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Die neue Welt · 1930-05-09 · Heft 138 (9.5.1930) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 138 (9.5.1930)
Date
1930-05-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 138 DIE NEUE WELT Seife 5 nistische Gemeindepolitik in eine leere Subventionspolitik ausgeartet i s t. Nicht um einen Schritt ist die Kultusgemeinde dem zionistischen Ziele, der Volksgemeinde, nähergerückt. Nach wie vor liegt die ihr anvertraute Jugenderziehung ganz im argen, nach wie vor sondert ein reaktionäres Wahlrecht die Gemeinde von der Judcnschaft ab. Trotz des zionistischen Wahlerfolges, der, wenn keine Wendung kommt, in der Zukunft bedroht und fraglich ist. Dafür haben die zionistischen Mandatare eines gelernt und von den Herren von der „Union* übernommen: ihre W ahlschlag w orte gegen den Zionismus. Die heutige Leitung und die zionistischen Mandatare verschmähen es nicht, mit dem Satze: Die demokratischen Zionisten bedrohen den Frieden in der Kultusgemeinde und stören den Frieden mit der „Union" und wollen die Kultusgemeinde zertrümmern, wollen die reichen Juden zum Austritt zwingen, von Bezirk zu Bezirk und von Verein zu Verein zu gehen, um bei der Wahl zum Parteitage Stimmung gegen den Verband der demokratischen Zionisten zu machen. Sie sprechen so, wie die Assimilanten immer gegen die Zionisten, von Herzl bis heute, gesprochen haben. Darf die Organisation zu solchen Argumenten greifen, darf sie so tief sinken? Unter Führung des demokratischen Zionisten Robert Stricker ist die zionistische Organisation ein bestimmender Faktor in der Kultusgemeinde geworden. Unter Führung demokratischer Zionisten wurde diese Gemeinde gerettet, als die Assimilanten weglaufen und die Gemeinde auflösen wollten! Die Plätze, welche die zionistischen Mandatare einnehmen, sind die Frucht der Arbeit dieser Männer. Und die zionistischen Mandatare haben den traurigen Mut, jetzt so zu sprechen, wie die Unionleute. Subventionen haben die Männer von damals gefordert und erlangt, wenn es nötig war. Aber sie haben aus kleinlichen Subventionen keine „Siege", kein Programm gemacht, da, wo es um das Ganze geht, um die Eroberung der Gemeinde und die Schaffung der Volksgemeinde! Die warnende Stimme der demokratischen Zionisten wurde nicht beachtet sondern verhöhnt. Durch ein sinnloses Wahlrecht jeder Aktionsfähigkeit beraubt, hatten sich die demokratischen Zionisten genötigt gesehen, auf ein Verbleiben in den Parteiinstanzen, als nutzlos, zu verzichten. Aber sie haben sich nicht untätig in den Schmollwinkel zurückgezogen, sondern intensivste, grundsatztreue zionistische Arbeit aufgenommen und mit bestem Erfolge fortgeführt. Nach kaum zweijähriger Tätigkeit hat der demokratische Verband an die elf hundert Mitglieder um sich geschart, elfhundert Menschen dem Zionismus neu gewonnen und zürückgewonnen. Dem Verband wurde eine große Jugendgruppe angegliedert. Das alles in Wien, in der Stadt, in welcher die Leitung der Organisation in den letzten Jahren nicht einmal die Organisation aufrechterhalten, geschweige denn ihr neue Menschen zuführen konnte. Der Verband hat für die zionistischen Fonds gearbeitet. Er hat in Hunderten von [Versammlungen, in großen Veranstaltungen die zionistische Aufklärung weit hinausgetragen. Er hat Palästinareisen veranstaltet,• deren Organisierung vorbildlich ist. Er hat zu allen jüdischen Fragen Stellung genommen. Er hat ein großes, prächtiges zionistisches Heim geschaffen, das der Jugend die Arbeit ermöglicht und ein Zentrum jüdischen und zionistischen Lebens sein wird. Dies alles in einer Zeit, da die Leitung der Organisation völlig versagte. Und alles