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Die neue Welt · 1930-04-18 · Heft 135 (18.4.1930) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 135 (18.4.1930)
Date
1930-04-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 191 M/90MfB9t m |I n h a b e r : Richard Herzog ,-,t»i.i».______ H.(KI.Pfarr9.2a Tftl. A.4L6-24 IM«M« 1 -23-4-«X> Sprechapparate i DAItlA* und Rundfunkgeräte. KMVIV jeder Art, ferner I _ Jüdische und hebräische Sciiuiipintten i §§ sowie, alle modernsten Tanz-und Gesangsschlager Derzeit — solange Vorratjejclit j| ^| dO — neue zurückgesetzte Platten 1 Auch Teilzahlungen! Provinzversandl s Verwendung der Einwanderer einseitige politische Rücksichten walten lassen. Es heißt darüber im Berichte: „Die Auswahl von Einwanderern, welche in die Arbeiterlisten eingetragen sind, ist im wesentlichen der Allgemeinen Föderation der jüdischen Arbeiter in Palästina anvertraut. Bei der Bewilligung von Einwanderungszertifikaten ist es Praxis der Föderation, auf den politischen Glauben der etwaigen Einwanderer mehr Gewicht zu legen, als auf ihre Quali- : fikatiojien für die Arbeit in Palästina. .'Dieses System kann nicht gerechtfertigt werden,; Daß politische Ueberzeugung ein entscheidender Faktor bei der Auswahl unter Arbeiter-Emigranten sei, verdient schärfsten Einwand." Das Mitglied der Kommission,- Herr S n e 11, selbst Mitglied der englischen Arbeiterpartei, welcher fast allen Einwänden der Kommission gegen die zionistische Arbeit tapfer entgegentritt, äußert sich zu diesem Punkte wie folgt: „Ich pflichte der im Berichte zum Ausdrucke gebrachten Ansieht bei, daß die von Einwanderern zu fordernden Qualifikationen: Fähigkeit, Charakter und Eignung zum Arbeiter Und Bti>rger sein sollten. Die politischen oder w i r t sch af t s p o 1 i t i- Bchen Ansichten eines Bewerbers' sollten bei seiner Auswahl als Immigrant keine Rolle spielen." ' * ' ' Der Vorfall in Kfar Saba ist Wasser auf die Mühlen aller Freunde des unseligen, verlogenen Kommissionsberichtes, das heißt aller Feinde des Zionismus. Polizei und ohnmächtige Vermittler haben in den leidigen Streit eingegriffen. W o i s t d i e L.e i.t u n g d e r Z i o n istischen Organisation, deren elementarste Pflicht es doch ist, bei so wichtigen Anlässen zu vermitteln, nötigenfalls-zu entscheiden? - BAD HäLLeä S TAR KSTBS JODBAD EUROPAS Restaurant S. Hayersoän Schöne-l- bis 2-bettige Zimmer / Schöner Garten Tel. 59 Eröffnung 15. Mai Tel. 59 Wiener Kinderhehn in Orado. In Grado, dem Eldorado für Kinder, wird ein. erstklassiges Kinderheim in herrlichster Lage eröffnet. Bei mäßigen Preisen wird beste Verköstigung und individuelle Pflege geboten. Saisonbeginh 26. Mai. Gemeinsame Hin* und Rückreise unter Aufsicht bewährter Pflegerinnen. Aerztliche Leitung Dr. Erna Spitzer, Wien, VI;, Webgasse 25 (Tele» pbon B*39*7*05). Prospekte gratis. Pension, Au Stria' KincXfiFhciiTi VUsIbii . (OLGA KADI9CH) jaflermeyerstraOe « - Teiephtn «feil« Für Bauer* und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentliche Schulen besuchende Kinder, Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte lejirerin. - Erstklassige Verköstlgyng. - Mütterliche Pflege. - MIOIptt Rrtla« Sprachenstreit um Palästina. Die New Yorker jiddische Kulturkonferenz fordert Frei« heit für die jiddische Sprache. — Julius Berger protestiert gegen das Verbot für europäische Sprachen. Die soeben in New York abgehaltene Konferenz der Jiddischen Kulturorganisation Arne« r i k a s faßte eine Resolution, in der gegen die Ver* folgung der jiddischen Sprache in P a« lästina Protest erhoben wird. In einer zweiten Resolution wird die von den Hebraisten in Polen gegen die jiddischen weltlichen Schulen in Polen betriebene Propaganda scharf verurteilt. Der Jid» dischismus, heißt es in einer weiteren Resolution, wachse aus den Bewußtseinstiefen des jüdischen Volkes und ver» einige alle Juden zu einer schöpferischen Gemeinschaft. Die Konferenz forderte alle Kreise des jüdischen Volkes, insbesondere die jiddisch sprechenden arbeitenden Mas* sen auf, an der jiddischen Kulturarbeit teilzu* nehmen. Die Konferenz sandte eine