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Die neue Welt · 1930-04-04 · Heft 133 (4.4.1930) · page 9

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Journal
Die neue Welt
Volume
4 (1930)
Issue
Heft 133 (4.4.1930)
Date
1930-04-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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üt.W orc mm welt SHttf gemeinen wirtschaftlichen Politik; 2. mit der Regierung Palästinas zusammenzuarbeiten in Übereinstimmung mit der vom Cotincil und dem Administrative Committee der Agency festgesetzten allgemeinen wirtschaftlichen Politik; 3. die palästinensische Judenheit in ihren eigenen wirtschaftlichen Angelegenheiten zu beraten und 20 führen, die Angelegenheiten dieser Judenheit gegenüber der Regierung zu vertreten." W e i t m a n n s p o 1 i t i s c h e s R e f e r a t gipfelte in der Lösung, daß die Basis für weitere politische Aktion ernste, praktische Arbeit in Palästina sein müsse; andernfalls müßten die politischen Bemühungen eine leerluufende Maschine sein. Oskar Wassermann konstatierte in seinem Budgetbericht, daß die Eingänge der Fonds in den ersten fünf Monaten des laufenden Finanzjahres höchst ungenügend waren, da sie statt 194.000 Pfund blaß 81.000 Pfund brachten, wnr aber in bezug auf die weitere finanzielle Entwicklung optimistisch. Nach diesen Referaten wurden zwecks Vorbereitung der Beschlüsse Kommissionen gewählt, und zwar ein Organisationskomitee mit den Zionisten Supraski, Bublik, Remez, Kaplan. Hnlpern, Soloweitschik und den Nichtzionisten D'Avigdor Goldsmid, Hyman, Simon, Warburg; ein politisches Komitee mit den Zionisten Blumenfeld, Goldmänn, Ussischkin. Farbstein, Locker, Silberstein, Motzkin und den Nichtzionisten Dr. Cyrus Adler. Alexander Kahn, Major Nathun, Wolf und Kurl Hulpcrn; ein Komitee für Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten mit den Zionisten Feiwel, Marx, Lewite, Teitelbaum. Arlosoroff und den Nichtzionisten Oskar Wassermann, Becker, Alexander Kahn und Julius Simon. Die Wahl der Herren Dr. Visscr, Werner Kahn, Solomon Löwenstein und Breßlcr in die Hauptverwaltung des Keren Hajossed wurde bestätigt. In der Generaldebatte konstatierte Soloweitschik zunächst, es gäbe einige Enttäuschung darüber, daß die sechs Monate der Agency so wenig materielle Resultate gebradit haben; es sei bitter zu beklagen, daß diese Epoche äußerster Wichtigkeit ohne Resultat verlaufen ist. Das jüdisdie Volk stehe sozusagen mit der Uhr in der Hand wartend. Soloweitschik ist der Ansidit, daß einige Punkte des Organisationsentwurfes Warburgs im Gegensatz zu der in Zürich gefaßten Agency- Konstitution stehen. Wenn auch der Jischuw für seine Angelegenheiten ein größeres Maß von Verantwortung auf sich nehmen solle, hat dennoch unbedingt das K o u t r o 11 r e c h t der J e wj s h - A g e n c V;:. E xek u t i*^h'nfä^Ä g"etastet z u Jbleiben; Kurt Blumenfeld wiederholt Weizmatins Ansicht von praktischer Arbeit als Voraussetzung für politische Erfolge. Cyrus Adler erklärte,;:'^0A^^#j?l^^^ Palästina keinen Wertunterschied zwischen politischen und ökonomischen, religiösen und sozialen FraT gen kenne. Das Mandatarland Palästina sei keine Angelegenheit seiner Einwohner, sondern des Welt Judentums. Das ökonomische Leben hänge von guter Politik ab und umgekehrt. Nachdem sich an der Generaldebatte noch Major Nathan, Mitglied des britischen Parlaments» D'Avigdor Goldsmid, der mit Beratungsrecht zugelassene Mr. Stein, Warburg und N. Soko 1 ow beteiligten, wurden Montag, den 24. März, von Ussischkin und R u p p i n Berichte über Nationalfonds und über Kolonisationsprobleme erstattet. Am nächsten Tag legten die Kommissionsberichterstatter Dr. Georg H a 1 p e r n (Organisation), Oscar Wassermann (Finanz), Soloweitschik (Ergänzung zu Organisationsfragen), Motzkin (Politik) ihre Resolutionen vor, nachdem Lord Melchett einen begeisterten Bericht über die südafrikanische Kam* pagne erstattet hatte. In der Schlußsitzung wurde Lord Melchett an Stelle des verstorbenen Louis Marshall zum Präsidenten des Council der Jewish Agency, Dr. Cyrns Adler an Stelle Melchetts zum Vizepräsidenten des Council gewählt. Das Administrative Committee setzte zwei ständige Subkomitees, ein politisches und ein Finanzkomitee, ein, ferner sechs beratende Komitees, und zwar für landwirtschaftliche Kolonisation, Industrie, Einwanderung und Arbeit, Unterricht, Gesundheitswesen* soziale {■■iiiiiiiii aller Zionisten //, Taborstr. 10 Monumentalstes Kaffeehaus Wien* l vota Guten sind dl« in Geschmack und Qualität unübertroffenen •ratklastig*altr«nommi«rt«fi Das Beste Schrnidl-Mszzoth welche unter streng orthodoxer Aufsicht des Rabbinates hergestellt werden Die Mazzoth werden aus d«m f«lnst«n Hühl «nuugtt Seit vielen Jahren genießen die „Schmldl-Massoth" das beste Renommee und werden vor allen anderen bevorzugt Verlangen Sie die neu«, b— Cf)£TI AI «MAD&f BS M Et ""MAZZOTH f •oneters •«hmatkhalt« Jr£iilflkaaillKllE »Hl»De U. Ottltss! Zentrale: N.Brodetzkl,lUeopoldsgasfe43 p I L M. WIMmann, I, BÄckaratra»« 16 (gnas Plaiach«rv M, PrataratraBa 44 Jakob) Wala« U, Unter« AugartenstraB« SS S. Schneid«!», II, Mieabachgassa 3 Tal.R.46-1-90 A-40-a-ea A*40*>9*&2 I A L I N t David Raab, II, SchlHanttagaaaa 7 M. Splagal, III, RadatskyatraHa 4 Max Sltbarberg, IX, Rotenaöwengasse 8 Laib Mandl, IX, Orttnantorgaaaa 41 Wohlfahrt. In Anerkennung der Bedeutung der Arbeit der jüdischen Frauen Palästina wurde vorgeschlagen, Wizo- und Hadassah zu ersuchen, sich miteinander über ihre Arbeitssphären zu verständigen und durch die Exekutive der Agency der nächsten Tagung des Administrative Committee ein diesbezügliches Memorandum zu unterbreiten. Der Vorsitzende, Herr Felix M. W a r b u r g, teilte noch mit, daß die nächste Tagung des Administrative Committee im Spätsommer dieses Jahres stattfinden werde, um noch rechtzeitig das Budget für das jüdische Jahr 3691 festzusetzen. Der Exekutive der Jewish Agency gehören nunmehr an: Die Mitglieder der Zionistischen Exekutive Nahum Sokolow, S. Kaplansky, Prof. S. B rodet zky. Dr. Felix Rosen blüth, Colonel F. H. K i s h, Dr. A rtur R u p p i n, Josef S p r i n z a k und Rabbi Meir Berlin: die Nichtzionisten M. B. Hexter, Dr. Werner Senator und Julius Simon. Piiichas Ruth en berg lehnte den Eintritt in die Exekutive ab. Das Administrative Committee hat einen Kolonisationsplan angenommen, demgemäß in nächster PM1UMMHWII1IIIUWM i j»«^. ■ ■ . -. \.. u -«t* •*.*•• i i' 3 ütieralitda$ Lob indiinthrenhaus-stoffE Iwdjiiuliiea. :^jör K^idung ö. Helm unübertroffen | wasch-, licht» u. wetterecht vom Indanthren haus Wlan, VI., MariabllferatraBa 71 vbuubsh Zeit 1000 jüdische Familien in Palästina mit einem Kostenaufwand von 350.000 Pfund landwirtschaftlich angesiedelt werden sollen. Wie die J. T. A. erfährt, ist eine Summe von 320.000 Pfund für dieses Werk bereits gesichert. Das Administrative Committee hat in seiner letzten Sitzung die folgende vom Politischen Komitee vorgeschlagene Resolution angenommen: . 1. Der jüdischen Bevölkerung in Palästina wird die Bewunderung für die Sündhaftigkeit, die sie während der Palästinaunruhen . im August 1929 bewiesen hat, zum Ausdruck gebracht. — Das Administrative Committee der Jewish Agency stellt mit tiefer Befriedigung fest, daß die Judenheit der Welt ihren unbeugsamen Willen manifestiert hat, alles zu tun, um die Idee des jüdischen Nationalheims zu verwirklichen. 2. Die britische Regierung wird aufgefordert, ihre Politik in Palästina so zu führen, daß das Mandat dem Buchstaben und dem Geiste nach verwirklicht werde. 