Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 134 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile n m neue mir Nr. 151 Bttl Die brennendste Frage . . . .!? Wo verbringe Ich heuer meine Sederabende? Im bestbekannten orth. y^D Restaurant A. BARSCHAK Wien, Ii., Große Schiffgasse Mr. 3, Telephon R-40-1-39, wo, wie alljährlich, Sederabende in traditioneller und feierlicher Weise abgehalten werden. Einen wahren Pess-ichgenuB für den verwöhnten Feinschmecker bedeuten A. BARSCH AKS WEIN« SPEZIALITÄTEN. Eine wirkliche Auslese: Palästina, Karmel, Muskat, Malaga, Met, la Slibowit* und Kognak. dem ilorthy-Jubiläum fnst zusammenfiel, zu demonstrativen Uebertreibungen mißbraucht, wobei sie auch nicht vergaßen, die Verdienste dieses Blattes in der Bekämpfung des Zionismus und Palästinensismus besonders hervorzustreichen. In den Kultusgemeinden bereitete man sich schon für eine besondere Feier zii Ehren der vier neuen jüdischen Helden vor, die zu einer Ehrung aller jüdischen Kriegssoldaten hatte ausgestaltet werden solleu. Es wurden bereits Texte für einen eigenen „M i s c h eb er ach" verfaßt und man kam nach langwierigen Verhandlungen darin überein, daß die vier auscrwühlten jüdischen Helden mit dem hebräischen Ehrentitel „Haggibor" zur Thora gerufen werden sollen. Da kam plötzlich die kalte Duche. Die voreilige Meldung des „Egyenlöseg" hat im christlichen Blatterwalde gefährlich drohendes Rauschen verursacht. Es wurde gegen die angeblich geplante Abschwenkung von der bisherigen „bewahrten Judenpolitik" energischer Protest eingelegt. Diese Drohung der Antisemiten hat sich denn auch viel wirksamer erwiesen, als das Liebeswerben der Assimilantenjuden. Noch im Zuge der Hoethy-Feierlichkeitert erschien in den Blättern ein beruhigendes offizielles Kommunique, in welchem bekanntgegeben wurde, daß im Zusammenhang mit den Horthy-Feiern überhaupt keine Heldenernenn u-li gen und Heldenfeiern geplant seien. Und in der Tat unterblieben auch die erwarteten Heldenschläge der vier kriegstapferen Juden, hingegen sind die ungarischen Assimilanten um einige, leider nicht ganz unverschuldete Schläge reicher geworden. Sie müssen sich mit einem anderen Sieg zufriedengeben, den sie in D e.b reesin erfochten, wo, wenn man „Egyenlöseg? glauben soll, der berühmte ungarisch-hebräische Dichter Hanieiri mit einigen Herren vom Palästina-Auf baukomitee in der Propaganda für den „Keren Hajessoth" ein? „e r i r e u 1 i c h e N i e d e r 1 a g e" erlitten habe: : Neues von den Falaschas. Der Sohn des Löwen von Juda. Nach dem plötzlich erfolgten Tode der Kaiserin Zauditu (Judith) von Abessinien, der Tochter des Kaisers Menilek, der seinen Stämmbaum bis auf König Salomo und die Königin von Saba zurückführte, ist nun der bisherige Regent von Abessinien Ras Taf» ä r i zum Kaiser des abessinischen Reiches gekrönt worden. Auch Kaiser Tafari halt sich für einen Nach* kommen von König Salomo und der Königin von Saba und. führt wie alle bisherigen Kaiser von Abessinien den Titel: „Sonn des Löwen von Juda". Der Name des Kaisers setzt sich aus drei hebräischen Worten zusammen: Rosch (Haupt), Taf (Kind), Ari (Löwe). 1924 besuchte Ras Tafari Palästina. Damals wies er in einem Schreiben an das palästinensische Oberrabbinat auf die rassische Verwandtschaft zwischen den Juden und den Abessiniern hin und betonte .die freundschaftlichen Gefühle seines Volkes für die Juden Palästinas. Er erinnerte daran, daß sie Abessinier des Glaubens sind, daß sie von der Königin von Saba und dem König Salomo abstammen. In dem Brief erklärte er, er wolle den Falaschas (den schwarzen Juden Abes« siniens) Schutz und Förderung antjedeihen lassen. Als pfltlllilllllllilllllllllllilH I Union der Ztonisten-Revisionlsten Oesterreichs 1 ] Montag, den 14, April 1930, 7a9 Uhr abends, | 1 im Cafe Arkaden, I., Universitätsstraße 3 (Souterrain) § VERSAMMLUNG f i Thema: Die Hetze der „Jüdischen | | Rundschau" und der „Falastine" j | (Kundgebung für die jüdischen Studenten 1 der hebräischen Universität Jerusalem.) | | Referent : Joael Frünkel Diskussion I Ü Gäste willkommen! Gäste willkommen! § im Scp fernher 1929 die Paliistinaunruhen vor der Ver* Sammlung des Völkerbundes zur Sprache kamen, gab der Vertreter Abessiniens im Völkerbund, Lidy Andargue, seiner Sympathie für das verwandte jüdi* sehe Volk in Palästina Ausdruck und wies darauf hin, daß die Abessinier gläuben, direkte Ab» kömmlinge des Königs Salomo zu sein. Kaiser Ras Tafari spendete vor kurzem eine größere Summe für den Pro« Falascha»Fonda. . * Der unermüdliche Förderer der schwarzen Juden in Abessinien Dr. J. Feit lo witsch ist von einer neuen Heise in Abessinien in Amerika angekommen und erzählt neue Einzelheiten über das Leben und die Zukunft der schwatzen Juden in Abessinien. Interessant ist, daß die erste Kenntnis vou der Existenz dieser schwarzen Juden, die ein merkwürdiges Eigenleben führen, den Berichten christlicher Missionäre, die in Abessinien Proselyten machen, zu danken ist. Aber denselben Missionären begegnet man auch, wenn man drangeht, den wiedergefundenen Stamm der schwarzen Juden dem jüdischen Volk zurückzugewinnen. Daß die Missionäre bei ihrem Seelenfang es mit der historischen Wahrheit nicht immer genau nehmen, hat man ja bei ihrer Tätigkeit unter anderen primitiven Stämmen bereits beobachten können. So verschwiegen sie den abessinischen Juden, die bis zum Auftaudien Dr. Faitlowitsch' in der Tradition lebten, daß sie die einzigen Juden auf der Welt seien und auf den Messias warten müßten, daß es nodi andere Juden in der Welt gibt, erzählten dafür, daß der Messias Sohn Davids, auf dessen Ankunft sie warten, bereits in der Person des Jesus längst gekommen sei. Viele abessinische Juden haben dieser Lehre Glauben geschenkt und das Christentum angenommen. Seit Dr. Faitlowitsch seine Aufklärungsarbeit unter den schwarzen Juden leiste.t, sind die christlichen Missionäre dort arbeitslos geworden. In den letzten Jahren haben die abessinischen Juden Zu- ' i NUSSOL % ,P£:Z IA L .Gelb,'ge8chmeldi-'. tA? ges Pflanzenfett! ÄyA 100 Prozent Fettgehalt Uebarall erhaltlich! wachs aus Yemeii, wo die Juden von den Arabern aufs grausamste verfolgt werden, erhalten. Auch einige europäische Juden sind in der letzten Zeit in Abessinien eingewandert. Der gegenwärtige abessinische König Tafari Makomen ist ein liberaler, judenfreundlicher Fürst, der alle Mittel anwendet, um sein Land zu zivilisieren, und würde nichts dagegen haben, wenn nach Abessinien eine regere jüdische Einwandern n g sich geltend machte. Interessant ist übrigens, daß der König von Abessinien, als er im Jahre 1924 Palästina besuchte, eine Deputation der arabischen Nationalisten empfing, die ihn dazu haben wollte, eine Erklärung gegen die Balfour-Deklaration zu unterschreiben. Sie mußten nach heftigen Auseinandersetzungen unverrichteter Dinge abziehen. Hingegen schenkte der König vor kurzem den Falascha einen herrlich gelegenen Baugrund in der Hauptstadt Adis- Ababa, zur Errichtung eines großen Kulturhauses. AUS PALÄSTINA. Palästinaein Wanderung im Februar. Jerusalem, 4. April. Im Februar 1930 kamen 772 Einwanderer, unter .ihnen 593 Juden, nach Palästina; in dem gleichen Monat verließen 240 Personen, unter ihnen 190 Juden, das Land. Im Jänner 1930 wanderten 555 Juden ein und 1(0 «US, im Dezember 1929 wanderten 517 Juden eip, 128 Juden wanderten aus. Einweihung der Nationalbibliothek am 15. April« Die Einweihung des neuen Gebäudes der Jüdischen Nationais und Universität«' b i b 1 i o t h e k in Jerusalem (David*Wolffsobn*Haus) ist auf Dienstag, den 15. April 1930 verlegt worden. Dje. Einweihungszeremonie, bei welcher der High CommisV ALLGEMEINE RENTENANSTALT Hervorgegangen aus der Im Jahre 1824 gegründeten Allgemeinen Versorgungsanstalt WIEN, I., GRABEN 20 RENTEN SPAREINLAGEN (Naglergasse 1„ Tel. U-2U510 Serie (Altersrente, Witwenpension. Kinderfürsorge usw.) Prospekte u;Auskünfte bereitwilligst u kostenlos 1 Willi ANSTALT! Orai, Jftfcomlnlplats 93 l< I Die Brigittenauer I Moikereif.