in ehrenamtlicher Arbeit, wie es ja ein Programmpunkt des Verbandes ist, den' alten zionistischen Idealismus weder zu wecken und die ehrenamtliche Arbeit wieder in der Zionistischen Organisation und ihren Institutionen zur Geltungzubringen, die ein unverhältnismäßig teurer Bürokratismus nicht fördert, sondern in der Entwicklung bedroht. Die bevorstehenden Wahlen sollen die Möglichkeit sohaffen, den Erfolg eifriger und grundsatztreuer Arbeit auf die ganze Organisation auszudehnen. Der Verband demokratischer Zionisten ist keine parteimäßige Fraktion. Er will keinen besonderen Zionismus. Er will: Eine starke zionistische Organisation. — IntensiveArbeitaufallenGebieten. — Wiedererlangung der Führung der österreichischen Judenschaft. — Kampf gegen die Assimilation. — Streben nach der jüdischen Volksgemeinde. — Nationale Erziehung der Jugend. — Organisierung und Förderung der Chaluziut und Hachscharah. Maßgebenden Einfluß der Organisation auf diesen Gebieten. -~ Einen Für die Mutter das Beste! Indanthren Daher Geschenke aus dem INDANTHRENHAUS Wien, VI., Mariahilferstrajfje 71 Unübertroffen wasch-, lichtu. wetterechte Stoffe für Kleidung u. Heim starken zielbewußten Zionismus im Herzischen Sinne, auf den Judenstaat gerichtet. Wer für eine Leitung ist, welche das Erbe Theodor Herzls, die zionistische Volksbewegung, in hingebungsvoller, idealistischer, ehrenamtlicher Arbeit erhält und stärkt; wer den Opfern und der angestrengten Arbeit ganzer zionistischer Generationen Treue bewahren will; wer will, daß von Wien, der Geburtsstätte des politischen Zionismus, wieder der Ruf zur Sammlung des ganzen Volkes ergehen soll; wer gegen eine dem volkstümlichen Programme entfremdete Führung; wer gegen eine den Geist tötende, kostspielige Bürokratie; wer gegen das Verdrängen jener zionistischen Personen und Gruppen ist, welche treue Wahrer und Mehrer des Herzischen Erbes waren und sein wollen, der wähle am 13. Mai 1930 die Liste der demokratischen Zionisten Listenführer: Robert Stricker. * Wann und wie wird für den zionistischen Parteitag gewählt? Belehrung für den Wähler. Zeit: Die Wahl findet Dienstag, den 13. Mai, abends in der Zeit von %6 bis 10 Uhr statt. Jeder soll möglichst zeitlich die Stimme abgeben. Wahllokale: Der Wähler kann nur in seinem Be* femjre mgUfttje Gtofft AJLäBEiKJk Hj9lR!DT ^saagerfr. 1191 -ssg^, WIEN I. FREISINGERGASSE 1 Telephon U 2o-3-4/ zirk und in der für ihn zuständigen Kommission wählen. Nachstehend die Wahlbezirke und Wahllokale: I. Bezirk: Cafe „Altes Rathaus" (Klubraum), I., Wipplingerstraße 24. II. Bezirk: Kleine Mohrengasse 3 (Volksbibliothek Zion), für Wähler, welche in der Taborstraße und rechts von der Taborstraße bis inklusive Praterstern wohnen. II. Bezirk: Untere Augartenstraße 35 (Jüdisches Zentrum), für Wähler, welche links von der Taborstraße wohnen. Praier: II., Jungstraße 8 (2 Kommissionen). III. und XI. Bezirk: Cafe „Lovrana", III., Löwen» gasse 36. IV. und V. Bezirk: Terrassen*Kaffeehaus, V., Mar* garetenstraße 4. VI. und VII. Bezirk: Mariahilferstraße 79, „Phö* nix"*Filiale, im Hof. VIII. Bezirk: Bennoplatz la, Zionistisches Heim. IX. Bezirk: Cafe „Metropol", IX., Berggasse 33. X. Bezirk: Heim der zionistischen Sektion, X., Hum* boldtgasse 27. XII. , XIV. und XV. Bezirk: Jüdischer Ausspeisungs» verein, XIV., Herklotzgasse 21. XIII. Bezirk: Cafe „Hietzinger Hof", Hietzlnger Hauptstraße 23. XVI. und XVII. Bezirk: Friedens*Kaffeehaus, XVI., Ottakringerstraße 37. XVIII. Bezirk: Cafe Eden, Weimarerstraße 6, XIX. Bezirk: Cafe Döblingerhof, XIX., Billroth* straße 19. XX. Bezirk: Sektionsheim, Jägerstraße 30. Was ist mitzunehmen? Unbedingt ein Personaldokument (Geburtsschein, Heimatschein, Straßenbahnkarte, Legitimation etc.), Jugendliche haben ein Dbkument vorzuweisen, welches beweist, daß sie über 18 Jahre alt sind. Ferner die Wahllegitimation, soferne sie erhalten wurde und nicht verlorengegangen ist. Es kann jedoch auch ohne Wahllegitimation gewählt werden. Stimmzettel mitnehmen! Er ist allen unseren Wäh* lern zugesandt worden. Stimmzettel sind auch vor den Wahllokalen und in unseren Agitationslokalen erhältlich. Das neue Studentenrecht. Forderungen der jüdischen Studentenschaft. Mit Bezugnahme auf die Kundmachung der Wiener Universitätsbehörden, welche die Bildung von „Studentennationen", also auch einer jüdischen Studentennation, vorsieht, hat der Wiener „Jüdische Hochschulausschuß" an das Rekto* rat eine Erklärung gerichtet, welcher wir folgende Stellen entnehmen: Der Jüdische Hochschulausschuß steht nach wie vor auf dem nationalen Standpunkte. Er gibt der Meinung Ausdruck, daß sämtliche jüdische Studenten durch ihr Bekenntnis zum jüdischen Volke ihre Organisierung in diesem Gesamtverbande finden können. Nur der Gesamtverband jüdischer Hochschüler Oesterreichs stellt daher die legale Vertretung der jüdi* sehen Studentenschaft dar, insbesondere auch dem hohen Rektorat gegenüber, von welchem er als Vertreter dieser Sludentengruppen auch anerkannt worden ist. Was nun die in der Kundmachung vom 8. April 1930 vorgesehene Bildung von Studentennationen an* langt, möchten wir vor allem feststellen, daß diese ohne vorherige Anhörung der jüdischen Stüde n* Pension .Austrla' Kinderheim Vöslau (OLGA KAOISCH) Jägermayerstraße 15 Telephon 99 Stelle 8 Für Dauer' und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder. - Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. - Erstklassige Verköstigung. Mütterliche Pflege. - Mäßige Preise Wiener Kinderheim in Grado. In Grado, dem Eldorado für Kinder, wird unter der administrativen Leitung der Frau Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße 92, ein erstklassiges Kinderheim in herrlichster Lage eröffnet. Bei mäßigen Preisen wird beste Verköstigung und individuelle Pflege geboten. Saisonbeginn: 26. Mai. Gemeinsame Hin- und Rückreise unter Aufsicht bewährter Pflegerinnen. Aerztliche Leitung: Dr. Erna Spitzer, Wien, VI., Webgasse 25 (Telephon B-29-7-05). Prospekte gratis. ABBAZIA LAURANA Orlhod. kosch. Pension WEISS neu eröffnet Erstklassige Küche ' Mäßige Preise Auf Wunsch Prospekte tenschaft erlassen worden ist, so daß wir keine Mög? lichkeit hatten, unsere Stellungnahme, insbesondere unsere Bedenken dem hohen Rektorate bekanntzugeben. Grundsätzlich wollen wir erklären, daß wir für die Zugehörigkeit, respektive Zuweisung zu einer jüdischen Studentennation stets das Bekenntnis zu dieser als maßgebend und auch entscheidend ansehen und. daß diese Zugehörigkeit an eine bestimmte Mutters spräche nicht gebunden ist. Weiters jedoch stellen wir fest, daß Personen, welche aus der jüdischen Volksgeraeins schaft ausgetreten sind, mit Rücksicht auf die anormale Lage unseres Volkes damit ihren Willen be» künden, sich von der jüdischen Gemeinschaft zu lösen und ihr Schicksal von dem der Gemeinschaft zu trennen. UFA-TON-KINO Wien, II., Taborstraße 8 _ Tel. R-41-2-41 Das Filmtheater der guten Gesellschaft zeigt taglich; TIGER DIR ERSTE KRIMINAL-SPRECHFILM AUS P1R UNTERWELT BERLINS Produktionsleitung: Alfred Zelsler Regie: Johannes Meyer Hauptdarsteller: Charlotte Susa, Oertrude Berliner, Hertha von Walther, Harry Frank Musik: Willy Kollo AuOerdem da« besonder« sehenswerte Tonfilm* Beiprogramm Beginn: Wochentag >/»6. *ffi und 9 Uhr. Sonntag: Ab 3 Uhr.

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