Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 4 (1930)
- Issue
- Heft 134 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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.Seite 2 DIE NEUE WELT Nr, 134 lajDtfTTÖ D12 Frisch« Seefisch« In feinst am Oel gobacUön* Fische Fftchkonterven preiswert hml der „N O R D S E E u Deutich« OampHischoreiges.i brächt Nioht mit ihrer Erhaltung wurde das Land belastet Das Land hat nur gewonnen. Ohne solche Opfer ist doch ein Aufbau nicht möglich. Vielleicht ist die Zionistische Organisation belastet Ja. Vor allem mit der Schuld, für die Beratung und Führung dieser Einwanderung zu wenig oder nichts geleistet zu haben. Die Rede, welche einen Teil der Judenschaft einfach ab* schüttelt, förmlich den Antizionisten preisgibt, ist nicht schön und nicht klug. Dabei gefährlich. Sie liefert dem Antizionismus die besten Vorwände; sie entmutigt wertvolle Teile des jüdischen Volkes. Sie atmet einen Geist, welcher nicht der Geist des Zionismus sein darf. * Wenn je ein Zionistenkongreß notwendig war, so jetzt. Das jüdische Volk muß sprechen! Anders sprechen, als bis jetzt gesprochen wurde. Er muB den Führern der zionistischen Sache, der Sache; der jüdischen Nation, die Kraft geben, welche ihnen jetzt fehlt. Er muß der Welt wieder den vorwärts'-,'.' nach dem Höchsten strebenden Zionismus zeigen. Heute sieht sie ihn nicht. Warschau, Warschauer Warschauer Premierminister Das polnische Judentum protestiert gegen den Shaw« Bericht. 6. April. (J. T. A.) Der Vorstand der jüdischen Gemeinde und das Rabbinat sandten an den britischen MacDonald telegraphisch ■ P r ö* teste gegen die Feststellungen und Empfehlungen im; Berichte der ShawoKommission, die den Juden bitter uns recht tun; Von Eng 1 a n d wird E r f ü 11 u n g d e s historischen Versprechens gefordert. Zum zweiten Male zum Tode« verurteilt. Jerusalem, 6. April. Das Kreisgericht in Jaffa hat heute zum zweiten Male ein Todesurteil gegen den jungen spaniolischen Juden Josef O r p h a 1 i ausge/ sprochen. Kurz nach den arabischen Unruhen in Jaffa und den Angriffen auf die jüdische Stadt TeUAwiw, die zurückgewiesen wurden, wurde Orphali von Arabern beschuldigt, daß er an der Verteidigung von TebAwiw teilgenommen und dabei auf die Araber S c h ü s.s e abgegeben hat. Auf Grund dieser Aussagen wurde Or« phali vom . Jafaer Kreisgericht zum Tode y e x« urt e 111. D as Ur,tei 1 w ur d e vom Jerusalem'et Obersten G e r i c h t. 1a u f g e h o b e n und der Fall an das Jaffaer Kreisgericht neu verwiesen. In der nun vor dem Jaffaer Kreisgericht stattgefun* denen zweiten Verhandlung wurden zwei neue Zeugen vernommen, Angehörige der britischenLuftwehr* macht, die sich seinerzeit' an der Zurückweisung des' arabischen Angriffes auf TebAwiw beteiligten und zu« letzt sich in Aegypten aufhielten. Sie bekundeten vor Gericht, daß an dem kritischen Tage eine große arabi* sehe Menge einen Angriff .auf die jüdische Stadt Tel* Awiw versuchte, der aber von britischen Soldaten und Angehörigen der Luftmacht zurückgeschlagen wurde. Sie, die Z.e.ugen, und andere Soldaten feuer* ten auf die Angreifer, von denen mehrere getötet und verwundet wurden. Von nicht* militärischen Personen wurden Schüsse nicht abgegeben. Trotz dieser Aussagen sprach das Gericht auch diesmal das Todesurteil gegen Josef Orph ali.au s. Gedenkfeier für Lord Balfoui\ Vom Verband der demokratischen Zionisten Oesterreichs. Im großen Festsaal des Hotel Gontinental hatte der Verband der demokratischen Zionisten Oesterreichs seine Anhänger und Freunde ver- ÜFA-T ON-KiNO'*^^ Das Filmtheater der gute? Gesellschaft zeigt täglich i OONRAO VEIOT und KARIN EVANS In Die letzte Kompapie - Eine Sprech- und Tontilmtragödle der Jan M « y .Produktion der Ufa Nach einer Idee von Wilhelm und Kosterlltz, - Manuskript: Ludwig von Wohl Regtet Kurt Bernhardt Mu»lk: Ralph Benatzky Beginn: Wochentag