung als unvereinbar angesehen werden. Er hat bei den letzten paflameritari* sehen Wahlen im Jahre 1927 dazu geführt, daß die von der Organisation aufgestellte Kandidatenliste von Mit«, gliedern der Organisation bekämpft und verraten wurde. Damals hat die innere Krise in voller Stiirke ein* gesetzt und die österreichische Organisation an den Rand des Abgrundes gedrängt. Die demokratischen Zionisten fordern Klärung und sind nicht gewillt, sich politische Weisungen von Personen erteilen «u lassen, welche ande« ren politischen Parteien verpflichtet sind. Sie fordern auch Klärung in den Fragen der zionistischen Gerneindepolittk und strenge Einhaltung des zionistischen Kultusgemeinde* programmes, Welches die Schaffung der jüdischen Volks» gemeinde zum Ziele hat. Des weiteren fordern die demokratischen Zionisten ein Wahlrecht innerhalb der . Zionistischen Organisation, welches ihren demokratischen Charakter verbürgt und allen Zionisten das gleiche. Wahlrecht gibt. Heute bestehen „Söndervertretungen" von etwa zwanzig Be« zirkesektionen, welchen nur allgemeine;Zionismen ange» höron, wodurch die allgemeinen Zionisten doppelt und mehrfaches Wahlrecht gegenüber den Demokraten, Revi» sionisten und der Hitaohduth haben. Auf diese Weise erhielten auf diesem Parteitage die 31 gewählten allgemeinen Zionisten weitere 15 Mandate zugezählt, die 18 gewählten Demokraten aber nur eines. Die Gruppe der Hitachduth brachte demgemäß den Antrag ein, die Zionistische Organisation Oester* reichs für unpolitisch zu erklären, das heißt, daß die Zionistische Organisation sich der politischen Betätigung in Oesterreich enthält, den Mitgliedern ihre politische Stellung freiläßt und nur mehr Fragen der Fonde, der Kulturarbeit und Chaluziut in ahren Tätigkeitsbereich ein* bezieht, Die Majorität, des Delegiertentages, die Gruppe der allgemeinen Zionisten, konnte sich nicht dazu ent* schließen, im Sinne einer dieser Anträge Klärung zu schaffen. Jhr Sprecher, Pr. Desider Friedmann, mußte wohl restlos zugeben, daß der derzeitige Zustand nicht haltbar sei. Er gab aber der Ansicht Ausdruck, man könne, die Lösung nicht „überstürzen" und beantragte, die Ent* Scheidung einem in zwei bis drei Monaten einzuberufen* den außerordentlichen Pelcgiertentage zu überlassen, Jn diesem Sinne entschied dann auch der Pelegiertentag. Die Abschaffung des Wahiunrech/tes der Sondervertreter" lehnte die Majorität gleichfalls mit 43 gegen Stimmen ab, Sie bequemte sich lediglich dazu, die■;!äon4eiy^r<:r,??»ng'V auf. ,jene, Bezjrksorgai|i§s? tionen zu beschränken, welche mindestens, 70 .Mitglieder zählen. Pas heißt s Siebzig allgemeine Zionisten bekommen ein &usAtzma^dat, elfhundert demokratische Zionisten, vierhundertfünfzig Revisionisten und dreihundertfünfzig Hitachduth euch nur je eines, Und das nennt man Wahl? recht einer demokratischen Organisation, ( Pen Pelegiertentag hat also dje , Krise nicht gelöst, sondern nur verschleppt, Demokratische. Monisten und Revisionisten lehnten unter diesen Umständen die Teil* nähme an der Leitung ab» * In Fragen der Entwicklung, in PaJäjJtina und 4er Zustände in der gionistisphe» Weltorganisatton legen Re* Solutionen der £ionisten?Revis»qnisten uj*d demokrati? sehen Zjonisteji yor. Einstimmig wurden .Resolutionen an« genommen, in welchen gegen den Wprtbruch der englische.