Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 137 (2.5.1930)
- Date
- 1930-05-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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B. erhielt die Familie von Rabbi Hassoua in Heb roh, deren Haus v^llIb^n|onri|wic)^Jünd au#- geplündert wurde, wobei der Schaden, gering geschätlfti die Höhe von 3000. Pfund ■ ■ .JSyEffiyjB^^^,-. .ganz fung sui- 8 Schilling« m 11 Pfund bezahlt. Die jüdische Gemeinde von Hebron, die durch die Zerstörung ihrer Synagoge, ihres Greisen- und Waisenasyls sowie anderer Wohlfahrtsinstitutionen einen Schadenersatz von 2000 Pfund beanspruchte, erhielt 5 Pfund. Der Hebron-Jude Asciier Karlinsky, der durch die Ausplünderung seines Hauses einen Schaden von 105 Pfund erlitten, batK erhielt 14,,Schillinge ausbezahlt, ausbezahlt. Die gleiche Empörung herrscht unter den Juden von Safed. Arn. 21. .April abends fand, in Safed eine jüdische Versammlung statt, in der sich die Entrüstung gegen die Regierungspraxis sehr stürmisch äufierte. Es wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die „schmachvolle und beleidigende Haltung der Regierung gegenüber den Opfern der Unruhen" protestiert wird. Es wurden Daten zur Sprache gebracht, aus denen hervorgeht, daß die Regierung, obwohl sie die Schäden sehr niedrig einschätzt, dennoch nur ein Drittel der Höhe ihrer eigenen Schätzungen als Entscliädigung zahlt. Jerusalem, 25. April. Es werden Weitere Tatsadien über die Entschädigungspraxis der Palästina-Regierung bekannt, die die Empörung der jüdischen Öffentlichkeit erregen. Die sephardische Gemeinde in Hebron, die für die Zerstörung ihrer drei Synagogen und mehrerer Gemeindeinstitutionen einen Schadenersatz von 6423 Pfund, beanspruchte, erhielt im ganzen 176 Pfand ausbezahlt, Nissim Castel, der 250 Pfund Schadenersatz beanspruchte, erhielt 8 Pfund. < Elchanan Roch, dem in den Augusttagen eine Hand abgesc hl a g e n und dessen Haus vollkommen ausgeplündert wurde, beanspruchte einen Schadenersatz von 153? Pfund, erhielt aber nur 84 Pfund. Dem in Mekor Chajim lebenden Juden Schnurm a n, der 550 Pfund als Schadenersatz f-ür die Ausplünderung und Niederbrennung seines Hauses verlangte, wurden 32 Pfund bewilligt. Der Safeder Jude K1 i n g e r, der einen erlittenen Schaden von 11.000 Pfund nachweisen *-\kpf$fe,.. erhielt 140 Pfund ausbezahlt. Das Safeder jüdisch 6 W a i-S tt s, das 3000 Pfund als Schadenersatz beanspru$j$p, erhielt 144 Pfund. Ein Jerusalemer Jude erhielt 17 Pfund, statt der beanspruchten 640 Pfund. . Die Fumilie des in Hebron ermordeten Jeschiwab-Studenten Krasner,, deren Haus vollkommen ausgeplündert wurde, erhielt stattj. der beanspruchten 5000 Pfund nur 114 Pfund aushetählt. Von denjenigen, die. nur Verletzungen erlittöij, h&ben die meisten überhaupt keine Entschädigung ehalten. Die Schwester von Rabbi D v o r e t z, der eine Hand abgehauen und deren Haus in Hebton geplündert wurde, erhielt insgesamt 2 Pfund und 10 Solling Schadenersatz. Eine andere jüdische Frau aus Hebron, deren Schaden offiziell auf 560 Pfund geschätzt wurde, erhielt 5 Pfund ausbezahlt. Die Empörung wird verstärkt durch das Bekanntwerden der Tatsache, daß der Jerusalemer apabische Anwalt HassanAlBudeiri, dem Unrubetagen, als seine Wohnung in Brand geriet,ywfjge Gegenstände aus derselben entwendet wurdeiln: 340 Pfund Schadenersatz erhielt. Wie erinnerlich, wurden die .Mitglieder der Untersuchungskommission in dns Haus dieses Anwalts geführt, um ihnen zu beweisen, daß auch Juden während det UftrpfcÄ$ *M r&lW**!, Eigentum zer8töMJ^^-^ Jf Luke Vertrefe* d^^1!