s, 7, 9Uhr — Sonn-und Feiertags 5,7,9 Uhr sammelt, um der frauer für den dahingeschiedenen großen Staatsmann, und Freund des jüdischen Palästina, Af*hir James Bal f öu r, Ausdruck zu geben. Es hieß aber nichtalfcfn» den Verlust eine« bedeutenden Menschen beklagen, sondern man stafld auch vor der Aufgabe, das geistige. Bild dieses Mannes zu zeichnen und »eine Bedeutung lön^rhalb der ton ihm angeregten und geförderf&t^ fellre^ngen zu umteiflen. Dieser Aufgabe wkfmcie sich der Referent des Abend!», Dr. Abraham S o n n e, indem er vofi vörnhereiö auf die Phraseolögie einer Grabrede Verzichtete und in den Wesenskern der Erscheinung eindrang, dessen Aus- Strahlungen auch für die Z u k u n f t fruchtbar sein können. Seifig eindringliche, i0giscb und historisch fundierte Betrachfung führte zwangsläufig; zu einer neuen, objektiven Deutung der Entwicklungsstätte: Jüdische Heimstätte — Balfour-Deklaration — Mandat Völkerbund. Dr. Sonne zeigte die Fäden dieser Entwicklung auf und damit zugleich auch alle Möglichketten, aus dem bereits Geschaffenen und aus den Fehlern und Gefahren die Konsequenzen zu ziehen. Lprd B ai four is t in d iesem w elth is t or ischen Rahmen nicht allein ein Freund, vWegweiser und. praktischer Weltreichjj noa Vtf "lCb RESTAURANT M. OPERER '*m WIEN, 2. BEZIRK, TABORSTRASSE 12 i: TELEPHON R-44-501 S Feierliche . S ED ERABE NOE unter Leitung eines Kantors 7 ' :: Voranmeldungenwerden sch ort je ixt entgegen- : genommen! Ralllam• verkauf der weltberühmten PALÄSTINA-WEINE aus den Baron RatbscMld'sclien Kellereien Rlschon-le-ZIon; Plombierte Original-Flasche Karmel S 4.- i 4 Alle anderenWeine, Tokayer, Slibowitz \ -s - -*- tj"' ^-.^2.« ä"^* i? t ä'.f 's s. ö'-r t 'e" n* _.7-^-'- bilitgEät ' '< MMMMMM<M>m>MO>fM<»MOMMM>MtMtMMMM WIEN VII., KAISERSTRASSE 123 IX.. ALSER STR AS S E 6 FERNSPRECHER B-38-0-43 Politiker gewesen, cv ist zugleich auch das Ge,w issen, das lins Zionisten mahnt, uns immer wieder auf die rechtliche Basis unserer Bestrebungen zu berufen. Diese Funktion sichert Bai Cour ewiges Gedenken im jüdischen Volk. An Dr. A. Sonncs Ausführungen knüpfte der Vorsitzende des demokratischen Verbandes Oberbaurat Robert Stricker in seiner Rede nn, die sich mit dem aktuell-praktischen Problem, der Gewinnung nichtjüdischer Freunde für den Zionismus, beschäftigte. Stricker führte den durch die Geschichte belegten Beweis aus, daß ein Volk, möge es noch so tüchtig, energisch und zielbewußt sein und mögen seine Bestrebungen noch so innig im Einklang stehen mit kulturellen und weltpolitischen Erfordernissen, nichtsdestoweniger der Sympathien führender Persönlichkeiten, aktiver Staatsmänner und Gruppen bedürfe. Kein Volk kann mehr isoliert seinen Weg gehen, da jedes einzelne in den Strom des Weltgeschehens eingebettet ist und seine Interessen sich mit denen der anderen Völker berühren. Darum heißt es, im Sinne Herzls an dessen politische Tendenzen und Traditionen anknüpfen und offen vor aller Welt, ohne Versuche einer fingerfertigen Diplomatie und behutsamer Schreibtischpolitik, seine gerechten Ziele klarlegen und für. sie Freunde gewinnen. Diese alte Herzische Strategie müsse wieder lebendig werden, damit sie den unantastbaren Forderungen unseres Volkes auf ein jüdisches Palästina den Weg ebnen -r Forderungen, die mit. dem Programm des Verbandes der demokratischen Zionisten identisch sind. — Die Ausführungen der beiden Redner konnten ihren Eindruck», auf das den FestsaaL füllende Publikum, darunter eine zahlreiche Jugend, nicht verfehlen. England braucht ein jüdisches Palästina! Vom Parlamentsmitglied Robert Boothby. Anmerkung der Redaktion: In mäßgebenden englischen Kreisen sagt man nicht gerne Und v hört noch weniger gerne davon sprachen,, daß ein j ü d i s ches Palästina' für England ungemein j; . , .nützlieh, : vielleicht 'lebensnotwendig ist, * x ..-.'