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Die neue Welt · 1930-06-06 · Heft 142 (6.6.1930) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 142 (6.6.1930)
Date
1930-06-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Ite DIE NEUE WELT Nr. 142 WIEN VI*., KAISERSTRASSE 123 »X, ALSERSTRASSE 6 FERNSPRECHER . mit Anerkannt wurde. Welches sind nun die großen arabischen Klagen? Die Juden verdrängen den armen Araber von Boden und Arbeit. Der Jude sitzt auf dem fetten Boden und der Araber irrt land- und brotlos durch die Wüste. Die jüdische Einwanderung treibt das arabische Volk zur Verzweiflung. Diesen Klagen Rechnung tragend, hat die Regierung des Herrn Shiels die Einwanderung gesperrt. Andere Gründe lagen nicht vor. Heute aber, spricht Herr Shiels von den „Vorteilen, die gani Palästina durch den he merl^elirör werten Unternehmungsgeist und die Ergebenheit der jüdisdhen Bevölkern n g gehabt hat". Wir empfehlen Herrn Shiels wiederholt und nachdrücklich, den „Hamlet" zu lesen „ . . * Die schönen Worte des Herrn Shiels wirken besonders unheimlich, wenn man die Begleitung betrachtet, mit welcher er in Genf erschienen ist seine „sachverständigen Gehilfen". Einer ist Herr Luke, der im August 1929, in den Tagen des greulichen Mordens, die Palästina-Regierung leitete und dann vor der Untersuchungskommission als Verteidiger der Araber und Ankläger gegen die Juden auftrat, der die Angst der Araber vor dem jüdischen Raubzug als berechtigt hinstellte. Der andere ist Herr Lloyd, ein Kolonialbeamter; er war Sekretär der Shawschen Untersuchungskommission,;j&1so, letzter Verfasser ihre® subjektiven, parteiischen und stellenweise verlogenen Berichtes, der einem gegen den Zionismus gerichteten Verdammungsurteil, gleichkommt Die Herren Shiels*, Luke und Lloyd werden die Sache .schon machen; Mit schönen Worten, in giftigem Geiste. r / ■ ■^ '/'.,:\yy:L.\^ .;;;: <::\ .c^/^ Von englischer Seite sind nunschöne Wpiete gesprochen. Wehe der Sache des jüdischem Palästina, wenn auch von zionistischer Seite her schöne Worte erklingen sollten. Wenn'die zionistische Leitung, einem verhängnisvollen Gefühl der Schwäche folgend, dem entscheidenden Kampfe ausweichen und die Flucht in tatenloses Beschwichtigen, Vertrösten, in schöne Worte ergreifen wird. Die Gefahr zionistischer Schönrednerei im Augenblicke höchster Not liegt leider nicht ferne. Ein Blatt der zionistischen Leitung* die Prager „SelbstWehr'V schreibt nach Bekanntwerden der Einwanderungssperre: „Die arabische Delegation verlangte nichts Geringeres als Abschaffung der Balfour-Deklakration, Verbot des Bodenkaufs für die Juden, Sperrung der Einwanderung, Einführung einer Konstitution. Und darauf sagten die Engländer deutlich: Nein! Es hat also — wir dürfen bei aller Empörung, die uns ergriffen hat, diese Tatsache nicht geringschätzen — im Prinzipe der jüdische Standpunkt gesiegt!" Die Juden haben schöne' Worte bekommen! Die Einwanderung jüdischer Arbeiter wurde gesperrt, weitere Maßnahmen zur Drosselung der jüdischen Arbeit in Aussicht gestellt. Aber die Juden haben gesiegt! Wehe dem Volke, das schöne Worte gerne hört und gerne spricht! r. st. Keine Sitzung des zionistischen Aktionskomitees. —- Sitzung der politischen Kommisson der Jewish Agency. London, 2. Juni. Die Exekutive, der Jewish Agency hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der politischen Kommission der Agency, Lord M eichet t, eine außerordentliche Sitzung des Ständigen Subkomitees für politische Angelegenheiten der Jewish Agency für Montag, den 23. Juni nach London einberufen. In dieser Sitzung werden alle im Zusammenhang mit der politischen Lage in der zionistischen Bewegung stehenden Fragen zur Erörterung gelangen. Der politischen Kommission gehören an Lord Melchett als Vorsitzender, Dr. Cyrus Adler als Vizevorsitzender, ferner Dr. Chaim Arlosoroff, Ben Gurion, Kurt Bluraenfeld, Abg. Farbstein, Dr. Berthold Feiwel, Dr. Nahum Goldmann, Dr. Leo Motzkin, M. M. Ussischkin, Ben Zwi, Robert