^^6!^ Regierung beim Wenn die nachstehende' MelduriV cter T. Ä. sfeh bestätigt, wenn Luke, der moralische Förderer der Augustunruhen, ,..t#i&chlich vor, drä üffiffityfäte M* Palästina#Expert* auftreten sollt!» l^&fSm^ i»f1*r:ai»Hr : von Unrecht, ro^n müßte von blutige?i, Hohne sprachen. Die J. T. A. meldet zum Schlüsse, et Wal unklar, efett ■ „engere, offizielle Kreise" das als „die nätü r* lichste Sache von der Welt" ansehen. Wenn unter diesen engeren Kreisen die Kreise der Zionistischen Exekutive zu verstehen sind, er* übrigt sich wirklich jedes Wort. * London, 37. April. (J. T. A.) Nach einem Tele* gramm aus J e r u s a 1 e m an die J. T. A. teilt das Organ der arabischen Exekutive „Falestin" mit, daß der zur Zeit auf Urlaub im Auslande weilende Chefsekretär der Palästina*Regierung, H. C. Luke, der «ur Zeit der Um ruhen im August 1029 den damals abwesenden High Commissioner Sir John Chancellor im Amte vertreten hat, bei der nächsten, im Juni 1930 stattfindenden Tagung der Permanenten Mandat skommis, sion des Völkerbundes die britische Mandats* regierung vertreten und den Mitgliedern der Mandats* kommission auf ihre Fragen die nötigen Informationen erteilen wird. „Falestin" fügte hinzu, daß Herr Luke nach Beendigung d^r Tagung der Mandatskommission nach Jerusalem zurückkehren und seinen Posten als Chef* Sekretär der Palästina.Regierung wieder antreten wird. Die Londoner Jüdische Telegraphen»Agentur wandte sich an die zuständige Stelle in London um Aus« kunft hierüber und erhielt die Auskunft, daß Herr Luke nicht als der beglaubigte Vertreter der britischen Regie» rung auf der Junijuli/Tagung der Permanenten Mandats* kommission des Völkerbundes, in der die durch die Aügustunruhen in Palästina geschaffene Lage erörtert werden wird, fungieren wird, sondern daß er nur den beglaubigten britischen Vertreter zu der Tagung begleiten w i rd, um als die für die Regie* rung Palästinas während der Augustunruhen verant* wörtliche Person den Mitgliedern der Mandatskommis* Streng orth. NEU EROFFNET imiifiiiiiiif imiitiiiiiiif iiiiiiiiiii BAD ISCHL FAMILIEN-PENSION ERSTEN RANOES, BÄDER IM HAUS GROSSER SCHATTiGER GARTEN, VORZÜüL. RESTAURANT Auch Diäiküche / Mäßige Pieise /Kulanteste Bedienung PENSION JUPITER // Päthttr: B. LEBOVITS Lindaustraße 18, Tel. 160/IV schwesteRhaus ERÖFFNUNG AM 13. MAI PENSION STERN, ABBAZIA nnMHHHMMMin«BaMMiMnaa^ sion die nötigen Informationen {l) zu erteilen und die an ihn gerichteten Prägen zu beantworten. — Von autoritativer Stelle werde der J. T. A. ferner mitgeteilt, daß Herrn Ltikes Diensturlaub verlängert worden sei, daß es aber gegenwärtig , nicht möglich sei, etwas Definitives über seine Entschließungen für die Zeit, nach der er der JuniJüluTagung der Permanenten Mandats* kommission beigewohnt haben wird, vorauszusagen. Die Nachricht, daß Herr Luke der Tagung der Permanenten Mandatskommission, wenn auch nur als Begleiter des beglaubigten britischen Vertreters, bei* wohnen wird, hat die zionistischen Kreise in London überrascht und enttäuscht; in offi* zielten engeren Kreisen aber wird die Tatsache, daß er als derjenige, der für das Regime im August 1929 