■Man/ betont die Uneigennützigkeit. in' <Jei1, Sache. Die' offiziellen zionistischen" 'Kreise nehmen auf diese Empfindlichkeit, weitest* gehend Rücksicht. 'Die;0 f f e n h e i t, mit - .welcher i der , niebtjüdische/ konservative; ,: .. . englische. Politiker --darüber schreibt, wie wichtig, und billig das . jüdische Pälä» stina für England' ist, wirkt formlich er* frischend. ' Die britische Regierung hat die Aufgabe, alle Anstrengungen für die Etablierung einer jüdischen Heimstätte in Palästina zu machen. Seit Jahrhunderten macht dieses Ideal den Zentralpunkt des jüdischen reli« giösen und sozialen . Lebens aus: Das. britische Volk hat immer mit der. Sehn» sucht des Weltjudentums; nach Palästina zurückzukehren, sympathisiert, in._ das Land ihres Ursprungs, wo ihre Ahnen eine glorreiche Heimat hatten. Es war das tiefe Bewußtsein der Ungerechtigkeit den Juden gegenüber, das die berühmte B a 1 f o u r*D e k 1 a r a t.i o n . vom /ahre 1917 schuf. Als Folge dieser Enünziation sollen die Xjiden Palästina nicht kraft eines P r i v ii e g s, sondern kraft des R e c h\s besiedeln..Die einzige Bedin* gupg ihres( Rechts auf Besitzergreifung ' müßte nur die Aufnahmsfähigkeit des Landes sein. ( Um unsere Aufgabe dem Geist und dem Buch« staben nach ausführen z^u können, müssen wtf alles tun, was in unserer Macht liegt, die jüdische Einwanderung nach Paläs*ina4 zu fördern» .... Andererseits , machten, wir . wählend des Krieges den Arabern. Versprechungen und sind auch ihnen in nieiit geringem Maße verpflichtet. Diese Versprechungen aber si n d b e r e i t s "e r f ti 11t. Das Königreich I r a k, das .unter schweren Bedingungen für den britischen Steuerzähler errichtet wurde, ist ein, lehendiger Beweis füffd^ .Erfüllung uns^r^s'Versprechens. /; Den größten' Teil des Bodens, auf dem die Juden sich angesiedelt haben, haben sie von arabischen, außer Land wohnenden Großgrundbesitzern gekauft und nialariaverseuchte Sandwüsten zu blühenden Siedlungen umgestaltet. .Es ist Tatsa,chet daß die jüdischen Köloni* satoren aus dem Boden weitaus mehr herausschlagen als die arabischen Nachbarn, die so lange unter der Aus* beutung der Effendis gelitten nähen'. Wo immer' die Juden hinkommen, hebt sich der Lebensstandard auch zugunsten .der.Araber, eine Tatsache, die die. größten Anstrengungen für die Hebung der Einwände« ruhg der Juden, nach Palästina gerechtfertigt. Vom b ir i t i s c h e n S t a n d p u n k t ist zu sagen, daß wir bei diesem Unternehmen alles zu . gewinnen und nichts zu verlieren haben. Die Freundschaft der jüdischen Rasse auf der ganzen Welt kann, wenn wir sie fördern, anhalten und sich verstärken und stellt eine große Hilfe für ein Empire wie das unsere , dar. Es gibt auch gewisse strategische Gesichts* punkte, auf die ich in diesem Zusammenhang aufrnerk» sam machen möchte. Das britische Weltreich ist abhängig von der Kontrolle des Mittelmeerweges von England nach. dem Osten. Der Schlüssel zu diesem Weg ist der SuezäKan.a 1. Von Gibraltar, von Malta, von Cypern kann die britische Flotte das Mittelmeer sichern. Aber für die Verteidigung des Kanals ist. eine militärische l Basis, ein freundliches Territorium zur Sicherung einer dieser Flanken nötig. Und es wäre, mehr als töricht, die Existenz ge« wisser. mächtiger antibritischer Kräfte in einem eventuellen panarabischen Staat zu übersehen, der von. Aegypten über .Palästina und Angora nach dem mittleren Osten und schließlich nach Morkaw, dem sow< jetistjschen Zentrum,, gravitieren würde.. Ein starkes jüdisches Palästina, das auf europäischem Lebensstandard basiert und eine absolute Sicherheit zur Verteidigung der britischen Suez«Kanal* Zone darstellt, würde der antibritischen Tendenz eine andere gegenüberstellen:, von Großbritannien durch das Vergesse die Sorgen Vergesse die Qual Trinke nur ÄRMEL« ORIGINAL Palästlna-Weln-Vertrleb Wien Ii Laurenwberg 3 ' T«lephon<Nummerti| R*29-7.34 und R*49«7-80