« Arbeiterregierung protestiert und die Einberufung des ^ionjstenkongresses gefordert wird. Rine yon den ZionistemRevisionistep eingebrachte und von den Demokraten unterstützte M i ß t r a u e.n 8 r e s o 1 u« tion gegen die teitung der Weltorganisatipn blieb bei der Abstimmung in der Minderheit, ebenso ein Antrag auf Entfernung "des Rektors Magues' von der Leitung der Universität jn Jerusalem. Angenommen wurden Anträge, den Tel«Chei*Fond und den palästinensl* sehen Arbeiterfond m unterstützen/ Mit großer Mehrheit wurde in namentlicher Abstimmung eine Resolution angenommen, welche das den Z r o n i s m M s s e h ä 0> gen de Treib en des Brith Seh&lom verurteilt. Bei dieser Abstimmung ergab «ich, daß sich unter den sechs Delegierten, Welche die Verurteilung des BrJth Schalem ablehnten, *wei Herren befanden nümlich Di« rektor Pr, Viktor Kellner und Prof, Dr. w; Stein, die den die Tätigkeit des Brith Sehalom ausdrücklich verurteilenden Wahlaufruf der allgemeinen Zionisten seinerzeit mitgefertigt hatten. Die Haltung der beiden Herren erregte Verwunderung. * Die WaM der Leitung e,rg»b folgendes Resultat; Präsident des Landeskomitees: Dr. Oskar Grün bäum, LAURANA äbbazIa Orthod« kofchv Pendon WEISS n«u «rAffnat Erstklassige Küche Mftßice Preise Auf Wunsch Proipttkr« Mitgliedert Dr. Jak. Ehrlich, Dri Des. Friedmann, Direktor Epstein, Dr. I. Löwenherz, Dr. J. Finkelstein, Frau Paß* weg, Dr. I. H. Körner, Dr. MV Steinberg, Silberhera. Fer« nef ist die Berufung je eines" Vertreters der Studenten« schaft und der Jugend in Aussicht genommen. Demo» kraten und Revisionisten enthielten sich bei der Wahl der Abstimmung. Ein Antrag, der abtretenden Leitung das Absolutorium zu erteilen, wurde seitens der Majorität, welche diese Leitung eingesetzt hatte, nicht gestellt. Ein Vorgang, der auch bei der Opposition als ungewöhnlich empfunden wurde. Politisches Vertrauen hat die abtfft» tende Leitung der Opposition nicht einflößen können, aber sie hat sich, vor allem ihr Finanzreferent, immerhin um die Abstellung einer heillosen, die Organisation schwer schädigenden Finan^wjrtschüft erfolgreich bemüht David Kaufmann, amerikanischer Gesandter 1a Siam. l -. Washington, 26, Juni, Der Senat bestätigte dlp Ernennung des hervoragejulen jüdischen Advokaten David K a uf m a n n zum amerikanischen Gesandten in Siam. Kaufmann hat als üinenkquiseher Gesandter in Bolivien den Ausgleich iin Konflikt zwischen den ettdr ameriknliis^en Republiken Chile und Peru zustande gebracht. Kommandeur Angelp 9ciindifi|^> der Generaldirektor der Mailänder $calä gestorben. Rom, 26. Juni. In Mailand ptarb Kommandeur Angelo S c a n d i a n i, der Über Italien hinaus bekannte Generaldirektor der berühmten Mailänder Scale. Scandiani, Sohn einer angesehenen jüdischen Familie Venedigs, wurde 1872 geboren lind bildete sich zum Elektro-Ingenieur aus. Seine leideiiechaf fliehe Musikliebe und sein wunderschöner Bariton führten ihn aber dem Theater zu. Nachdem er sich in Italien und der übrigen Welt einen großen Namen als Süntfßr erworben hatte, übernahm er 1920 die Leitung dör Mailänder Scala. die er neu organisierte und «u neuem Ruhm führte? H...........