verant* wortlich ist, den beglaubigten britischen Vertreter be# gleiten wird, als die natürlichste Sache von der Welt an* gesehen. Herzl-Grabgaiig. Aufstellungsplan. Gruppe I: Mitglieder des Aktionskomitees. Landeskomitees, auswärtige Delegierte. ParteiratsmitKlieder. Keren Hajessod. Keren Kajemeth. Verstände der Fraktionen. Föderationen und Sonderverbände: Hochschule für Bodenkultur (Rampe). Richtung zur Peter Jofdanstrai'.e. Gruppe II: Zionistisch-akademische VerbindunKen und Vereine Oesterreichs, Gesamtverband Jüdischer Hochschüler Oesterreichs ...lutläa": anschlieüend &n Gruppe I Hochschule fllr Bodenkultur (Rampe). Gruprfe III: Frauenorganisntionen: Feistmantelstraüe von Hochschulstralie an, Gruppe IV: Bezirkssektionen I—IX: Linneplatz von Hochschulstraße an Gruppe V: MottlstraBe. Grttppe VI: Bezirkssektionen X—XXI: Dlttesirasse. Ecke Felix Fraktionen und Sonderverhände: a) Hltachduth, Misrachi. Porti« Zion, Turn- und Sportverband. Union der Zionisten-Revislonisteu: Blaasstralie. Richtung Felix MottlstraQe, b) Verband der demokratischen Zionisten: Peter .lordanstraße. Ecke Hochschulstraüe. , Gruppe VII: Jueendgruppen, die am Aufmarsch von der Franz Josefsbahn nicht teilnehmen: Cottagegasse von der Felix MottlstraQe an. Per Aufmarsch erfolgt in der angegebenen Reihenfolge. Die Jugendgrupnen formleren sich mit 8 Uhr früh bei der Franz Josefsbahn (Nordbergstiaße) und marschieren über Aiseibachstralie, Nußdorferstraüe. BillrothstraOe. Felix MottlstraQe zum gemeinsamen Treffpunkt. Der Aufmarsch beginnt um präzise halb 10 Uhr, Treffpunkt viertel 10 Uhr an den angegebenen Platzen. Ein Jud© — Genefalgouveraeur von Australien. London, 24. April. (J. T. A.) Die Jüdische Telegrapfcen-Agent-ur wußte vor einiger Zeit zu melden, daß zum Generalgouverneur von Australien, dem höchsten Amt des australischen Staatenbunde«, der jetzige Chef des Justizwesens von Australien, Sir Isaac I s a a c s, ein Jude, ausersehen sei. Wie „T i in e s" und die> übrigen Londoner BlUtter jetzt mitteilen, isi Sir Isaao Isaacs der Posten des Generaigouverneurs von A-uatralien offiziell angeboten worden. Sir I*aac Issjtts .b# eine Antwort, ob et diese* höchste Aant annefgipg opeh nicht erteilt. Sollte ersieh für die Annahme ^^»^^osten« entscheiden, so wird er der erste 4.njMr*LiQr sein, der da» Amt eine« Generalf ouverneurs seiner Heimat, das bisher nur von geborenen Engländern ausgeübt wurde, bekleiden wird. Captain Bennett entschuldigt sich bei Jabotiusky. $ London, 24. April. (J. T. A.) E. N. Benttett hatte a» 5* Febtüar im Unterhaus die Früge an den Untewteate- Sekretär für die Kolonien gerichtet, ob es Tatsache sei, d&G Wladimir Jabotinsky im Jahre 1920, nachdem er zu ROBERT STRICKER: WEGE DER JÜDISCHEN POLITIK REDEN UND AUFSATZE über 80 Artike_und Abhandlungen, Parlaments¬ und Versammlungsreden // 330 Seiten auf holzfreiem Papier in elegantem Ganzleinenband VERLAG R. LÖWIT, WIEN Die Sammlung umfaßt eine dreißigjährige Periode jüdischer Politik und jüdischen Erlebens, von Theodor Herzl bis zum heutigen Tage Die Sammlung hat geschichtlichen Wert und wirkt doch lebendig und frisch, weil die Aeußerungen Robert Strickers über die aktuellen Anlässe hinausreichen und zeltgemäß geblieben sind Keine der von Robert Stricker als Politiker, Parlamentarier und Schriftsteller aufgeworfenen Fragen hat ihre Bedeutung eingeoüßt: Stellung zum Antisemitismus — Der Schaden und die Schande der Assimilation — Herzls Zionismus und seine Verwässerung — Die jüdische Politik — Der Kampf um den Judenstaat etc. Die „Wege der jüdischen Politik" bieten Information, Anregung und Belehrung Vorzugspreis für die Leser der „Neuen Weit64: Das elegant ausgestattete Buch in Ganzleinenband kostet im Laden 11.— österr. Schilling. — Bei Bestellung durch die „Neue Welt" nur österr. Schilling 8.— oder tsch. K 40.—, Mark 5.—, poln. Zloty 9.-, rum. Lei 190.—, sehw. Pres. 3.50. — Zustellungs-, bezw. Versandgebühr ist in diesem Preis inbegriffen. Bitte durch beiliegende Karte oder direkt zu bestellen 'DerVorzugspreis gilt nur bis 15.Mai 1930 einer 15jährigen Zuchth a xi s s t r a f e verurteilt worden war und von dieser Strafe sechs Wochen abgebüßt hatte, aus dem Zuchthaus entlassen und des Landes verwiesen wurde, wobei er sich verpflichten mußte, daß er niemals mehr nach Palästina zurückkehren werde. Dr. Shiels hatte erwidert, daß ihmdiese Tatsachen nicht bekannt seien. — Am 26. März d. J. fragte im Unterhaus Commander Kenworthy, ob Dr. Shiels nunmehr die Umstände mitteilen könne, unter denen Jabotinsky 1920 durch ein Militärgericht zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Diese Strafe, fuhr Kenworthy fort, wurde kurz darauf dn der zweiten Instanz in ein Jahr Gefängnis umgewandelt, woraufhin infolge Amnestie Straffreiheit eintrat. Jabotinsky aber hat gegen das frühere Strafurteil Berufung eingelegt, und das Militärgericht hat d i e S t r a f e a n n u 11 i e r t bis auf den Punkt, bei dem es sich um den Besitz eines Revolvers ohne Lizenz handelte. Jabotinsky hat niemals ein Versprechen abgegeben, daß er nicht nach Palästina zurückkehren werde. Dr„ Shiels bestätigte in seiner Antwort, daß sich die Tatsrachen im wesentlichen so abgespielt haben, wie sie Kenworthy geschildert hat. Der frühere Unterstaatssekretär für die Kolonien Ormsby-Gore fügte hinzu, ein Urteil, wie das gegen Jabotinsky, hätte nie gesprochen werden sollen. — Das Hauptbüro des Weltverbandes der Zionisten-Revisdonisten in London hat vor kurzem in einem Schreiben an Captain Bennett die mit der Verurteilung und nachherigen Rehabilitierung Jabotinskys zusammenhängenden Tatsachen mitgeteilt. Nunmehr erhielt das revisionistische Hauptbüro von Captain Bennett einschreiben, in dem es heißt: loh nehme die Erklärung, daß Herr Jabotinsky 1920 nicht aus Palästina ausgewiesen wurde, zur Kenntnis und bitte ihn aufrichtig um Entschuldigung wegen der in meiner Unterhausliage enthaltenen Andeutung. Das Gesetz über die jüdischen Gemeinden Italiens in Kraft. Rom, 26. April. (J. T. A.) Das im Juni 1929 be# sohlossene Gesetz über die Rechte der nichtkatholischen Glaubensgemeinschaften in Italien ist soeben veröf* f e n 11 i c h t worden und. somit in Kraft getreten, Es ent» hält Bestimmungen über vollkommen frei© Glaubens« ausübung und gibt auch nichtkatholischen Geist« liehen das Recht, in öffentlichen Krankenhäusern und Ge* fängnissen eine offizielle Wirksamkeit auszuüben, Im Kriegsfall sind die nichtkatholischen Geistlichen gleich den katholischen vom Heeresdienst befreit. Vor* gesehen ist religiöser Beistand auch für nichtkatholische Soldaten. Studierende rabbinischer Schulen absolvieren ihren Militärdienst, gleich den anderen Universitäts* Studenten, erst nach Vollendung der Studien, Eltern