Pollack, Dr. W. Fiidermann. d'Avigdor Goldsmid, Baron D. Manasse, Major Nathan, | James N. Rosenberg und Oskar Wassermann. * Aus dieser Nachricht ist zu entnehmen, daß die : erwartete Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees,: der obersten Behörde der zionistischen Organisation, entfällt. Einer Kommission, welche zur Hälfte aus Nichtzionisten besteht, wird also die Entscheidung der wicH* tigsten Fragen im wichtigsten Zeitpunkte überlassen. Die zionistische Leitung Scheint nicht erkannt zu haben, daß es jet2t ihre Pflicht ist, vor dem Aktionskomitee und vor dem Zionistenkongreß Rechenschaft über ihrö Politik abzulegen! Ii I......i , fl ■ ■ Für einen Zionistenkongreß und gegen Brith Schalom. Jerusalem, 31. Mai. (J. T. A.) Die in Tel-Awiw stattgefundene außerordentliche Konferenz der Allgemeinen Zionisten Palästinas, der von der Exekutive der Zionistischen Organisation Colonel Kisch und Rabbi Meir Berlin beiwohnten, faßte die folgenden Beschlüsse: 1. Ein außerordentlicher Zionistenkongreß und .der Council der Jewish Agency sind sofort einzuberufen. 2. Der politische Apparat in Jerusalem, London und Genf ist zu verstärken. 3. Die. Anhänger des Brith Schalom in der Zionistischen Exekutive .und^ in der Exekutive der Jewish Agency sind zum R u c k t r i 1t zu veranlassen; die den* Brith Schälbin $arigehöYerideii ]Ber. amten sind zu entlassen,.\weij, die Brith. Schalom-; Tätigkeit die nationale Disziplin verletzt, i. Das Kongreß g er i c h t ist einzuberufen,' um eine Entscheidung Über den Ausschluß, der .Bri$h Schalom-Anhänger aus der Zionistischen OrganlsÄtioti'.zu treffen.' - Die Konferenz hat von/ sich aus beschlossen, alle; Anhänger des Brith Schalom. ausnahmslos aus de£ palästinensischen Organisation -Aev Allgemeinen Zion£ sten auszuschließen. .; . Kurort' Baden hei Wien. Unternehmen Sie Bade- und Trinkkuren^.iüi Frühjahr! 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Israels ..ist dessen^ gewiß, daß^ t das Judentum in der ganzen Welt sich mit ihm in dem Protest lind in der Vertretung seiner Forderung nach Absdiaffung der die Einwanderung verbietend^ Verordnung Vjtftgs i n ige.n-wird, ' ' '' " Y ' •■■ '■■ '%5v:;' -V '«> "\\ ^sak*.- ■• ' .- " ' '."V- 'f.: Es muß duV traurige Tatsache festgestellt weftieu', daß, wenn man von Polen, absieht,, die^ erwartete Wirkung des Telegramms ausgeblieben ist' \.>..:•' . •. <j v - :; '■■" -;* ■ <»" .v .'M'^». \r.i" .>•«*:.•.£•«.•. «00 polnisch-jüdische Gemeinden protestieren. > Warschau, 30. Mai. (J. T. A.) Im Sitzungssaal. der Warschauer jüdischen Gemeinde versammelten sich 300 Vertreter.von 300 jüdischen Gemeinden Polens, um gegen das Verbot der Chaluz-Alijah zu protestieren. Etwa 100 weitere Gemeinden sandten Z u s t i m m u n g skundgebungen. Der < Präsident der. Warschauer Gemeinde, Abg. Färb st ein, hielt die einleitende Rede, woraufhin der Text eines Protestmemorandums angenommen und beschlossen wurde, das Meinorandum durch eine spezielle Abordnung dem britischen Botschafter zu überreiphen und Kopien an den Waad Leumi, die Mandatskommission des Völkerbundes und an das britische Parlament zu senden. In dem Memorandum wird der Erschütterung des gesamten polnischen Judentums über , die Sperrung der Alijah Ausdruck gegeben und das' Gelöbnis getan, daß das jüdische Volk sein'Bestreben/sein altes National heim wieder aufzubauen, gegen alle physischen Gewalten fortsetzen und sein Ideal verwirklichen wird. ÄGYPTEN und PALÄSTINA mit den Luxusdampfern U Rundfahrten Ii« MitUimnnr Genua - Neapel — Sizilien ~ Aegypten - Palästina - Syrien — Zypern - Konstantinopel - Athen — Neapel — Marseille - uenua zu besonders ermäßigten Preisen Auskühlte: „SitniarM.'Kärntnerring 18 (Ecke Schwauenbergplatz) Telephon U-45009 m yMWIlt».....MW.....MMMM»<»MMMMMMMHMI^ GERSON WITTLIN gratuliert herzlichst Herrn ISRAEL SEIDMANN Polen anläßlich seiner Promotion tum Doktor der : politischen und Sozialwissenschaft Für die jüdische Jugend« (Fortsetzung von Seite 1.) gesetzten Auditorium hielt, darauf hinweisen, daß