♦M"MMMMMM>MMHM«MMMM>H«M; ' pinsig« orfhotox« -^pj Restauration Stern Bad Tatzmannsdorf Erstklassige Ktichf Aufmerksame •Bedienung Bürgerliche Prejse MenÜsysiem tH*mt. f>MM«>OMMi»MMMMMMM»MMMM<MOMM Per Vprsitüpn^e der LpniQgrader Gemeinde iu 4?eJ,jHliFiger Tfirfean^niig . vorurteilf* Moskau, 22. Juni. (J, T. A.) Per vor einiger?eit zusammen mit den übrigen Mitgliedern des "Vorstand68 der jüdischen Gemeinde wegen Veranstaltung angeblich unerlaubter Sammlungen zugunsten der Synagoge verhaftete Präsiden* der Gemeinde von Leningrad, tfer berühmte Advokat ^eon Cur«witsch, ist zu dreijähriger Verban-, n u n g nach dem Amurgebiet verurteilt worden. Er wird noch ii» Verlauf dfesep Woche die Reise, j\&c\\ dem Amurgebiet antreten. Gurewitseh ist eine dtfr prominentesten jüdischen Persönlichkeiten . in der Sowjetunion, die in der sozialen Fürsorge und in der Gemeindearbeit tütig sind? 1 Aber der König ist über* rasditl Zur antisemitischen Bewegung Jn RumHnlen. Anläßlich, der Thronbesteigung König Karpi H. fand beim Monarchen Pin Empfang der ausländischen Jour* nalisten statt. Einer der Pressevertreter fragte cjen König, wie er sieh zur antisemitischen Bewegung in Rumänien stelle, Der König sagte, er sei von dieser Pregeüber» rsschtl Seiner Ueberaeugung nach sei sein Volk das gutmütigst« der Welt, die gelegentlichen Kundgebun* gen gegen die Juden, von unreifen Jungen veranstaltet, tragen ganz harmlosen Charakter und die Regit; rung tue alles, um jede antisemitische Ausschreitung sofort und pünktlich zu unterdrücken. Die folgende .Meldung ist geeignet, die Ueberrasebung des Königs« die Gutmütigkeit seines Volkes, die Harmlosigkeit. «einer Antisemiten und den guten Willen dar Regierung ins richtige Lieht zu stellen. < .... Bielce-Balti unter dem Terror der Cuzisten. — Die Behörden dulden qder begünstigen den TerrQ*. . Bukarest, 2g. Juni. Seit Wochen steht die beesavabi* sehe Stadt Balti unter dem furchtbaren Terror einer Bande Gunsten. Gegenüber allen. Beschwerden hatte die Regie? rung nur ein«. Erklärung; „E,s wurden M»i5n^hme,n ergriff«n, es herrscht voHkommens Ruh©."' Vor einigen Tagen lud der Ünterst^taiekretür Im innen» ministerjgm Anghß'escu die Vertreter d«r hiuptttädti« sehen Fresse m «ich «In und hielt ihnen vor, daß sie die Vorgänge in Balti fanatisch übertreiben; in Bfriti habe sich nichts ereignet, als daß ein Cuzist Von den Jytfen proyoJiiert wwrde, Am gleichen Nachmittag noch stellte sich Herrn i t~ m f=\ Nach ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfern 4* rfnrnii" tfaawwviiiai tfi ■undffflhr1e)fi I« Mltt«liiie)«r Genua — Neapel — Sizilien — Aegypten — Palästina »irrten «• Zypern — Konstantiaopel Athen — Neapel r Mnrwiil? — ywnu« . zu besonders ermäßigten Preisen im . „ Auskunft»» .atmitVI» KiU^lnjfrtnf Wg' taäkM (6eke Schwantribergplitz) Teiephon U-45009 Anghelsseu ein« Abordnung vor, der die Deputierten Leank«, Mata und Hof (mann, d«r Senator Paschku, der Bürgermeister