3. Die vom XII. Zionistenkongreß gefaßte Resolution für ein friedliches Zusammenarbeiten mit den Arabern wird aufs neue bekräftigt. 4. Das Administrative Committee der Jewish Agency verficht das Prinzip, daß es in Palästina keine Beherrschung der Juden durch die Araber oder der Araber durch die Juden geben soll. Nach Schlußreden Warburgs und Weizmanns wurde am 27. März die Tagung geschlossen. Das politische Ergebnis der Agency- Tagung läßt sich aus der oben angeführten Resolution erkennen. Von positiven politischen Forderungen, welche dahin zielen, das jüdische Aufbauwerk vor der antizionistischen Palästinaregierung zu 'schützen, ist keine Rede. Keine Rede von dem an den Juden verübten Unrecht. Wieder einmal hat jene Tendenz gesiegt, die immer mehr von der politischen Auffassung des zionistischen Problems abweicht, indem sie nicht erkenj nen will, daß praktische Erfolge an politische j Voraussetzungen geknüpft sind. Man hat nach sechsmonatigem „Kompetenzstroit" eine organisatorische Klärung erwartet. Sie ist nicht eingetreten. Diese Situation ist geeignet, in den zionistischen Organisationen Verwirrung zu stiften. Bezeichnend erscheint die Be s e i t i g u n g fast aller maßgebenden angelsächsischen Zionisten (Sacher, Szold und Lipsky) aus der Exekutive der Jewish Agency. Der authentische Text des Berichtes der britischen Untersuchungskommission über die Augustereignissc in Palästinn sowie die bereits angekündigte große Palästina-Debatte im britischen Parlament, werden den Zionismus vor eine neue Situation stellen. Die Entscheidung für oder gegen den politischen Zionismus im Sinne llerzls kann nicht länger auf sich warten lassen; AUS PALÄSTINA. Eine neue jüdische landwirtschaftliche Siedlung' in Judäa. Am 23. März wurde durch einen festlichen Akt der Beginn der neuen jüdischen Siedlung Beth Chanan südlich von Nes Zionah gefeiert. Beth Ciianan ist die erste jüdische Siedlung, die seit den Unruhen neu gegründet wurde. An der Feier beteiligten sich außer den Siedlern und ihren Angehörigen Vertreter der Siedlungsinstitutionen und der, Nachbnrsiedhingen. — Die Siedler der neuen Kolonie sind bulgarische Immigranten, von denen sich viele mehrere Jahre in Palästina landwirtschaftlich ausgebildet haben. Jeder der 40 Siedler erhält 15 Dunum Boden, von denen zehn für Orangenbau und fünf für Milch- und Holz Wirtschaft bestimmt sind. Der Boden gehört dem Nationalfonds, während die Siedlungskosten zum Teil aus Darlehen des Keren Hajessod, zum teil durch die Siedler selbst* bestritten werden. — Die Siedler haben die vorbereitenden Arbeiten auf dem Boden selbst durchgeführt und auch eine große Baumschule, die für,die Bepflanzung des gesamten Orangengartens ausreichen wird, angelegt. Sobald die Pflanzung der jungen Bäume beendet sein wird, wird die ganze Bodenfläche von 600 Dunam in 40Parzellen geteilt weiden und der Bau der Häuser für die einzelnen Siedler, von denen die meisten verheiratet sind, beginnen. —- In der Nähe des neuen Siedlungspunktes befinden sich verschiedene größere Orangenplantagen nnd der Boden für die große Mädchenlehrfarm der Weltorganisation zionistischer Frauen. Die Kälteindustrie in Tel-Awiw. In den letzten Jahren hat sich in Tel-Awiw eine neue Industrie, die Herstellung von Eis, schnell entwickelt. Bis vor wenigen Jahren war die Eisfubrikation zum größten Teil noch in den Händen arabisch e r U n t e r;n e h m e r i n J a f f a, die auch den Be- WochetirKalender April 1930 W . jnn. . Nissan 5690 4; Freitag Vft-y ,; Sabbateingang 6.25 ft ' Samstag :7-r \[: Sabbatausgang 7.09 .;• msr» iT oy 'Bon »mpv; Sonntag .; * *i~n .; 7 Montag i t'l-tt."' f ' f .1 . ■. . * > Dienstag ip->;'v v '', . 9 Mittwoch U~«v ';* '.' '.' .\ i 10 Donnerstag iz^" :,") r- »»on np'na

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