Begrüßungskund* gebung an die jüdischen Massen in der Union der Sowjetrepubliken und an alle jüdischen Massen in anderen Ländern, die im jiddischen Kulturkreis leben. Alle jiddischen Kulturorganisationcn in der Welt werden aufgefordert, sich zu einem jiddischen Kultur* b u n d zusammenzuschließen. * Der frühere Leiter des Hauptbüros des jüdischen Nationalfonds in Jerusalem, Julius B c r g e r, bespricht in einem Artikel in der Jerusalemer Tageszeitung „D o a r Hajo m" den Umstand, daß der Gebrauch je* der anderen Sprache als der hebräischen bei Ver* Sammlungen und Konferenzen in Palästina seitens der jüdischen Bevölkerung nicht geduldet wird. Berger er» blickt darin Intoleranz und Unklugheit. Viele westeuropäische erprobte und bedeutende Zionisten kom* men nach Palästina und wohnen in Palästina, welche aus mannigfachen zwingenden Gründen nicht in die Lage kamen, vollendetes Hebräisch zu erlernen. Sie sollten und könnten im öffentlichen Leben Palästinas ein ge* wichtiges Wort reden. Die Unduldsamkeit macht sie stumm. Berger fordert, es solle ihnen der Gebrauch der englischen, deutschen und französischen Sprache bei öffentlichen Anlässen gestattet werden. Die Zeitung selbst lehnt in einer Bemerkung zum Artikel die Forderung Bergers ab und erklärt, daß jeder Zionist verpflichtet sei, Hebräisch bis zur vollen Beherrschung zu erlernen. Sterbend spricht zu Salomo König David: „A propos, Es sagt die Knopf zahl deiner Weste, Daß Huber-Essig der allerbeste." AUS PALÄSTINA. Einwanderung und Auswanderung im Jahre 1929. —- Wachsende Einwanderung aus Westasien und Nordafrika. Jerusalem, 12. April. Das „Commercial Bulletin" veröffentlicht in seiner Märzhummer eingehende Statistiken über die Ein- und Auswanderung nach und von Palästina im Jahre 1929. Ein Teil der Zahlen wurde bereits früher ,in der „Ziko" veröffentlicht. Im folgenden werden Tabellen über bisher noch nicht veröffentlichtes Material wiedergegeben: Einwanderung n ach Palästi na nach Lände (rgruppen. Länder Juden Christen Moham. Insges. Britisches Reich . , . 132 317 1 450 Zehtraleuropa' , a . * 437 93 ' — 530 Osteuropa . . * * . 2637 8 — ■ 2645 Südosteuropa . . . . ' 544 131 8 673 Andere europ. Länder , 69 159 — 228 Nordafrika und Westasien einschl. Irak u. 1139 347 .90 1676 Vereinigte Staaten . . 253 52 — 305 Zentr.« u. Südamerika . 30 17 1 48 Andere Länder . . . 8 3 — U loB'gesumt , . . 5249 1117 200 6966 Als frühere Beschäftigung haben von . den jüdi« sehen Einwanderern 565 landwirtschaftliche Berufe angegeben, ferner 126 Metallarbeiter, 136 Kleidefherstellung, 261 kaufmännische und Bürot'ätigkeit. Als ungelernte Arbeiter wurden 1169 Arbeiter eingetragen. Die Auswanderung im Jahre 1929. Folgende Tabelle, gibt über das Verhältnis. von .V o r k r i e g a- P a l.ä s t i n e n s e r n und N a c h k r i e g s - Ein w« nd er er n Aufschluß: Rasche Heilung durch Radium Hochfraquensbestrahlung. Gegen Gicht, Ischias, Rheumatismus, Nervenleiden Landesbeh. konz. dermato-physikalische Heilanstalt „SoMla" I., Kärntnerstraße 10. Eingang Seitengasse. Klassifikation der Emigranten Vorkriegs-Palästi nen ser (vor Juli 1920 im Lande)..... Nachkriegs-Einwanderer (nach Juni 1920 eingewandert) . . . Männer Frauen Kinder Insges. 735 378 480 1591 529 373 542 1244 1262 751 822 2835 Als Bestimmungsländer, die von der überwiegenden Mehrzahl der Auswanderer gewählt wurden, sind die Vereinigten Staaten und die Länder Mittel- und Südamerikas anzuführen. Nach den Vereinigten Staaten wanderten insgesamt 724, nach Mittel- und Südamerika 985, zusammen also 1705 von insgesamt 2855 Auswanderern aus. Während unter den Auswanderern nuch den Vereinigten Staaten die Juden mit 588 von 724 die überwiegende Mehrheit bilden, sind die Auswanderer nach den Ländern Mittel- und Südamerikas vorwiegend christliche und mohammedanische Araber (677 von 985). * Noch immer steht Osteuropa in der Einwanderung an erster Stelle. Aber erfreulicherweise ist die Zahl der aus W e s t a s i e n und Nordafrika einwandernden orientalischen Juden im Steigen begriffen. Erfreulicherweise deshalb, weil diese Juden in ein ihnen bekanntes Milieu kommen und sich rasch eingewöhnen. Import und Export Palästinas im Dezember 1929. Während des Monates Dezember 1929 betrug der Import nach Palästina 630.678 Pfund gegenüber 674.190 Pfund im gleichen Zeitraum des Vorjahres. — Der Wert des Exports betrug im Dezember 1929 286.033 Pfund gegenüber 145.554 Pfund im Dezember 1928. — Die Ab* nähme des Imports ist in erster Linie auf die geringere Einfuhr von Mehl und W e i z e n zurückzuführen, die Zunahme des Exports auf die erhöhte Ausfuhr von Orangen, Waschseife und Silbermünzen. Die Entwicklung ist eine erfreuliche. Die palästi* nensische Produktion erstarkt sichtlich. Der zweite weibliche Rechtsanwalt in Palästina. Nachdem vor einigen Wochen, wie wir berichteten, Frau Rose Ginsberg vor dem Gericht die Zulassung zur Rechtsanwaltsprüfung erwirkt hatte, hat nunmehr auch die erste Absolventin der Jerusalemer Rechtsschule, Miß S 1 u t z k i n, ihre Schlußprüfung beendet und ist da* mit berechtigt, die Praxis an palästinensischen Gerichten auszuüben. Zikliar-Zeremonie an der Klagemauer wieder aufgenommen. Jerusalem, 10. April. (J. T. A.) Die vor einigen Monaten zwecks Störung des jüdischen Gottesdienstes an der Klagemauer von den Moslemiten eingeführte lärmende ZikharoZeremonie, die von der Palästinaregie« rung vor etwa zwei Wochen verboten worden war, ist am vergangenen Freitag, in weniger lärmender Weise, wieder aufgenommen worden. Erhöhung der Zölle auf Weizen und Mehl. In einer Sonderausgabe der „Official Gazette" wird eine Verordnung veröffentlicht, die eine• sofortige Erhöhung der Importzölle für Welzen? und Mehl teilweise um mehr als 100 Prozent zur Folge hat. Die Erhöhungen sind von besonderer Wichtigkeit für die palästinensische Ländwirtschaft, die unter dem Import der billigen Getreideprodukte des Auslandes insbesondere seit den letzten Preisrückgängen leidet. Produktion der Tabakindustrie Palästinas. Nach einer Aufstellung im „Commercial Bulletin" betrug die Produktion der Tabakindustrie Palä* stinas im letzten Quartal 1929 156.474 Kilogramm. Im einzelnen wurden 125.267 Kilogramm Zigaretten, 6626 Kilogramm. Rauchtabak, 24.078 Kilogramm Tabak und 503 Kilogramm Schnupftabak hergestellt. Starkes Anwachsen der Zahl der jüdischen Arbeiter in den Palästinakolonien. Jerusalem, 9. April. (J. T. A.) Gemäß der letzten Statistik gibt es in allen Kolonien Palästinas 7798 jüdische Unser Jugend- und Verbandsheim vor der Eröffnung! Unser Plan, ein jüdisches Verbandsheim, vor allem aber ein Heim für die jüdische Jugend, zu schaffen, ist geglückt. JJnseren Jungen ist bereits die Möglichkeit gegeben» in großen» behaglichen Bäumen zusammen zu kommen und» vor EntjuÜung geschützt, zu lernen und jüdischen, geselligen Umgang zu pflegen. In kurzer Zeit werden auch die großen, schönen Sgle und Räume des Verbandsheimes eröffnet werden. Pia Erhaltung des Heimes Ist gesichert: Es fehlen nur njpch einige «tamwp^|ch»%g f»|i^A^gwta|tuqg de* Inneneinrichtung, Wir bitten ^Ue, deuen diese gute jüdische Sache am Herzen liegt» durch einen einmaligen Beitrag die Vollendung des Werkes in ermöglichen. Spenden nehmen der „Verband demokratischer Monisten" und die Verwaltung ,,Die Neue Welt", Wien, QU Uwversitütsstraße 6—entgegen. >- Wir haten auch Bausteine ju 1 8 und 2 S in Blocks zu je 10 Stück herstellen lassen. Wer durch Verkauf dieser Bausteine unsere Sache fördern will« kann bei den oben bezeichneten Stellen Blocks erhalten. Für den Verband demokratischer Zionistem Robert Stricker, Obmann. IX. Spendenausweis: Eugenie Kreitler S 20. Durch D. Nebenzahl: Erich Comernier, Berlin, S 15. Durch Frau L. Plaschkes und Paula Stricker: Direktor A. E. S 100, A. B. S 30, Bernstein S 13. Durch Frau L. Plaschkes: A. B* S 20, Bausteine Kerzner S 10. Sammlung Inspektor Sternt Frau Kommerzialrat Nelly M. S 90. Durch Frau Dr. Pia Klein; P. S 100, Dr. S Beer S 40. Sammlung der zion.. demokr. Jugend S 8950. Sammlung Brüder Schiffmann, 4. Rate S 200. Frl. Jenny Roth nicht S 10, sondern S 16. Durch Frau L. Plaschkes und P. Stricker: L. G. S 100. Zusammen S 72350; ~ Insgesamt S 960350,

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