Pirpgan, Pr. Kaluk u. a. m., in fler Mehr* z«hl ^ichtjuden, ^ngeh^rten, und überreichte ihm ein Memorandum, das den Titel trägt: „Was in BalM vorgeht" und das besagt: in Balti haben die Einwohner aller Bekenntnisse stets in bester Harmonie miteinander gelebt. Heute darf eine cuzjstische Huligangruppe unter stillschweigen« der Duldung der Behörden schwere Unruhen prpvpzjeren. Sie schlagen jüdischen Bürgeln die Kppfe ein, überfallen Passanten auf den Straßen Und in öffentlichen Parten, dies unter den. Augen der Behörden und in nächster Nähe der Staatsanwaltschaft. Sie genießen Immunität. Wenn eine Behörde einschreitet, geschieht es nur, wenn ein angegriffener Jude es wagt, sieh zu verteidigen, wpbei der geschlagene «nd v er* höhnte Jude' ■verhe-ftet-wir& Prpfesppren betätigen siph als Anführer der Bande, Im Vpiksgarten» der sich kaum 15 Meter yon der Staatsanwaltschaft und 2Q Meter von der Polipeipräfektur entfernt befindet, wer* den Juden — auch Frauen, Greise und K'flder —ypn Schülern des Lyzeums „Ion Creanga" und der LehrerbiJdungsanstajlt attackiert, blutig geschlagen und oft durch Messerstiche verletzt, Anführer dieser Attacken ist der gewesene russische Polizeiaßent Np? wipk? und die Professoren Lucretisnu und State Ypm Creanga»Ly2eum- Diese Professoren hetzen gegen die Juden innerhalb und außerhalb der Sehnte. Jüdisehe Schiiler dieser Anstalt werden yerfoigt, Professor State führt vom Katheder aus Hu|.jgah*prQpa* ganda- P^sp Tatsachen sind allgemein bekannt, aber weder der Direktor des Cfymn^siHms noph spnst e?n ypu gesetzter haben bisher eingegriffen- Nicht' einmal im zaristischen ßufllana\ hat die öffentliche Moral geduldet, daß offizielle Per§önl?chMten an derartigen Dingen öffentlich teilnahmen. . Die Angriffe gegen die Juden hören gar nicht auf. Am 16. Juni Vorabend hat eine Bande von etwa 00 Cuzisten eine ganze von Juden bewohnte Gajse Ver« wüstet, sämtliche, Scheiben wurden eihgescbl&g,enf aapl* reiche Juden wur-den fürchterlich verprügelt, friedliche Mensohen,. die sich nicht rechtzeitig in.Sicherheit bringen konnten, wurden gräßlich mißhandelt, Keine Behörde s c b r 111 e i h, ferst als einige verzweifelte Juden sich z u r Wehr setzten, ersshien der Herr 0 b c r s t a a t s a n* walt mit einigen^pmmiss&rei\ und^pli^isten, dije.anf die Juden } p s schlüge n, s|e beleidigten und vpr sich berjagten> So hat die Behörde, die cui;istische Attacke iortgesetzt» > ■ . Pie Delegation, legte dem MinisFeiwm. eine vpp vielen Pinwohnern aus 8alti untersehriebene ,Erklörun^ vor, jn der sie bezeugen, sie haben selbst gesehent Wie der Chef der lokalen Staatsanwaltschaft, der Oberstaats? anwalt des Tribufnal« Balti, persönlich auf Juden mit cjer Reitpeitsche eingehaue» hatte. Dieser Oberstaatsanwalt stattete, nm die cu^istjschen Angreifer «u ermutigen, dem Chef der Cuzisten einen Besuch ab und unterhielt sieh mit ihm sehr freund' «chait)ich> Die;Qu?ii^en s*hen in diesem ßeauch «ine Woclifen-Kitleiider jmr 1^0 1W m , Turnus 4 Freitag g-n ßabbatelnaang 7,4Q **** 1 Samstag §sbl?atau8gan|| 8.48 ryhfn n m 'rrm\ &pn * #onnta$r f r Mbntif li^m i Ditn»^ 11^ u Donnerstag .14^ f: