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Die neue Welt · 1930-06-06 · Heft 142 (6.6.1930) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 142 (6.6.1930)
Date
1930-06-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Pr«lt 35 Groschen V. b. b. BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ganzjährig S16.—; Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.-; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljahrig Kc. 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 4a— : Rumänien monatlich Lei 40.— vierteljährig Lei 120.—. R E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien moriat« lieh Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 1.20; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50* Redaktion und Verwaltung: Wien, IX., Universitätsstraße 6—8 Telephon: A25-2-82 — Erscheint jeden fr*itagS'H%^ Jahrgang 4 * Freitag, den 6. Juni 1930 Nr. 142 tft ewt:. to)i$ißlidje§ SBtoBeuo^iflimittel' gegen SBIu-t- .arnwtit, SRranleiben, 3«Ä«f«pn8r)6lt;-tocßeit feines SRein)- tuin§ qn.,yici^x)|"a:läen imfo.Ölt<n»meh .iDettöon für Störtbes.- euuifle. 9)»>t''th'^l)p^eiriji3r>ec- SSexinaduita.' ^nn ten miten Qtottfoft&n^ Bcrtitem:'' @tinonwrotin ©Reiben (Stanniol^acfunö). ©imonSbrotfabrtft S3tens5tagvan 11 ^......, Säslirfier ^ofSpevfanb - @spott A Mannhaftes Vorgehen des Oberrabbiners Kuck. . Jerusalem, 3. Juni.jDie Spannung iu Palästina ist iii besorgniserregender Weise gewachsen. Zum erstenmal seit der britischen Okkupation hat der Großrabb i h c r von Palästina seiÄe Teilnahme an der o f f iz i e 11 e n G e b u r t s t a g s f e i e r für den englischen König verweigert. Er richtete an den Oberkommissär folgendes Schreiben, worin, er .sein Fernbleiben begründet:. „Der-,-Kammer, meines Volkes im Lande seines Ii e i 1 i g e n E r b t u ni s hat. meine Kräfte so geschwächt, daß mein Gesundheitszustand mir die Ehre und das Vergnügen eines Besuches Ihres Hauses, unmöglich macht." Für die jüdische Jugend. Die Eröffnung des neuen Verbandsheimes der demo kratischen; Zionisten. Wien, 3. Juni 1930/ In einer Zeit, da die jüdische Jugend Wiens von allerlei Gefahren nationaler und moralischer Art bedroht war,, standen die sich der Verantwortung bewußten Kreise vor' der Aufgabe, diesen Gefahren zu begegnen. Nach dem Niedergang der groß einsetzenden zionistischen Jugendbewegung Oesterreichs in den ersten Nachkriegsjahren,' einem Niedergang, der von Führern verschuldet würde, die das 'zionistische Jugendideal mit nichtzionistischen, bisweilen sogar antizionistischen Gedanken verbinden zu können glaubten, befand sich unsere dem Zionismus treu gebliebene J u g e n d in einer isolierten Situation. Ohne Führung, ohne die . Möglichkeit:eines Zentralisierungspunktes, sozusagen auf\ der ' Gasse, konnte; sie sich weder selber konsolidieren ' noch! für,'ihre^Idee.werben. , Mit immer „zwingenderer Notwendigkeit mußte i jene Gruppe,1 für die Zionismus nicht seelenloses Geldisammeln, nicht Sichbegnügen mit'den gegebenen Zu- •: ständen der immer - mehr um . sich greifenden Assimilatidu ist, . sondern . lebendiges Wirken, Kampf.' um W-iedeivgewrlp'ung der jungen jüdischen Seelen für detr wahren Inhalt des durch H>e r z 1 verkörperten zionistischen Ideals,' tat-' - kräftig' ans. Werk gehen, deg< zionistischen Jugend in Wien die Basis für diese Arbeit zu geben. Dem fühi- (Rarsten Mangel mußte abgeholfen werden. Es galt, ein Milieu zu schaffen, das geeignet ist, unsere Jugend sieh in ihrem Geist ausleben zu lassen, an sich zionistisch zu arbeiten, sich für die großen Ziele zu rüsten — geistig, körperlich, sittlich. D% i e. demokratischen Zionisten haben unserer Jugend ein Heim zum Geschenk gemacht. In einer Zeit der wirtschaftlichen Not, da der jüdische Mittelstand schwer um seine Existenz ringt, muß das geschaffene Werk als eine Leistung höchsten Opfermuts und reinster Opferfreude gewertet werden, als eine Leistung einiger begeisterter Männer und.'. Frauen des Wiener demokratischen Zionismus, vor a 11 e m des Ing5 Buchbinder, der die besten Kräfte hergab, um seine sinngerechten architektonischen u-nd administrativen Pläne für das Heim durchzuführen. Während der offizielle Zionismus das Eindringen destruktiver u n«\ z i o n i s t i s c h e r Ideen gewähren . ließ,.% schuf . der demokratische Verband unserer Jugend. ein Werk, das :■. für die gesamte, noch nicht im zionistischen Lager stehende Jugend von größter Bedeutungwerden kann, soll und'wird. Mit Recht konnte daher "der Obmann des Verbandes der demokratischen Zionisten Oesterreichs Robert Stricke r in seiner der Eröffnung des Heims gewidmeten Rede, die er Dienstag, den 3.5Juni vor einem festlich gestimmten, aus Jugend; und Eltern zusammen-,'; (Fortsetzung auf Seite 2.) Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgeitücton. Notizen sind durch ein freigeftiigtea fi bozejcbnst,. <[bga i rasch und sicher wirkend bei Rheumatischer* Gichtischen und nervösen Schmerzen, Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten. Scheidet die Harn* säure ausl Ober 6000 Arzte*Gutachten! Absolut unschädlich. Fragen Sie Ihren Atzt Schöne Worte Aus Genf wird am 3. Juni gemeldet: „In der heutigen ersten Sitzung ■der-.außerordentlichen Tagung der Mandatskommission' des Völkerbundes gab der englische Uhterst^ts- «ekretär im Kolonialamt, S h i e 1 s, eine iHngere Erklärung über die engl Ucke Pol i;iik in Pa Ja«tina ab. Nack dieser' Erklürungyb'eswhe die Erregung in jüdischen u n d p h i 1 o- . zio n ist is ch.V ii-reis e n .über das angebliche Einwände r u n gs v erbot für Juden nach Palästina auf einem Mi 1 v e rs taV ivdnj: ■ ..Es .handle sich' 'nurum v o r;ü b.e rg eh ei^lj e; Maßnahmen, die;in ■ keiiu^r , Pölitik yorgm die der englischen Regierung mit 'dein; V-Man'4*l'' tragen wurde, sel-il^pelter Art: nickt nu£, in Palästina eine Heimstätte für das!#dische^b}k zu errichten, sondern auch gleichzeitigdie B u:vg e r 1 i c h e n u n d r e 1 i g i ö s e li v^e, P h t e Ö nicht jüdischen- Gerne.! n «;,c>K n f t e n J?i ti wahren. Diese beiden Aufgäben ' seien #k> wohl miteinander vereinbai'. Bei*'''^giischeT^:e'r-• gierungsVertreter stellte, dann die Vorteile-fest, die ganz Palästina 'durch den beinerkensvve.^ten Unternehmungsgeist und die Ergebenkeit der. jüdischen Bevölkerung gehabt katV;. v; Die engliscken Maßnakmen dürften je^nfalls niemals so ausgelegt werden, als ob: Englstfd die e r k a b e n e n Ideale, von denen;die jüdischen Bestrebungen in Palästina ausgehen, nicht zu ,; würdigen wüßte. Wir haben dte-vHoffnung; und die feste «Absicht, so schloß Skieis «eine Erklärung, die Mittel zu finden, um die beiden alten Zivilisationen, die jüdische . und die arabißcke, - nebeneinander zu entwickeln.'1 it Wir empfeklen dem Sendling MacDonalds, dem Herrn Unterstaatssekretär Ski el«. die Eelfetüre der Werke seines Landsmannes:'Shakespeare. IiIni „Hamlet" findet sick ein sekarf es, gutes .Wort: ,,4Mttn kann; lächeln- und läclieln und doch v ein ■ Schurlc^ sein * ü a " % ■>■, Es gehört eine eiserne Stirne dazu, am 3. Juni so zu sprechen, wenn man acht Tage früher das Gegenteil schriftlich niedergelegt hat.. Vor a^cht Tagen kat Herr Skieis dem Völkerbunde einen; Bericht über die Vorgänge in Palästina und die' engliscke Politik dortselbst vorgelegt, in welchem die von „erkabenen Idealen getragenen jüdischen Bestrebungen in Palästina" als ein Raubzug gegen das arme arabiseke» Volk gekennzeicjjnet werden. Die jetzt so leicktkin bekandelte Einwanderungssperre für jüdiseke Arbeiter,, die „mißverstanden" wurde und nur . deshalb Aufregjnng geschaffen hat, diese „vorübergehende Maßnähme" wurde in dem englischen'Beribht als eii^ nptw e tf d i g e r Schritt\ bezeichnet,! um dem jüdischen Raubzug Einhalt zu tun. Im Berichte von voriger Woche steht ausdrücklich, daß die g r o'ße'n z i o n i s t i s ohen KKagen und die kleinen arabischen ^Klagen keinen; Anlaß zum-Eingreifen bieten,, das ieißt unberechtigt spd. Die ergriffene Maßnahme, die Sistierung der Einwanderung von jüdischen Arbeitern, bezieht sich also lediglich auf die g r o ß'e n Arabischen Klagen, deren Berechtigung so-

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