nun^ mehr die zionistische Jugend kraft dieses Heimes ihrer Aufgabe gerecht werden kann: den Zionismus im Herzischen Sinne zu pflegen, sich jüdische Kultur durch berufene Lehrer vermitteln zu lassen, jüdische Gedenk-'und Festtage zii begehen, sich an Spiel und Sport zu erfreuen, nicht im Sinne eines ideällosen, zielvergessenden Sportfetischismus, sondern im Sihne der Kräftigung des Geistes und der Muskeln; für die zionistische Idee zu werben, die noch außenstehende Jugend in die Atmosphäre dieses Heims einzubeziehen, selbst Führer zu werden. Ein Rundgang durch das Heim vermittelt uns die Vorstellung, nach welchem Plane die Schöpfer des Heimes der Jugend für. alle oben genannten Tätigkeitsgebiete Raum schufep. Der untere Trakt gehört außer unentbehrlichen Nebenräumen (Kleiderablage, Luftraum, Vorzimmer) der Pflege geistiger Erziehung und Vorbereitung. Zunächst fällt ein stilvoll eingerichteter, knapp unter der Decke eine blauweiße .Girlande tragender, für zwanglosen Gedankenaustausch, Kursvorträge und Konvente mit langen Tischen ausgestatteter Raum auf, das sogenannte Bar-Kochba -Zimmer.. Ihm benachbart liegt ein freundliches, zum Studieren einladendes Zimmer, das als B i b 1 i O t h e k s z i m m e.r , gedacht isj'und bereits, feinen reicl| gefüllten Bücherschrank beherbergt. Für das Aufliegen von Zeitungen und . Zeitschriften ist das nächste Zimmer bestimmt, das. den Charakter eines Lesezimmers trägt. Eine mächtige Kart«/-vött Efez Israel gibt -der Jugend Gelegenheit, sich das. Aufbauwerk zu ^Vergegenwärtigen, und 'die 'Palästina-'; Geographie im Gedächtnis zu behalten. Ueber eine blumerigeschmückte Treppe gelangt man in den für größere Veranstaltungen bestimmten Obertrakt: in einen rot gehaltenen, mit vergoldeten Wandarmen geschmückten Festsaal, der einige hundert Besucher faßt, einen zweiflügeligen Raum, dessen zweiter, sich an ein Podium anschließende? Flügel, für Vorträge und Parteiberatungen bestimmt ist Sinnvoller iVandselimÜc'k (^rerzl-'Bilder und -Plastik, Palästina- Panoramas und: jüdische Typen) machen, alle Räume dem jüdischen Menschen heimisch. Ein gediegener Konzertflügel, die Spende des Verbandsmitgliedes Herrn Kr eitler, ist neben dem Podium postiert. Zahlreiche Nebenräume werden den verschiedensten Zwecken dienen. So bilden Untertrakt und Obertrakt eine harmonische Einheit. * Der überraschende Eindruck, den das Schönheitsbeaürfnis und Zweck in gleicher Weise erfüllende Heim, architektonisch ein Werk Ing. Buchbinders, bot, drückte dem Eröffnungsakt seinen Stempel auf. Auf die mächtigen Chöre der Wiener jüdischen Konzertvereinig u n g unter Leitung des Kapellmeisters Bernhard V a j d a (Soli Oberkantor Landerer) folgte zunächst die zündende, zum Herzl-Zionismus aufrufende Eröffnungsansprache Robert Strickers, seine Begrüßungsworte für den Präsidenten Prof. Dr. Alois Pipk, so.wiejür die erschienenen Vertreter . der Z i o n i s t.e n - R e v i iS i onisten, des. M i s r a c h i und der H i t a c h d u t, worauf die Herren Dr. Glücker (für den, Verband der Zionisten-Revisionisten), Aron Sternberg, (für den revisionistischen Jugendbund.Trumpeldor) und .Hans K o 1 b (für die Jugendgruppe* der demokratischen Zionisten.) ihrer Freude und Genugtuung . über das geschaffene Werk Ausdruck gaben. . Der Weihe des Festabends entsprach das künstlerische Programm. Prof. Joachim S t u t se h e w s k y, der bekannte jüdische Komponist und Cellist, und die Lieder- und Opernsängerin Frau Engende Kreitler rissen durch die Wiedergabe jüdischer Musik das Festpublikum zu stürmischen Dankeskundgebungen hin. Mit einem stimmungsvollen Chor der Wiener' jüdischen Konzertvereinigung schloß im neuen Jugendheim der erste Abend, ein Auftakt, großer, schöner, fruchtbarer Arbeit für unsere jüdische Jugend. Das künstlerische^ Arrangement der prächtigen Einweihungsfeier besorgte Herr David N e b e.n z a h 1, der unermüdliche und erfolgreichste Mitarbeiter beim Aufbaue des Heimes.

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