&G.Pifkl Wien XX, Nordwestbahns'raae 71 Tel. A-42-0-58 | bringt Milch für noc unter Aufsicht | des ehrwürdigen Rabbinates der Adas | Jisröel in geschlossenen Kannen u. 1 Flaschen in Handel WIEN, am 13 Nissan 5690 I 11. April 1930 1 i sioner von Palästina, Sir John Robert Chancellor, eine Ansprache halten wird, wird um halb 11 Uhr vormittag* stattfinden. Ein Musikfest ist auf halb 3 Uhr nachmittags am selben Tage im Amphitheater auf dem Skopusberg angesetzt, bei welchem ein Programm klassischer und volkstümlicher Musik mit Massenchören von über zwei» hundert Stimmen zur Aufführung gelangen soll. Im Juli Wahlen zur Asefat Haniwcharim. Jerusalem, 2. April. (J. T. A.) Die Wahlen zum Parlament der jüdischen Gemeinden in Palästina (Asefat Haniwcharim), der offiziell anerkanten repräsentativen Körperschaft der palästinensischen Juden, werden gemäß Beschluß des vom Waad Leumi eingesetzten Zentral» wahlkomitees im Juli d. J. stattfinden. Ueber 5000 Bewerbungen um die Palästina-Bürgerschaft im Jahre 1929. Jerusalem, 28. März. Im Verlauf des Jahres 1929 haben sich 5002 Personen um die palästinensische Bürger» schaft beworben. Im gleichen Jahre wurden 4051 Bürger« Schaftszertifikate, erteilt. Die Palästina-Regierung verbietet die Zikliar-Zeremonie an der Klagemauer. Jerusalem, 2. April. Die Regierung hat die Ab* haltung der musikalischen Zikhar*Zeremonie, die von den Moslemiten seit einigen Monaten an den Freitagabenden in der Nähe der Klagemauer exekutiert wird, um den jüdischen Gottesdienst an der Klagemauer zu stören, ver» boten. Zum erstenmal seit einigen Monaten konnte sich der Gottesdienst der Juden an der Klagemauer am letzten Freitagabend ungestört vollziehen. Bisher vertrat die Regierung die Auffassung, daß sie keine Anordnungen in Verbindung mit der Klagemauer treffen könne, bis nicht die Klagemauerkömmissioh des Völkerbundes "die Rechts» Verhältnisse geregelt hat. „Feiestin" fordert die Verbannung Jabotinskys aus Palästina. Jerusalem, 2. April (J. T. A.) Das Organ der Ära* bischen Exekutive „F e 1 e s t i n" fordert in seiner eng» lischen Ausgabe die dauernde Verbannung Jabo? tinskys aus Palästina, weil er in Widerspruch zur Balfour»Deklaration und zum Mandat Propaganda für Errichtung eines jüdischen Staates in PaliU stina betreibt. Eine Balfour-Schule in Tel-Awiw. Jerusalem, 4. April. Der Stadtrat von Tel» A w i w hat beschlossen, zur Erinnerung an Lord Balfour eine Elementarschule zu gründen, die Balf ours Namen tragen soll. Die zionistische Exekutive wurde er* sucht, zur Deckung' der Kosten dieser Schule bei» zutragen. Touristenverkehr im Jahre 1929. Im Jahre 1929 besuchten Palästina 60.212 Touristen, ferner reisten 28.212 in Palästina wohnhafte Personen ein, während 35.514 in Palästina wohnhafte Personen für kürzere oder längere Zeit ausreisten. Der Hafen in Jaffa. In einer Zusammenkunft, die bei dem Bezirks* gouverneur von Jaffa stattfand, wurde die Frage der Ausbesserungsarbeiten am Hafen von Jaffa besprochen. Nach einer eingehenden Aussprache wurden folgende Richtlinien für die Arbeiten, die insgesamt $7.000 Pfund erfordern» festgelegt: 1. Erweiterung des Kais; 2. Auf» Stellung von Lade* und Entladekränen; 3. Errichtung eines Wellenbrechers zwischen den Klippen. An der Zu« sammenkunftnahmen zwei jüdische, zwei englische und drei arabische Vertreter teil. Die Arbeiten sollen in nächster Zeit begonnen werden. Die Orangensaison. Die Orangenverschiffungen von i'alästiria betrugen bis Mitte März über 2,100.000 Kisten, \ 0:1 denen 1,590.000 Kisten nach dem Kontinent gingen. Die entsprechenden Ziffern für das Vorjahr waren 1,085.000 und 280.000. Die Verschiffungen nach England via Port Said beliefen sich auf 250.000 Kisten. Die Heuschreckenkampagne. Die Kampagne gegen die Heuschrecken dauert nach wie vor an, da die Heuschreckengefahr weiter be» steht. In der Umgebung von Jericho arbeiten 200 Men« sehen an der Vernichtung der Heuschrecken und ihrer Eier, während die Regierung im Süden bei Bersheba die Bevölkerung einer Reihe von Dörfern aufgeboten hat, um die Abwehrmaßnahmen durchzuführen, 4